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Jüdische Rundschau · 1905-08-25 · Heft 34 (25.8.1905) · page 11

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
X (1905)
Issue
Heft 34 (25.8.1905)
Date
1905-08-25
Page
– (sequence 11)
Language
German
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No. 31־ J Ü D IS C 11 E R U N D SCH AU Seite 427 Griechen und Juden 1 Infolge .der Boykottierung der mazedonischen Rumänen seitens der dortigen Oricclten herrseilt in Rumänien eine heit'yo Erregung gegen ־.,! הes, was Griechisch :st. IV.c ׳ganz*.• Presse ohne Ausnahme widmet dieser Angelegenheit täglich lange Artikel und es wurden, auch schon grössere Protest- Versammlungen «!)gehalten. Die EGAL1TATPA äussert sicli nun zu dieser Angelegenheit in ihrem Leitart kel (N’o. 27 vom 15.72s. Juli) dahin, dass die im W erden begriffene Liga gegen die Griechen wohl wenig aus.Vchteu wiiVde. aus dem einfachen Grirndq, weil die meiste:: besseren und einflussreicheren Pamiben des Landes entweder von Griechen abstammen oder mit griechischen l'amilien sehr nahe verwandt sind. — Wir Juden haben zwar keinen Grund, de Griechen in Schutz zu nehmen, aber trotzdem müssen wir gerecht sein und anerkennen, dass die geplante Liga, die sich gegen d e in Rumänien!ebenden Griechen richtet, liöchst ungerechte Z;e!c verfolgt, denn weder direkt noch indirekt sir.d die rurnäni* scheu Griechen die Verfolger der n;azed01:ischer1 Rumänen. — Was ihre Tät'gkeit in Rumänien betrifft, so verdienen sie zw eiteüos eine :־ :־.!eie Vergeltung, denn sie haben dem Ökoüomischen Fortschritt des I. an des ebenso wie die Juden bedeutende Dienste gelc stet. 1!י־ gibt wohl auch Missbrauch treibende < b 1c!e::!er in! A 11 g e m e i n e1 ־: haben sic chic iiir Rumänien sehr erspriesslichc Tätigkeit entfalte:, zum 1 י>• n־.!e>te:י im letzten Jahrhundert und ganz besonders im Exporthandel Ruina. ie:!s. 'Air;:;;erkennen das, obgle'ch die Juden inma-r von den Griechen zu leide!: hatten, denn sie haben dem Lunde die grösste Zahl Antisemiten gestellt oder vielmehr den rinnft.'äschvn Antisemitismus überhaupt erst gesclnifcn. w>c ja übrigens fast überall die Griechen sich als Judenfeinde erw eisen. Der Kampf gegen die Griechen des Landes wird schon darum ein aussichtsloser, weil in Rumänien höchstens noch .!!!■!5—סu;1t1 Griechen ohne rumän^ches Staatsbürgerrecht leb ע:.. Werden Ausmihnicgcstze gegen sie geschaffen und werden ba'd darauf (wie vorauszusehen) die Differenzen zwischen Griechen und iiiazcJ! mischen Rumänen geschlichtet, s MeiKn d esc Ausnahmegesetze gegen die ״Pr ein den" sicherlich bestellen irnd es werden wieder die Juden, d;e hier als ״Fremde" betrachtet werden, den leidenden Stindcnhock abgeben. Die Grieche!־ haben aus oben erwähnten Gründen’ diese Agitation gegen sicli nicht zu fürchten, — mir die rumänischen Juden müssen dam! auf der Hut seht, wenn es die Verfolgung Anderer gilt; sie müssen erschreck*.!), selbst bei der Agitaiiou gegen!11 rc eigenen Bedrücker. gegen diq ,'Urheber ihrer Luden! So will's d . Tr־!g׳k imsercr in i!!1er Anor- :r: l:t;it e’nz'׳,־artigen Lage. Diese Befürchtungen. denen auei FOALITATEA deutlich Ausdruck gibt, verlieren leider nicht an Bedeutung trotz der gegenteiligen Versicherungen des Regierungsorg-ncs LT A'SPRV \! OR1'1. v״;n 22. Juli, welches ״. a. sagt. ״W c 1111 w i r d i e J u d e n in i t den G r i ee 11 e 11 v e r g I e i c!1 e u soll e 11, in fi s s e n wir e rklären, dass wir d i e J u d c 11 vo r zi c 11 c n, da sie stets ihren Obolus dem Lande gezollt h alicn, während uns die Griechen in ihre ni e i g c 11 e 11 und im Interesse ihres V a t c r 1 a 11des nur a 11 s g c heutet h a b e 11.” Und der