Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- X (1905)
- Issue
- Heft 41 (13.10.1905)
- Date
- 1905-10-13
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 51S JÜDISCH1; vorüber gehen müsste, dass aber seine Hoffnung auf Jerusalem nicht täuschen und nicht trügen könnte. Den Zweig in der Hand, von Palästinas Palmen, den Apfel dabei von dem herrlichen Cthrogbauni. die Fnicht der Pracht, wie sic in der hebräischen Sprache heisst, mit der Hadassa, der lieblichen Myrthe des alten yatertendes. und endlich die zarten Bachweiden, so feiert man das Fest, an dem man in Hütten wohnt, wie es unsere Väter getan haben, als sie aus dem Lande Mizrajim hinaufzogen in da« Land, auf das sie ein tutverbrüchliche« Anrecht zu haben glaubten, weil einst aic Väter ihres Volkes dort gelebt hauen. Das Hüttenrest, das in den Familien, in denen es nach alter Väter Weise gefeiert wird, wie eine liebliche Idylle ciukelirt aus dem Lande der Väter, verbindet aufs neue die jüdischen Herzen mit dem Jüdischen Laude• Auch das Hüttelüst weist ebenso wie alle die andern an das Land und die Landerwerbung ankitfipfcndcn Feste aui Zion hin als das Ziel, das unsern Vätern immerdar vorgeschwebt hat. Fin Hütteiitest, das gefeiert wird mit Gebeten, aus denen man die Werte Zion und Jerusalem gestrichen hat. ist wie ein Haus ohne Fundament, wie eine Feste ebne Grundlagen, es ist wie ein Judentum ebne die unverwüstliche Hoffnung auf eine dereinstigp Wiedervereinigung im Lande Israel, unverwüstlich und undenkbar. Was haben nicht die Gegner der indischen Volks• werdung alles vorgebracht gegen Zien und Jerusalem und doeli ist es im Herzen unseres Volkes das Heiligtum geblieben, an dem e« mit unverwüstlicher Hoffnung festhält. Das ist eines von dc^i unberechenbaren seelischen Wundern, die wir vergeblich uns mühen zu ergründen Und darum, weil es allen Bemühungen der Feinde unseres Volkstums nicht gelungen ist, die Zionsliebc au« unserm He.rzen zu rcissen. weil wir nur den einen Ge־ danken zum Heile unseres Volkes unverbrüchlich festhalten, das von judcntumsieindlicher Seite verachtete iZion wieder zu Ehren bringen, wird es uns gelingen, dass einst wieder das Hüttenfest gefeiert werden wird in dem heiligen Lande unserer Väter. Dann wird das Volk aller der Feindschaft gedenken, die gegen Palästina sich richtete, gegen Zion und Jerusalem, weil es unser Vaterland und das einigende Band im גלות war, und man wird auf Zion und Jerusalem sagen: אבן כאבו הבוניפ היתד, לראש פנה Der Stein, den die Bauleute verworfen haben, er ist zum Grundstein geworden. Heinrich Locwe. s Aufruf An die jüdische Jugend Deutschlands ..Ihr seid unsere Hornung’', schrieb unser grosser Führer Theodor Herz! dem Heranwachsenden (jeschlechte der Juden ins Gedcnkbuch. Wir greifen diese Mahnung, die iri seiner letzten literarischen Arbeit der teure Tote uns. der Jugend, zugerufen hat, wieder auf, und in treuem Gedenken an sein Wort wollen und müssen wir sein letztes ^ort. sein heiliges Vermächtnis, in die Tat umsetzen. ,Junge Juden", Zions Jugend. Treten wir das Erbe un- Grossen an. Uns galt das Lebenswerk eines Moses Hess, 'r, Rüjf, Schapira und des Mannes, dessen wir stets mit ercr Liebe zu gedenken haben, schliesserf wir uns denn zusammen, tragen wir den gemeinsamen Volks- und Freilicitsgcdanken hinaus und vir ihn der Jugend, die noch nicht, wie wir die Zions- U.NDSCHAU