Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- X (1905)
- Issue
- Heft 39 (29.9.1905)
- Date
- 1905-09-29
- Page
- – (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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No. 39 , JÜDISCHE RUNDSCHAU Seite 501 Beiträge und durch Sammlungen in ihrem Wirkungskreise unterstützen zu wollen. : Zur Annahme der Beitrüge ist das Bankhaus Sichert Ss. Alexander in Memel bereit Memel (Ostpreussen). im September 1905. Alexander, Kommerzienrat: Joseph Abclmann: Tobias Abeimann; S. Ch. Bernstein: M. Bcrlow.tz: Max Cohn: Moritz Cohn: Wilhelm Cohn: E׳scnstädt: Dr. med. Hurwitz: O. Hurwitz: Jakobsohn Mais.ls. Rechtsanwalt: George Marx. Kö-!!igsberg. Bankdircktor: Dr. med. Pindikowski; V. Rosenberg: ti. Roscnfeld; Wasbutzky: D. L. WoKsohn: Lion Scheinhaus; Rabbiner Dr. J. Stein: Wechselmaiui. Landgcnchtsrat. —I Aus der Beweguijg ן— Berlin. Am Donnerstag, dem 5. Oktober, abends 8:t< Uhr, findet »n dem Rosen t Italer Hof. Roscn'Jiaicrstr. 11/12, IHingang durch den (1arten), die Fortsetzung der Bcrichtver- Sammlung über den VII. Kongress statt. Das einleitend. Referat hält Rechtsanwalt Dr. Ariuur H a 111 k e. Berlncr Zionistische Verelnigang Berlin. Am Donnerstag, dem 21. September, erstattete in einer über 300 Personen besuchten Versammlung der ..Berliner Zionistischen Vereinigung‘* Dr. Henrich Loewe, den Bencht über den VII. Kor.gress. Der Referent stellte sich in >e ::cm klaren begeisterten Vortrag.־ durchaus auf den Sund- :׳:: kt der Kongrtssbeschlüsse. die er nach deri verschiedensten kiclitimgcn hin begründete. Ais Gegner d.r Kongressbeschliisse trat Dr. Klee, der durch Krankhc t verhindert war. am Kongress teiizunehmen. in!ängeren Ausführungen Dr. Loewe entgegen. Er verteidigte die Stdlungnahme der ..politischen‘‘ Z:on:sten und erklärte. ״Gewehr b.i Euss" die weitere Tätigkeit der Organ sation abwarten zu wollen. (Inwieweit das Letztere auch der Standpunkt der ״politischen” Zionisten ist. \>urde nicht recht ersichtl.ch. zumal tatsächlich, eine Reihe i :derer ״polii׳scher" Zionisten ihre Arbeit für die Zionistische Organisat.on in erfreulichster Weise fortsetzen.) Dr. Citrou 'erlas einen Teil der letzten Zar.gwiLschen Rede und knüpfte daran über das angeblich provokatorische Auftreten der Zione- Zon vor und au. dem Kongress einige Ausführungen, die von häufigen Zwischenru.cn und Missfalieiiskundgebuiigcn unter-!rochen wurden. Ent (vorher bereits einmal abgelehnter) Antrag auf V e r t a g u 1t g. wurde schliesslich um! Uhr nachts »!•genommen, so dass die Diskussion in der nächsten W oche fortgesetzt werden wird. — Die von dem Referenten vorgeschlagencn Resolutionen haben folgenden Wortlaut: -1• Die Berliner Zionisten stellen fest, dass der VII. Kongress m strenger W ahrung der Grundsätze des politischen Zionismus, wie sie im Baseler Programm rdedergelegt s nd. die Schaffung tuier öffentlich-rechtlich gesicherten Heimstätte für das Jüdische 'olk in Palästina als den einzigen Zweck des Z-onismus festgehalt.n hat. Sic sind entschlossen, die Beschlüsse des Kongrosses auf das Genaueste durchzuführen. —!1. Die Berliner Zionisten sprechen dem Aktions-Komitee ihr volles Vertrauen a1׳s.