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Jüdische Rundschau · 1905-09-29 · Heft 39 (29.9.1905) · page 9

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
X (1905)
Issue
Heft 39 (29.9.1905)
Date
1905-09-29
Page
– (sequence 9)
Language
German
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No. 39 JÜDISCHE RUNDSCHAU Seite 497 2. Das leitende Komitee ernennt in Uen einzelnen Ortsgruppen Vertrauensmänner, mit denen ein regelmassiger Verkehr stattfindet. Jeder Vertrauensmann hat eine Liste der politischen Ziomsten seiner Gruppe anzitiegen; die Liste ist vierteljährlich zu ergänzen. Für die Vertrauensmänner soll eine Instruktion ausgearbeitet werden. Die Ausarbeitung übernimmt Rechtsanwalt Gronemann. 3. Die Vertraucnsmüiincrversammhmg wühlt 'das •leiteude Komitee, das von einem Kongress bis zum nächsten zu fungieren hat. Es bestellt aus 5 ordentlichen Mitgliedern (z. Z. Dr. Kalmus-Hamburg, Dr. Citron-Berün, Rechtsanwalt Gronemann-Hannovcr, Dr. Jeremias, Rechtsanwalt Kollenscher- Posen und Dr; Simonsou-Berlin, letzterem als Stellvertreter) md hat unbeschranktes Cooptationsrecht. -1. Die Regelung der Finanzlage bleibt einer späteren Konferenz Vorbehalten, da für die ersten Arbeiten genügende .Mittel zur Verfügung stehen. Die sieb anschliessende Pressdebatte ergab die Annahme folgender Anträge: 1. Es ist der Antrag auf Einberufung einer Generafversammhmg der E. G. m. b. H. JÜDISCHE RUNDSCHAU beim Vorstand derselben zu steilen. 2. In der Zentralknmuecsitzung soll auf die Neuwahl eines anders zusammengesetzten Pressausschusses hiugcwirkt werden. Einen breiten Raum nahm die F'rage ein, ob und in welcher Weise die Mitglieder des Verbands sich au der allgemein zionistische« Propaganda rach aussen beteiligen sollen, resp. ob sic bei ihrer Auffassung vom Wesen der zionistischen Bewegung überhaupt zur Zeit agitieren können. Ein bindende-r Beschluss wurde nicht gefasst, es kam aber der - Wunsch deutlich zum Ausdruck, dass der Hauptnachdruck auf die aufklärende Tätigkeit Innerhalb der Ortsgruppen zu legen sei. Rechtsanwalt Groncman 11 übernimmt die Ausarbeitung euer Broschüre tmJ eines Flugblatts, das die in Basel angcnommemn Leitsätze behandeln soll. Diese Leitsätze lauten: Der siebente Kongress hat unter dem Zeichen einer einseitgen ParteibiWung getagt und uns das bedauerliche Ergeh ns gebracht, dass die Richtung derjenigen Politik, die Theodor Hcrzl bis zum Schlüsse vertret e n hat, verlassen ist. Dadurch ist die Notwendigkeit eines engan Zusammen- Schlusses aller derjenigen innerhalb der Gesamt- Organisation geboten, die den politischen Charäkter unserer Bewegung gewahrt wiss.11 wollen. Folgende Grundsätze einigen uns: Palästina ist und bleibt uns das unverrückbare Ziel des Zionismus. Als Mittel zur Erreichung dieses Zieles, dem wir mit allen politischen Mitteln zustreben, halten wir eine nationale autonome Sicdelung auch auf einem ausserhalb Palästinas gel.gemm Gebiete für zweckdienlich und deshalb im Rahmen des Baseler Programmes gelegen. Vor der Erlangung rechtlicher Sicherung durch die In s t i t u t i o 11 e 11 des Zionismus sind wir gegen Jede Förderung der Emigration dorthin. Wir befürworten Jedoch alle technischen und wissenschaftlichen Vorarbeiten Jur eine spätere öffentl-ch-rechtlich gesicherte Kolonisation. Zu den Fragen der Palästina-Politik und der Besiedelung eims autonomen Territoriums ausserlialb Palästinas wird hi längerer Aussprache Stellung genommen, die (folgendes ergibt: 1. Die Arbeit um Palästina datfi lediglich eine E r 10 ז - schungsarbeit