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Jüdische Rundschau · 1905-08-18 · Heft 33 (18.8.1905) · page 14

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
X (1905)
Issue
Heft 33 (18.8.1905)
Date
1905-08-18
Page
– (sequence 14)
Language
German
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Seite 414 No. .15 JÜDISCHE RUNDSCHAU Der Redner konstatiert, dass das Gesamtverntögen des ן Nationalfonds zur Zeit 42 000 Pid. Sterling beträgt. Anstatt mächtig zuzunehmen, sind seit dem letzten Kongress die I Sammlungen in einigen Ländern cinigermassen zuruckgegangcn. Hauptsächlich wurde dies verschuldet durch den russischjapairisclicn Krieg und d! e schlechten Verhältnisse der russischen Juden im allgemeinen. Überdies wurden auch die Juden ausserhalb Russlands durch die verstärkte Auswanderung aus Russland teilweise stark in Mitleidenschaft gezogen. Das bisherige »Ergebnis der Sammlungen wird als nicht befriedigend bezeichnet. Das beste Resultat ergaben die Sammlungen in Südafrika. Am Schlüsse des Berichtes wird eine Reihe von Anträgen gestellt, die eine Erhöhung der Sammlungstätigkeit bewirken sollen. Nach einer kurzen Debatte gibt Delegierter Dr. Leopold Kahn eine Darstellung der türkischen Bodcnrcchtsverhältnisse. Der grösste Teil des palästinischen Bodens sei Rcichsland. Das türkische Recht gehe aber Mittel an die Hand, auch solchen Boden zu erwerben. Darauf müsse man die Aufmerksamkeit lenken, aber vermeiden, dass der Nat onaliowfs durch etwa unredliche Siedler geschädigt werde. Die bisher Vom Nationalfonds gekauften Landstiicke können, da sie Lehr- /,wecken dienen, vakuhert werden, wodurch sie rechtlich gesichert sind. Redner beantragt, den Nationalfonds anztiwe'seu. solange keine (irurdaukäiut in Palästina zu machen, als dies nicht auf sicherer Grundlage geschehen könne. Der Kongress nimmt nach Schluss der Debatte filier den Bericht der Palästina-Kommission folgende R e s ״ I u t i o n mit erdrückender;Majorität ״au. de von Ussischkin eingebracht wurde, mit einigen Modifikationen von Dr. A. Marmore k, die von Ussisclikiii acceptiert wurden: ״Der VII. Zionisten-Kongress beschliesst, dass parallel der politlsch-diploniathcheu Tätigkeit als reale Unterlage und zur Stärkung derselben, entsprechend dein Punkte l des Baseler Programms die systematische Ausgcstaltung unserer Positionen in Palästina erfolgen müsse und zwar durch folgende Mittel: . 1. Abseitige Erlorschungsarbeit, 2. Förderung von Agrikultur. Industrie usw. in möglichst demokratischem Geiste, 3. Kulturelle und ökonomische Organisation und Hebung der palästinischen Judenhclt durch Heranziehung von neuen intellektuellen Kräften, 4. Erstrcbung 11זג für die Hebung Palästinas notwendigen Reformen In Bezug auf Verwaltung und Recht. Der VII. Zionlsten-Kongress lehnt Jede planlose, unsystematische und phllantropischc Klein- Icoloalsation, die nicht In den Rahmen des Punktes! des Baseler Programms fallen wurde, a b.“ ♦ Dienstag vormittags fanden die ordentliche und eine ausserordentliche Generalversammlung der Jüdischen Kolonialbank statt. Generalversammlung der Jüdischen Kolonialbank. Um 11 Uhr vormittags fand im grossen Kongresssaal die ordentliche Generalversammlung der Jüdischen Kolonialbank statt. Im Bericht des Direktoriums wird auf den ungünstigen Einfluss der Ereignisse in Russland auf das Geschüft hingewiesen. Trotzdem sind die erzielten Resultate befriedigend. Der Direktion w*:rd das Absoliitoriuni erteilt und bcschlossen, 2Vj pCt. an Dividenden zu verteilen und 2000 Pfund für den Reservefonds zu verwenden. Herr Josef Co wen wird ins Direktorium gewählt. Ausserordentliche Generalversammlung der Jüdischen Kolonialbank. Die ausserordentliche Generalversammlung der Bank hat den Zweck, eine Abänderung der Statuten vorzunefinien. Die vorgeschlagene Änderung soll namentlich bei den verschicdcnen Paragraphen den Wirkungskreis der Bank auf die Gebiete Palästina. Syrien, irgend Joelen anderen Teil der a s i a 11 s c h e n T ft r k c i. die Halbinsel Sin a i und die Insel C y p e r 11 ein schränken. (Vergh No. 26 d. J. R.) An die Verlesung der vorgcschlagencn Statuten knüpft sich eine lebhafte Debatte. Auf eine dahingehende Anfrage Zangwills erklärt Präs'dent Wolff sohlt, das Direktorium sei