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Jüdische Rundschau · 1905-05-05 · Heft 18 (5.5.1905) · page 15

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
X (1905)
Issue
Heft 18 (5.5.1905)
Date
1905-05-05
Page
– (sequence 15)
Language
German
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No. 18 JÜDISCHE RUNDSCHAU Seite 207 wohl Referate wie einschlägige Littcratur werden wir in ge- ,eigneten Philen zur Verfügung' stellen können. Für de! 1 persönlielien und geistigen Zusammenhalt in den Gruppen und für die stetige Ausbreitung unserer Idee wäre es ferner überaus förderlich wenn überall, wo Gruppen von Oesinnungsgaii'iscn bestehen, anspruchslose Lesezimmer eingerichtet würden. Wir wollen dabei nicht nur mit Ratschlagen zur Hand sein, sondern auch durch Uebcrlasstmg von Journalen derartige Einrichtungen direkt iördern Italien. Betr. die Kleinarbeit erinnern wir in erster Reihe au den Natmnalfoüds. Durch Sammlungen bei festlichen und traurigen Anlässen. Ablösungen von Telegrammen und Neujahrswünschen. Sammlungen von Briefmarken aller Art. Staniol. Zigarrenabschnitten, leeren Zigarrenkisten. Korken. Auf- Stellung möglichst zahlreicher Sammelbüchsen tisw, soll der Nr-F. unablässig gemehrt werden. Aufmerksam machen wir ferner auf die Verlreitung von Flugblättern-:—Bezug oder Bestellung durch ur.s ־ und von moderner jüdischer Literatur (Subskription beim JÜDISCHEN VERLAG), sowie auf die Propaganda für unser deutsches Organ JÜDISCHE RUND- SCHAU (im Sammelbezug nur 3 Mark Jahresabonnement). Die Schekel sind alle Jahre regelmässig einzuziehen, am besten zwischen Oktober und Dezember, und direkt au das Zentralbureau abzuiiihren. Die gleichzeitig eiuzuziehenden Landesbeiträge (1 Mark mindestens) »ind an unser Bureau zu senden. Im Interesse einer geregelten Arbe't in unserem!)'strikt legen wir den grössten Wert darauf. m!s einen steten überblick über die Vorgänge im ganzen Bezirk und dauernde Beziehungen zu den Ortsgruppen und Vertrauensmänner:! zu Geher». Deshalb bitten wir dringend um regelmässig». 1׳»ul ausführliche Berichterstattung au uns. mindestens einmal vierteljährlich, tmd versprechen unsererseits eher/'» rege!* mässige und prompte Erwiderung. L'eberhatip: stellen wir In allen!־'ra^cn, welche die nähere Au Milli rtmg der angereg* ten Arbeiten betreffen, jederzeit mit Rat und Tat gern zur Verfügung.‘־ Im Verfolg dieses Zirkulars entwickelte sich eine sehr rege Korrespondenz des Distrikts-Bureaus mit den einzeinen Ortsvereinigungen. sodass d e Eingänge schliesslich die Ziffer 150, die Ausgänge 160 erreicht haben. Von früheren Vereinigungen zeigten P il c h n e und S c 11 ö nIa n k c schon bisher reges Leben und empfingen durch Vorträge der Herren Auerbach und Dr. Kollenscher neue Anregung, besonders zu regelmässigen Zusammenkünften. In Kempen, wo Dr. Jeremias. und in Ostrowo, wo Dr. Kollenscher sprach, war wenig zur Belebung der zionistischen Arbeit zu erreichen. Ganz still blieben Krotoschin, Pieschen und Oratidenz. Neues Leben und zahlreiche neue Mitglieder erhielt die tief sclilummernde Gruppe in Schroda durch-Versammlungen mit Dr. Kollenscher und Dr. Jeremias. Ncugriüidimgen: Ra witsch (16 Mitglieder). Vortrag von Dr. Jeremias; Thor!! (10 Mitglictltr). Vortrag von Dr. Jeremias; Krochen (12 Mitglieder). Die letztgenannte Vereinigung entwickelte sich lediglieh durch die unablässige Arbeit der Herren Kantor J. Glass und Kaufmann Jacob Koolowitz. Sämtliche Oemcindcmitclicder sind Sthckelzaliler tmd finden sich vollzählig mit Ihren Frauen zu häufigeren Sitzungen zusammen; ein zionistischer Lesezirkel kursiert hei ihnen und eine ans Posen zur Verfügung gestellte Wanderbibliothek wurde eifrig benutzt und soll mindestens alle Halbiaiirc erneuert werden. »Neue Vertraueusmäiicr wurden in Borek und Lissa gewonnen. Herr Dr. Kollenscher sprach schliesslich noch im I..