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Jüdische Rundschau · 1905-06-23 · Heft 25 (23.6.1905) · page 16

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
X (1905)
Issue
Heft 25 (23.6.1905)
Date
1905-06-23
Page
– (sequence 16)
Language
German
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Seite 300 JÜDISCHE RUNDSCHAU No .25 Wirtschaft zugänglichen Negerstämtnen und vor allem auch in J den ludern, denen Ostafrika eine zweite Heimat zu werden! scheint. | Unter den jüdischen Siedlern, welche in der Zahl von ca.! 12 sich im Lande finden, war cs besonders Herr Marcus, ein J schon mehrmals erwähnter Kaufmann in Nairobi, der uns die besten Auskünfte über das Land und im Besonderen auch Ober die Judensiedclung geben konnte. Er ist der Mann, der sich hinsichtlich seiner Kenntnisse am besten dazu eignen würde, bei der Inangriffnahme eines jüdischen Sicdclungsunternchmens auf dem Ouasso-Ngischu-Piateau eine administrative Steilung cinzunchmcn, doch zweifle ich daran, dass er für ein solches Unternehmen den nötigen Mut haben würde. Ein Mann wie Herr Marcus, der in Ucbersec schon so viele zum Teile auch bittere Erfahrungen gesammelt hat, ist von vorgefasstem Qptimismus weit entfernt, und ich glaube, dass er sich der Schwierigkeiten sehr wohl bewusst ist, welche eint, in grossem Mass- י stabe angelegte Judcnsicdchmg in sich schliesst. Er kennt die Verhältnisse der gegenwärtig in Britisch-Ostafrika anwcsenden Siedler sehr genau, und wird befragt, ihnen die Aus- Rnnft geben müssen, dass hier nicht alles Gold. was glänzt, und dass im Speziellen die Stellung der jüdischen Siedler keine sehr beneidenswerte ist. ׳ Wir haben mehrere dieser Siedler kennen gelernt und zwei auf ihren Farmen besucht. Was wir hier aber horten und sahen, war nichts Erbauliches und ich bedatire die armen Leute, die hier ihre Zeit und ihr weniges Geld zum Order bringen. Noch schwieriger würde die Stellung solcher jüdischer Siedler werden, wenn sie in geschlossenem Verbände, als eine Art Genossenschaft auf dem im allgemeinen sehr unwirtschaftneben Guasso-Ngischu-Platcnu sich niedcrlicssen. Es gibt auch in Ostafrika Antisemiten, und zwar solche, die am meisten zu befürchten sind, die Neider. Pas Guasso-Xgischu-Piateai׳ möchte so unwirtlich sein, als es wollte, so würden die Farmer von Ostafrika sich doch sehr benachteiligt fühlen, wenn ein Areal von 5000 OuadratmeHen an eine meist von Ausländern gebildete Korporation gratis abgegeben würde. Sie befürchteten die Konkurrenz der Juden in einem Gcnosscnschaftsvcrbandc mehr, als wenn sie als Ein■ zelpcrsonen und Einzclunternehmcr im ganzen Lande sich verteilten. In diesen Gefühlen hat auch der ״Piianzerverband" einen Protest gegen die Vergebung des Guasso-Ngisebu-Hoeblandes an die Juden erhoben, und in diesem Sinne habe Ich so viele über dieses Unternehmen reden gehört. Sehr viele befürchten auch den Zuzug mittelloser Leute, die sich über die ganze Kolonie verteilen könnten, wenn sic im Territorium ihr Auskommen nicht fänden. Dass die Juden bei einer rationellen, sorgfältigen Auswahl des Siedelungsmatcrials ein Land zu kolonisieren im Stande wären, wird niemand bezweifeln, und ich glaube auch, dass sic sich seihst zu einem ächten Hirtenvolke zurückhildcn könnten, ähnlich wie die Holländer, Deutschen und Franzosen dies getan haben. Auf dem Guasso-Ngischu-Plateau sind die wirtschaftlichen Verhältnisse aber so ungünstige, dass ein Teil der Siedler sicher wieder das Land verlicssc, und dass cs zu einem erfolgrelch arbeitenden Kolonisationsfccrbande daher niemals kommen könnte. Die Besiedelung würde «Millionen vcrschlingen, und• der Nutzeffekt des ganzen Unternehmens siifndc in keinem Verhältnis zu der aufgewendeten Arbeit. Ich halte das Territorium für sehr ungeeignet, sowohl!!