Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- X (1905)
- Issue
- Heft 25 (23.6.1905)
- Date
- 1905-06-23
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 291 No. 25 JÜDISCHE RUNDSCHAU. י -י■.—.....-י... ■ ■.— -■ —..... ..■-—י■-■■■׳ ‘ -- . Die Ihnen nun vorgelegten Berichte verleihen uns die Mittel, zu entscheiden, in welchem Grade einige dieser vier Bedingungen, die früher zweifelhaft erschienen, sich in dem fraglichen Gebiete vorfinden. Wenn der rechte Moment kommt, bin ich überzeugt, dass die Gelegenheit nicht ausser acht gelassen werden wird, der Kommission für die Weise, in der sie ihre Arbeit getan hat, zu danken. Es ist aber nur gerecht, hier hervorzuheben, dass Herr Wilbusch seine mühevolle Aufgabe, bei der Erforschung des Gebietes Beistand zu leisten und einen Bericht darüber zu schreiben, ohne jegliches Honorar unternahm, lediglich aus dem Wunsche, der Zionisten-Bewegung zu dienen, deren ernster und eifriger Verteidiger er ist. - Ich muss zum Schluss noch meinem Gefühl der tiefsten Dankbarkeit für Sir Clement Hill, der bis vor kurzem an der Spitze des Protektorat-Departements stand, Ausdruck geben, und auch für die anderen Mitglieder des Auswärtigen Amtes, für die stets gleiche Hilfsbereitschaft und Liebenswürdigkeit, die uns von der englisclien Regierung zuteil geworden ist, seitdem das Anerbieten ursprünglich gemacht wurde. Hochachtungsvoll Leopold J. Greenberg. 16. Mai 1905. * # ♦ Wir geben nun Auszüge aus den Berichten der drei Mitg'.ieder der Expedition, des Herrn Major A. St. H. Gibbons, des Herrn Dr. A. Kaiser und des Herrn Ingenieur N. Wilbuscli. und zwar gehen wir am ausnihrlichsten den Bericht des Majors Gibbons, der weitaus der günstigste ist. und der ein allgemeines Bild von dem Verlauf der Expedition entwirft. Besonders der Beachtung zu empfehlen ist das ״Rdsumc״ dieses Berichtes. Den Ergänzungs-Bericht des Major Gibbons lassen wir unberücksichtigt, da Gibbons in diesem im Wesentlichen nur die Berichte seiner beiden Kollegen kritisiert, und wir uns nicht für zuständig halten, die Qualifikatioucn der Sachverständigen gegeneinander abzuwägen. Aus dein Bericht Dr. Kaisers, der weniger günstig ist. bringen wir die Artikel ״Ackerbau“ und ״Jüdische Siedler in Britisch-Ostafrika und Aussichten einer Chartered Company״, wobei wir uns Vorbehalten, auf andere Kapitel! des mit grosser wissenschaftlicher Gründlichkeit, wie auch sehr klar und übersichtlich gearbeiteten Berichts noch zurückzukommen. Als Probe aus dem ungünstigsten Bericht W i 1 b u s c h * s, der sich in schärfster Form gegen jede Bcsicdclungsmöglichkcit des Gebiets erklärt, geben wir das Kapitel ,.Die Hölzer“, da fast der ganze übrige Bericht, der die Untersuchung de» Wasserverhältnissc zum Gegenstand hat, so spczifisch-technischer Natur ist, dass er sich der Wiedergabe in einem für weiteste Kreise berechneten Auszug von selbst entzieht. Unsere Leser werden ein ungefähres Bild über die Ergcbnissc der Expedition sich nach den von uns mitgeteiltcn Bruchstücken wohl machen können, und wir behalten uns •vor, auf etwa besonders interessierende Einzelheiten noch einzugehen. Zu bemerken ist noch, dass dem stattlichen Bande, der die Berichte in englischer und deutscher Sprache (diese lässt, wo sic Ucbcrsetzung aus dem Englischen ist, bisweilen recht viel zu wünschen übrig) enthält, eine grosse, kolorierte Karte, ein Plan und eine ganze Anzahl Abbildungen beigegeben sind, die nach von der Expedition angenommenen Photographicen hergestellt sind. Eine grosse Zahl von Tabellen und bildlichen Veranschaulichungen erläutern, bezw. ergänzen den Text der Berichte. Mit Befriedigung konstatieren wir, dass Umschlag und Titelblatt des Buches das Magen David tragen mit der Unterschrift: ״Der Zionismus erstrebt für das Jüdische Volk die Schaffung einer öffentlich-rechtlich gcs'cherten Heim* Stätte in Palästina.