‘‘ Köilgsberg. Am 16. d. M. veranstaltet unsere Ortsgruppe l״I. grossen Saal des Artushots eine öffentliche Versammlung. »;•״ welcher unsere Delegierten über den VII. Kongress Be- [icht erstatteten. Herr Dr. Hoppe erörterte unter Dar- Leung der einzelnen Parteiprogramme eingehend die gefasstem ILso.iIiissc und Herr Dr. Pelz gab im Anschluss hieran einen k:n beobachteten Stimmungsbericht. Beide Delegierten stell- Lu sich im Wesentlichen auf den Boden der Zione-Zion. Von c״!er Resolution wurde einstweilen Abstand genommen. Hamburg. Die Hamburger Zionisten treffen sich nach wie \<>r an jedem Sonnabend Abend im Cafe OtL Hamburg. Auch hier hat sich, ähnlich wie in Stettin, die zionistische Jugend zu eifriger Agitationsarbeit zusammeaißvtan. Nachdem schon im Erühiahr allgemeine Diskussionsaüende über indische Fragen abgehaltcn waren, hat sich nunkwr 111 engster Fühlung und unter dem Protektorate unserer Ortsgruppe ein ״Comitee zur Veranstaltung jung-jüdischer Aiiende” gebildet, das es sich zur Aufgabe gemacht hat, den Zionismus, vor allem unter d.r Jugend zu propagieren. In regelmässigen Vortragsabenden, an denen Freund und Feind oelegcnhcit geboten wird, ihre Meinung frei zu äussern. wird ״er Zionismus von den verschiedensten Seiten beleuchtet. Bis- "tr sprachen: cand. med. Unna über -den 7. Zionistcn-Kon- *ress”, cand. jur. Nathan über ..die jüdische Nation", cand. 1M. S c 1 i g m a n 11 über -Berufs- und KrwerbsverhäHuisse *'<־ Juden”, cand. iur. Hirsch über -Oabricl Riesser und Ahses Hess”, cand. iur. Levicn über ״Ddie Bedeutung des 3״seier Programms”. Die recht gut besuchten Abende, von denen auch die hiesigen Tageszeitungen rceJmäss.g Notiz nehmen, erfreuen sich allgemein grosser Beliebtheit und haben bereits einen schönen Erfolg zu verzeichnen. Denn schon mehrere -grundsätzhehe Gegner” wurden dem Zionismus ge~ xvonn.11. — Auch wir können nur den Wunsch auss׳•. dass man in anderen Orten unseren Beispielen iolgv Köln. Die Kölner Delegierten des VII. Zionlstti’kon»;-- erstatteten letzten Samstag Bericht über den Verlauf des- Kongresses. Herr van Clcef referierte über die gefassten Beschlüsse und tadelte die Annahme der Resolution, dass nunmehr d.e zionistische Arbeit lediglich auf Palästina und die Nebenlander beschränkt bleiben und jedes andere nichtpalästincnsisch.: Projekt. — weder als Mittel noch als Zxy.ck von den Zionisten beachtet w׳crden soll. Die Ergebnisse des Kongresses sind ausschliessl.ch negativer Art: das einzig Positive ist die Wahl des neuen Präsidenten David \V o l f f ־ sohn, dem Redner volles Vertrauen entgegenbringt. Herr Rechtsanwalt W׳ c y I - Düsseldorf gab ein glänzendes und charaktcrist.sclns fJild der verschiedenen auf dem Kongresse vertretenen Parteien, schilderte die Stimmung der Delegierten und d.r Giiste. behandelte die Fragen der Zione-Zion. Territorial sten. politischen und sozialistisch. Zionisten in eingehender und anschaulich:r Weise und — obschon selbst zu •den politischen. Zionisten sich zählend —• würdigte er in objektivster Form die anderen Richtungen und erkannte ihre Berechtigung an. Herr Dr. Bodenheimer erklärte, dass er der auf dem Korrgiesse vertrete» gewesenen Minorität nicht uniTeundiich gegeiiiiberstehe und hä!; die Annahme der Resolution Ussischkin iiir einen taktischen Fehler, der dazu beitrug, övn Kongress zn spalten: üc Diskussion über Ostafrika war zwecklos und