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Jüdische Rundschau · 1905-08-18 · Heft 33 (18.8.1905) · page 13

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
X (1905)
Issue
Heft 33 (18.8.1905)
Date
1905-08-18
Page
– (sequence 13)
Language
German
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No. 33 , JÜDISCHE RUNDSCHAU ׳Etablierung einer iüdischcn Sledelum״ mit autonomen Rechten den «tcfecfühlten Dank auszusprcchet». Nachdem eine Kommission zur Erforschung des Territcrlunts ausgesendet wurde und Bericht «stattet hat, bei schtiesst der Kongress, dass sich die zionistische Organisation mit dem Vorschläge nicht weiter befassen kann. Der Kongress nimmt mit grosser Genugtuung die Ancrkennung zur Kenntnis, welche die britische Regierung in Ihrem Strebe«, e'ne Lösung der jüdischen Frage herbelzutühreu, der zionistischem Bewegung zuteil werden Hess und spricht die tiotinurg aus, dass ihr die guten Dienste der britischen Reg‘> rung auch dort zuteil werden, wo zugleich eine Übcreinstlmmutig mit dem Baseler Programm erzielt werden könnte. III. Der VII. ZIonistcn-Kongress bringt in Erinnerung und betont, dass laut § I des zionistischen Organisations-Statutes die zionistische Organisation diejenigen Juden umfa>st, welche sich mit dem Baseler Programm einverstanden erklären. Der Antrag des A.-K. wurde mit einer kolossalen Mehrheit angenommen. Es erhob sich ein brausender Beifallssturm, der immer wieder von neuem lusbrach. Dr. Nor Ja u: Das Wort hat Herr Dr. Syrkin, ich bitte, ihn ruhig anzuhören, weil er als einziger Redner von der Minorität zu Ihnen spricht. Dr. Sv r kin: Meine Herren! Nach der traurigen Beschlussiassuug. die soeben stattgefunden hat und welche mit den Interessen des jüdischen Volkes nicht übereinstimmt, gcstatte ich mir. Ihnen folgende Resolution Norzulcgen: Inl Namen der Kongrcssgruppe der sozialistischen Arbeiterpartei erlaube ich mir hiermit, folgendes zu erklären: Die Zionistisch- Sozialen gehen von den Interessen des jüdischen Proletariats und der breiten jüdischen Arbeitermassen aus und sehen in der Fixierung des zionistischer. Programms auf Palästina, das n:c!1t das Minimum der zur Realisierung unseres. Idcafs notwendigen Bedingungen aufweisen kann, sowie in allen daraus foÜgcn'den Konsequenzen der Kieinkolorisation ג etc. kanc wesentliche und prinzipielle Beschränkung des zionist-schen Programmes. Dies schmälert den Sinn und den Inhalt unserer Befreiungsbewegung und steht im tiefsten Wider1־־ruch mit den Interessen und den Idealen des jüdischen Proletariats und der breiten jüdischen Volksmassen. Diese Fixierung des Programms auf Palästina bringt nur die int Absterben befindliehe Tradition der nicht zielbewussten und unkulturellen füdsehen Volksteile (Rufe: Pfui), sowie des reaktionär geslnnten Teiles der jüdischen Intelligenz zum Ausdruck. (Rufe: Pfui!) Die Gruppe ■der Zionc-Zion, die Gruppen der verschiedcnsten Schattierungen haben ihre privilegierte und zufällig vorherrschende Stellung auf dem VII. Kongress aus- EfiUützt, um der ganzen zionistischen Organisation ein Programtn aufzudrängen, das dem Geiste und Ziele des Zionismus nicht entspricht und das zionistische Volksbewusstscin verdunkelt. Wir erklären darum, dass wir das Programm der Zionc-Zion als die Sache unserer Voiksbefreiung hemmend betrachten, dass wir unsere weitere Teilnahme an dem Kongresse. dem das jüdische Volk untreu geworden ist für unmöglich■ halten( (Bravo!) Wirt hoffen, klass alle wirklich demokratischen Efemetitc im Judentum und Zionismus die Richtigkeit unserer Handlungsweise anerkennen werden und fordern vor allem die konsequenten zionistischen Tcrritorialisten auf. unserem Beispiel zu folgen und den Kongress zu verlassen. (Bravo, Bravo!) Die Syrkitt-Gruppe verlässt den Saal. D־׳. Alex. Marmorck verkündet dass die Sitzung geschlossen ist (Rufe: Hoch Nordau! Hcdad UssiScitkin! Stürmischer Beifall. Hiiteschwenken.) (Matt singt das Hatikwohlied.) Nachdem wir über den in prinzipieller Hinsicht wichtigsten Teil des Kongresses ziemlich ausführlich berichtet haben, •müssen w.:r uns bezüglich des weiteren Verlaufes des Kongresses auf ein ganz kurzes Resumö beschränken, wobei wir uns Vorbehalten, auf einzelne Referate und bedeutendere Diskussionsreden später noch besonders zurückzukommen. Nachmittags - Sitzung (Fortsetzung des VII. Kongresses) Präsident Dr. Max Nordau beantragt zu Beginn der Nachmittagssitzung den Dank des Kongresses an Mr. G r c e 1tberg für die Mühewaltung seiner Unterhandlungen mit der britischen Regierung zu votieren. (Lebhafter Beifall.) Seite 413 Delegierter Leon (Ncw-York) beantragt, der Familie des verstorbenen Staatssekretärs Hay de« Dank auszusprechen für des Verstorbenen freundliche Haltung gegenüber dem jüdischen Volke. (Lebhafter Beifall.) Dr K o k c s c h . Mitglied des engeren Aktions-Komitees, besprach und erläuterte sodann das vom A.