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Jüdische Rundschau · 1905-06-30 · Heft 26 (30.6.1905) · page 15

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
X (1905)
Issue
Heft 26 (30.6.1905)
Date
1905-06-30
Page
– (sequence 15)
Language
German
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No. 26 JÜDISCHE RUNDSCHAU Seite 315 F wicsene Zahl von Exemplaren auf die ausgewählten Nam •11 und zahlen den Abonnemcntspreis inkl. Bestellgeld ein. Das letztere ist von den einzelnen Ortsgruppen zu tragen, der Abonnementspreis aber von der RUNDSCHAU zurückzucrstatten. Unbedingt erforderlich ist hierfür jedoch, dass die RUNDSCHAU ini Postabonnement billiger sein muss als bei direktem Bezüge, wie es auch bei jeder andern Zeitung der Fall ist. weil nur bei Postabonnement die Aussicht besteht, dass ein grosser Teil der neuen Leser auch nach Ablauf des Quartals die RUNDSCHAU weiter lesen wird. Denn dann wird ihnen die lästige Neubestellung durch ihre Briefträger abgenommen, die in den letzten Wochen des alten Quartals die Rechnung für das neue vorlegen und so den Fortbezug der Zeitung ohne Mühe der Leser ermöglichen. Auch die jetzigen Leser der RUNDSCHAU würden diese Änderung zweifellos mit Freuden begrüssen. — Die RUNDSCHAU selbst würde die ihr durch die Agitationsabonnements erwachsenden Mehrausgaben durch die bei einer vielmals stärkeren Auflage zu erwartenden Mehreiunahmen an Inseraten decken können. Andermal müsste die Z. V. f. D. den Fehlbetrag ersetzen. Dass die RUNDSCHAU, die ja im Gegensatz zu manch anderem Parteiorgan auch bisher stets auf Vornehmheit in oer Diskussion gehalten hat, in der Zeit der Agitatiinsabonnements noch ganz besonders auf den Inhalt des Blattes bedacht sein müsste, ist selbstverständlich. Die öde territorialistischc Fehde wird hoffentlich nach dem Kongresse verschwinden, und der ihr gewidmet gewesene Raum für nützlichere Dinge frei werden. Von Vorteil wäre vielleicht auch ein auf die Nummern des Vierteljahres verteilter, wesentlich gekürzter und wesent• lieh verbesserter Sapir, der dann auch als Broschüre erscheinen könnte. III. In der Sitzung des Z.-K. der Z. V. f. D. vom 23. und 2*1. April d. Js. wurde beschlossen, eine aufkiärende Broschüre über Palästina herauszugeben. Ebenso notwendig ist aber d'e Herausgabe einer guten und billigen W and karte von Palästina und seinen Nachbarländern. Das Bedürfnis nach einer solchen Karte dürfte wohl von niemand geleugnet werden. Sollte die Karte nicht von unserer Palästina-Kommission herausgegeben werden, so müsste die Z. V. 1. D. dafür sorgen. IV. Als letzten, keineswegs aber unwichtigen Punkt möchte ich hier die Herausgabe eines modernen, leicht fasslichen und von allem unnützen Ballast befreiten Lehrbuchs der neuhebräischen Sprache anregen. Soviel mir bekannt ist, existiert für deutsche Juden nichts dergleichen. Jede Ortsgruppe müsste verpflichtet werden, eine in bestimmtem Verhaltnis zur Zahl ihrer Schckelzahler stehende Anzahl von Exemplaren des Lehrbuchs zu übernehmen. Dr. E. C11 a m i z e r. Die Nationalbibliothek Von Herrn A. S. Hirscliberg tu Bialystok ging uns ein Schreiben zu. dass s׳ch cccen den Artikel Dr. Heinrich Loevvc s in Nro. 1 unseres LITERATURBLATTES über die Nationalbibliothek zu Jerusalem richtet, und dass wir trotz der darin enthaltenen eigentümlichen Ausdrücke schon deshalb zum Abdruck bringen, weil Dr. Josef Chasanowicz sich in einem Begleitschreiben mit Form und Inhalt des hebräisch geschricbcnen Sendschreibens einverstanden erklärt. Ausserdem werden grade die Leser der JÜDISCHEN RUNDSCHAU am besten sich ein Urteil zu bilden in der Lage sein, weil sie wiederholt Gelegenheit hatten, unsere ungeschminkte Meinung über die Nationalbibliothek zu lesen Die Zuschrift lautet: Dem werten Herrn Zionisten Dr. Heinrich L o e w e, . Berlin. Der Vorstand der Bibliothek Midrasch Abarbanel ermächtigt mich auf einige Fehler, die ihrer Feder entsprungen sind, und zwar in einem Artikel ,Nationalbib! otliek" hinzuweisen und Sie um deren Richtigstellung zu ersuchen, weil Sie die Ehre der Nationalbibliothck antasten. Also: Der Vorstand, welcher an der Spitze der Bibliothek zu Jerusalem steht, besteht aus den Besten Jerusalems; cs genügt solche Namen wie: M. Piness, D. Jellin. M. Adelmann (der sich sehr viel mit alten Schriften beschäftigt hat), Ephraim Cohn, S. Mcinchas, anzufiihren. Auch die Obricen sind alle ehrenwerte Männer und volksfreundliche Leute. Sic sind nicht blos Maulzionisten! Die meisten waren auch ihre Gründer ohne deren Arbeit das Haus unmöglich bestehen konnte, da diese Arbjit eine ausgedehnte Kenntnis der hebräischen Literatur erfordert. Einer der Vorstands- Mitglieder wurde auch als Bibliotlickar angestellt, und seine Stellung machte ihn auch zum tüchtigen Bibliographen, der in sein Amt passt und auch demnächst einen