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Jüdische Rundschau · 1905-07-28 · Heft 30 (28.7.1905) · page 9

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
X (1905)
Issue
Heft 30 (28.7.1905)
Date
1905-07-28
Page
– (sequence 9)
Language
German
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JÜDISCHE RUNDSCHAU No. 30 Neben diesen, den kleinsten, gangbaren Wert repräsentierenden Marken werden demnächst noch Nationaiiondmarkeo 'ji höherem Werte zu! Krone 40 Kopeken 1 Fr. 1 Mark etc. ansgegeben werden. Die Sammelbüchsen. Die Sammelbüchsen denen gleichfalls dem Zwecke, die kleinsten Spenden aufzunchmcn. Diese Sammelbüchsen werden von Nationalfondszentralen den Sammlern zur Verfügung gestellt Ucberall sollen diese Büchsen hängenl Grössere Beträge für den Nationalfond. Um einmalige oder fortgesetzte grössere Beiträge so zu ermöglichen, dass sie den Stiftern der Summe noch Gelegenheit zu einer besonderen Widmung geben, wurde das goldene Buch des Naüonaffonds eingeführt. Einzelne Personen oder Vereinigungen, die einen Betrag von mindestens 10 L. geben, werden in ein Gedenkbuch, das sogenannte Goldene Buch des Nationalfonds, ginget'agcn und erhalten ein künstlerisch ausgestattetes Gedenkblatt Die zweite Möglichkeit, grössere Beitrage bieten die Sanimelbogen. zu sammeln. Fine der wesentlichsten Einnahmequellen für den Natrmalfonds könnte und sollte die Sclbstbesteuerung sein Sie beruht auf der moralischen Grundlage, dass die Beiträge für den Natioualfond um so höher anzuscHlagcii sind, je mehr sic dem Gefühle der Pflicht, der freiwilligen, dauernden Abgabe entsprechen. Da sSystem der Selbststeuerung, das־ in materieller Hinsicht darin besteht, dass Merlanen bestimmten kleinen Prozentsatz seines Einkommens in monatliehen Raten für den Nationalfonds abgibt, ist erst vor ׳kurzem in grösserem Umfang cingcführt wordesu bewährt sich aber schon jetzt als die beste Basis der Nationalfoudheiträgc. Ls ist allen, denen der Nationalfond am Herzen liegt, dringend zu empfehlen, dass sic gerade diesem System ihre besondere Auimerksamkeit schenken und cs, soweit nur möglich, für s:cl1 und ihre Kreise auszugestalten suchen. Das beste Mittel, dieses System zu organisieren, wird darin liegen, dass sich nebst unseren vielen kleinen Vereinen kleine Sclbstbesteuerungsgruppen von zehn oder mehr Personen (Minjantni) bilden, die regelmässig monatlich an den Leiter der Gruppe unter dem Titel ^Sclbstbesteuerung” ihre Beiträge einliefern. Wenn sich dieses System durchsetzt, wenn es unseren besten Sammlern gelingt, um den engsten Verwandten- und Bekanntenkreis herum solche Gruppen zu formieren, so ist mit dem einfachsten Apparat für grosse regelmässige Einkünfte gesorgt und die Möglichkeit eines immer weiter reichenden Ausbaues getroffen. Man berücksichtigt dabei, dass das Element der freiwilligen Beisteuer auch noch in dem Sinne eine erzieherische Wirkungausflben wird, dass aus den Gruonen selbst wieder neue Sa mmler und Organisatoren neuer Gruppen!!crvorgelicn werden. Darum sei das System der Selbstbesteuerung ganz besonders der Energie und Tatkraft der Sammler und Vereine empfohlen. Vermächtnisse. Eine der Haupteinnahmsquellen des Nationalfonds sollen auch Ict/twillige Verfügungen und Vermächtnisse werden. Es soll durch Agitation und Aufklärung dahin gebracht weiden, dass jeder bemittelte Jude in seinem Testamente den Nationalfonds seinem Vermögen entsprechend bedenkt. Erblasser. der dem Natioualfond ein Vermächtnis von 10 L. hinterlässt, ins Goldene Buch eingetragen wird. Diese Einrichtung ist!bereits ln Uehung. SiVther sind andere diesem Beispiele gefolgt. Allein cs kommen solche Vermächtnisse noch viel zu selten vor. Dem Natioualfond angegliedert ist die Oclbaumspende. Unter diesem Titel wird eine Sammlung veranstaltet zu dem Zwecke. Land in Palästina mit Oelbäumcn zu bepflanzen und so für die Zwecke des jüdischen Volkes nutzbar zu machen. Als Mindestspende wird zum Pflanzen und zur Pflege eines Olivenbaumes die Summe von 7 Krone» 7 Mark, gleich 714 Eres. 3 Rubel festgesetzt. Auch diese Art von Sammlungbürgert sich immer mehr ein und bildet eine wesentliche Unterstützung der Tendenzen des Nationalfonds. Die Oclbaumspende ist besonders bei den deutschen Zionisten beliebt geworden und der Iferziwald wird ihre schönste Zierde sein. , . ־ U י י _ Seite 365 Verwaltung des Natfonalfonds,• Anfertigung der Marken und Verschlefss derselben. Das Aktionskomitee lässt über Auftrag des Kongresses das Wasserzeichenpapier anfertigen, die Markenblätter drucken, zu Büchern ä 100 Bogen binden und in vorgeschriebenct Weise siegeln und numerieren. י Die Bücher werden dem Jcwish Colonial Trust (Jüdische Kolonialbank in London). wefchg!