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Jüdische Rundschau · 1905-09-22 · Heft 38 (22.9.1905) · page 15

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
X (1905)
Issue
Heft 38 (22.9.1905)
Date
1905-09-22
Page
– (sequence 15)
Language
German
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No. 38 JÜDISCHE RUNDSCHAU Seite 480 zahlreiche Mitglieder. auch einige Nichtmitglieder. beteiligten sich an der Materialicn-Samntlung. Nationaliond-SDCrdcn kanten iast 400 Mark auf. dreimal soviel wie int Vorjahre; ausserdem iür Marken und Telegramme 30 Mark. Für die Hcrzl-S’tiftung wurden 416 Mark gesammelt. Die Gesamtbilanz der Ortsgruppe erreicht in Einnahmen und Ausgaben die ansehnliche Ziffer von JSS7 Mark. Der Sanitnelbcztig der RUNDSCHAU weist eine stetig steigende Zahl von Abonnenten auf. Die im Vorjahre von der Ortsgruppe begründete Jüdische Lesehalle Wedelte mit dem 1. November in grössere und besser ge’egcne Räumlichkeiten über und ist seitdem tägl clt geöffnet. Es ist gelungen, ausserhalb d:r Gruppe zahlreiche Gönner dem Unternehmen zu gewinnen und damit die finanzielle Last erheblich zu erleichtern: die Verwaltung verblieb in den Händen des < trtseruDDcn-Vorstandes. 20 iiidische Zeitungen und Ze tschrif 1.11 lagen ständig auf; die Leihbibliothek w:*cl־.s vt»! 230 au." ס׳ Bande; mit am meisten begehrt war die fast lückenlos vorhandene zionistische Literatur. Die Gesamtziücr der Beaicher erre eilte in den ersten 10 Monaten die Summe ^von 2150. *— Am Dclcgiertcntag wie am Kongress nahmen 2 Mitglieder der Ortsgruppe teil. Zwei Vorträge, d e der Ortsgruppe gehalten waren, wurden durch Massenvcr- 1 :eitniig in Broscliürcnform der Öffentlichkeit zugänglich gcmacht und fanden starken Absatz. — Dem Turnverein, d.n Zwtjggruppen der Alliance und• des H i I i s v e r e 1115 widmete die Ortsgruppe inoffiziell lebhaftes Interesse und bcnutzte jede Gelegenheit, um hier im Sinne modernen Judentums 1' niluss zu gewinnen. Der K u! 111 s g e m e i!1 d c und ihren -uigaben galt eine öffentliche Versammlung; die \״r 2 Jahicn l ei den Rcpräscntantcuwahlen den Vertretern der Ortsgruppe /:;gesagte OffcnViclikcit der Sitzung.n wurde endlich im IY׳!zip beschlossen. — Alles in allem, ein Bild!1 tensiveu Lebens 11׳ Cer Ortsgruppe: allerdings mehr ein Wirken in die Tiefe, als lli.tia’tuag :n die Breite, die nun einmal bei den Verhältnissen in Deutschland und besonders ini deutschen Osten den grössten Scliw ierigke ten begegnet. Im Anschluss daran brachte der 1 ersitzende die Angriffe auf Grunpe urd GruppcnVcrbauי ׳גי *׳ zur Spraclic und legte namens des Vorstandes eine Protesterkläruug vor. die nach kurzer Debatte einstimmig angenommen "urde. In den weiteren Verhandlungen wurde insbesondere eine Ausgestaltung der Diskussionsabende gewünscht und iür diese c:nc besondere Kommission, bestehend aus den Haren Dr. Koücnschcr. Moritz Xcumark und Refer;11Jar Königsberger gcwählL Der bisherige Vorstand wurde entlastet und w itdergewählt. Strassburg I. Eis. Am. 14. September fand im Kaffee Stahl e ue Mitgliederversammlung des Zionistischen Vereins statt mit der Tagesordnung: Die