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Jüdische Rundschau · 1905-09-01 · Heft 35 (1.9.1905) · page 11

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
X (1905)
Issue
Heft 35 (1.9.1905)
Date
1905-09-01
Page
– (sequence 11)
Language
German
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NO. 35 JÜDISCHE RUNDSCHAU _ _ DelegiertentagVder 'deutschen Zionisten in Basel*) Um 5% Uhr eröffnet Rechtsanwalt B o d c 1111 c i m e r irti Zuufthaiis zum Safran den Delegierte »tag der Dcntschen Zioir'stcn mit einem Nachruf auf Theodor Herzl. der von der aus etwa 70-80 Personen bestehenden Versammlung stellend aiigehört wurde. Ausser den Delegierten gehören der Vor- Sammlung eine Reihe von (lüsten an die sieh grösstenteils aus Mitgliedern der Zionistischen Vereinigung für Deutschland zusammensetzen. B od c n 11 e i tu e r s Nach ruf auf den geschledenen grossen Führer in seiner Fröfiuuugsrede w.rd stehend augehört. Die Bodenhcimersche Rede war bereits in No. 32 der JÜDISCHHN RUNDSCHAU abgedruckt. Sic wird mit langanlialtcndem Beifall belohnt. Fs folgt Handtkes Referat über die Tätigkeit des Herlincr Zentralbureaus im Anscnlu.-s an den in der JUDlSCHFN RUNDSCHAU gedruckten Bericht. Um 5V» Uhr beginnt die Diskussion. Dazu liegen Antifigc vor: 1. Von der Ortsgruppe Posen: 1. den Sitz der Zentralkomitees nach Berlin zu verlegen; 2. in Badeorten mit erheblicher jiid scher Frequenz zionistische Propaganda zu entfalten: 3. d e jährlichen ordent! cltui Pdeglcrtciitage iimcrhulh des Deutschen Reiches rnfd mindestens einen Monat vor eueiu Kongress abzuhaltcn; 1. die Resolution, betreffend das Arbciisprogrannn der Ortsgruppen, erneut zur Diskussion zu stellen und zugleich dem 7. c n t r a 1 k o m i t e e d i e Miss- I) i 11 i g 1111 g darüber auszusprechen. dass d'ese Frage nicht nach dem entsprechenden Beschlüsse des Delegie!tetuages weiter bearheitet worden st. Die weiteren Anträge beziehen sich auf interne VcrwaitmigvmgcFgcr.heiteu. u. a. arbeitsunfällige Ortsgruppen als solche zu suspend eren und nur als Vereinigungeii mit einem Vertrauensmann an der Spitze fortbestehen zu lassen. — Bei den Kougresswahleu Soli schriit'ucr.e Abstimmung zulässig Sun. unter den Kautcicn der geheimen Wall! und mit der Massgahe. dass der Stimmzettel am Wahltage heim Waliileiter eingclit. — Dr. Fl as Auerbach beantrag!, den Legititnatümsaussehuss zur schärfsten Prü!u!!g derjenigen Kor.gressmandate zu veranlassen, die an Personen fibertragen worden sind, die den zu wätilenden Ortsgruppen gänzlich!entstehen. Fr weist hin auf die Art. wie die sögenamiieu südafrikanischen Wahlen zustande gekommen seien. -Dr. 11 cdn rieh Loew c beantragt im Namen der Berl.ncr Ortsgruppe, dass zum deutschen Dclegicrtcntage nur diejenigen das Wahbecnt haben sollen, de wen'gsteus durch Zah- Itmg de־.; Landesbeitrages zur Deutschen Organisation gehören. — D r. Karl - Levy - Ober-lngclhcim beantragt: I. Zur Ausführung der Beschlüsse des Kongresses möge nach Beendigung des Kongresses ein neuer Dcleglertcntag eittbcrufen werden: 2. und 3. eilige •ntern.e Massnahmen, u. a. Vermehrung der Grtippenvcrbniidc: •I. Der Delegicrteutag möge sich gegen alle Bestrebungen aussprechen, hmcrhalb der