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Jüdische Rundschau · 1905-07-21 · Heft 29 (21.7.1905) · page 8

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
X (1905)
Issue
Heft 29 (21.7.1905)
Date
1905-07-21
Page
– (sequence 8)
Language
German
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Seite 34S No. 29 JÜDISCHE RUNDSCHAU “““ ““ -—-*—״ %־ Geldmittel nicht zur Verfügung gestellt werden konnten und niemand wissen konnte, wieviel an Landesbeiträgen eingehen wurde. Diese Vorsicht in der Verausgabung von Geldern hat sich auch als dringend not* wchdig erwiesen, da die bisher cingegangcnen Landesbeitrage zusammen mit den einbchaltencn Schekelgeldern gerade die Ausgaben decken. Die Tätigkeit des Zentralbureaus begann mit der Einrichtung eines Bureaus, das sich zuerst Friedrich- Strasse 5$ befand und am 1. April 1905 nach Mauerstrassc 2•verlegt wurde. Seine Errichtung hat unseren Etat nur mit 300 Mark einmaliger Ausgaben belastet. Dieses günstige Ergebnis verdanken wir der Opfer- Willigkeit einer Berliner Zionistin, cter wir hiermit nochmals unseren Dank aussprechen. Auch die Unterhaltung des Bureaus ist so billig wie möglich geordnet. Unser Hauptausgabeposten sind die zur Führung der 'Korrespondenz notwendigen Porti und Schreibmaterialie:!. Nach Einrichtung des Bureaus mussten wir zunächst eie Schckelsammlung für das Jahr 19031904 ׳ beenden. 25110 Mark Schekelgelder und über 300 Sehekelblc.cks wtirdih noch nachträglich an uns abgeliefert. Diese Einziehung hat viel Arbeit gemacht und Unkosten verursacht, da w ir viele Blocks nur nach unzählik־;n Aufforderungen zurückerhalten haben. Erst nach Erledigung dieser peinlichen Arbeit kennten wir uns unseren eigentlichen Aufgaben widmen. Die Organisation der Zionistischen Vereinigung für Deutschland kann nunmehr als aut Grundlage der Hamburger Beschlüsse durcligcnihrt angesehen werden. Die Ortsgruppen sind an den direkten Verkehr mit dem Zentralbureau gewöhnt. Sie haben dieses Jahr, teilweise zum ersten Mal seit ihrem Bestehen, Schekel- und Landesbeiträge direkt an die Zentrale abgeführt. Die durch den Hamburger Delcgicrtentag neugeschaffenen Gruppjenverbündc sind auf mmeren Vorschlag in der Sitzung des Zentralkomitees vom 31. Juli 1904 eingerichtet worden. Wir haben ihnen eine Reihe von Aufgaben zugewiesen, ׳da ihre Kompetenz aus dem Statut nur.unklar zu erkennen war. Einige von ihnen haben ihre Aufgabe, das heisst im wesentlichen cfie Agitation »n denjenigen Orten, an denen eine Organisation noch nicht besteht, oder die vorhandenen Ansätze noch der Unterstützung bedürfen, ernst und mit gutem Erfolge in Angriff genommen. Nur einige wenige stehen noch, tcilwci*•; aus Mangel an Arbeitskräften, auf dem Papier. Unser Hauptaugenmerk war naturgemäß; auf die Agitatuh gerichtet. Wir haben es hierbei nach Möglichkeit vermieden, in die inneren Angelegenheiten der Gruppen einzugreifen. Pie Gruppen dürfen unter keir.irf Umstünden) 'die Uct»״«-ze11g11:1g gewinnen, als ob das Zentralbureau die gesamte Agitationsarbeit in Deutschlaud zu leisten habe oder auch nur leisten könne. Die Gruppch dürfen keinesfalls ihr individuelles Leben verlieren und zu Centivn für die Einsammlung von Schckelgcldcrn,' Landcsbeiirägcn und — Natbnalfondspenden herabsinken. Sic müssen selbständig arbeiten, jede Gruppe unter Berücksichtigung des Materials an Arbeite1|n, das ihr zur Verfügung steht, und der Sonderart der Bevölkerung, unter der sic wirken will. Das Zentralbureau kann nur allgemeine Anleitungen für die Agitation geben, md durch Beschaffung von Flugblättern, Broschürfji, Zeitungen, durch Bearbeitung der Presse und Vermittelung von Vorträgen die notwen.'