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Jüdische Rundschau · 1905-08-18 · Heft 33 (18.8.1905) · page 17

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
X (1905)
Issue
Heft 33 (18.8.1905)
Date
1905-08-18
Page
– (sequence 17)
Language
German
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JÜDISCHE RUNDSCHAU Seite 417 No. 33 Ich habe •diesen Schwur in der schwersten Stunde, am י Orabc HerzJs für Sic alle geschworen. Wir wollen ihn | wiederholen und stets und immer daran denken: Nie an 1 Zidn, und auch nie an Herz! vergessen! (Lang- I andauernder, sieh oft wiederholender, brausender Beifall.) | Mit dem Mahnrufe, dass die Arbeit von neuem beginne, schliesse ich hiermit den VII. Zionistenkongress! (Stürmischer Beifall, Tücher- und Hiitcsehwcnken.) Die Versammelten stimmen das ״Od 10 owdo“ an, und nur j allmählich leert sich der Saal unter den feierlichen Klängen des Liedes. Anträge zur Agitation Von Rechtsanwalt Dr. Qronemann. I. Der Kongress stellt folgende Leitsätze für die /Agitation auf: 1. Bei der Propagierung des Zionismus isf”d,e Darlegung des historischen Werdeganges der Bewegung und die nachdrütklic'ie Betonung der nationalen Grundlage unserer Idee unerlässlich. Ls ist ferner ausdrücklich festzustellen, dass der Ziou'snms nicht für einen Bruchteil, sondern iür die Gesamtheit der Juden arbeitet. 2. Der Schekel darf vn!! denjenigen Juden entgegengenommen werden, welche sowohl die öfientlich-rechtliehe Sicherung der angestrebten Heimstätte wie deren Errichtung in Palästina als wesentliche Bestandteile des Programms anerkennen. — auch über die nationale Grundlage des Zionismus unterrichtet sind. II. Der Kongress bescl.licsst die Einsetzung eines Agitationsaussehusscs, bestehend aus dem Präsdenten der Organisation und 2 an dessen Sitze wohnenden Mitgliedern, sowie je einem Vertreter jeder Landsmannschaft. Diesem Ausschuss wird aufgegeben: a. Die Einrichtung einer Zeitungskorrespondenz unter dem Namen ״Jiid sehe Korrespondenz״. b. Die Ausarbeitung eines jährlich neu zu redigierenden Agitatioüsplancs. — unter Berücksichtigung der besonderen Verhältnisse der einzelnen Länder. c. Die agitator sehe Arbeit fortdauernd zu überwachen, um die Einheitlichkeit der Bewegung zu erhalten. IIL Sämtlich*»! Gliedern der Organisation wird zur Pflicht gemacht, den Agitat Ortsausschuss in seiner Arbeit zu unterstützen. ־- insbesondere sind alle Ortsgruppen verpflichtet, dem Ausschussvertreter ihres Landes genauen Beruht über die entwickelte agitatorische Tätigkeit zu erstatten. IV. Dem A.-K. wird aufgegeben, monatliche offizielle Mitteilungen über der! Stand der Bewegung an die Vertrauensmänncr gelangen zu lassen. ן Aus der Beweguijg Berlin. Die ..Jüdisch-nationale Erauenvcreinigung״ h'cCt 1h!e diesjährige Generalversammlung im Restaurant Simon, Gipsstr. 12a, ab. Nach einigen einleitenden Worten der Vorsitzenden. Frau Lina Waguer-Tauber, gab de Schrift* fiibrerin, Erl. Alifeld, einen kurzen Ueberblick über die Tätigkeit des Vereins im verflossenen Jahre. Es wurde konstatiert, dass die Arbeit der ״Jüd.-nat. Erauenvereinigung4‘ eine erspricsslcne gewesen und die Zahl der Mitglieder um ein Beträchtliches gewachsen sei. Besonders verdient hat sich der Verein um das Zustandekommen der E e r i e n a u s fl ü g e gemacht, die dazu bestimmt sind, armen Kindern einige vergniigte Studen bei gutem Essen und frohem Spiel in freier Luit zu verschaffen. Die stetig sich vergrössernde Zahl der Kleinen legt ein beredtes Zeugnis für d e Beliebtheit dieser Einrichtung ab. Wie alljährlich, naben auch im letzten Winter eine Reihe von Diskussionsabenden stattgefunden. Auch der beiden grossen Kinderfeste, im Dezember und im Mürz, und ihres glänzenden Verlaufes sei gedacht. Nachdem die Kassiererin Erl. Kruez, den Kassenbericht verlesen, schritt man zur Wahl. Dieselbe ergab folgendes Resultat: 1. Vorsitzende: Erau W a g 11 e r - T a u b e r; 2. Vorsitzende: Frl. Alifeld: Schriftführerinnen: Frau Salomon, Erl. Amolski. Erl. Go Id mann: Kassiererin: Erl. Kruez: Kasseurcvisop'nnen: Erl. Fromm. Erl. Bancth; Beisitzende: Frau Regina Hot!!;Inder. Frau Dr. Ho ff mau 11. 