Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- X (1905)
- Issue
- Heft 29 (21.7.1905)
- Date
- 1905-07-21
- Page
- – (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
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JÜDISCHE RUNDSCHAU No. 29 Seite 354 * und Halfa-Dam asc u s. Dadurch kommen im Frühling und *im Herbst so viele Touristen nach Jerusalem, dass die Stadt• ein zweites Cairo geworden ist. Die Touristen bringen viel Geld ins Land, welches von der Bevölkerung wiederum in besseren Wohnungen und in aus Europa bezogenen Bedarfs- .iitid Luxusartikeln angelegt wird. “Der ErntecJtrag in Palästina war im Berichtsjahre weit geringer als im vorigen Jahre, da im Jahre 1903 die Regenmenge weit unter •dem Durchschnitt war. Die mit Anpflanzung von Baumwolle in Palästina gemachten Versuche waren den Umständen entsprechend sehr zufriedenstellend. Diese Vcrsuche sind nämlich mit unzureichenden!Mitteln unternommen worden und das Ergebnis war daher nicht so. wie es sein könnte. Falls die B a 11 m w o 11 k u 11 u r in Palästina von Erfolg' gekrönt sein sollte, so würde diese im Verein mit der grossen Ausfuhr von Orangen dem Palästinahandcl eiten ganz־ erheblichen Aufschwung verleihen. Der Konsul bedauert ferner, dass die Ausbeutung der Mineralien in Palästina noch'; nicht einmal in das Anfangsstadium getreten ist. Dies ist um so bedauerlicher, als bekanntlich das Tote Meer sehr grosso Mengen von Asphalt. Salzen, Sulfaten und selbst Petrolcum enthält. Die allgemeine Entwicklung des Handels hat dazu geführt, dass die Bankgeschäfte es für vorteilhaft gchalten haben, in Jerusalem Filialen zu eröffnen. Im Berichtsjahrc sind zwei neue Banken hinzugekommen, so dass gegenwärtig in Jerusalem eine deutsche, eüic englische, eine französische, •eine ottomanischc. nebst mehreren Privatbanken sind. Ganz speziell wächst die Zahl der Juden in Jerusalem sowohl als in ganz Palästina. Diese Tatsache stellt dem Lande o:ne sehr günstige Prognose, da die JuUc-n in Palästina gegenwärtig ein sehr aktives, unfern eh munttsfustiges Element geworden s i n d. — Wir können daran nur die Hoffnung knüpfen, dass die Juden das mehr und mehr werden möchten! Berichtigung zu dem Entwurf des Organisationsstatuts in No. 27 Bei der Veröffentlichung des Entwurfes zu einem Organisationsstatut von Rechtsanwalt Dr. B od c n h e i in c r in No. 27 der JÜDISCHEN RUNDSCHAU hat sich leider durch Wcgbleiben der richtigen und Einschieben einer falschen Zeile ein sinnentstellender Fehler eingeschlichen. Am Ende des § 18 muss es heissen: **״ Für den Fall der Verhinderung der Dele- *i-rten sind Ersatzmänner zu wählen. Der Ersatz- '•••• delegierte erlangt erst dann ein Recht auf die Delegiertenkartc, wenn die Mitteilung des Delegierten vorliegt, dass er sein Mandat nicht auszuüben in der Lage ist.“’ ן Aus der Bewegung Zur Beachtung; In der Zeit des Kongresses befindet sich die Redaktion der JUEQISCHEN RUNDSCHAU in Basel im Kongresshause. Die Adresse der Redaktion ist: Redaktion der JUEDISCHEN RUNDSCHAU, Basel (Schweiz), Stadtkasino (Von Deutschland aus doppeltes Porto!) Alle für die Redaktion bestimmten Sendungen, und Zuschriften sind von heute an dorthin zu richten bis einschliesslich Freitag, den 4. August 1905. Berlin. Moses Hess* zionistische Schriften sind nunmehr mit einer sehr eingehenden Biographie des Verfassers von Theodor Zlocisti erschienen. Das Werk kostet <m Buchhandel 3.50 Mk. ־ Da wir auf eine grössere Zahl von Excmpftareii subkribiert haben, so stellen wir dieselben, soweit der Vorrat rcicat, bei Abnahme von mindestens 5 Exemplaren den Ortsgruppen zum Preise von 2,50 Mk. exkl. Porto und Verpackung zur Verfügung. Bestellungen sind bis zum 20. Juli an den Verlag JUEDISCHE RUNDSCHAU. Berlin, Auguststr. *19a. erboten. Freiburg L Br. Die zionistische Ortsgruppe hielt am 25. Juni ihre G e 11 e r a I v e r s a m m l u 11 g ab. Die Zahl der Mitglieder du der Stadt