Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- X (1905)
- Issue
- Heft 33 (18.8.1905)
- Date
- 1905-08-18
- Page
- – (sequence 16)
- Language
- German
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No. 33 Seite m _ JÜPtSCHfe protestieren. Vertrauensmänner in Palästina werde* und müsse die Paiästina-K.onmiissibn haben aber wenn man eine zweite gleichgestellte Kommission in Palästina cinsctzc. so müssten wenigstens d:c gegenwärtigen Mitglieder der Palästina-Kornmission verzichten, ihre Punktionen weiter zu führen. Revd. Dr. Masnes interpelliert den Präsidenten, oh die jüngst angenommene Resolution absolut verbindlich sei für r^lc Delegierten und für die in das Aktionskomitee zu wählenden Mitglieder. Präsident Pr. A. M a r m o r c k erwidert, dass das selbstverständlich sei. Dr. G ronetn ann gibt namens der Unterzeichner cir«:r vom Präsidenten erwähnten Proklamation die Erklärung ab. dass die Untcr7.eichncr des Aufrufs sielt selbstverständlich dem Kongrcssbeschluss. solange er nicht auigehoben sei. fügen würden, dass sie cs aber gemäss ihrer Ueberzeugung in loyaler Weise versuchen würden, eine Majorität für s:c;1 zu gcv'nncii. Redner präzisiert seinen Standpunkt dahin dass er und se;ne Genossen in der Schaffung einer Autonomie ausserhalb Palästinas das beste Mittel zur Erlangung von Palästina selbst sähen. Schluss der Sitzung it Uhr abends. VI. Verhaiidiurigstag — Mittwoch, 2. August 1905 Sch luss-Sltzung Präsident Dr. A. Marmorck eröffnet die Sitzung um I Uhr nachmittags und erteilt zuerst Pr. Adler (Lüheck) das Wort zu einer Erklärung. Man schreitet hierauf zu den Wahlen in das A k t i o 11 s ־ K o m i t e e. Vorgcschlagen werden vom Pertnanenzausscliuss für das engere Aktionskomitee die Herren Woliisohn. Prot*. W a r h u r g . Kann. K o h a n * B c r n s t c i n, Pr. Alexander Marmorck. lue. Ussischkin. Orccnhcrg. De Versammlung besohlicsst nach einer kurzen Debatte über die Liste cn bloc abzustimtuen. worauf der Vorschlag mit überwiegender Majorität angeno m tu c n wird. Vizepräsident Dr. Marmorck schlägt hierauf vor. die Mitglieder des bisherigen engeren Aktionskomitees Oskar Marmorck. Dr. L Kahn. Pr. K o k e s c h und Kremenetzky itt das Grosse Aktionskomitee zu wählen und diesen treuen Mitarbeitern Dr. Hcrzls den Fctgefühlten Dank der Versammlung auszusprechen. (Lebhaftes Händeklatschen.) Es wurden hierauf in das Grosse Aktionskomitee nach Landsmannschaften gewählt aus: Oesterreich: Dr. Sebnirer Prof. Dr. Wdiminsk‘. Dr. Goldwasser. Dr. Stand. Dr. Korkis. Ungarn: S. Betteiheim. Deutschland: Rechtsanwalt Dr. Bodenheimer. Dr. Friedemann. Rechtsanwalt Dr. Arthur Hantke. Bcrthold Feiwel. Italien: Dr. Eclicc Ravenna. Schweiz: Dr. Wormser (Basel). Belgien: Heinrich Gornau. Serbien: Dr. Alcalay. Bulgarien: Dr. Rimalowsky. Rumänien: S. Piueles, Dr. Moskowicz. Heinrich Rosenbäum. Vereinigte Staaten: Dr. Harry Friedenwald. Lewin- Epstein. ZoÜotkofL Cyrus Sulzbcrgcr, Dr. J. L. Magites. Canada: Clarence de Sola. Argentinien: Krenowicz. Süd-Afrika: Goldreich. Ingenieur Kessler. Australien: Vecht. Russland: Dr. Xschlenow. Ingenieur Temkin. Scheinkin. Schmarjc Lewiu Dr. Sapir. Rechtsanwalt Roseuhaum (Minsk) Dr. Jakobsolm. Slatopolski. Rabiuowicz (Rostow). Leo Kohan, Bezalel Jaffe. Idelsohn (Petersburg). Ingenieur Bruck. Rabbiner Rabiuowicz. Isaac Goldberg. N. Sokolow. England: Josef Cowen. Sir Francis Moutcfiorc. Dreyfus. Moser (Bradford). Dr. Ch. Weizmaiin. Skandinavien: Dr. L. Fränkel. Hierauf w׳erden noch der Legitimationsausschuss, dos Kongressgericht, der Kongressauwalt (Dr. Bodenheimer). die Revisoren etc. gewählt. Als Palästmakomtuission werden cew5hU die Hmew Prof. Dr. Watburg. Dr. S. S 0 s k i n. Dr. F. Oppenheimer in Berlin. Die übrigen Ausschüsse werden ebenfalls nach den Vorschlägen dc§ Permanenz- Ausschusses gewühlt. Die wichtigeren Vorschläge des Orgauisations-Ausschusscs sind mit der Wahl der betr. Mitglieder bereits angenommen. Einige weitere bereits mit״eteiltc Vor- Schläge betr. Jattreskonferenz und Zulassung zu den Sitzungen des Aktions-Komitees werden dem Aktions-Komitee zur weiteren Beschlussfassung übergeben. Schliesslich überreicht Herr F r o tu e 11 s o 11 die Flagge. 