sein und unter keinen Bedingungen vor Erreichung öffentlich-rechtlicher Sicherung zu einer Kolonisationstütigkeit werden. Landkäufe sind auszuschliesscn. solange nicht die In- •stitutionen des Zionismus als itn Grundbuch einzutragende Eigentümer diese Käufe vornehmen können. ■ II. Es wird folgende Resolution beschlossen: (s. auch oben Leitsätze): Das leitende Komitee des Verbandes politlscher Zionisten Deutschlands erklärt: Palästina ist und bleibt uns das unverrückbare Ziel des Zionismus. Als Mittel zur Erreichung dieses Zieles, dem wir mit allen politischen Mitteln zustreben, halten wir eine nationale autonome Sicdelung auch auf e:netn ausserhalb Palästinas gelegenst! Gebiete für zweckdienlich und deshalb im Rahmcji des Baseler Programms - gelegen. Das Komitee dankt daher Mr. Za ng will für seine n a cji dem Kongress in diesem Sinne entfaltete Tätigkeit und die dadurch dem Zionismus i rwicsc iten D f c 11 s te. Diese Resolution ist Mr. Za igwill telegraphisch zu übermittein. Eins zweite Sitzung c'cs Komitees wird für Ende Oktober in Aussicht genommen. « Dieser Bericht war begleitet von folge׳;- dem Schreiben: (Dr. J. Citron.) Berln NW. 23, den 26. Scpt. 1905. Lessingstr. 10. Verband politischer Zionisten Deutschlands. An die Redaktion der Jüdischen Rundschau S.-lir geehrt.r Herr Redakteur! Hier. Anbei erhalten Sie das offizielle Protokoll der 1. Sitzung des leitenden Komitees des Verbands poitischer Zionisten Deutschlands. Da diesem Verband sich schoi: jetzt die Mehrheit der deutschen Zionisten angcschlossen hat und dieser Vcrband bestimmt ist. die zukünftige Richtung inncrlulb der deutsehen Landesorganisatiou zu bestimmen, so dürite dieses Protokoll das grösste Interesse aller deutschen Zionisten jedweder Parteistellung erwecken. Wir erwart;!! daher die umgehende und selbstverständlich ur.verstümir.cltc Wiedergabe in der ״Jüdischen Rundschau". Auf Grurd (irüherer Erfahrungen sehen wir uns ferner genötigt, unserer Erwartung Ausdruck zu geben, dass Vor-, Rand-, Neben- und Schlussbemerkungen bei dieser Gelegenheit unterbleiben mögeb *La sie das Niveau unseres Parteiblattes herab würdigen. Freudig begrüssen wir dagegen selbstverständlich, wenn die Herren Redakteure als Privatpersonen Stellung zu unserem Programm nehmen. Inden! ich Sie meiner ausgezeichneten Wertschätzung versichere, verbleibe ich . ' Ihr sehr ergebener LA.: Jul. Citron. ׳ * Wir hätten keine Veranlassung genommen, an diesen Berieht irgendwelche Bemerkung zu knüpfen, da wir zu dem neuen Verbände ja bereits Stellung genommen haben. Aber das Schreiben des Herrn Dr. Citron zwingt uns zu• bemerktn, dass wir uns gegen jeden Versuch einer Einschränkung unserer Rechte energisch verwahren. ״Vor-, Rand-, Neben- und Schlussbcmerkuiigen" zu einem Artikel zu machen, wenn sie es für notwendig trachtet, ist das gute Recht einer jeden Redaktion, und erst recht der unseres Partciblattes. die Artikel verschiedenster Richtung aus Loyalität aufnelimen muss. Dalr.־i den richtigen Rahmen in ne. zu halten, muss der Redaktion überlassen bleiben, und wir lehnen es — so lange nun einmal wir die Redaktion s nd — durchaus ab’, von Herrn Dr. Citron, oder wem immer sonst, Belehrungen darüber entgegen zu nehmen, was unseres Parteiblattes würdig ist, und was nicht. Dahingegen bedarf der ׳ Schreiber des obigen Briefes offenbar noch der Belehrung, dass, wenn er sich an irgendeine Redaktion wendet, ein anderer Ton als der von ihan beliebte angemessen wäre, und dass er die ״Redakteure als ▼

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