21:111 Schlüsse wurde bestimmt, die Generalversammlung der ,Jiid.-nat. Erauenvcreinigung״ möglichst auf einen der drei ersten Monate des Janres zu verlegen. Ausserdem wurde heschlossen, dass überall. w׳o jüdisch-nationale Erauenvcreimgungen bestehen. Kurse eingerichtet werden sollen, welche die Entwicklungsgeschichte des Zionismus zum Gegenstände haben. Hoffen wir doch dadurch, dass dadurch unsere Bewc- Rung und die Erkenntnis von der Bedeutung des Zionismus in die weitesten Kreise getragen werde. A. .Berlin. Der Verein Zionistischer Kau Heute ..Theodor Herzl“ veranstaltet Donnerstag, den 17. d. M.. abends 9 Unr, in seinem Lokal bei Simon, Gipsstr. 12a, einen Diskussionsabend über den VII. Kongress. Das Referat bat Herr Redakteur Julius Becker übernommen. — Gäste w 11!- kommen. Berlin. Die ..Jüdisch-nationale Erauenvcrcingung“ veranstaltet am Sonntag den 27. d. Mts., einen Ausflug nach Hundckehlc. Abfahrt 2 Uhr vom Alexanderplatz mit bcstellten! Strasscnbalmwagen. Billets ä 50 Pig. sind vorher bei Er. Lina Wagner-Tauber. Prenzlauer Allee 9. zu haben. Gäste herzlich willkommen. *» Rundschau mm Aus Russland Juden als Unruhestife»* Man meldet aus N e v c 1. im Gouvernement W i t e b s k . von H. August: Gestern Abend kam cs hier bei der Bec r d i g u n g jüdischer Arbeiter zu Unruhen. Als die Polizei die Ruhestörer vertreiben wollte, wurde aus der Menge eine Bombe geworfen, durch die ein Polizeibeamter schwer, ein anderer sowie ein Passant leicht verwundet wurde. — Wie harmlos das klingt! Die armen russischen Polizeibeamten, denen diese niederträchtigen Juden so mir nichts, dir nichts, immer Bomber, zum Frühstück verabreichen, statt ihnen iür die Hilfe dankbar zu sein, die sie bei der ״Becreflgung jüdischer Arbeiter“ Icistw. Solide« dfrse guten Tschinowniks vielleicht bei den Ereignissen schon beteiligt gewesen sein, die auch bei jüdischen Arbeitern dem Beerdigtwerden voranzugehen pflegen?? Diese harmlose Meldung aus N c v e I ist jedenfalls sehr verdächtig, und man dari aui nähere Aufklärung gespannt sein. Witte und die Juden Inzwischen aber verkündet Herr Witte in Amerika, er werde ״mit hervorragenden Vertretern der jüdischen Rasse״ über die russische Judenfrage Rücksprache nehmen und bcruhigende Aufklärungen geben. Wir fürchten, dass ge־»*•über den Tatsachen — auch aus Kcrtsch kommen schon wieder Gerüchte über gegen die Juden gerichtete Unruhen — die schönsten Beschwichtigungsversuche einen sehr kläglichen Eindruck machen werden auf die amerikanischen Juden, die sich ja mit Redensarten nicht so leicht abspeisen lassen, wie unsere deutschen Geldjuden. Jüdisches Recht Eine in mehrfacher Beziehung interessante Entscheidung ist soeben von der ersten Pariser Zivllgerichtskammer gefall■: worden in Sachen einer Ehescheidung r u m ü 11 i s c 11 e r Juden. Herr Zenker ist ein aus Rumänien stammender Jude, der 9‘ch in Rumänien verheiratete und dann auswanderte. In Amsterdam liess er sich im Jahre 1695 von seiner Frau vor dem Gross-Rabbiner dieser Stadt scheiden. Seit 1897 ist Herr Zenker naturalisierter Franzose. Vor seiner Naturalisierung batte er aber die in Amsterdam ausgesprochene Ehescheidung von Herrn Lubctzki regu'ariscren lassen, der Rabbiner für die aus Russland stammenden Juden ist. Ist mm diese Eheschei* düng giltig. und muss das französische Gesetz sie anerkennen? Das war die Frage, die zu lösen war. In re Lösung hing ab von der Beantwortung der anderen Frage, was die ס e rsö 11 - liehe Rechtsstellung der in Rumänien geb 0 r c n e 1t Israeliten ist. In Rumänien gibt es allerdings ein bürgerliches Gesetzbuch, das die Uebersctzung des franzüsischen ist. Aber stehen die rumänischen Juden unter diesem

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