4*9 unter dep verschiedenen, auf der Weltausstellung in RUNDSCHAU St L o u i § angebrachten Nationalfahhcn de!: ״zionistischen fdealstaat“ repräsentierte. (Stürmischer Beifall.) Nachdem noch Herr Dr. Adler dem Präsidium gedarkt hatte für die Geschäftsführung, beschloss Präsident Wolff״ sohn den Kongress mit der nachfolgenden Schlussrede ״Wir sind mit der Arbeit zu Ende. Mir fällt die ehrenvolle Aufgabe zu. d esen Kongress zu sehiiessen, nachdem cs leider unserem hochverehrten Präsidenten, Dr. Nordau, der ihn eröffnet hat, unmöglich war, bis ztmt Schlüsse hier zu bleiben. Hoher Kongress! Ich danke Ihnen für die soeben vollzogeitc Wahl, obwohl ich mir bewusst bin. dass uns eine schwere, verantwortungsvolle Last auferlcgt wurde, doppelt schwer, wenn wir zu dem hinaufschauen, der diese Tnbfmc unseres Volkes geschaffen und unsere Bewegung geleitet hat. Ke'ner von!״׳* kann cs wagen, sich mit dieser Grösse zu messen״ Wir haben nur den guten, festen Willen, unserer Sache Und Unserem Volke zu dienen. Ich halic nunmehr die Pflicht, die angenehme Pflicht, allen zu danket», die uns bei d'csctn Kongresse mitgeholfcn und unterstützt haben. Vor allem der Stadt Basel für ihre hewährte Gastfreundschaft, dann der Syuagngengcnicindc. ihrem Vorstand und ihren Beamten, den Komitees und allen, die zu der würdigen Trauerfeier unseres unvergesslichen Führers, Dr. H c r z I. beigetragen haben. Sie haben alle bewiesen, dass sie ein warmes Herz für unsere hcü'ge Sache haben. Aber auch denen, die nicht von unserem Volke sind, die hieher gekommen sind, um uns ihre Sympathien zu beweisen, auch denen danke ich für ihr warmes freundliches Interesse. Unser Volk ist dankbar und wird nie die Guten und Edlen vergessen, die uns in unserer Not helfend zur So te gestanden. Hoher Kongress! Ein schwieriger und folgenreicher Kongross liegt hinter uns. Mit manchen von den gefassten Beschlüsscit haben wir eine schwere Verantwortung vor unsern Wählern, vor dem Jüdischen Volk und vor der ganzen Welt auf uns genommen. Wohl dem, der sie mit ruhigem Gewissen und loxhtcti Herzens tragen kann. Ich glaube mich keines übertriebenen Optimismus schu\iig zu machen, wenn ich nt it Genugtuung fcststellc, dass die Krisis im Zionismus überwunden ist. (Lebhafter Beifall.) Wir haben das Baseler Programm von neuem verkündet (Beifall); wir haben cs als nicht zu überschreitenden Rahmen der praktischen Palästina-Arbeit gestellt, und wir haben die Organisation dadurch gekräitigt. (Andauernder Beifall.) Alles gestattet die Hoffnung, dass wir nunmehr mit frischer Kraft und Zuversicht an der einzig möglichen Lösung der Judenfrage weiter arbeiten mögen. (Lebhafter Beifall.) Der Kongress hat Auftritte gesehen, von denen ich betrübt de Augen abwenden möchte. So unangenehm diese auch für uns sind, so dürfen wir aber auch daraus entnehmen, dass der Zionismus liebt, denn Kampf ist Leben. Wir wollen hoffen, dass die erlebten Szenen nie bei uns wiederkehren; wir wollen Frieden halten miteinander. ■Im Bruderkriege sind Siege ebenso unheilvoll wie Niederlagen, denn der Besiegte bei uns ist immer ein Jude und ein Zionist. (Lebhafter Beifall.) Ein Wahrspruoh lautet: Scholaum. scholaum mekorauw* Jcroschauk: Friede, Friede dem Fernstehenden und aucli dem Nahen. (Beifall.) Wir sind alle Kinder eines Volkes, wir *übten gemeinsam und nur durch Einheit werden wir mit Gottes Hilfe siegen. Jeder, der in ehrlicher Absicht zu uns kommt, jeder, der auf Gruttd des Baseler Programms mit uns arbeiten will, gehört zu uns. ist unser. Auf dem letzten Kongress hat Herz! den Schwur geleistet: int cschkocnech jcruscholaim tisehkae’u jemini — Wenn ich Dein vergesse Jerusalem, so verdorre meine Rechte! .