Jüdische Frau und der Zionisums. Referent Dr. Ca leb. -- Sharebücher und Kolonialbank. — Eventualia. Freiburß L B« IS. September. Gestern Abend sprach der Redakteur des Haschiloach. Dr. J o s e i K 1 a u s 11 c r-Warschau. der sich zur Erholung hier aufliült. in der hiesigen Ortsgruppe ober ״Die neuhebräische Literatur im J9. Jahrhundert־‘. In zwctsulr.digcm fesse'iulem Vortrage skizzierte er die Zeit-1 Strömungen und Ideenkreise, in denen sicii die hebräisch כ i.iteratur nach ihrer Renaissance bewegt, stelle er uns die tolirend;n Personen vor Augen, und das a'fes. bei dem reichen Material und der knappen Darstellung‘form klar und schiri n;;1 rissen und in schlichter aber eindrucksvoller Sprache. Es war ein seltener Genuss, einen Vortrag zu hören, der so. wie ׳' •ser. wissenschaftlich und zugleich allgemein verständlich gehalten war. objektiv und dabei alles verinnerlicht, der so a len Einzelerscheinungen ihren Platz in der Gesamtentwicklung lauest und der den Hörer tiir de;1 Gegenstand so cinzunchmcn *'• eiss. Wir sind Di. Klausner sehr Dank verpilielitct und bedauern, ihn nicht öfters hören zu können. Nürnberg-Fürth. Nachdem am 26. August der Vorsitzende >!׳-r Gruppe Dr. Bio c de in mehrstiind gern ausfiihrl chetn Referat über den Kongress berichtet und seinen Standpunkt als dem des Kongresses entsprechend gekennzeichnet hatte, fand ״ne Woche später eine intimere Besprechung statt und aent läge darauf folgte das Referat des Herrn Dr. R o s e n b 1 ü 111 -.Stellungnahme zum VII. Kongress". Die von ihm ciiigcbrachte Resolution, welche gegen eine Minororitüt. darunter der Vois tzende. nach ausführlicher Diskussion angenommen wurd*־. biitct:' "Die zionistische Ortsgruppe Nürnberg-Furt!! drückt ü'r lebhaftes Bedauern aus über den Beschluss des VII. Kongiesjcs, von jeder Kolonisation ausserhalb 'Palästinas und :•ebenländcrn abzuschen. Die Ortsgruppe steht aut dem Standmaikt dass bei der gegenwärtigen Lage des jüdischen Volkes we ökonomischen Fragen das Le tmotiv der z on'st sehen Tätigl>eit bilden müssen. Historische und kulturelle Fragen dürfen «lesen gegenüber mir von sekundärer Bedeutung sein. Die Ortsgruppe bedauert diesen Beschluss umsomehr, als derselbe geeignet ist. den Ansehen zu erwecken, als ob cs der z onistisehen Organisation weniger um Kolonisation, als vielmehr um Agitation zu tun sei. Die Ortsgruppe gibt sich indes der Hofinung hin, dass es e'nem späteren Kongress noch gelingen werde eine Aenderung dieses Beschlusses herbeizuführen.*‘ Regensburg. Die Regensburger Zionistische Vereinigung hatte ihre Mitgl eder zu einer Versammlung auf den 16. d. M. eingeladei, in welcher die Herren Alois Natzlcr und Julius S t r a u s s Bericht über den 7. Kongress erstatteten. Der starke Besuch bewies in glänzender Weis? das rege Interesse, wc>- ches die Mitglieder den Vorgängen auf dem letzten Kongresse entgegenbrachten. Nachdem der I. Vorstand de Versäumtlung in warmen Worten begriisst hatte, erhielt Herr Ao.s Natzler. unser verehrter Sehr ftiiihrer, das Wort zu seinem Referate. Er gab in anschaulicher, lebendiger Weise ein Bild des Kongcsscs und das Auditorium folgte