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Jüdische Rundschau · 1905-06-09 · Heft 23 (9.6.1905) · page 7

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
X (1905)
Issue
Heft 23 (9.6.1905)
Date
1905-06-09
Page
– (sequence 7)
Language
German
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No. 23 Seite 267 JÜ DISCHE RUNDSCHAU. Der VII. Kongress Tagesordnung des VII. Zionistenkongresses In Basel. 1. Eröffnung des Kongresses. 2. Trauerrede: Dr. Max Nord au. 3. Wahl des Bureaus. 4. Rechenschaftsbericht des A.-K. 5. Bericht der Palüstina-Konitnission. 6. Nationalfond. 7. Orga.iisationsstatut. 8. Propaganda und Agitation. 9. Eventualia. 10. Neuwahl. Die Referenten werden später bekanntgegeben werden. Der ordentliche Kongress wird am 27. Juli, 10 Uhr vormittags, eröffnet werden. In Genuisslieit des Beschlusses des VI. Kongrosses: ,.Der Beschluss über die Besiedelung Osta 1 r i k a s wird einem eigens hierzu ciuzuberufenden Kongresse Vorbehalten‘', wirtl der ausserordentliche Kongress für den 28. Juli einberufen. folgende Bestimmungen des O r״an i s a ti 0 n s - Statutes werden nochmals in Erinnerung gebracht: § 11. An den Verhandlungen des Kongresses können nur die von Schekelzahleru gewählten Delegierten teilnehmen. § 12. Jeder Schekelzahler hat da* aktive Wahlrecht zum Kongresse bei erreichtem IS. und das passive bei errcichtem 2*1. Lebensjahre. Die Wahlen sind mindestens vier Wochen vor Beginn des Kongresses möglichst an einem und demselben Tage in der ganzen Welt vorzunehmen. Bei Verhinderung eines Gewählten ist bis zum Beginne des Kongresse* eine Ersatzwahl zulässig. Die Vereine werden ermächtigt, zur Vermeidüng von Unzuträgliclikeiten gleich beim־ Wahlakte für den Fall der Verhinderung der Delegierten Ersatzj tuänner mitzuwählen, welche gleichzeitig anzumelden j sind. § 13. Zwei volle Hundertschaften von Schekelzahlern bilden eine Wahlgruppe. Die Einteilung der Wahlgruppen) wird von der Landesorganisation vorgenomnien durch Zuweisung einer Dclegiertenanzahl, welche der Schekelzahleranzahl entspricht, soweit cs sich um Vereine handelt, oder durch Zusammenlegung solcher Schekelzahlergruppen, deren Zahl 200 nicht erreicht. ז § 14. Die Wahl der Delegierten für den Zionistetikongress ist eine direkte und geheime. Die sonstigen Wahlmodalitätcn bleiben den Landesorganisationen übenlassen. Diese haben jedoch mindestens drei Monate vor dem Kongresse die Bestätigung des Wahlmodus vom engeren A.-C. einzuholen. Die Verständigung über die vorgenommenen Wahlen kann nur durch die Laiidesorganisation erfolgen. Die Landesorganisation ist verpflichtet, den Gewählten eine Legitimation über die erfolgte Wahl ausziiMellen. § 15. Jeder Delegierte verfügt Im Kongresse nur über eine Stimme. § 16. Die Delegierteiimandate sind nicht übertragbar. § 17. Jedes Landeskomitee führt eine eigene Liste seiner Schekelzahler, die cs. ebenso wie die Namen der gewählten Delegierten, dem A.-C. wenigstens vier Wochen vor jedem Kongresse mitzuteilcn bat. 11 Die Delegierten sind für den ordentlichen und ausserordentlichen Kongress zu wählen. Die Wahlen müssen bis zum 27. Juni 1905 abgeschlossen sein. Die Landesorganisationen werden den Gewählten Legitimationen ausstcllen; diese haben ausdriicklich für den VII. ordentlichen und für den ausserordentlichen Kongress zu lauten. Die Delegierten erhalten in Basel ihre Delegiertenkarte nur gegen Vorweisung dieser Legitimation. # lässt letztere in einem geradezu trostlosen Lichte erscheinen, wie denn überhaupt die modernen Denkmüler Italiens, die sich in jeder Stadt dem Reisenden aiiidräiigenden Vittorio Emamicles und Garibaldis, in einem himmelschreienden Gegensatz stellen zu den göttliehen Kunstschätzen, die die Museen bergen, und manchen interessanten Platz pietätlos verunstalten. Mit um so grösserer Beigeisterung wendet man sich dann wieder den Ueberresten einer vergangenen in künstlerischer Beziehung so viel höher stellenden Zeit zu. Das köstlichste Kleinod Palermos, die noch aus der Sarazenenzeit stammende, mit herrlichen Mosaiken ge* schmückte Sclilosskapelle, die sogenannte Capelia palatina. die altbcriihmte, ebenfalls noch aus maurischer Zeit stammende Chilsa degli Erimiti sowie einige andere hochinteressante Kirchen erregten unsere ehrfurchtsvolle Bewunderung und wir bedauerten cs sehr, dass unsere Zeit nicht mehr aussreichte, auch die viel gepriesenen selinunlischen Metopen zu besichtigen, und dass wir schon um 1 Uhr an Bord unseres Dampfers sein mussten. Hier stand uns eine Ueberruschung bevor Das vorher verhältnismässig wenig un'd fast ausschliesslich von Ausländern besetzte Schiff war mit einer ungeheueren Menschenmenge angefüllt, die mit Gesang und Evviva-Rufen ihrer Lebenslust Ausdruck gab. Es waren gegen 300 Studenten, aus sämtlichen sicilianischeu Universitätsstädten stammend, die einen gemeinsamen Ausflug nach Tunis unternahmen, nach Studentenart sich wie die glücklichen Eroberer eines gekaperten Schiffes gcrierten und wenig Verständnis zeigten für den etwas feierlichen Ernst, mit dem wir unsere Rewe nach dem schwarzen Erdteil betrachteten. So verlief denn auch die weitere Fahrt, bei völlig ruhiger See, wie etwa der Ausflug eines Berliner studentischen Vereins auf einem Spreedampfer zu verlaufen pflegt. Singen und Lachen wechselten mit einander ab und von Zeit zu Zeit hielt der Präses der Gesellschaft eine donnernde Ansprache, in italienischer, lateinischer und griechischer Sprache, in der er das Römerblut pries, dass in ihren Adern rolle und seine Commilttonen auffordertc, sich ihrer grossen Ahnen würdig zu erweisen und mit dem Baedeker in der Hand, Afrika, wenn .nötig, int Sturm zu erobern. In TrepatU, einem wenig bedeutenden Hafen, an der Südwestküste Siciliens. wurde wieder auf einige Stunden Halt gemacht und dann ging es die Nacht hindurch zur afrikanischen Küste, die wir gegen k:6 zu Gesicht bekamen. Die Hafenstadt von Tunis. Goletta, bei der grosse Ozean- L V . v 1wpn*

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