- digen Voraussetzungen für eine gedeihliche Arbeit sdnficn und den Säumigen zur Arbeit hcranzuzicb.cn versuchen. In diesem Rahmen glauben wir getan zu haben, was sich im ersten Jahr tun Hess. Wir haben das Flugblatt No. 6 bereits in 2 Auflagen von je 5000 Exemplaren he,rausgegeben, die Korrektur für die 2. Auflage der Broschüre des Oberrabbiners Roth: Zionismus und Orthodoxie besorgt, da die 1. Aufläge infolge der schlechte;! Uebcrsctzung ün Deutsch- Iand unverwendbar war. Unter unserer Mitwirkung sind Moses Hess Jüdische Schriften mit der wertvollen Hess-Biographie von Theodor Zlocisti und die Herzl- Gedenknummer der JUEDISCHEN RUNDSCHAU erschienen. Noch in diesem Monat wird die 3. Auflage der beliebten Broschüre Max Nordaus: Der Zionismus und seine Gegner ausgegeben werden. Wir haben *eine Rednerliste vcröfkhtlicht, und Herrn York Steiner für eine Vortragstourncc gewonnen. Herr Steiner hat in 10 Ortsgruppen mit grösstem Beifall aus seinen Werkvri vorgetragen. Auch die Herren Dr. Friedetnann, Dr. Goldberg und Auerbach sind von uns zu grösseren Agitationsrei'sen in Ostpreussen und Oberschlesien veta;1Iasst worden. Abgesehen hiervon hat die Vermittelung von Vorträgen auswärtiger Redner im vergangenen Winter lei• der noch nicht in ausreichendem Masse durchgeüilirt werden können. Wir haben zwar eine Rednerliste veröffcntlicht, die eine grössere Anzahl von Namen enthielt. Leider haben sich aber nur wenige Herren für bestimmte Termine festlegen könr/cn. Ausserdem waren gerade «n diesem Winter einige unserer fähigsten Redner durch Krankheit und Berufsgeschäfte verhindert, sich wie in den früheren Jahren in dc\1 Dienst der Agitation zu stellen. So erklärt •cs sich, dass wir leider in einer ganzch Anzahl von Fällen ausser Stande waren, für Redner zu sorgen. Gerade bei diesem w ichtigen Punkte sind wir mehr als anderswo auf die Mitarbe'jt der Ortsgruppen und das Entgegenkonnr.-cn der Parteigenossen, die die Verträge haltifi, angewiesen. Eine planmässige Versorgung der Ortsgruppen mit Vorträgen ist mir denkbar, wenn sich die Ortsgruppen und die Redner ausnahmslos der Vermittelung des Zentralbureaus bedielten. Nur ׳dann können wir grössere Agitationstourcn zusanmienstellen und alle Gruppen zu berücksichtigen versuchen. Die Vcnnittclung durch das Zentralbureau hat übrigens für beide Teile den Vorteil, dass die Erstattung der Auslagen durch das Bureau erfolgt. Daneben hatte•! wir mit anderen Angelegenheiten zu tun. Neue Schekelblacks wurden hergestellt. Wir gaben Schemata für Makkabäerfeiern heraus und 10rderten die Herausgabe eines Zionistischen Volkskalcnders. Andere Aufgaben wurden zwar in Ahgn'ff genommen, konnten aber noch nicht erledigt werden. ,י־־'־ die Versendung von Agitationsreden aji kleinere Gruppen, die Vorführung von Lichtbildern jüdischer Kunstwerke, die Fortsetzung der Arbeite! der!111011־- arbeitskemmission, die Herausgabe c 11 •es zionistischen Adressbuchs, einer zionistischen Korrespondenz, eines zionistischen ABC־BucI1s, einer Agitationsbroscluire über Palästina nebst einer Karte und emer populärwissenschaftlichen Arbeit über die Geschichte der deutsch-jüdischen Assimilation vom Standpunkt des Nationaliudentum•;. Für letzere Arbeit ist uns voll einem Berliner Zionisten bereits ein Preis von 150 Mk. zur Verfügung gestellt worden. Die letztgenannten Pläne hoffen wir teils schon iln Herbst, teils noch Im Whter dieses Jahres durchzuführen. Die Vorarbeiten sind schon im Gange. Besondere Aufmerksamkeit haben wir der Agitatien für den Nationalfond gewidmet. Wir haben unter

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