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Jüdische Rundschau · 1905-08-11 · Heft 32 (11.8.1905) · page 7

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
X (1905)
Issue
Heft 32 (11.8.1905)
Date
1905-08-11
Page
– (sequence 7)
Language
German
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No. 32 JÜDISCHE RUNDSCHAU Seite 391 Von diesen ausserhalb stehenden Körperschatten gab nur eine, die Anglo-Jewish Association in London, ihre Zustimmung, 3n einer event zusammen zu berufenden Konferenz teilzunehmen, so dass auch dieser Plan autgegeben wurde. Zum Schluss nehme ich mir die Freiheit, dem Kongress noch einen Auszug aus einem Briefe vorzuleseiu den Dr. Herzl an Sir Francis Montefiore im Dezember 1903 gesandt hat, in dem er die. Bedingungen fcstsctzt. unter denen der Vorschlag allein akzeptabel sein könnie. Er sagte: ״Vier Elemente sind meiner Ansicht nach notwendig, um uns das Anerbieten der englischen Regierung als innerhalb der (irenzen der, praktischen Politik erscheinen zu lassen: 1. Die Ausdehnung des Gebietes muss eine genügende sein, um Einwanderung nach einem solchen Massstabe zu ermäglichen.tdass sic mit der Zeit den Druck merklieh verringert, der heutzutage auf den Juden im Osten lastet. 2. Das Gebiet muss also durch ein Volk wie das unsrige kolonisierbar sein. 3. Der Konzession müssen solche autonome Rechte erteilt werden, dass der jüdische Charakter der Niederlassung erhalten bleibt. 4. Und was wahrscheinlich die Haupts״*''׳’־ ist — die Begeisterung unseres eigenen Volkes für das Anerbieten muss solcher Art sein, dass alle die so naheliegenden Schwicrigkekiten, die auch unter den günsti״sten Verhältnissen bei der Errichtung einer Niederlassung sich fühlbar machen müssen, dadurch überwunden werden können.“ Es erübrigt nur noch, in Ihrem Namen der Kommission unsere Anerkennung auszusprechen für die Art und Weise, in der sie ihre Arbeit vollbracht hat. und zu bemerken, dass Mr. W iibusch die schwierige Auigabe. bei der Untersuchung des Territoriums zu helfen und seinen Bericht zusammen zu stellen, übernahm ohne irgend welche Besoldung und einzig von dem Wunsche geleitet, unserer Organisation, «von welcher er ein eitriges und loyales Mitglied ist. einen Dienst zu erweisen. Ich muss zum Schluss noch meinem Geiühl der treuen Dankbarkeit für Sir Clement Hill, der bis vor kurzem an der Spitze des Protektorat-Departements stand, Ausdruck geben, und auch für die andern Mitglieder des Auswärtigen, für die stets gleiche Hülfsbcreitschatt und Liebenswürdigkeit, die uns von der englischen Regierung zu teil geworden ist, seitdem das Anerbieten ursprünglich gemacht wurde. (Lang anhaltcnder Beifall.) Die Rede Zangwjlls. Zangwi'.l, von stürmischem Beifall, besonders der linken Seite des Hauses begriisst. spricht englisch. Dr. M a g n e s übersetzt seine Rede Satz für Satz ins Deutsche. Za ng will: Ich möchte Sie bitten, eine Resolution anzunehmen als Antwort auf das Anerbieten der britischen Regieruug und ich ersuche Sie. nicht aus Respekt für mich selbst, sondern aus Respekt für die britische Regierung mich ruhig anzuhören, wenn auch manche von Ihnen mit meinen Ausiiihrungen nicht einverstanden sein sollten. Sie sind allp hierher gekommen mit bereits festen Entschlüssen und ich werde daher nicht ausführlicher sein, sondern nur das sagen, was der Ernst dieses Gegenstandes erfordert. Ich will Herrn Ussischkin Gelegenheit geben, die Frage heute vorzubringen, die gestern nicht zur Tagesordnung gehörte. Herr Ussischkin hat in einer bache recht. Die Frage ist unvermeidlich. Ich will nur Sie und ihn bitien. meine Argumente verstehen zu wollen und mir nicht mit Karikaturen und rhetorischen Wendungen zu ant- Worten. Ho wo nis-chak mo! In unserer Antwort auf das Angebot der britischen Regierung müssen wir ״ja“ oder .,nein" antworten. Dass wir unser ״ja“ bedingungslos sagen, ist unmöglich. Wenn wir aber ,.nein“ sagen, dann sind wir in Getatir der jüdischen Freiheit und dem Asylrecht in England ins uesk'ht zu. schlagen. Diejenigen, die jetzt versuchen die indische ,Einwanderung in England auszuschliessen. werden sagen. d!c Juden hätten ein grosses und fruchtbares Territorium angeboten erhalten. Sie nehmen es nicht au — so mögen sie z״m Teufel gehen. (Grosse Heiterkeit.) Aber Sic werden sagen, was hat das mit dem Zionismus fr t״,n* .was ¥* dcr Zionismus mit den wandernden Massen rmv'fCrn-״PK ^C,״V״ fc!1ckcl bezahlt haben, zu tun? (Protest- D1evb״a'scht' Rcgrerung hat uns als die Vertreter des _ discheu \olkes anerkannt, und sollen wir uns weniger schützen als uns die britische Regierung schätzte? ,1״ dV! smd'״ebr als ein Parlament von Zionisten, wir sind ein Parlament der Juden aus 23 Staaten der Welt Wir hab'/i ^egt״nb!