Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- X (1905)
- Issue
- Heft 34 (25.8.1905)
- Date
- 1905-08-25
- Page
- – (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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- Liepāja 2× ep/1000744
- Konotop 1× ep/2454000
- Minsk 1× ep/1000754
- Odesa 1× ep/1000834
- Pinsk 1× ep/1045440
- Vilnius 1× ep/1000947
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Seite 42S JÜDISCHE RUNDSCHAU No. 34 bi Russland m:t 23 Kop. bei: Sibirische Handelsbank» St. Petersburg. Kommerzbank In Minsk sowie deren Filialen in Bjclaia-Zerkow, Konotop, Libau, Mohilew Oouv., Pinsk, Rowno, Roniny und Schitomir, und bot den Firmen: Samuel Barbasch, Odessa und Filialen in Kischinew und Tultschm, J. Ben Jacob, Wilna, M. Feldstein, Warschau, Josef Katzenclsohn u. Söhne, Libau und Bobruisk, Gebrüder Urysohn, Moskau; M Deutschland mit 50 Pfg. bei: Deutsche Bank, Berim, Nationalbauk für Deutschland, Berlin; bi Oesterreich mit 60 h. bei: Union bank, Wien, und bei der Firma Sokal & Lilien, Lemberg; in Frankreich mit 60 Centimes bei den Herren S. & D. Cohen, 2 Ruc de Provence, Paris; hi Holland mit 30 Cents bei den Herren L i s s a & Kann. Haag; in Rumänien mit 60 Baui bei den Firmen: Marmorosch. Blank & Co., Bukarest, Moritz Wachte!, Jassy; ln Palästina bei der Ariglo-Palcstinc Company Ltd. in Jaffa und Jerusalem. London, den!4. August 1905. The Jewlsh Colonial Trust (Jüdische Kolonialbauk) Ltd. Brook House, Walbrook, E. C. witz-Beuthcn. Lazarus-Mainz. Dr. Löwenstein-Aachen. Dr. Moses-Mannheim. Aloys Natzlcr-Rcgcnsburg. V. Oppenheim- Kassel. Ingenieur Pohl-Wiesbaden. Fritz Sondhcdincr-Erankfurt a. M. Dr. Victor-Hamburg. Dr. Wunderlich-Düsseldorf. Wir haben dazu, ohne einer etwaigen Entscheidung des Zentral-Komitecs irgendwie vorgreifen zu wollen, unsererseits nur dieses zu bemerken: Was oben von der Leitung der JÜDISCHEN RUNDSCHAU im Namen von Angehörigen einer leicht erkennbaren Parteigruppe behauptet wird, :st objektiv unwahr. Wir haben niemaüs eine Meinung im Zionismus unterdrückt, weil sie von der unsrigen abweicht Dagegen werden wir genötigt sein, nach wie vor schriftstellerisch schlechte Artikel zurückzuweisen. Die JÜDISCHE RUNDSCHAU erscheint zu Berlin unter Aufsicht des von der Z. V. f.D. eingesetzten Presskomitees. Die JÜDISCHE RUNDSCHAU wäre auf die tätige Mitarbcü der deutschen Zionisten ganz naturgemfiss angewiesen — von den 27 Unterzeichnern der Erklärung haben aber, trotz wiederholter allgemeiner, und an geeigneter Stelle bcsoliderer. Aufforderungen der Redaktion zur Mitarbeit, seit langem kaum drei oder vier irgend c:t1cn Beitrag geliefert. ,.Unser Parteiblatt“ ist demnach auf die journalistischen Arbeiten ,,seiner Redakteure und des ihnen nahestehenden Kreises“ so gut wie ausschliesslich angewiesen. W cn!1 nun die Herren Unterzeichnerwas wir nicht glauben können - ticr Redaktion nicht etwa d I c 11 n w ü r d i g c Zumutung stellen wollen, eine andere Meinung als die eigene zu vertreten, so fällt unseres Erachtens die Berechtigung dieser Erklärung von vornherein dahin. Die Redaktion der JÜDISCHEN RUNDSCHAU. In eigener Sache Wir erhalten folgendes Schreiben abschriftlich übersandt, dessen Original an den Vorsitzenden des Zentralkomitees der Z.V.f.D. gerichtet ist, und das wir hier wie jeden gegen uns gerichteten Angriff genau und ungekürzt zur Kenntnis unserer Leser bringen. Das Schreiben lautet: Kopfe! Wiesbaden, den 7. August 1905. An das