^Hinsicht auf eine In! Genossenschaftswege oder in Privatarbeit zustande gekommene reine Judensiedclung, als auch in Bezug auf eine durch eine Chartered Company eingeleitctc gemischte Sicdelung. Will man jüdisches Geld, jüdische Arbeit und jüdisches Blut dem Zionistengedanken nutzbar machen, so lenke man sic auf ein versprcchendercs Gebiet und nicht auf ein Land, das allem Weltverkehr so weit abliegt, so harte Anforderungen an den Siedler stellt und so wenig dazu geeignet ist, den Zusammenhang des Judentums zu befestigen. (Wir bemerken, dass Dr. Kaiser, der Autor dieser letzten beachtenswerten Sätze nicht etwa Jude, sondern christlicher Deutscher ist. D. Red.) Bericht Von Ingenieur N. Wilbuscli. ' (Auszug.) ' DIE HÖLZER Meine zweite Aufgabe ist, über die Verwertung der Hölzer zu berichten. Leider ist diese Frage nicht viel günstiger, als die der Flüsse, denn es gibt eigentlich gar keine Hölzer, die man verwerten könnte. An Holzexport ist ja gar nicht zu denken, und sind auch hier wie dort Mittel zu suchen, wie man sich In dieser Angelegenheit selber abhclfcn soll, von wo Bau- und Brennholz für den eigenen Bedarf der Ansiedler zu befördern wäre. Denn es fehlt hier nicht mir an gutem Bau- 1101z. sondern in den meisten Gegenden taucht die Brennholztrage wegen der kalten Nächte noch als wichtiger auf. Das ganze Elgorini-Gcbict und die Nzoi.1, die so wichtig ihres verhältnismässigen Wasserreichtums wegen ist.' die Walcrtc und der ganze Oberlauf vom Kubkong, haben keine Spuren von Holz 1!nd Büschen. Im Westen am Unterlauf des Kubkongs und im Norden an den Aüahrc-Bcrgcn und Chipehiragnani, sowie in der Südostgegend am Lnesos. kommen vereinzelte Akazien und Büsche vor, die aber für die örtlichen An- Siedler kaum ausrclchen, auch sind die Büsche und Schirmakazien für das am «Mittag ruhende Vieh von Wichtigkeit, ן wegen der brennenden Sonne. Dasselbe ist auch vom abgesonderten Nordgebiet, von Turqucll und Nebeuilüssen, das als mit ( vereinzelten Bäumen und Büschen atif der Mappe angegeben ist, zu sagen. ] An eine Beförderung von Brennholz von diesen Gegen- , den nach anderen Ortschaften ist, meiner Ansicht nach, kaum j zu denken. Auch der Elgonabhang scheint nur wenig Holz zu J haben. Der Angabe von Herrn Kaiser nach soll hier ein bc- ' waldeter Streifen zu beobachten sein, der aber höchstwahrj schcinlich nur als Brennholzquelle für die benachbarten An- ( Siedler, aber kaum als Bauholz-Gewlnnungsplatz zu betrachten; ist. Einen schmalen, bewaldeten Streifen, nur ca. 2—3 Meilen : breit, bildet der Elgcyo-Escarpmcnt, der die ganze Ostgrenze entlang läuft. Aber dieser Waldstreifen bestellt zu zwei Drittel von Lichten, mit verhältnismässig schönem Gras bei deckt, und nur ca. ein Drittel ist echter Wald. Dieser Waldstreifen erinnert seiner Beschaffenheit nach an den von uns bei Eldoma-Ravinc. den 27. Januar resp. den 2. März, passierten ca. 12 Meilen breiten Waid, der weiter nach dem Nandigcbict hinauslauft und in der Siidwcstcckc unseres Gebietes in zwei kleinen Wäldchen, von ca. 15 Meilen und ca. 8 Quadratmeiten Fläche, zum Vorschein kommt. Ich glaube deshalb sicher zu rechnen, dass auch diese, von mir jedoch nicht besuchte״ Wäldchen denselben Charakter tragen, und dass die südwestlichen Ansiedler von da aus ihren Bedarf an Bau- und Brennholz decken können, während der Flgcyo-Waldstreifen für die östlichen Ansiedler zur Verfügung bleibt. Weil letztere in kleinerer Zahl Vorkommen, so kann man annehmen, dass sie nicht an Holzmangcl zu leiden haben werden, nur müssen sic für den Transport des Bauholzes, hauptsächlich; aber des Brennholzes, auf ca. 20 -30 Meilen laugen Strecken sorgen. Die erwähnten Wälder bestehen hauptsächlich aus Podocarpus. Laubhölzer. Büsche und Sträuchcr. de da vorkommen, haben fast gar keinen Wert. Der Podocarpus gehört zu den Coniferen, trotzdem er Blätter und keine Nadeln hat; der Holzstruktur nach ist er unserer Weisstannc ähnlich, zeigt aber weniger Faser und ist etwas harter. Am Elgeyo ■■;«(

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