Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- X (1905)
- Issue
- Heft 37 (15.9.1905)
- Date
- 1905-09-15
- Page
- – (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
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•Seite 47Ö JÜDISCHE RUNDSCHAU No.. 37 Bodhncr über den VII. Baseler Kongress referiert und mit der, Verlesung der Berichte über den Kongress begonnen: diese soll in der nächst?» Versammlung weter geführt worden. Auch wurde beschlossen,, den Bestrebungen der pu|i*ischm< Zionisten sich anzusehlicssen. namentlich der von Herrn Dr. Jeremias-Posen auf dem Kongress abgcgcKiten Erklärung die Zustimmung zu geben. Mülhausen, den 3. September. In seiner heutigen Ver- Sammlung bat der hiesige Verein ״Zion" die nachfolgende R> soiution nahezu einstimmig gefasst: ..Der Verein ״Zion" in Mülhausen bedauert, dass der VII. Kongress jede kolonisatorische Tätigkeit ausserhalb Palästinas und seiner nächs'en Nachbarifindern abgelehnt hat. und stellt iolgcnde Grundsätze auf: Der Zionismus hat neben den nationalen auch ökonomische Motive: seine Aufgabe besteht eicht nur darin. Palästina für das Jüdische Volk witderzugew m׳en: er hat auch für die Hebung der Judeunot zu sorgen. Solange der Zionismus chic öffentlich-rechtlich gesicherte Heimstätte in Palästina nickt schaffen kann, muss er t'iir di. Schaffung einer Solchen ausserhalb Palästinas eintrcten. Pr erhält dadurch ein Maclr.mittel von auinei.ter Bedeutung, um sein Endziel zu erreiche:!, er steuert auch, soweit es ausserhalb Palästinas möglich ist. dem jüdischen .Massenelend. Per Verain Zion g*!bt der Erwartung Ausdruck, dass diese Grundsätze, die den nationalen und ökonomischen Bedürfnissen der Juden Rechnung tragen, dem nächsten Kongress zur Richtschnur d.cu-n werd.ii." Strassburg. In seiner Sitzung vom 3. September hat der Vorstand des Ziomstisciieu Veicns folge:;Je Resolution gefasst: ״Der Vorstand des Zionistischen Vereins Strasslmrg erklärt im Sinne des Baseler P r o g r a n. m s treu zu arbeit.n und sich in jeder Beziehung der obersten Leitung zu unterstimmten: Dr. Caleb. math. Bloch. Edg. :arzt Haussmann und werten. Er ist gegen jede parteipolit-schc Agitation innerhalb der Ortsgruppen." Eür die Resolut!(•: Em. Bickhardt, Sigm. Bickhardt. st«. Dreyfuss; gegen die Resolution: Za!■ cand. jur. Weil. Strassburg. In der Generalversammlung der hiesigen Zionistischen Ortsgruppe am 2. Sept.inber. d(e trotz der Ferien ziemlich beusclit war. referierter zuerst die Herren Dr. C a I e b und Emil Bickhardt über den VII. Kongress. Während ersterer in eiustfiudiger Rede besonders tatsächlich berichtete, ohne auf irgend Wne Kritik der BcscTüsse einziig.lteii. daneben auch treffend die Leiter unserer Bewegung skizzierte, schilderte letzterer in anschaulicher Weise persönliche Eindrücke vom Kongress. Hierauf gab Zahnarzt Haussmann zuerst im allgemeinen, und dann in spezeilen Mittel und Wege an zur Agitation und Propagierung unserer Ideen hier in Strass bürg. Darunter ist besonders hervorzuhcDen, dass die JÜDISCHE RINDSCHAU vom 1. Oktober von sämtlichen Mitgliedern bezogen und ausserdem noch in 12 h i c s i g e n L o k a I e n aufgelegt werden soll. Ferner sollen diesen Winter neben Diskussionsabenden (alle M Tage) 3 auswärtige Redner in öffentliche n Pro p a g a n d a ־ V e r s a m m I u n g e n sprechen. Der Verkauf von Share-Büchern uik! die Sammlung für Nationalfonds soll wieder energisch betrieben werden. Der Vorstand setzt sich folgendermassen zusammen: Dr. R. Calcb (Vorsitzerder). Emil Bickhardt. Zahnarzt Haussmann. cand. jur. S. Weil. Ernest Meyer. Edg D r e y 1 u s s. Zahnarzt Oppenheimer. S i g m. Bickhar dt, stud. M. Bloch. Ein Vertrauens-Telegramm an Wolifsohn. durch Nationalfondspend״ abzulöseit. wurde beschlossen. Gleiwltz, den 27. August 1905. Die zum Cberscldeslschen Gruppenverbandstag versammelten Vertreter der Ortsgruppen Gleiwitz. Zabrze. Ratibor. Gross-Strehiitz und Tartmwitz haben erstens zur Kenntnis genommen, da« Herr R.-A. Wunderlieh-Oppeln der J. T. 0. (Jiidisch-Territorialistisehe Organisatm:!) als Direktionsmitglicd angehört und sich somit nicht weiter an der Zionistischen Organisation beteiligen will und kann; sprechen zweitens auf Grund eines ihnen von R.