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Jüdische Rundschau · 1905-08-11 · Heft 32 (11.8.1905) · page 10

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
X (1905)
Issue
Heft 32 (11.8.1905)
Date
1905-08-11
Page
– (sequence 10)
Language
German
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» No. 32 Seite 394 JÜDISCHE RUNDSCHAU ber gelieferten Anregungen zu studieren, einige neue Organisationen und Expeditionen zur praktischen Erschliessung Palästinas einzulciten, die von dorther eingegangenen Produkte, Mineralien, Vegetabilicn usw. zu studieren, sowie durch Vortrüge, Herausgabe einer Zeitschrift und Zusammenstellung einer kleinen Palästina-Bibliothek anregend zu wirken. Wir hoffen, dass es uns gelungen ist, namentlich auch dadurch dass viele Üer Artikel in unserer Zeitschrift in zionistischen Blättern al^cdruckt wurden, die Kenntnisse über die realen Wirtschafts- und Kolonisation&crhältnissc Palästinas, sowie seiner Nachbargebiete wesentlich zu verbreiten. Herr Dr. Soskin wird Ihnen sogleich ein detailliertes Bild unserer Arbeiten geben, ich möchte hier mir noch bemerken, dass die Palästina-Konimission nur einen Teil der in diesen zwei Jahren begonnenen Untersuchungen und Unternehmungen zu Ende zu führen in der Lage war. Orosscnteils lag dies in der Natur der Sache, indem es sich um langwierige Arbeiten handelte, teilweise war es auch eine Folge der finanziellen Lage der Kommission, indem sie leider nur zwei Fünftel der als Minimum bewilligten Summe in den beiden Jahren erhielt, da die bis auf den letzten Monat überaus spärlich einiauienden Schckclgclder kaum zur Deckung der unentbelirliclien laufenden Bedürfnisse des Aktions-Komitees hinreichten, so dass für die Paliistina-Komission nichts übrig, blieb. So lähmend auch die finanzielle Unsicherheit der Palästina- Kommission auf ihre Tätigkeit cinwirkte, so arbeitete sic doch weiter, in der jetzt auch cingetroiiencn Erwartung, dass durch den Kongress die Schekclgeldcr wieder reichlicher fliessen würden. Freilich mussten zu unserem Leidwesen die Arbeiten , eingeschränkt werden, und manches recht Wichtige wurde nicht in Angriff genommen, wodurch wir erreichten, mit nur drei Viertel der für unsere Arbeiten ausgesetzten Minimalsumme auszukommen. Dass dies kein gesunder Zustand ist, braucht nicht erst bewiesen zu werden; cs wäre ausserordentlich wünschenswert, wenn sich ein Modus finden Hesse, welcher die Arbeiten der Kommission von dem zufälligen Einlauf der Schekelgelder unabhängig machte. Hoffen wir, dass entweder der Kongress ein solches Mittel ausfindig macht, oder dass wenigstens die SchekeJgelder in der Zukunft so überreich fliessen werden, dass sich ein Stauwerk damit füllen lässt, aus dem die Palästina- Kommission für ihre Arbeiten einen, wenn auch bescheidenen, so doch sicheren Zufluss erhält. Bericht über die Tätigkeit der Kommission zur Erforschung * Palästinas erstattet von D r. S. So s k i n. Meine Damen und Herren! Hochgeehrte Versammlung! Nachdem Herr Professor Warburg in seinen einleitenden Worten im allgemeinen über die Prinzipien sich ausgesprochen hat, die der Tätigkeit unserer Kommission zu gründe liegen, werde ich mir gestatten, im nachfolgenden einen *detaillierten Bericht über die Arbeit der Kommission für die Zeit vom letzten Kongress an bis jetzt vorzu legen. Wenn wir auch als eine Kommission zur Erforschung Palästinas eingesetzt wurden, so zeigte doch die Arbeit selbst, dass die theoretische Erfnrsclu1ngsnrbc.it allein ohne Rücksichtnahmc auf die wirtschaftlichen Bedürfnisse des Landes unmöglich war. Die wissenschaftlichen Arbeiten, die unsere Kommission unternahm, hatten darum meist eine wirtschaftliche Begründung und Unterlage. Nach diesen einleitenden Bemerkungen gestatte ich mir auf die Arbeit der Kommission selbst liberzugehen, und ich