cudlicc Erfolg wird se'n. dass den Griechen nichts geschehen kan. wübend etwaige gegen sie geschmiedete Gesetze mit ihrer La-t die Juden drücken werden. Zweierlei Mass Bekanntlch hat die rumänische Regierung gegen 600 (sechshundert) Matrosen des meuterischen ״Knjüs Potcmkin” mit offenen Armen aufgeiiommen und ihnen eine Gastfreundsehaft gewährt, wie s:e die Meuterer selber wohl kaum erwartet hätten. Die gesamte Presse des Landes nahm sicli der Leute au und von heute auf morgen waren se bei den rumänischen Bojaren als Arbeitet* untcrgebracht. Das jist gewiss hübsch gehandelt, und cs lässt sich dagegen wenig citiwcadcti. Nun haben aber diese Matrosen doch immerhin, wie CRONICA ISRAELITA schiebt :־.lgcnde* FfgenkcLea: 1) Sic sind Slaven und gehören einem den Rumänen feindlichen Lande an, 2) sie sind Deserteure, die ihre Vorgesetzten ermordet haben; 3) S:e sind Rcvolutionärc und, wie’s auch sei, Verräter ihres Landes. Das hat aber unsere Regierung von einer humanen Handlung rächt abgelialtcn, und unsere Presse hat ihr das Lob nicht versagt. F.u anderes Bild! Jüngst wurde auch c'n, sage: ein jüdisc!1:r Deserteur, der allerdings Wolf Cohn Iness, aitgotroffen, ein Bessara-. l-'er. ruf du! d־;r ’-';•wc V,.‘;' n.!.׳:; <;•״.;'■t י;•" :■•;:g. weil er siel! ״׳ der Mm; Lc'mrei irckt t׳:!s:'־ essen lassen wollte. Diese!״ eine Deserteur ha* eine Reihe atubemi- 11 e!;:'!*!,i1׳; Plätter ־'.׳־ . I .!'!!' russisel de VOJNTA r Jude:! -1• ,זי f,. B. d e!*ירה• vom PirJrh: ׳׳ und barer'״, ruhen, der PinzLkti!!;: der IL dem UehCTwachtingsmassre 4׳ä J. 's!■•* :.K! h'inder werc.eu ur.d Pi-ächtür Lun:! Co!: Rachat etc. gemacht. Figuriert russ'scker oder fremder Untertan ” vera: ssg־;,.‘: So s-h: "eiht NATl: > NMA •ל! Wir.. tb.cn 1׳::ci1 R יי;\:דר' M י¬ * י * ׳ ־ “ * ehe.: ♦ . , » •. 0 GC: «*.*;:’s em'tbe'k:: Un- \t!SV :!־. erv.י eist. Wir ־׳!.*!?'n\1 S' .־;:ehe PL!! er.te DIMM :ATA (Morgen- Ausi־!S de!: ■*,*‘Ti 11 י Pai! des Deren , ., * *', 1 eurs י W . 1 1' . v findet. I T . t Pie!;ies:geu J; 1:e'״.: : 1 il'.n ZU ־.! Verkäufer von dieser Wo’; irgendwo als oder war er nahe d 1׳ra!: :wären nach Amerika aus- ♦•0,—״ז De VOINTA NATIONALA spricht also vom Pindringen der Juden aus Russland aus grosser Furcht. dieser Lunti Cohn könnte sicli vielleicht später als!״Finder gericren. und das amisemit sclic Blatt betont dabei nachdrücklich die Worte ..Deserteur‘‘, ״Flüchtling“. Also die rimiämsch-national-umisemitische Logik — gegenüber 600.(sechshundert) Russen wird nicht vo!1 ,.Invasion“ gesprochen. d'csc sind wülkonnnen und mir der bessarabische Jude I.. Cohn gibt zu Maßregel;! Veranlassung! N'tm mögen sich aber die Herren Antisemiten sagen hmsen, dass L. Cohn als b e s s a r a h i s c 11 er Jude tatsächlich cigentlieh ein Inländer (Autockthonc) ist (ßessarabien w rd noch heute als rumänische Provinz betrachtet), und dass wir ihn demnach zur Verzweiflung unserer Schreihälse als r u tu ä - n i s c!1 c n Juden reklamieren müssen. Aber so sehen in Rumänen die Anfänge der Gleichber.chtigiuig aus, v«»n der unsere Assi:n:!;!*1te׳j 1!:t:!’!r!:c:1 unentw egt weiter träumen. Und das nennt uns Zionisten »acnUr Tr.iruei und!1!!:!!!tasten! -- — The Jewish Colonial Trust (Jüdische Kolonialbank) Ltd.!11 der am I. August d. J. ii* Bas e l st.i־tgel’ab:.t! Genera' Versammlung unserer Gesellschaft ist für *Jas 31. Dezember l9fM abgehmfene Gcschäfisjuiir eine Dividende v1״: 6 d pro Pfd. St. I ־ Share, steuerfrei. 0111 Kupon .-.'r. 2 erklär: worden. Die I:i1׳.löstmg erfolgt vom I. September ab .!;■ unsere* Kasse in Brook House, Waibrook. und bei unserer;S>־j1tch ■11 41 Whitechapel Road I:., ferner

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