-A. Wimd.rlicb erstatteten Berichtes ihre Meinung dahin aus. dass die Nichterwähnung der in Basel erfolgten Sezession Her Delegierten nicht unbedenklich ist: erklären drittens, dass der Name ״V e r b a n d der p 01 itischen Zionisten Deutschlands (JÜDISCHE RUNDSCHAU, No. 3-1. vom 25. August 1905. S. •125) ge.ignet ist, verwirrend und schädigend zu wirken; und viertens, dass die Mitarbeit recht vieler auch Nicht-Berliner Zionisten an der JÜDISCHEN RUNDSCHAU wiinsehenswert ist, aber auch konziliantere Verkehrsfonneu dieses Organs gegen Parteigenossen angebracht wären. Hanncver. Am 5. September erstatteten in einer Ortsgruppenversammlung die beiden Delegierten Bericht über den VII. Kongress. Herr Referendar Block erläuterte und begründete ausführlich die Beschlüsse des Kongresses und bezeichnete die Ergebnisse als höchst erfreulich. Herr Rechtsunwalt Groncmaiui gab dagegen seinem Bedauern über die Beschlüsse des Kongresses Ausdruck. Auch er sei der Mei-• tiung. dass der Zioösttius nicht auf die Suche nach Territorien ausserhalb Palästinas ausgJhen soll, aber der Kongress müsse grosszügige Volkspolitik ■ treiben und dürfe daher nicht prinzipiell jede ausscrpaUistincnsische Kolonisationstätigkeit auch als Mittel ableimen. Ein Gegner der Palästinaarbeit sei er nicht, er habe für die zweite (die Palästinaarbeit betreffende) Resolution gestimmt. In der Diskussion polemisierte Herr Eisellbein gegen die Kougrcssbeschliisse. Herr Dr. Elias Auerbach (Berlin) führte aus. dass cs eine gefährliche Hinsitu s.i. anzuuehmeu. dass auf einem beliebigen Territorium Ansiedelungen geschaffen werden könnten, die einen grösseren Teil ■der osteuropäischen Auswanderer auinehrneu könnten. Er freue sich, aus der Rede des Herrn R.-A. Gronemann entimumien zu haben, dass zwischen seinen Anhängern und der Majorität des Kongresses bezüglich der••־PalästinaaTncit lediglieh die Differenz sei, dass Herr Gronemann nicht gegen, die Majorität des Kongresses für eine positive Arbeit in■ Palästina sei. •־,Eür die Beschlüsse des Kongresses traten ferner die Herren Sclmelüng und Kahn eilt In einem Schlusswort meinte Herr Referendar Block, dass der Gang d.r Verhandlungen in der Versammlung deutlich gezeigt habe, dass über die Art der praktischen Arbeit des Zionismus völlige L'ebereinsttmmung herrsche, Meinungsverschiedenheiten beständen lediglich über theoretische Eragen, eine gegenseitige Aussprache •wäre daher notwendig und würde!!öffentlich zu einer Verständigung iiihren. An Wolffsohjj wurde ein Glückwunschtelegramm abgesandt. Göttingen. Am Sonntag, den 10. Septemh.r. iard hier eine Versammlung statt, i״ der Herr Dr. Elias Auerbach über die ״moderne J u d c 11 f r a g e” sprach. Der Redner Tihrtc in bekannter meisterhafter Weise Seinen Hörern die Judcinrage des Westens und Ost.ns vor Augen und entwickelte als einzige Möglichkeit der Lösung das zionistische Programm. In der lebhaften Diskussion beteiligten sich auf zionistischer Seite die Herren Dr. Auerbach. Le \v k o n j a, sowie der als Gast unter uns weilende Dr. F j־ i e d e in a n n - W i.sbadeii u. a. Der Erfolg war der Beitritt von 21 neuen (zu den 27 bisherigen) Sehekelzahlern. Der Protestrabbiner Latte uns leider nicht mit seinem Besuche beehrt. Kommentar überflüssig! — b. Die *Rundschau“ 't muss diesmal Raummangels halber nebst einigem anderen Zurückbleiben! 5 EÜ Sprechsaal 3־ Für dJe Mittellungeh tn dieser Stelle öbernimmt die Redaktion nur die pressgesetztiche Verantwortlichkeit. Die Zuschriften müssen mit dem wahren und vollständigen Namen des Einsenders gezeichnet sein. Der ״Jüdische Volkskalender“ für 1905/06 enthält auf Seite 123 ein Inserat meiner Jüdischen Schriften, an dessen Spitze meine Person in mystisch-profetischem Stil charakterisiert wird. Mich selbst hat dieses Inserat völlig überrascht, m einen Verleger Hugo Schildberger — nach seiner Versicherung — ebenfalls. Es bleibt also nur die Annähme möglicli. dass irgend t'm ungeduldiger Schwanngeist sich zu meinem ״Impresario“ aufgeworfen und sich erdreistet hat. mich einem ״verehrliehen Publieo“ als Zirkusreiter vorzustellen. während ich tatsächlich für den Marsch nach Jerusalem stets nur Normairciter als brauchbar erklärt habe! Je schwerer dieser Marscli ist. um so gewissenhafter müssen alle krummen Marschrouten und Irrwege vermieden werden! Jahrmarkt- Reklamen mögen zum Zirkus führen — nach Zion führen sie nicht! Köln. 7. September 1905. M. de Jonge. Dr. iur. ln eigener Sache Regensburß, den 29. August!905. Als einer der Unterzeichner des bewussten Schreibens, gestatte ich mir. aui di? seitens der Redaktion der JÜDISCHEN RUNDSCHAU so prompt gegebene Antwort, das folgende zu 11. merken: Es ist nicht jedermann gegeben, eine journalistische Feder zu führen und seine Gedanken schriftstellerisch mit Note ״Eins" zmn Ausdrucke zu bringen: noch weniger wird wohl jemand י#