beträgt 57; sie hat sich gegen früher nicht wesentlich verändert. öffentliche Vorträge während der letzten Jahre wurden hier gehalten von: Dr. Ka 1 m us-Hamburg: ..Unsere Zeit im Zeichen des Zionismus“.; Julius S i m o n ־ Mannheim: ״Uber jüdische Renaissance“; Dr. M 0 s e s - Mannheim: .,Judennot und Judenwanderung“. Am 10. Juli 1904 fand eine öffentliche Traucrfciicr in der Ss־nagoge für unsern verewigten Führer Dr. Herzl statt. Aus den zahlreichen Vereinsab enden seien folgende Referate hervorgehoben: Dr. Jacobsohn: ״Nichtjuden und Zionismus“; Koref: ״Üb. r das Kulturproblcm im Zionismus“; Kaiser: ,.Über moderne Jargonütcratur“; Kutzinsky: ״Uber Palästina-Kolonisation“; Licht heim: ״Über die wirtschaftliche Zukunft Palästinas.“ Ausserdem referierte der Vorsitzende, Kaufmann, über verschiedene Gegenstände, so u. a. über die Organisationsbcstrebimgcn der deutschen Juden, über die Vcrlumdlungeii des Delcgicrtcntages und des Zcutral-Kmnitccs, über die S'tuation im Zionismus nach dem Tode Herzls. Die Ortsgruppe hält in ihrem Vcrcinslokal eine Anzahl jüdischer Zeitungen und hat ausserdem eine kleine Bibliothek. V e r - Sammlungen in auswärtigen Orten wurden 3 ma! in Breisach, 1 mal in Miillhcim und 1 mal in Eichstcttcn abgchalten. In Konstanz und Gerlingen kamen leider keine Vcr- Sammlungen zustande. Der Gruppenverb;■!׳d konnte nur eine sehr platonische Wirksamkeit entfalten. Den Kassenbericht verlas in Behinderung unseres Rechners Moritz Weil dessen Vertreter Salix־ Weil. Die Resultate seien hier rnitgeteilt; 1. Ortsgruppen: Einnahmen 1900.1•} Mk.. Ausgalten 1833.11־ Mk.. Bestand 117 Mk. 2. N a t i o n a 1 f 0 n d: Es wurden in der Bcrichtszc׳t 1099.86 Mk. (also rund 1101• Mk.) an* gesammelt, davon bisher an das Zentralburcan abgciiihrt 880.85 Mk. Bestand 219.01 Mk. 3. Ölbaum-Kasse: Es wurden im ganzen 21 Bäume;1 6 Mk. 126 Mk. gespendet, wovon abgeiührt und veröffentlicht 19 Bäume (114 Mk.) Sc h e k e l - K a sse: E״ gingen 203 Schekel ein. wovon entfallen auf Freiburg 80. Konstanz 38. Gailiugcn 22. Breisach 29. Eichstcttcn 15. Miillhcim 10. Ottenburg 9. Zum Vorstand für das neue Schekeljahr wurden gewählt: prakt. Arzt Kau!- mann, Moritz Weil, Jul. Sommer. Dr. Jacobsohn, Isac Sommer. Ferner fanden die Wahlen zum Kongress und Pclegiertentag statt Zum Kongress: Kaufmann. Stcllvcrtrctc!: M o r i t z W c'! 1. Zum Dclcgicrtcntag: Moritz Weil. Dr. Jacobsohn. Stellvertreter Jul. Sommer. Hamburg. Das hanseatische Veibandsbureau hat in der Zeit vom 1. Oktober 1904 bis 30. Juni 1905 vereinnahnit und (bis auf die Einkünfte aus den Telegrammformularen) an die zuständigen Stellen abgefürt: in Summa Mk. ]82982. und zwar; .. , Nat.-Fondspenden .... Mk. 62,י_> ז für 2000 Nat.-Fondmarken . .115.- , für 31 Oelbäume . . . ._180 יי —! für Jüdische Kolonialbank: 20 Shares.Mk. 4P, für Jüd Kolonialbank: Shares-Marken u. Bücher , 190, für Nat-Geschenk für die Kinder Herzls für Telegrammformulare (!010 Stück ä 3 Pf.). 1006,02 600.- 103,20 12’.- 1829, 2 Ausserdem wurden zahlreiche Broschüren. Bücher vom Jüd. Verlage. Ansichtskarten etc verkauft, regelmässig Agitations-Exemplare der RUNDSCHAU versandt. Flugb'ätter verteilt etc. Das Bureau hat die Lübecker Zentral-S.mimclstellc eingerichtet und lokale Sammelstellen in Hamburg und Bremen geschaffen. Eine Propragandaversammlung wurde in Hamburg abgehalten (Redner Dr. Kalmus). Redner wurden ausserdem entsandt nach Lübeck zweimal (Rcfer. David und Estermann) und nach Bremerhaven (Dr. Kalmus.) Zionistisches Verbands-Bureau der Hanse- Städte. Dr. Kalmus. C כ"» Rundschau *inwr Aus Russland Dia Juden In Russland Unser bekannter Gesinnungsgenosse, Ingenieur M. U s s i s c 11 k i n aus Jckaterinoslaw sprach sich einem Mitarbeiter der WAGE gegenüber in der folgenden Weise über die russische Judenfragc aus: Es kann keinem Zweifel unterliegen, dass die Judenhetzen, die ״Frogroms’’. ein Werk der russischen Regierung sind.