No. Al idec fülilen und verstehen gelernt hat. die ״unsere Hoffnung", unsere Zukunft ist. Kämpfet Schulter an Schulter,!)ränget Schritt für Schritt vor gegen alle Feinde unseres Volkstums, gegen Assimilation, gegen Ignoranz und ludirierentisnius. W ir wollen die gesamte jüdische Jugend Petttsclilands;m Kampfe für uns.re gemeinsame Idec zusanuncnschliess.n. Wir wollen die bereits v»1!1 verschiedenen Seiten gemachten Versuche, aui die Jugend in nationaljiiJischem S i ne einzuwirken, rortiiihren. an die Stelle der vereinzelten Arbeit die organisiert. setzen, die schwer errungenen Erfahrungen benutzet», die allein stehenden Vorkämpfer zusammenzus:hliessen. Enter für Alle. Alle für einen. Wem! itn regen Austausche aller Kräfte kcämjr die neu entfaltete, hlan-weisse Fahne verlässt und stets neue und aberneue Kräne kcranseliaiit. dann ist unser der Sieg. In diesen! Sinne sind wir jung. Juden, die wir alle zur Zeit des Kongresses in Base! weilten, zusamtnengetreten. und wir rechten jetzt an die ganze jüdische JugenJ Pems ־hlaiuls, Kanflcute und Akademiker. Jünglinge und junge Mädchen, d e Attfford־;rttiig. unserem Rufe zu folgen und sic!! unseren Verbände anzttschü.ssa!. Wir richten unsere Aufforderung a!1 die Jugend, weil wir glauben, dass sich hier gerade für sic c'1! geeignetes und dankbares Arbeitsgebiet eröffnet. Und der wohlwo! enden t'::terstia/!1ng der Ae'teren dürfen wir sicher sein. Unterschriften: PaviJ Wolfs1:1;.׳; Rchtsanwol: Pr. Bodenheimer, Yorsüzerder des Zentra'Komitees der Zionistischen Vereinigung i!!,- Deutschland; Rechtsanwalt Pr. Hantke: R.-A. Pr. I. szynski. Pr. me.!. Sinn :׳so::. Max'Wollsteincr, Mitglieder des Zentrallutreaiis der Zionistischen Vereinigung mir Deutschland. Arthur Freud (Redakteur von ..Unsere Hoffnung■■). Lina Wagner- Taillier (jnJ.-natiouale Frauengruppe Berlin.); Pr. Ehas Auerbach-.Miinchen. 1. A. des Verbandes: Pie YorstanJseha it: Ec ix Theilhab.r (München Mlastnoua'.-a; Hermann H׳rsch־ Likaria: Willy Grcifenhagcn-Y. J. St.: Siegfried Moses-V. J. St.; Erich Er.ycr־H •rzlklub (Stettin): Iwan Salomo:!-Theodor Herz! (Berlin). Auszug aus den Statuten des Herzlbundes. I. Per Verband erstrebt den Zusammenschluss der gesamten jüdischem Jugend Deutschlands und bezweckt die Pflege und die Verbr.ituitg des Zionismus urt.r der Jugend. II. Ordentliches Mitglied kann jeder jüdische Verein wer* den und jeder Jude im Alter bis zu 3!» Jahren, d.r sich verpflichtet, den Zionismus nach Kräften zu pflegen und unter d. r jüdische» Jugend zu verbreiten. - Ausserordentliches Mitglied kamt jeder Jude werden. VII. D.r Beitrag beträgt •für a) Vereine, die dem Verbände angeboren: Ein *aut Vereinbarung nach Mnssgabe der Verhältnisse zu garantierendes Fixum. b) Einzehnitg Jeder. vierteljährlich I Mark. Mit Abonnement von UNSERE HOFFNUNG 1.50 Mark. % Anmerkung zu VII.: Ausserordentliche Mitglieder zahlen einen Mindestbeitrag von 5 Mark jährlich, wogegen UNSERE HOEENUNG geliefert wird. Arbehsprogramm des ״Herzlbundes der jüdischen Jugend Deutschlands״. Der Herzibund der jüdischen Jugend Deutschlands will den Zionismus unter der jüdischen Jugend Deutschlands vet breiten und bei seinen Mitgliedern festigen und stärken Per Herz!־ bund will dalim wirken, dass die jüdische Jugend sich positives jüdisches Wisse-״ erwirbt. Per Hczribund hat sich daher io’* «ende Aufgab.11 als Z׳el gesetzt: