Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- X (1905)
- Issue
- Heft 25 (23.6.1905)
- Date
- 1905-06-23
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
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tcr des Landes, dass die Höhe desselben wechselte. Wir über- J schritten den Nzoio-Fluss bei einigen felsigen Wasserfallen, ohne deren Vorhandensein das Ueberschrciten mit einigen Schwierigkeiten verbunden gewesen wäre, da die Breite des Flusses von 35 bis 60 Fuss wechselte und seine Tiefe an ■ den Stellen, w׳o er in normaler Weise floss, eine bedeutende war. Nachdeni ich den Trögen! ihren ersten Ruhetag gegeben hatte, um selbst einen der benachbarten Hügel zu ersteigen und eine Reihe von' Beobachtungen zu machen, marschierten wir am 23. Februar direkt auf Sirgoi los und lagerten etwa fünf Meilen vom Berge. Die nächste Tagereise führte uns durch eine trockene Ebene. wo das Gras infolge von einer regenlosen Periode von etwa zehn Wochen verdorrt war. Der Boden hat eine sehr geringe Tiefe, obgleich das Gras von guter Gattung fct'und während'der Regenzeit zweifellos vortreffliche Weide sein würde. In der Ebene um Sirgoi findet man zahlreiches > Wild. ־ ־ ־ Am 24. schlugen wir unser Lager auf unmittelbar westlich vom Berge, in der'Nähe einer kleinen Quelle mit gutem Wasser. Am folgenden Tage sandte ich Leute in verschiedene Richtungen, uin zu versuchen, das Haur Hager zu finden, welchcs nach nieinen Vorschriften so ״ah׳ am Berge aufgcschlagen werden sollte, als die Wasserverhältuisse erlaubten. Sie kamen unverrichteter Sache zurück und ein Ersteigen des Gipfels, obgleich cs Gelegenheit zu einem weitgehenden Ueber־ blick über das umliegende Land bot, überzeugte mich, dass weit und breit kein Zelt zu sehen war. Am folgenden Tage machte ich mich selbst in nord-nordöstlicher Richtung auf. und nachdem ich fünf Meilen zurückgclcgt hatte, stiess ich auf einen kleinen Fluss, an .welchem, nachdem ich ihm eine kurze Strecke gefolgt war, ich das Lager entdeckte, in einer Schlucht ve! borgen! Am 27. wurden beide Lager abgebrochen, und ich schloss mich meinen Reisegefährten an. Wir waren gezwungen, auf demselben Wege zurückzukehren, auf dem wir gekommen w־aren, da der Verwaltungsbcamte es nicht für ratsam hielt, dass wir' das Nandi-Land durchschritten, da kurze Zeit vor unserer Ankunft in einen! Teil dieses Stammes Unruhen vorgekommen, iukS cs wurde befürchtet, dass dieselben noch nicht ihr Ende erreicht hatten. Ich hatte gehofft, den Weg cinzuschlagen, der vom Südwesten des Gebietes nach Lake Viktoria führt, als ich mich aufmachte. Leider hatten etwa zwanzig Fälle von Pest diesen Weg versperrt. Wir brauchen in diesem Bericht nicht wieder aui den schon beschriebenen Weg zuriiekzukommeri, letzt, wo es sich uni die Rückfahrt handelt. Nur einen Zwischenfall brauche Ich zu berichten. Die Nachhut der Karawanc hatte soeben einen schmalen Waldstreifen durcksehritteil, der sich dem grossen Walde an der Elgeyo-Abdachung anschhcsst, etwa 03 ’26 ״ö". als neun Eingeborene mit Spcercn auf die letzten Träger loskamen, die ihre Lasten zu Boden warfen und entflohen. Feraja, der Führer, fasste festen Fuss und wurde mit einem der Räuber handgemein, den er zu Boden warf. Ein Träger, der meinem Teil der Karawane als Führer gedient hatte und einen der Sniders trug, die uns Mr. Foakcs. der oberste Verwaltungsbcamte des Raviue- Distriktes, geliehen hatte, war glücklicherweise in Hörweite und folgte ohne Verzug Ferafa's Ruf nach Hilfe. Als er sich näherte, flohen die Räuber in den Wald, nahmen Jedoch eine Ladung von Proviantbüchscn und meine Tasche mit meiner persönlichen Ausrüstung mit sich. Ini Zusammenstoss hatte Feraja einen Schlag auf den Kopf mit einer spitzen Waffe erhalten, deren Tiefe darauf hindeutete, dass der Schädel verletzt w׳ar. Ein solcher Schlag hätte meiner Ansicht nach den Tod eines Weissen zur Folge eehabt; während der ersten zwe Tage schien er Feraja etwas Schmerzen zu verursachen, nachher aber ihm Vergnügen zu