-K. vorgeiegte nette O r g a n i s a t i o n s - $ t a t u t. An Stellt der bishörigen Einteilung der obersten Behörden sieht dieses Statut eine Dreiteilung vor: Direktorium aus drei Personen, engeres A.-K. aus fünf Mitgliedern, von denen drei an einem Orte wohnen müssen, und grosses A.-K. von 23 Mitgliedern. Ausserdem soll dem Organisations-Statut, gemäss der heute angcnommenen Resolution, ein Paragraph beigefügt werden, der besagt, dass der Schekel durchaus nur von Personen, ange• nommen werden darf, die das Basler Programm anerkennen. Danach spricht das Mitglied des Aktionskomitees für Deutschland. Dr. B o d e n h c i m c r. über die Politik der zionistischen Bewegung und über die Grund- Sätze eines von ihpt veröffentlichten Entwurfes zu einem Organisations-Statut. das sich von dem des A.-K. hauptsächlich dadurch uutcrschc'dct, dass es statt der Dreiteilung in der Leitung nur ein Zweiteilung in Direktorium und A.-K. vorsieht. Auf Antrag Rosenbaum (Minsk) wird die Organisatiojisfrage einer Kom.nissoii zur Vorberatung überwiesen. Delegierter 0 r c e;11' e r g dankt dem Kongress für die ihm erwiesene Erkenntlichkeit. Danach erstattet Rechtsanwalt G r o 1t c in a 111t (Hannover) das Referat über Propaganda und Agitation. (Die gestellten Anträge siche weiter unten!) IV. Verhandlungstag — Montag, 31. Juli 1905 Vormittags - Sitzung Die Vormittagsstzung begann um 11 Uhr. Nachdem die Herren Dr. Jeremias und Dr. א o s s i g zu Organisationsfragen gesprochen hatten, wird auf Vorschlag des Herrn Dr. H a n t k e ein aus 30 Personen bestehendes Orgauisationskoniitqc gewählt. Nach einer kurzen Geschäftsordnungsdebatte erstatten Prof. Otto WarbiLUg utid Dr. S. Soskin den von uns in Nr. 32 bero'ts in extenso wiedergegebenen Bericht der P a 1 ä s t i n a - K 0 m m i s s i 0 n. Prof. Dr. Warbursr schlägt sodann vor, an einem historisch wichtigen Orte Palästinas unserem verstorbenen Führer Theodor Herzl einen Gcdcnkplatz zu stiften. Dazu, glaubt Redner, gebe es sein würdigeres Andenken als einen lebenden Wald. Zu entern Oelbaum-Wald gehören etwa 10 000 Bäume, die eine Summe von etwa 60 000 Mark erfordern. Redner fordert die anwesenden Delegierten auf. in diesem Winter in ihren Ortsgruppen fleissig für diesen Zweck zu sammeln, damit .;nt nächsten Winter bereits mit der Anlage dieses ״H e r z I - W a I d e s" begonnen werden könne. Nachmittags - Sitzung in der Debatte über den Bericht der Palästina- K o nt nt i s s i o n sprechen zunächst zwei russische Redner in längeren Ausführungen, worauf, .da •10 Redner eingezcclmct sinid, ein Antrag auf Wahl von Generairedncrn gestellt wird. Delegierte S v e!1 i g o r 0 d s k a j a und Delegierter Dr. Heinrich L o e w e protestieren entschieden gegen einen solchen Bvsch'uss. der eine der wichtigsten Debatten des ganzen K״rgrosses ungebührlich verkürzen würde. Daraufhin wird der Antrag auf Wahl von (ieueralrednern abgclchnt, dagegen ein die Redezeit auf fünf Minuten beschränkender Antrag angenommen. Nachdem die Delegierten Scheittkin. Dr. Pasmanik, Frau Menigurodskaja- Schabotinski. Dr. Griinluit, Dr. A. Marmorck und andere gesprochen, wird die Debatte über die K o 1 o n i a lbank begonnen. Delegierter Hecht schlägt die Gründung o:ner Bankfiliale in Südafrika vor. Delegierter Dr. K <> k e s c h setzt ausenauder, dass die Generalversammlung der Bank niemals etwas beschlt׳.*sse1־ könne, was der Kongress nicht wolle. Demi der Verwaltungsrat. der mir aus zionistischen Aktionskomitcemitgliedern hestehen dürfe, habe in der Generalversammlung das absolute Übergewicht und die Aktionskonrteemitglicder seien an die Koiigresshesehliisse gebunden. Nachdem noch einige Redner zur Bankfrage gesprochen haben, erhält das Mitglied des engeren Aktionskomitees. J. Krcmcnczki das Wort zur Berichterstattung über den Jüdischen Nationai-F0nds,

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