Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- X (1905)
- Issue
- Heft 41 (13.10.1905)
- Date
- 1905-10-13
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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No. 41 Seite 519 JÜDISCHE RUNDSCHAU L Der Verband betreibt: a) Die Vermittelung von persönlichem Verkehr unter sei- 1 וודת Mitgliedern zwecks Gründung jüdischer Jugend- Vereinigungen in den einzelnen •Städten. b) Die Verbreitung eines Vcrbattdsorgaus, UNSERE HOFFNUNG. c) Di. Herausgabe und Verbreitung jungjüdisoher Litera- ״ tur, besonders Jugendliteratur. d) Die Herausgabe von Broschüren und Flugblättern, welche die jüdische Jugend mit dem Zionismus bekannt machen sollen. II. Die dem Verband augehörenden Vereinigungen haben fol- *t;!de Aufgabe: a) Regelmässige Zusammenkünfte der .Mitglieder, *u deren Vorträge über jüdische und speziell zionistische Thentata gehalten werden. b) W enn irg.nd möglich, Verbreitung der Kenntnis der hebräischen Sprache. c) Pfleg: der jüdischen Geschichte und Literatur. d) Anschaffung enter Bibliothek jüdischen Inhaltes. e) Aboiuiierung, Verbreitung jüdischer Zeitungen und Zeitsclir.t'tcn. 0 Veranstaltung von Makkabäerfeiern. AhiturLntcnkomnierstn. respektive Förderung solcher Veranstaltungen und Beteiligung an denselben, z. B. in d.-11 Ortsgruppen, Turt vereinen usw. g) Sammlung für Nationalfonds, Briefmarken, Materialien usw. (Seibstbesteucruug, eigene Jugendausweise.) Hl. Die dem Verband angehörtndeu Einzclmitglicdcr haben ־'■ Igendc Aufgabe: a) Zusammenschluss untereinander in den einzelttcn Städten und vorbereit.ude Arbeiten, um die Gründung jüdischer JugcnJvcrcmc in den einzelnen Städten zu ermöglichen. (Siehe I a). b) Entfaltung einer regen Agitation bei allen sich bietenden Gelegenheiten und im persönlichen Verkehr. c) Verbreitung und Propagierung jüdischer Jugettdzeituugen. (Siehe II ih d) (Siehe unter II g). IV. Der Verband plant die Herausgabe interner Bericht‘.־, in *'׳-•neu die Arbeiten der Mitglieder. Anregungen. Verbandsnach- ־ chten behandelt werden. Jedes Einzelmitglied hat die Pflicht, jährlich zweimal, .־.der dem Verband unterstehende Jugendverein jährlich viermal ,׳er seine Tätigkeit der Zentrale Bericht zu erstatten. \ Herzlhund der Jüdischen Jugend Deutschlands. Entstanden ist der Verband an den letzten Tagen des 7. K!׳gresses. Aber während wir vieXach gehindert durch die י -mmcrmoiiat•: und die Feiertage, trotz der grossen Entferungen daran gingen mit Hilfe einer Reihe zionistischer Kör-!־erschauen Aufruf. Statut und Programm hcrzustellen. haben ‘ ch die Anzeichen in einer Reihe von Städten völlig uitab- •'•ingig von uns (so in Stettin. Hamburg, Berlin), so sehr ge- ehrt, dass wir nur noch mehr in der Uebcrzeugung gestärkt v urJcii, dass wir einem wirklichen Bedürfnis Abhilfe schaffen. letzt zu Beginn des Winterhalbjahres hohen wir recht viele Freunde (Korporationen und F.inzd-Mitglieder) mit uns arbeiten .» sehen. Mag auch unser Programm noch reformbedürftig so wird am besten kurze Arbeit uns Fingerzeige geben, v ir wir bessern sollen. Wir — Herr Dr. Elias Auerbach weilt an unserer Seite —. v> ollen bis zu unserer ersten mündlichen Aussprache alle Vorc ״beiten geleistet haben. Bis zur Zusammenkunft — und vielleicht finden wir uns zur Zeit des bald kommenden Delcgiertentags — müssen wir die Arbeit allerorts aingonommen bähen. — Nähere Ausfiihrungcii werden in dieser Hinsicht in unserni Verbandsorgan UNSERE HOFFNUNG, das durch uns zu bestellen ist, bald eriolgcn. Uni Verwechslungen vorzubeugjn, teilen wir mit, dass wir mit dem geplanten politischen Herzl-Ycrband keinerlei Bc- Ziehungen haben und dass wir als Verband strengste Neutralität gegenüber allen politischen Strömungen innerhalb des Zonismtis linnehmen werden. Um grosse Ausgaben für Porto zu ersparen, bemerken wir, dass wir im allgemeinen sp.zielle Aufrufe nicht weiter erfolgen lassen. W ir bitten daher, wenn unsere Sache grossziigig und Ausseht auf Erfolg haben soll, sich uns anzuschliesse» und mit uns in jeder angenehmen Weise mitzuarbeit::!. I. A. des Vorstandes: Felix T h e i I h a b e r, München, Pettenkoferstr. 23. (Alle Zuschriften sind vorerst an diese Adresse zu richten.) Zum Stande der zionistischen Bewegung Vom 27. Juli bis 2. August 1905 fand in Basel der 7. Zionistenkongress statt, zu welchem nach den in dem offiziehen zionistischen' Organe DIE WELT veröffentlichten Berichten S00 Delegierte in allen Teilen der Welt ־— auf je 200 organisierte Zionisten entfällt ein Delegierter — gewäl lt und 600 aus 22 verschiedenen Staaten nach Bas.*, gekommen waren. Auf Grund der dem Kongress erstatteten gedruckt vorliegenden Referate bringen wir einige zahiermässige Angaben über (fie zionistische Bewegung, insbesondere über die Einnahmen und Ausgaben der Organisation, über den Nationalfonds und über die Koloniatbank. Die Einnahmen der zionistischen Organisation bestehen im wesentlichen aus dem jährlichen Beitrage (Schekel), den jeder stimmberechtigte Zionist zu leisten hat und der ] Krone österreichischer Währung (bezw. 1 Frc.. I Mark oder I Schilling) beträgt. In der am 30. Juni 1905 ahgcschlosseilen Abrechnung «für die voraufgegangenen zwei Jahre sind als eingenommene Scfiekclbeitrügc verzeichnet 130218 K.. zu denen noch 2971 K. sonstige Einnahmen kom- .men, so dass die gesamten Einnahmen in den Jahren vopi 1. Juli 1903 bis 30. Juni 1905 1331S9 K. betragen. Aus dem Gesamtbeträge des Schekels von 130218 K. innerhalb zweier Jahre würde sich folgern lassen, dass in jedem der beiden Jahre 65000 Zionisten den Schekel gezahlt haben. Diese Zahl ist jedoch zu niedrig, weil erstens nach dem Bericht der Parteileitung noch nacJi dem 1. Juli 1905 zirka 30 000 Frcs. an Schekelbeiträgen eingegangen sind, weit ferner viele unbemittelte Zionisten den Schekel nur in jedem 2. Jahre (zur Erwerbung des Stimmrechts zu de» Kongresswählen) zahlen und weil schliesslich fast alle zionistischen Lamlesorganisatioiien den Schekel nicht voll an die Hauptorganisatioii abiiihren, sondern teilweise zur Deckung ihrer eigenen Propaganda-Unkosten behalten.*) Die Frage naoli der Gesamtzahl der Organisierten Zionisten lässt sich deshalb nicht mit Sicherheit beantworten. Nimmt man die Zahl von 200 Wühlern auf *) Der Referent über die zionistische Bewegung auf dem Kongresse stellte In seinem Referat׳.• die Veröffentlichung einer Zusammenstellung de SchekeUahlcr in den einzelnen Ländern in dem offiziellen Organe in Aussicht. Bisher konnte diese Veröffentlichung nach einer uns vom Referenten gewordenen Mitteilung nicht erfolgen, weil immer noch verspätete Scheke'- beiträge einlaufen. (Anm. d. Vcrf.)