selbst ursprünglich gegen die Statutenänderung gewesen, habe aber, nachdem der Kongress seine Meinung abgegeben, die Notwendigkeit der Änderung cingeschcn. Israel Z a r> g w i 11 protest ert gegen dio Änderung: S y r k i n schliesst sich ihm an. Unruhe. Die Unruhe steigert sich bei den Worten Dr. p a s m a n i k s, dass willkürlich von bestimmter Seite der Versuch der Obstruktion gemacht werde. Dr. Syrkin stellt vor der Tribüne und ruft dem Präsidium im Lärm unverständlich bleibende Worte hinauf. Dir. Wollt'so 1111 (zu Syrkin): Da Sic nicht das Wort hatten, habe ich nicht gehört, was Sie sagten! (Beifall. Rufe: Ruhig Syrkin! Längere Unruhe.) Pr. Syrkin prostiert ״auf Grund des englischen Gesetizes" (Rufe: Zitieren Sic den Paragraph!), dass mir in deutscher Sprache verhandelt werde und erklärt, er werde bei der englischen Regierung gegen die gefassten Beschlüsse fciuspruch erheben! Dr. Koke sch gibt eine Reehtsauiklärnug. woran! es zu einer erregten Geschähsordnungsdcbatte kommt. Nach hinge rem Lärmen gelingt es endlich einen! Appel! des Vorsitzenden. dem Delegierten Syrkin Gehör zu verschaffen. Dieser Redner portestiert dagegen, dass die Tätigkeit der Bank auf Palästina beschränkt werde, da die jüJIschen Proletarier nie in dieses Land der Barbarei gehen würden. Israel Z a n g w i I I warnt, davor, aus der Bark eine Art JCA zu machen. Wenn man mit Änderungen beginne, wer bürgt dafür, dass eine nächste Versammlung nicht auch Paiästina vom Wirkungskreis der Bank aussehliessen werde. Die Beschlüsse des Kongresses hätten keine bindernde Kraft für diese Versammlung. Falls der Kongress aber auch für d e Zukunit einen solch grossen Einfluss haben sollte, dann könnte es nur ein Kongress sein, in dessen gesetzmüssige Zusanuuensetzuiig kein Zweitel gesetzt wird. Es wird hierauf der Antrag auf Schluss der Debatte angenommen. Nachdem noch Mr. ('1 r c c!1 borg erklärt, eine Statutenänderung halte er nicht für tunlich, da das Geld der Bank ohnedies mir für Palästina verwendet werde: man Schafte aber andererseits e'n Präzedens. das allen möglichen Statutenänderungen in Zukunft Tür tmd Tor öffne. Es wurden hierauf die SkrutaEurer: gewählt. Das n>st1!tat der Abstimmung war das folgende: f. Resolution, Änderung des Memorandums: 5922 für — 56S gegen. IL Resolution. Änderung der Statuten: 5905 iiir — 575 gegen. Beide Änderungen sind also mit kolossaler Mehrheit angenommen: und die Bankstatuten haben damit eine zionistisch einwandfreie Fassung erhalten. «A* «%* V. Vcrliandlmigstag - Dienstag, I. August 1905 Nachmittags - Sitzung Präsident Dr. M. Nord au eröffnet die Nachmittags- Sitzung mit der Mitteilung, dass der Kongress unbedingt heute zur festgesetzten Zeh seine Beratungen beenden!miss.׳, und dass daher die wichtige 11 Lebensfragen der Bewegung heute noch in kürzester Weise erledigt werden müssten. Zur Beratüng kommen zunächst noch P a I ä s t i n a - F r a g e 11. Delegierter Dr. Heinrich 1.0 ewe bringt einen Antrag ein. der Zionistenkongress :;o!|c־ eine J iid i s c 11 c N' a t i o n a Il> i b I i o 11! e k in Jerusalem gründen im Anschluss an die von Dr. Josef C h as a n ״ w i c 7. begründete Bibliothek ..Midrasch AbarbamT*. Die Bibliothek solle unveräusserliches Eigentum des ,.Jüd,schen Natfonaliouds“ werden, und solle von allen jüdischen Schriftstellern. Vereinen. Korporationen usw., ausserdem vom Zionistcu-Kougress durch eine Subvention von vorläufig 4000 Franken, unterstützt werden. Nach kurzer Debatte, an der sicli 11. a. auch Prof. War bürg, ein Mitunter- Zeichner des Antrages, beteiligt, wird der Antrag angenommen. Präs. Wolffsolin: Sic wissen, dass ein Komitee eingesetzt wurde, um einen Fonds für die Kinder H c r 7.1 s zu schaffen. Die Eingänge betragen ca. 8000 Pfd. Sterling Die Beträge sind unter verschiedenen Verfüguugsbestimmungc» eingegaugen. und dis grosse Aktions-Komitee hat nur einstimmig beschlossen. 99.1 Pfd. für die ״H e r z I - S t i i 111g“;»1 Palästina, alles übrige dem für die Kinder Herzls bestimmten Ponds zu überweisen. Der Antrag wird debattelos einstimmig angenommen: ebenso wird ohne Dobatte u»d einstimmig ein Antrag Prof. Dr. Warburgs angenommen,!für die nächsten zehn Jahre der Familie Dr.

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