* ״,Cllt 1allci״ <ic״ Zionistc״ gegenüber, sondern tCginuhcr ga״z Israel und wir müssen die Juden auch gegen ihren eigenen Willen retten, ob sie den Schekel bezahlt haben oder nicht. Es gibt Millionen und Millionen Juden, die niemals Schekel bezahlt haben. Ich meine unsere Kindeskinder —, und wir arbeiten doch für diese Kindeskinder —. ,für diese Millionen von Kindeskindern, diese endlosen Millionen wie ich hofic, für die wir Palästina einmal erlangen werden. (Beifall.) Es gibt auch andere Zionisten, die ihren Schekel nicht bezahlen, nämlich die Maranno-Zionisten. In diesen Maranno-Zionistcn. die mit uns im geheimen sympathisieren. Hegt unsere grösste Hofiiiung. Denn ihrer sind mehr, weit mehr als der werktätigen Zionisten selbst. Wir dürfen keine Art von Zionisten aus unserer Bewegung ausschliessen. Wir müssen vielmehr daran denken, dass wir auch die Interessen der antizionistischeu Juden zu vertreten haben. Wenn wir nicht unsere wandernden Massen gefährden und nicht einfach den Antisemiten Waffen in die Hände geben wollen, so müssen wir der ganzen Welt klar machen, dass das angebotene Territorium nicht das ist, welches die cj1gUs.che Regierung uns ursprünglich zugedacht hat. nicht das ״grosse und reiche Territorium“, von dem Mr. Balfour kürzlich im Parlament gesprochen hat. Wir müssen uns und ander« klar machen, dass dem nicht so ist. (BeifaK.) Wir dürfen der britischen Regierung kein einfaches ״Nein“ antworten, wir müssen für dieses Nein gute Gründe angeben. Der einfachste Grund ist der. dass das angebotenc Territorium nicht Palästina ist. (Anhaltender Beifall.) Ich wusste, dass ich bei diesem Punkte Beifall finden würde, aber es ist jetzt zu spät, wir hätten diese Antwort auf dem VI. Kongresse geben sollen. (Beifall eines Teils des Kongresses.) Beim VI. Kongress hätten wir dies tun können. Jetzt, nachdem wir eine Expedition ausgesendet haben, können wir es nicht mehr. Jetzt können wir nur sagen, dass das Angebot für.uns nicht gut genug ist. Das ist es auch tatsächlich, was das A.-K. in seinem Berichte sagt. Wenn wir dies der britischen Regierung antworten, was soll sie hindert), uns ein besseres Territorium anzubieten (Beifall), denn das Angebot cler britischen Regierung war ehrlich und kein Wahlmpnöver. Aber wenn die britsichc Regierung uns ein besseres Territorium anbietet, was sollen wir dann sagen. (Rufe: Nein! Nein!) Sie sehen, wir können das Prinzip, das hier in Frage kommt, nicht aussei Acht lassen. Herr Ussischkin hat Recht: die F.rage ist unvermeidlich. Es muss hier und sogleich beschlossen werden. Ich bringe deshalb folgende Resolution vor: Der Kongress beschliesst, das hoch 11erzige Anerbieten der Regierung Sr. b r i t i - sehen Majestät, dem Jüdischen VoIke ein grosses und f r u c.h t b a r_e s Gebiet zur Ansicdelung nt i t Selbst v er w altungsrechten unter britischer Hoheit einzuräumen, mit der Erwartung dankbar anzunehmen, dass das zunächst ins Auge gefasste Guas Ngishu Plateau durch andere Gebietsteile erweitert oder ersetzt werd en soll, da nach dem Gutachten unseres Erforschungsaussch usses dieses Plateau der Absicht d £ r Regierung Sr. britischen Majestät nicht entspricht, einer grossen Zahl jüdischer Einwanderer die Möglichkeit des Gedeihens aui britischem Kolonialgebiet zu gewähren. Diese Resolution wird zwei Zwecken dienen. I. Sie wird der Welt sagen, dass das britische Gebiet nicht das reiche und grosse ist. wie es die Welt bisher gemeint hat. Das bringt nicht die Lösung der jüdischen Frage. Wenn uns die britische Regierung kein anderes Territorium anbietet, dann sind wir frei von Schuld, dann werden wir nicht der Missgunst der Antisemiten ausgeliefert sein. II. Wenn ich das Wort ״ersetzt" gebrauche, so sclilicsst das nicht aus. zum Beispiel das Territorium El Arisli. und die Sinaihalbinscl. Ich werde Ihnen jetzt kurz meine Gründe dafür angeben. Unsere Freunde, die •Zione Zion, möchten irgend eine kolonisatorische Tätigkeit ausserhalb Palästinas und seiner nächsten Nachbarländer ausschliessen. sowohl als Mittel wie als Zweck. Daher zeigen die Zione Zion selbst, dass die kolonisatorische Tätigkeit 1ausserhalb Palästinas und seiner nächsten Nachbarländer doch ein Mittel zum Zweck sein kann. Die Frage ist einfach die. ist dieses Mittel gut oder schlecht oder gibt es bessere Mittel oder ist dies eines von den Mitteln, die versucht werden können? Dies ist eigentlich eine Frage der Taktik und da es bei Fragen der Taktik immer verschiedene Meinungen gibt, müssen wir versuchen die Meinung des besten Taktikers herauszufinden. In diesem Saale haben wir zweifellos viele Redne! gleich Demosthenes und Isokrates. Wir sind aber nicht nur ein Parlament. Wir sind auch eine Armee und haben die bestimmt(}

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