“ Bericht Von Major A. St. H. Gibbon s. . (Aus dem Englischen übersetzt.) Meinen ursprünglichen Vorschriften gemäss habe ich das Vergnügen, Ihnen meinen Bericht über das Vorgehen und die Nachforschungen der Kommission vorzulegen, welche sich unter meiner Führung nach Ostafrika begab zum Zwecke der Erforschung der natürlichen und politischen Verhältnisse im Ouas Ngisliu-Piateau, dem Gebiete, das den Zionisten zum Zwecke der Ansiedelung von der britischen Regierung angeboten worden ist. Ich sende hiermit eine von mir verfertigte Karte, welche die Resultate meiner Vermessungen zeigt, und ich unterbreite auch Ihrem Komitee meine eigenen Beobachtungen, zahlreiche Kompasspciftmgcn, Beobachtungen über Breitegrade usw.. welche sich gegenseitig kontrollieren und bis zu einem gewissen Grade die Richtigkeit der Vermessungen, w־as alle wuchtigeren Punkte anbetrifft, gewährleisten sollten. Es ist zu bedauern, dass meine Kollegen nicht mit Vcrmessungsinstrumenten versehen und deshalb ausserstande waren, Daten über die Ausdehnung des vermessenen Landes zu liefern. Ich muss hervorheben, dass infolge des pfadlosen Zustandes des Landes, welches seit mehreren Jahren keine ansässige Bewohnerschaft gehabt hat, das Reisen mit grossen Strapazen verbunden war, namentlich den Grenzen der Chipchangwanc-Gcbirgskctte entlang. Es war also eine physische Unmöglichkeit, in der kurzen Zeit, die uns zugebote stand, so viel Land zu erforschen, als wünschenswert gewesen wäre. Ich sende hiermit auch Photographien, die zum Zwecke der Illustration dieses Berichtes gemacht wurden. Bevor ich auf die Aussichten und Möglichkeiten dieses Gebietes vom Gesichtspunkt einer europäischen Niederlassung näher eingehe, wil ich über den allgemeinen Verlauf der Expedition berichten. Die Kommission, die aus Professor Alfred Kaiser, Herrn Ingenieur N. Wilbusch und mir selbst bestand, vcrlicss Triest an Bord des österreichischen Lloyd-Dampfers ״Africa“ am 28. Dezember des vorigen Jahres und landete in Mombassa am 13. Januar. Durch die freundliche Hilfe der Herren Smith, Mackenzie & Co., Mombassa, war es uns möglich, uns mit der Nairobi-Bahn am folgenden Tage nach Uganda zu begeben. In Mombassa nahm ich einen Karawanenführer und verschicdene Diener auf und auch eine Anzahl von Trägern, da man mich darauf aufmerksam gemacht hatte — mit gutem Grunde, wie ich später einsah — dass Karawanen, die ausschliesslich aus Eingeborenen aus dem Innern des Landes bestehen, sich oft als unzuverlässig erweisen und durch Desertieren und Widerspenstigkeit der Kommission ernstlichen Zeitverlust vcr- Ursachen könnten. Dem wollte ich mich, in Anbetracht der kurzen Zeit, die uns zugebote stand, nicht aussetzen. In Nairobi nahm ich noch 35 Träger an und alle Vorbereitungen waren getroffen, als es galt, den ersten Zug nach Westen zu besteigen. Wir brachen am Morgen des zweiten Tages nach unserer Ankunft auf. In Nairobi sah ich Sir Donald Stewart, K. C. M. O., Kommissär Seiner Majestät für das ostafrikanlschc Protektorat. Sir Donald hatte die Liebenswürdigkeit, mir einen Empfehlungsbrief an alle seine Beamten zu geben, durch deren Distrikte wir kommen sollten, mit der Bitte, uns alle Hilfe zu gewähren, die in ihrer Macht lag. Ich brauche nicht erst zu sagen, dass wir keine Gelegenheit hatten, uns dieses Briefes zu bedienen, da wir überall Beistand fanden, wo wir seiner bedurften. Wir erreichten Nakuru, welches mir als der geeignetste Punkt bezeichnet worden war, von dem ich mich dem Guas Ngishu-Plateau nähern konnte, am Abend des 17. Januar. Eine zeitweilige Unbequemlichkeit wurde dadurch verursacht, dass durch einen Irrtum der Bahnbeamten in Nairobi ein Waggon יייוייי 4# c■' > / v V.