_nach festgestellten Bcdingungen zur zentralen Verkaufs- und Dcpotstellc ernannt ist, abgeliefert und dieser wird mit den repräsentierenden Werten de! verschiedenen Markenbüchcr in den Hauptbüchern des Nationßlfonds beim Aktionskomitee belastet. Die Bank als Hauptzentrale hat die Aufgabe, sowohl selbst als durch Ihre Zahlstellen die Marken an die Landeszentralen, und zwar nur gegen Barzahlung, zu verkaufen. Ke Handhabung und Kontrolle ist äusserst einfach. Die Markenreihen sind mit zwei vollkommen gleichen Talons versehen. Jeder Talon trägt die Bczcichnng der Serie und die laufende Nummer der Markenreihe. Die Hauptzentralc trennt nun beim Verkauf eines Blattes oder cuzclner Reihen von Marken aus dem gebundenen Buche diese derart ab. dass c i n Talon an der abgetrennten Markenreihe (oder den abgetrennten Reihen) bleibt, während der zweite vollkommen gleiche Talon am Buche zurflckbleibt. Kauft nun jemand von der Haupt- oder einer Landcszentrale eine Anzahl Blätter oder einzelne Markenreihen zum Wiederverkaufe, so werden ihm d:ese Markenreihen mit den daranhaftenden Talons ausgefolgt und er kann diese zur Weiter- Verbreitung an kleine Sammler (zu mehreren oder einzelnen Reihen) ebenfalls weiter verkaufen, wobei die Talons an den Reihen noch immer haften bleiben müssen, denn ohne Talons sind die Marken für den Verkauf ungültig. Auf solche Weise kam! jemand mit einer Markenreihe von zehn Marken schon, als Sammler für den Jüdischen Nationaltond tätig sein. Wenn nun jemand dem Jüdischen Natioualfond eine oder mehrere kleine Münzen spendet, so gibt ihm der betreffende Sammler cbensoviele Marken als Bestätigung, indem er, je nach der Grösse der Spende, eine oder mehrere Marken von rechts nach links abtrennt und dem Spender als Quittung ausfolgt. Alle Marken, die einmal vom Talon abgetrennt sind, sind n^cht mehr oiiüiin^sfähig. Sie haben ihren Zweck erfüllt und werden mit dem Moment ihrer Abtrennung vom Talon wertlos wie auch die frei gewordenen Talons. Um jeden Missbrauch zu verhüten, wird dringend gebeten, die als Quittung erhaltenen gekauften Marken zu vermchten. Die Kosten der Anschaffung der Markenbüchcr. die Be- Zahlung dec erforderlichen untergeordneten Arbeiten und das Postporto werden vom Fonds selbst getragen. Alle übrigen Arbeiten im Aktionskomitee. Revision etc., werden als Ehrenamt angesehen und unentgeltlich besorgt. Verwaltung. Das Engere Aktionskomitee übernimmt die Verwaltung des Nationalfonds kollektiv, und es steht ihm die Kontrolle der Bücher zu. Es hat die jeweiligen Bedingungen für die Bank als Dcpotstellc festzustcllen und die Gelder in geeigneten Werten anlegen zu lassen. Das Aktionskomitee des Zionistenkongresses ist diejenige Körperschaft, die über dessen Auftrag auszusprechen hat, ob die Bedingungen eingetreten sind, die den Nationalfonds berechtigcn anzukaufen, und die auch die Entscheidung über den Landankauf hat. frn vorstehenden wurden das Wesen und die innere Eil richtung des Natioiiahonds klargglegt. Daraus war schon 2 entnehmen, worauf cs bei der Propagierung ds Nationalfont vor allem ankomnit. Die Propaganda muss sich darauf eii richten, dass s!e die allerklcinslen Kreise und alle tägliche Gelogcnhdtcn benutzt, um sich dann .in ihrem Umfange bi liebig zu erweitern, wenn einmal die Grundlage für die kleir ^rÄ1S\,D" n;|!rhstclf Verwandten- und Bekanntei kreis stellt die kleinste Grundlage dar. In diesen Kreise fortgesetzt so zu arbeiten, dass möglichst viele die Idee d< NattonaUonds. sme eminent sittliche nationale Bedeutung ve stehen, ist die wichtigste Aufgabe. Insbesondere unter d< Heranwachsenden Jugend muss in einer dem jeweiligen Alt! «״׳S^reC^fl״ cn ^as '^ escn tks Nationalfonds so erklä u erden, dass es unserer Jugend eine Freude und zugleich eii pflichtgemassc Uebung wird, wenn sie bei den verschiedene Anlassen selbst Sammlungen für den Nationalfond veranstal» ״־!>״, mrm di־ K*״dcr da rauf I,inweist. JfttÄ bedacht zu setn. allerhand Gegenstände für den Nationaifoi ss

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