deutsehen Organisation Sonderorganisationen zu bilden. — Die Zionistische Vereinigung Leipzig beantragt einen Tar f für Auslagen an Agitationsredner, deren Fluzelhc teu im Sinne der Ausführungen Dr. Cliamizers in der JÜDISCHHN RUND- SCHAU gehalten sind. Dr. Bodenhcimer tollt namens des Bureaus mt. dass zum Permanenzaiisschuss die deutsche Landsmannschaft drei Mitglieder zu ernennen habe, doch wäre zu erwarten, dass die südafrikanische Landsmannschaft sieh wohl anstandslos der deutschen aiischlicsscn würde. Herzu bemerkt Dr. Lncwc. dass die südafrikanische Landsinr.imscnait uns gar nichts als deutsche Landsmannschaft aiigelie. d:t mögen unter sich o'nig werden, wie sie es halten wollen. Die Art ihrer Zusanimensetzung müsse der Kongress, nicht wir beurteilen. Dr. Hey man n beantragt, nur solche Anträge zu besprechen, die zehn Unterstützungen finden. Ikrthotd Deiwel beantragt, zuerst über den Antrag L c v y - Ingelheim ahzustmnueii dass nach dem Kongresse hoch en Delegicrteutag stattfinden soll, und ihm eventuell alle inneren Angelegenheiten des Delegiertentages zu überlassen. Dr. H a n d t k c stellt fest, dass cs sich liier um den Delegicrteutag. nicht um 1Lc Landsmattiischaitsstzung handelt, und dass die Pcrmaticnzaiissehusswahl in der Landsmannschaft stattfinde. B o d e n It c i in e r lehnt jede Belehrung über die Befugnisse des Delegiertentages und der Landmannscliaft ah. Qronemap beantragt die Vor- Wegberatung aller den Kongress betreffenden Gegenstände unter Zurückstellung aller anderen.. F.s wird beschlossen, sofort in die G e n e r a L d. s k u s s i o 11 einzutreten. *)Wir geben in obigem unser» Bericht über den Deutschen pclegicrtentag wieder, den wir vorher miserin Zentralorgan in W.'en zur Verfügung gestellt hatten. Dr. Moses- Mannheim: Wir haben 1SUU Mark von den Schekelgeldcn! zurückbehalten. Wir müssen aber das A.-K. tut einem bcstinnntui Budget ausstatten. denn diese Zurück■ l'chaltung für die Landsmannschaft sei die aüerschwerste Schädigung der Bewegung, wozu in Deutschland jede Veranlassung fehlt. Die deutsche Landsmannschaft möge einen Antrag stellen, dass alle Schekel ausnahmslos an das Aktionskomitce abgvführt werden, mit Abzug der Spesen, wovon nur das grosse Aktionskomitee entbinden dürfe. Von Schachtel-Breslau wird ein Aufruf an die schlesischen Juden vorgelegt und zur Nachahmung empfohlen, der. von der Fmigrationsfrage ausgehend, de Kolonisation in Palästina uitd dessen englischen Nachbarländern zum Ausgange des Zionismus macht. Fr beschwert sich, dass das Zentralburcau ein Rundschreiben erlassen lialK, in dem um Angabe von Personen aufgefordert wird de ein Delegiertenmandat amiehmcn würden. Fr beantragt den Dank für Zentralkomitee und Zentralburcau. insbesondere für den Schatzmeister Wollste'ncr. Bodenheimer erw'dcrt. dass nach der Schckelzahl nur 32 deutsche Delegierte hätten entsendet werden können. IXe deutschen Zionisten hätten aber eine grosse Reihe von Leuten, rite ahe Kongresse besucht hätten und die zu entsenden eine wichtige Sache ffir die Parte sch. Wir deutschen Zotiisten können mit deser Richtung der Dnge nur zufrieden sein. Blitz rechtfert gt die Ortsgruppe• Halberstadt, iiir die er gewühlt sei. und deren