machen, denn seine Wunde diente Hs Illustration des Abenteuers von der Raviue bis Momlmsa. .Ohne sein tapferes Benehmen und ohne die Hilfe Tanganiko’s, des Eingeborenen, der ibm beistand, hätten wir meiner Ansicht nach neun anstatt zwei Lasten verloren. Leider waren wir alle ausser Hörweite, als der Zwischenfall stattfand. Begleitet von Herrn Wilbnsch, ging ich zurück, sobald mir der Angriff gemeldet wurde, aber eine Verfolgung der Räuber im Walde stellte sich als so aussichtslos heraus, als ich erwartet hatte, denn durch Mcnschenalter der Zivilisation haben die Swahili-Trügcr allen Instinkt für das Verfolgen von Spuren verloren, der sieii in dem natürlichen Eingeborenen bis zu einem so wunderbaren Grade entwickelt bat. Die Träger, wie der Esel im Sprichwort auf seinem Rückwege, legten den Weg so schnell zurück, dass wir den Zug. der am 6. März nach Nairoki ging, erreichten. Herr Kaiser und ich erreichten Monihass;׳ am 11.. nachdem wir in Nairoki Halt gemacht hatten, wo der grössere Teil der Eingeborenen mit ihrem Lohn cntlassen werden musste. Her Wilbusch begab sich direkt nach Mombassa. mit demselben Zuge, mit dem wir Naikuru vcrlicssen, nachdem er von der Raviue nach Loudiam gereist war, in der Absicht, den Weg zwischen den zwei Orten zu erforschen. Ich will mich nun bemühen, das zu behandeln, was mir mit Bezug auf den allgemeinen Charakter, die .Möglichkeiten und Aussichten dieses Gebietes für eine europäische Niederlassimg am wichtigsten erscheint. Unter afrikanischen Verhältnissen ist cs am besten, eine solche Diskussion in verschiedene Punkte dnzuteilcu. von denen jeder wichtiges Material In sich schüesst. 1. Klima. 2. Bodcnbcschanuihcit. 3. Wasserreichtum. d. Zugänglichkeit. 5. Eingeborene Bevölkerung. 1. Eine küre trockene Atmospäiire in einer Höhe von 6t•01 י h's SS00 Fuss. ohne die Berge in Betracht zu ziehe!! und erwärmt durch eine tropische Sonne, kann nicht ungesund sein. Der Februar ist wahrscheinlich der iieisseste Monat des Jahres, die Periode, die am Ende der trockenen Jahreszeit unmittelbar der Regenzeit vorausgeht. Ich habe erfahren, dass während der kältesten Monate — wie sich bei einer solchen Höhe ja erwarten lässt — Fröste fast nächtlich Vorkommen, und dass der Thermometer dann 6 und 7 Grad Frost aufweist. Mit einem Maximum von 70 bis 75 Grad in der mittelmassig wannen Jahreszeit, die sich gelegentlich zu 90 bis 100 Grad in der hcisscsten Zeit erhebt, ist es klar, dass nur ein geringer Unterschied zwischen der Temperatur des Plateaus und derjenigen Europas in einem warmen Sommer besteht,, obgleich in Folge der Trockenheit der Atmosphäre eine hohe Temperatur im erste ren weniger unerträglich ist, als in unseren niedriger gelegenen Ländern. Die Abwesenheit von Sümpfen und stillstchendcn! Wasser beugt dem einzigen Umstand vor. der ein solches Land ungesund machen könnte. Mosquitos habe ich nicht einmal gehört, von der Zeit an. wo Ich Moinbassu verliess, bis zum Tage unserer Rückkehr. Fs lässt sich also mit einiger Gewissheit aimchmcn, dass der ״Anophclcs"-Mosquito dort nicht vorkmnmt, und wenn die Männer der Wissenscliaft Recht haben, die behaupten, dass der Anopheles ein Monopol für die Verbreitung von Ficbcrbaktcrien erworben hat. so wird die Malaria die zukünftige Bewohnerschaft nicht plagen. Da der ״Tsetse"-Flicgc allein die Fälligkeit zuerkannt wird, den Keim der Schlafkrankheit einzuirnpfen. und cs dort keine Fliegenregion gibt, so ist diese erstaunliche Krankheit unwahrscheinlich. wfemt nicht unmöglich. Wir begegneten kaum Fliegen irgend welcher Art. Nur in einem Lager sah ich welche, und händigte Exemplare davon Dr. Ross, dem Baktcriologen der Regierung des Protektorates, ein, mit dem Ucbcrcinkonunen, dass er mir das Resultat seiner Beobachtungen darüber und auch über einige Hippoboscas. die Ich gesammelt batte, mitteiien würde. Die Ursache des ״B!ackwatcr”-Fiebcrs ist noch bis zu einem gewissen Grade Geheimnis, und obgleich 'vir sagen können, dass diese Krankheit sowohl wie Dysenterie