mit gespannter Aufrnerksamkeit den Ausführungen des Redners. Reicher Beifall belohnte zum Schlüsse den formvollendeten Vortrag. Sodann zeichnete Herr Juius Strauss in trefflicher Charakteristik de einzelnen Parteischatticrungen auf dem Kongresse und bekannte sich zum Schlüsse a's zur Gruppe des ..politischen Zionismus־‘ gehörig. Da auch sämtliche anwesende Mitglieder den glc'chen Standpunkt vertraten, schlug Herr Strauss folgende Resolution vor, w elche zur e i n s t i m 1r! 1 g c n Annahme gelangte, f» e Resolution lautete: ״I. Die Regensburger Zipnisbsche Vcreinigung steht mit der Mehrheit der deutschen Ortsgruppen n.'Cht auf dem Standpunkte der Zioite-Zio.; 2. der Zionismus ist n; c 111 allein aus nationalen, sondern auch aus Ökonomischcn Motiven entstanden; 3. die Rcgensbruger Zionistische Vereinigung hält Ansiedelungen auf autonomer Grundlage ausser Palästina und den Nachbarländern mit dem Basler Programm tur wohl vereinbar und erblickt darin c'n Mittel von eminenter Bedeutung, um unserem Endziel Palästina näher zu kommen.“ * * Aus Posen erhalten wir folgendes Schreiben: Zfon!stlschc Ortsgruppe Posen Erklärung Die Ortsgruppe Pos;n bat in ihrer j'üngstcn Sitzung ein• stmimig — bei einer Stimmenthaltung — beschlossen, folgende Erklärung zu erlassen: In der letzten Nummer der RUNDSCHAU hält es Herr Eljaqu m tiir angebracht d e Tätigkeit der Ortsgruppe und des Distriktsverbandes Posen herabzusetzen. Für den letzteren verweisen wir auf den offiziellen Bericht des C. B., in dem die Arbeit gerade unseres Gruppcitverbandes rfilimaid hervorgehoben wird. Was speziell die Tätigkeit der Posencr Orts• gruppe anbetrifft, d e überhaupt erst nach dem VI. Kongress ins Leben trat, so können wär uns begnügen, auf den in dieser Nummer publizierten Jahresbericht aufmerksam zu machen. Danach müssen wir die uns verletzende Kritik entschieden zurück weisen und geben unserer Verwunderung und unserem Bedauern Ausdruck, dass die Redaktion unseres Organs, in Unkenntnis der ausserordentlichen Schwierigkeiten unserer Arbeit im Osten, vom grünen Tisch aus cs wagen darf, eine tadelnde Kritik zu üben, wo die deutsche Zentrale vor dem Dclegicrtcntage und in der zionistischen Öffentlichkeit ihre volle Zufriedenheit ausgesprochen hat. Solche ganz unbegründeten und zwecklosen Herabwürdigungen, noch dazu in einer Zeit, da innerhalb der Bewegung ohnedies Zündstoff genug angehüuit ist, können nur verbitternd und entmutigend wirken. Wir gehen uns der Hoifnung lm. dass das C.C. Mittel und Wege finden wird, diese eigenmächtige Kritik im offiziellen Organ entweder ganz abzustellen oder mindestens mit den besseren Informationen der Centrale in Einklang zu bringen. LA.: D r. J e rem ias. * Zu dieser Erklärung bemerkt unser EI i ג q ו tn: Es ist unrichtig, dass ich beabsichtigt habe, die ..Tätigkeit der Ortsgruppe herabzusetzen‘‘. dass ich ״eine verletzende Kritik“ und ״zwecklose und unbegründete Herabwürdigung‘‘ getrieben habe. Für die Leser der RUNDSCHAU ist es kein Geheimnis, wer Eiiftqftn ist. Ich habe das Recht, die Tätigkeit i * #y־f w ■ייי

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