werde dieselbe in zwdi grossen Gruppen behandeln: die eine Gruppe kann mit der früher gemachten Begründung immerhin als wissenschaftliche bezeichnet werden, der andere Teil umschliesst Unternehmungen wirtschaftlicher Natur. I. Bei den wissenschaftlichen Arbeiten unterscheiden wir: a) eigene Forschung, b) Popularisierung der Wissenschaft über Palästina. a. Als eigene Forschungen sind wir in der Lage zu bc- Zeichnern: 1. Die geologische Expedition nach Palästina, die im Januar 190-1 ausgesendet wurde. Die Expedition bestand aus. den Herren Professor M. Blankenborn und Agronom A. Aronsohn und hielt sich, drei Monate im Lande auf. Sic hatte zur Aufgabe, das Vorkommen von abbau-würdigen Mineralien festzustcllen, sowie das Gebiet des Toten Meeres landwirtschaitlieh zu erkunden. Das Ergebnis dieser;Expedition besteht: r:1 ausführlichen wissenschaftlichen und wirtschaftlichen Berichten, in einer Reihe von mineralogischen und botanischen Saturnlungcn. 2. In dieselbe Kategorie der eigenen Forschungen gehört: die Einrichtung von meteorologischen Beobachtun :?Stationen in Palästina. Es ist wohl überflüssig, darauf hinzuweisen, welche Bedeutung die Kenntnis der klimatischen, speziell der Niederschlagsbedinguugen für das Studium der Anbaubediugungen eines Landes und für die Hygiene seiner Bewohner hat. Wir waren der Lage, in Verbindung mit dem ..Deutschen Palästinaverein“, der seit einer längeren Reihe von Jahren in verschiedenen Punkten Palästinas verschiedene nieteoroio.ische Stationen besitzt, mehrere saldier Stationen auch auf den jüdischen Kolonien zugrunde!!. Wie die Station in Jerusalem die Zentrale für die deutschen abgibt, so bildet unsere Station in Sichron-Jakob die Zentrale fiir die jüdisch״:! Stationen. 0 Die Wetterberichte werden periodisch in der Zeitschrift unserer Kommission ALTNEULAND, sowie auch in der ״Zeitschrift des Deutschen Palästinavereins“ veröffentlicht. Ausserdem gelangen Jahresberichte über die Meteorologie des Landes zur Veröffentlichung in den ״Monatsheften der internationalen Zentralanstalt für Meteorologie und Erdmagnetismus‘* in Wien. b. Von der Überzeugung ausgehend, dass die Kenntnis Palästinas ein hochbedeutendes Moment für die Verbreitung und Vertiefung unserer Idee abiJbt, war die Kommission auf verschiedenen Wegen bemüht, die Wissenschaft über Palästina zu popularisieren. In die Kategorie diesbezüglicher Arbeiten gehören: 3. Die Herausgabe der Zeitschrift ALTNEULAND. d!c in einem ersten Jahrgange 190-1;vorliegt und im Jahre 1905 weiterläuft. ALTNEULAND bemühte sich, neben der Verbreitung von Kenntnissen über Palästina in einer Folge von Wissenschaftliehen populären Artikeln auch das Verständnis für die Kolonisation als System, als ein plamnässiges Ganzes in weitere Schichten zu tragen. An Aufsätze sozial-ökonomischer Natur reihten siel! solche kolonialer, ethnographischer, geologischer, hygienischer, statistischer und allgemein-geographischer Natur. •1. Die Kommission richtete eine Bibliothek der Palästina-, Orient- und Kolonisations-Literatur ein. die der Kominision bei ihren Arbeiten gute Dienste geleistet hat. Die Bibliothek stand icdcrinaiu! zur freien Benutzung zur Verfügung. 5. Demselben Zwecke der Popularisierung der Kenntnisse über Palästina dienten die von der Kommission herausgegebenen Broschüren (Separat-Abdriicke) aus ALTNEULAND über einige wirtschaftliche Fnven. 6. Die Mitglieder ׳der Kommission veranstalteten in verschiedenen Orten Vorträge instruktiver Natur sowohl über Falast na, wie über Kolonisation und Sozialwlssenscliaft. Schliesslich organisierte die Kommission 7. in Verbindung mit dem Höheren Technischen Institut in Köthen koloniale Kurse in der Zeit vom 27. März bis S. April 1905. An diesen Kursen beteiligte sich das Köthcner Institut

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