imfruchtbar. leider konnte man gegen den Ussischkinscii.,1 Biock nichts ausrichten. Bemerke! swert und traurig se:i cs sagte Redner. — dass an dem Todestag Hcrzls seine er- 1. r.er.stui Gegner an die Spitze der Bewegung traten und Lss schkin, der Herzl seit 7 Jahren stets bekämpfte, nunmehr tonangebend im Zionismus sei. Unsere Arbeit, die wir nach wie vor weiter freudig erfüllen, muss darauf gerichtet sen, zum nächsten Kongress eine Majorität zu schaffen, die die Beschlüsse des VH. Kongresses umstösst. — Eine Resolution im Sinne der Referenten sollte zur Annahme gelangen.•es wurde jedoch, auf Antrag Gold reich beschloss». d־.e Fortsetzung der Dskussiou aut die nächste Versammlung zu \ erlegen, damit auch die Mermg der mit den Beschlüssen des Kongresses Zufriedenen zu Worte komme und möglicherweise auch eine anderslautende Resolution Annahme fir.de. Strassburg. Motive zur Strassburger Resolution, jaesiniiungsgeiiosse Simon Weil. mein Mitaroeitcr im neuen Vorstände der Ortsgruppe Strassbtfrg. hat cs als riitziich erachtet, in sh item Li No. 35 der RUNDSCHAU verurteiltl.vhten Auisatz, en passant, die von mir inspirierte und von der Major,tat des Vorstandes des Strassburger Vereins in No. 37 der RUNDSCHAU publizierte Resolution zu kritisieren, beinahe hätte ich gesagt -- zu ironisiere,1. Die Aushliirungen W'eils hätten sicherlich an ihrem inneren Wert nur gewonnen, ohne jene gegen di. Majorität des Vorstandes zugespitzt: ״Entree cn nu'tiere“. Herr Weil meint, dass wir nur das ausgesprochen!lütten, ״was eigentlich selbstverständlich ist. nämlich unsere Unterordnung unter die Leitung und unseren Gehorsam den Kongress-Beschlüssen”. Trotzdem dieser Satz nicht das Wesen der Resolut on bildet, so erscheint mir dessen Inhalt angesichts der ..Erregung" resp. Empörung der ..Deutschen" .nicht ohne besondere Bedeutung. Nach den mechanisch hergestellten, in Hamburg redigierten ..Protestresolutionen", verdient eine selbständige, frei von moralischem Druck, abgefasste Resolution mindestens ebenso gut w!c die Pos.ner Stimme gehört zu sein. Herr Weil meint, wir wären in unserer ..Treue" doch etwas zu weit gegangen“. Uin so besser .... Bei de״ ..schwer zu tadelnden Vcrstüssen gegen die Disziplin der xorstände. welche Resolutionen den Versammlungen zur Annähme empfehlen, d'e direkt das Gegenteil von dem sagen, was der VII. Kongress bestimmt hat‘‘ (Herr Weil meint .zweifelsohne die politischen Vorstände), din bisschen zu viel I reue kann nur ,.anti" w irken. Die Agitation von Dr. K a I m n s und Konsorten kann nur Unheil säen und hat es teilweise herclts getan. Um nicht von der ״Gesetzwidrigkeit" seines Vorg.licns zu sprechen, macht seine Aktion jede positive frucltttragende^ Arbeit der Ortsgruppen unmöglich. Es wurde an dieser Stelle von Berufenen und Unherufeucu betont, ״was eigentlich ganz selbstverständlich ist", nämlich, dass die hohe Folit.k nicht Sache der Ortsgruppen ist; jeder von uns mag theoretisch denken wie er will, praktisch muss er als Teil eines Organismus nach einer bestimmten von oben gegebenen Direktive wirken: ״Wir. politische Zlonistch/־ sagt Weil, "haben vorläufig gar,nichts anderes zu tun als unsere Hauptidcc. den Zionsgcdankcii zu propagieren, und iiir unsere iimmzicllcn Institutionen zu agitieren und zu sammeln".