Katalog anfertigen wird. Zwar gehören alle Vorstandsmitglieder auch der Bne- Brith-Logc an, die in Palästina auch national ist, da ihre Taten dort national sind. Ausserdem aber hat die Bibliothek ihre Existenz doch ausschliesslich der Bnc-Brith-Logc zu verdanken, denn von Anfang bis heute empfängt die Bibliothek die grösste Summe von dieser Loge, da. abgesehen von den kleinen Summen, welche für sic dem Zionistenkongress mit Schwierigkeit abgerungen werden, sich die Zionisten sehr wenig an ihr beteiligen. Und auch heute, wenn es dem Herrn E. Cohn nicht gelungen wäre. 600 Pid. Sterl. von dem Fond מזכרת משה als Darlehen zu erhalten, so würde der Grund* besitzer, Pfandrecht am Hause besitzen. Das Haus ist aus Eisen und Stein gebaut, so dass es vor Feuer• sicher ist Und wir wundern uns. dass Sic in Ihrem Artikel gesagt haben, dass das Haus nicht feuersicher ist. Das Haus, welches schon erbaut ist, bildet nur einen Teil von dem, was wir geplant haben, und nur aus Mangel an Mitteln bcgnügten wir uns damit Und wenn die Zionisten sich daran beteiligt hätten, so hätten wir an die Erweiterung!gehen können und es wäre daraus eines der schönsten Häuser In Jerusalem geworden, das unserem Volke Ehre bereiten könnte. Auch wir hier und unsere Brüder zu Jerusalem beschäftigen uns seit einigen Jahren mit der Frage der Eintragung des Hauses als juristische Person, auch im Namen eines nationalen Instituts. Zuerst wollten wir das Haus aui den Namen einer der jüdischen Gemeinden in Europa eintragen, da aber diese in Parteien gespalten sind, so sind wir geneigt, cs auf den Namen des Nationalfonds eintragen zu lassen, sobald er zu einer juristischen Person wird, wenn er das Erwerbsrecht bcs'tzcn wird (aber auch nur dann). Wir sind also nicht mehr in!Meinungsverschiedenheiten mit unseren Brüdern, den Zionisten. Aber auch dann werden \\־r nicht die Leitung Leuten von der Strasse ausliefern, da wir sehr wohl verstehen, dass gerade solche Leute gewöhnlich gewählt werden, von 4iionistisehen Vereinen, welche heute entstehen und morgen cingehen. und also nicht berechtigt sind, die Leitung eines Hauses, das für die Ewigkeit dastehen soll, zu übernehmen. Auch nach der nominellen Besitzänderung woi'cn wir sicher sein, dass auch dann keine anderen Leute, als M. Piucss und Adelmann gewählt werden. Im allgemeiner! wundern wir uns, dass Sie sich in solche Intriguen eingelassen haben und sich zu einer Verleumdung der Bibliothek hergegeben haben. -I. Wir stimmen Ihnen vollkommen bei. dass die Bibliothek nach ihrem heutigen Zustande sich noch nicht eine Nationalbibliothek nennen darf. Ein Gebäude, das nur 30 000 Franken kostet und eine Zahl von 2S—30 000 Büchern besitzt, darf sich auch bei kleinen Völkern noch nicht Nationalbibliothck nennen. Und wir. die wir ein Volk des Buches genannt werden, dessen Bücher zum Völkerlicht wurden, sind nicht einmal imstande unsere eigenen Bücher an einem Platze, wie Jerusalem, beisammen zu haben. 5. Sie irrten sich, als Sie sagtet!, dass die Arbeit für die Nationalbibliothek aus den von Ihnen angegebenen Gründen aufgehört hätte, ln Wahrheit hat sie noch gar nicht begonnen von den Leuten in der Hand genommen zu werden, deren Pflicht es eigentlich wäre, nämlich den Zionisten. Wir aber haben noch nie aufgehört zu arbeiten sowohl Chasanowicz hie׳ wie der Vorstand zu Jerusalem dort. — Und auch heute, nachdem wir gesehen haben, dass man hier des Krieges und der Unruhe wegen nichts tun kann, beauftragen wir den Dr. Gold her g aus Hosenpot nach Westeuropa zu gehen und die Grossen Israels dafür zu interessieren, in J e rusa lern eine wirkliche Nationalbibliothck zu errichten. Wir hoffen also, dass Sie und alle unsere Brüder uns tn dem Bestreben unterstützen werden, an dem Werke zu arbeiten, wo sich sowohl Zionisten als auch Nichtzionisten beteiligen können, da das Haus unser ganzes Volk vereinigt. A. S. Hirschberg. Veriasser des Buches: ״Misclipat haj-jischub b'Erez lisracl" und ״Kadimah“. Wir würden Unrecht tun, wenn wir dem obigen Sendschreiben in Einzelheiten entgegentreten würden. Man kann ein guter Schocliet sein, ohne zum Bibliothekar zu taugen, und selbst ein Bibliograph wie Steinschneider, ist an und für sich m ch nicht zum Le׳tcr einer Bibliothek berufen. Aber uns lag aus Interesse an der Sache daran, zu zeigen, dass die Nationalbibliothck weder eine Bibliothek noch Nationaleigentum ist. Ein Steinbau. in dem die Bücher verstaut und verharrst sind, ist nicht dadurch feuersicher geworden, dass mau in einem holzarmen Lande nicht so unverniimtig sein wird, auf Kosten der Billigkeit partout mit Holz bauen zu wollen. Der Besitztitc! einer Bibliothek ist der Katalog und ein solcher existiert nicht, kann auch nicht existicren. weil kein einziger der leitenden Personen weiss, was in

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