Centralkomitee der Zionist. Vereinigung für Deutschland, Herrn Dr. Bodcnheimcr Cöln. Die Endesunterzeichneten, In Basel versammelten deutschen •Delegierten zum Zionistenkongress, zum deutschen Delegierten tag und Gruppenvorstände erklären: Die Leitung־ der JÜDISCHEN RUNDSCHAU hat in den deutschen zionistischen Ortsgruppen vielfachen Anstoss erregt. Entgegen soner Aufgabe hat unser Parteiblatt durch seine einseitige Färbung und seinen stets kampfbereiten Ten weite Kreise der Zionisten verletzt. Überdies kommt in ihm keineswegs mehr die wahre Stimmung der Ortsgruppen, Sunden! fase nur noch die persönliche Ansicht seiner Redakteure und des ihnen nahestehenden Kreises zum Ausdruck. Wir fordern vom deutschen Ceutralkomitee, dass es in der e n c r g i s c h ־ sten Form die geeigneten Massregeln ergreift. Gezeichnet: Dr. Bienstock-Mülhausen i. Eis. Dr. Blöde- Nürnberg, Dr. Julius Citron-Berlfn. Gustav G. Cohen-Hamhurg. Dr. I. Drcyfus-Kaiseriauterii. Dr. Elias-Mülhausen 1. Eis. Dr. Jac. Feuchtwangcr-Frankfurt a. 1M. Dr. Franck-Altona. Dr. Friedemann-Wiesbaden. J. L. Goitein-Frankfurt a. M. Dr. Oronemann-Hannovcr. 1. Hackenbroch-Frankfurt a. M. Dr. Jeremias-Posen. Ed. Joel-Lübeck. Dr. Kalmus-Hamburg. Emanuel Kaufmann-Stuttgart. Dr. Kollenscher-Posen. Koplo- Ci o יו"* Wi W n Der Priester Gregor Oapon, der Führer Jener Arbeiter, die am 22. Januar dieses Jahres dem Zaren in aller Friedlichkeit eine Bittschrift überreichen wollten, und die dafür in bestialischer Weise von der kosakischen Soldateska — natürlich auf höheren Beifehl! — zusanimeageschossen wurden. hat Jetzt ein ״Sendschreiben an das russische Volk“ erlassen, das in deutscher Übersetzung bei Georg Reimer. Berlin, erschienen ist. Bei der Popularität Gapotis erscheint es uns angebracht, die Stelle seines Send- Schreibens, die von den Ju d e n handelt, hier wiederzugeben, wenngleich wir — bei aller Hochachtung vor dem mutigen Verfasser — den Einfluss solcher Auseinandersetzungen auf das russische Volk, das die Juden massakriert, nicht überschätzt wissen möchten. — Oapon schreibt also: ״Warum aber se׳d Ihr denn, meine russischen, christlichen Brüder, da Ihr doch die Wahrheit wisst, bereit, gegen den Heiland und die Menschlichkeit zu handeln? Warum aber erfüllt Ihr Eure Seele mit blindem Hass, mit wilder Wut gegen die Hebräer, die Ihr verächtlich Juden (Shid) nennt? Warum lasst Ihr es zu. dass Eure Brüder und Eure Kinder an den grossen, christlichen Feiertagen, gleichsam Christus verspottend, sich gegen die Juden mit Keulen und Waffen erbeben und auch Kinder und Greise nicht verschonend, sie bis zu Tode schlagen, in ihre elenden Hütten cindriugen. ihnen in rasender Wut auf Böden und Dächern nachjacen. ihnen die Schädel mit eisernen Stangen zerschmettern, ihre armselige Habe rauben, sie verspotten und verhöhnen? Und wenn am heiligen Ostersonntag im Tempel Gottes der Gesang ertönt: ..Lasst uns wie Brüder uns umarmen“, wenn das Geläute der Glocken, der festliche Lärm, die helle Frühliuessomte und das frische Grün — wenn alles von Leben spricht und alles zu Frieden und Freude einladet, daun vergicssen Eure bösen Brüder. Eure unwürdigen Kinder schonungslos das Blut der jüdischen Kinder auf den Strassen der Städte und tränken damit die heilige Gotteserde und sogar die Stufen der Kirche . . Warum geschehen solche unerhörten Missetaten, die Dich, o mein russisches Volk, mit Schande, mit unauslöschlicher Schmach bedecken — warum? Du fürchtest doch den Zorn