äusserer Rückgang nur allzu begrciflic' wäre. Fs sei ein Fehler. Ortsgruppea!legen zu lassen in denen ein Agitatonsreduer bereit. Frfolg gehabt habe. Fr re׳gt an. einen besonderen Agitatonsbeitrag zu erheben, und weist die Not- Wendigkeit aa den Grupp.ti Magdeburg-Anhalt nach. Je rem i as fragt nach der Pressatnsicht über die JÜDISCHH RUNDSCHAU. F! konstatiert eine ungeheure Besserung der RUNDSCHAU. Fr protestiert gegen das Temperament des Redakteurs. D e WFLT ist bedeutend besser, in der RUND- SCHAU sind überraschend viel Fehler. Leber den Ton der JCniJ'CHFN' RUNDSCHAU gegen den Terr torialismus sei gar nicht zu reden. Darüber sc man nicht ärgerlich, sondern empört und entrüstet. Fr verlange strenge Pressaufsicht der JÜDISCHHN RUNDSCHAU. Die eingehenden Artikel sollen dum Prcs^ausschtiss sämtlich vor gelegt werden. Fr verlange Genugtuung. Durch die Frklärung des Zentralkomitees sei eine her.lose Verwirrung hervorgerufen. Fine sehr starke Mmoriiüt sei dagegen. (Lachen und Zwischenrufe: ..Wo ist sie?“) Das wenge. was dem Zentralkomitee zu tun verblieben sei. habe cs sehr schlecht geleistet. Fs bleibe mir übrig, es dem Osten nftlicr. d. h. nach .Berlin zu verlegen, fl a 11 d t k c schlägt vor, für diese Fragen unter Annahme des Fei welschen Antrages eine Konmilssion von zehn Personen zur Berichterstattung an den werteren Delegiertentag zu wählen. Da das geschieht. 30 erklärt Dr. H. Loewc einst- "’eilen unter Protest gegen ungerechte Anwürte. dass er verlangen müsse, dass alle de Redaktion betreffenden Beschwerden in vollster Ocffcntlichkeit verhandelt werden. Fs wird daraufhin bestimmt, dass die Kommission über ihre Be- Schlüsse gleich am folgenden Tage dem Plenum Bericht erstatten solle, und zwar werden ihr zur Vorberatung alle eingegangenen Anträge überwiesen. Die Sitzung wird vertagt. In der ersten Deutschen l.andsmaunschaftsstzung am Dienstag erklärt Dr. B od e 1111 ei ni e r auf Antrag des Dr. Heinrich Loewc. dass Sitz und Stimme in der deutschen Landsmannschaft mir solche Delegierte haben, die von einer deutschen Ortsgruppe gewählt snd. abgesehen von Landsmamisehaftcn. die sich etwa korporativ der deutschen an- Schlüssen. wie d.e ausschliesslich aus Deutschen bestehende südafrikanische Landsmannschaft. Andere Mitglieder der Zionistiscluen Vereinigung iiir Deutschland haben, soweit nicht für den besonderen Fall etwas anderes bestimmt wird, das Recht, als Gäste den Lnndsmaiinschaitsitzungeii beizuwolmeii. (1t den Permanenzaiisschuss werden Rechtsanwalt Hanütke. Dr. Adler und Berthold Fciwcl gewählt ausserdem von der s ii d a i r ׳ k a n i s c h c 11 Landsmannschaft noch Dr. Frieden! an 11 und Dr. Grone mann. —I Aus der Bewegung!— Während noch allenthalben darüber diskutiert wird, wer auf dem VII. Kongress die zionistische Idee uni besten vertreten hat und man leider mit besonderer Von] ehe die Differenzrimkte statt der einigenden Idee hervorhebt. Itat der zümistisehe Verein in Strassburg sich beeilt, den Vil. Kongress zum Ausgangspunkt intens ver Arbeit zu machen, und dadurch das beste und nachahmenswerteste Beispiel gegeben. Der Gegner stellt draussenl Das hat der Strassburger Verein gut

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