-V. Samtcr. Die Zahl der Schckclzahler im Distrikt ist von 175 auf ca. 260 gewachsen. Posen. Am 29. April sprach in gut besuchter öffentlicher Versammlung Herr Rechtsanwalt Dr. Kollenscher über ״Aufgaben jüdischer Gemeindepolitik". Da der Vortrag demnächst im Druck erscheinen dürfte, kann hier von einem Referat abgesellen werden. ־ - Am 15. April fand in der Ortsgruppe ein angeregter Diskussionsabend über die Prot. Warburg’sche Esra-Brosciiiire statt. Referent: Herr Moritz Netmtark. — Die nächste Mouatssitzimg bringt ein Referat des Herrn Dr. Dohrzynski über ״Das jüdische Arbeiterproletariat‘־. Kcrnpen. Am Sonntag, den 23, er., versammelten sich die hier anwesenden fremden Zionisten mit den hiesigen zu einem J u n g ־ J ii d i s c It c 11 Abend. Besuch und Verlaut gut. Eine tür den N'.-F. veranstaltete Sammlung zeigtigte ein gutes Resultat. Lübeck, ln der diesjährigen Generalversammlung der Zionistischen Ortsgruppe wurde der bisherige Vorstand (Dr. Mied. J. Joel. Vorsitzender) wiedergewählt. Die Mitgliederzahl (Um)) hat sich auf der gleichen Höhe wie im Vorjahre erhalten. Neu eingerichtet wurde seitens der Ortsgruppe in Vcrbindung mit anderen Vereinigungen eine jüdische Lesehalle tmd Bibliothek, die beide von den hiesigen Ücmciiidemitgliedern I sehr rege besucht wurden. Gegründet wurde weiter eine Jüdisch-nationale Prauenvereinigung mit Anschluss an den! Jüdischen Frauenbund. An dem wöchentlich, unter Leitung j des Herrn Dr. Adler, stattfindenJen hebräischen Sprachkursus nahmen durchschnittlich!5 Personen teil. Eine seitens der Ortsgruppe zu gtmsteu der jüdischen Auswanderer vcrait- 1 staltctc Kleide rsatr.mlung zeitigte ein sehr gutes Resultat. Es | fanden neun Ortsgruppenvcrsanunlungen statt, die durchschnitt- | lieh von *t5 Personen ,besucht waren. Die Makkabäerfeicr er- ’ freute sielt cir.es Besuches von ungefähr 15» Personen. In den ' Ortsgruppenvcrsammiungeii wurden seitens der Mitglieder I 8 Referate über zionistische Angelegenheiten gehalten. Nach! dem Kassenbericht wurde im verflossenen Jahr seitens der! Ortsgruppe die Summe von 132-M.3 Mark verausgabt. Davon fallen 765.15 Mark auf die Hcrzlstiftuiig, Nationalfond und! Oclbüume. 255 Mark am' Eintragungen in das Goldene :Buch.! München. Jüdische Volks Kurse. Auch hier sollen, ähnlich denen in *Berlin. Volkskurse ins Leben treten, j Von den 3יא׳ ausländischen jüdischen Arbeitern haben sich { schon über 20 zur Beteiligung an dem Unterricht in Deutsch : gemeldet. Wenn wir uns auch hei der Einrichtung der Kurse ן an den jüdischen ״Arbeiter-Hund•־, einen nationalen Arbeiterj Verein, halten, so ist doch eine starke Beteiligung von Seiten! jüdischer HandliuigsgehiKen tisw. zu^ erwarten, besonders da 1 sielt uns eine Kraft zum Unterricht ~irn Buchfiihreu zur Vcr* 1 itigung gestellt hat. Für die deutschen Kurse bedürfe!: wir noch! Hiitskrü.te. Da es sie!: hier um eine nationale Arbeit handelt. 1 die überdies m r 12 Stunden in der Woche in Anspruch . nimmt, so ist es pikclit jedes r.at!׳mai*jiidisolien Akademikers, | CeT jetzt nach München zieht, mitzuarbeiien. Wir bitten die Kommilitonen, sich sofort an ttied. Felix T 11 e i l!1 a b e r, M ii 1! c 11 e n , P c 11 c n k o t c r s t r a s s e 23 zu wenden. Jüdischer Assistenzarzt gesucht. Gesucht wird von einem jüdischen Arzte »mit Privatklinik) in einer Stadt von 3ik—*joikkj Einwohnern ein Assistent. Sehr gut׳* Bedingungen. luteressentcit wollen sich an cand. med. Sichel, München, .Maistrasse• 50 II wenden. Rundschau Aus Russland Dem B. T. wird folgendes berichtet: Die Lage für die Polen, die Deutschen und die Juden bleibt ausserordentlich bedrohlich an den verschiedensten Orten, da mit immer grösserer Rücksichtslosigkeit vcrsucht wird, die Massen zu Attentaten gegen die genannten Volksschichten auizuhctzen. Besonders schamlos sind die Agitationen in Mobile w. Dort w ird in allen Kirchen von der Kanzel die Bevölkerung aufgefordert, gegen die Feinde des Vaterlandes sich selbst zu wehren, ״sic mit der Faust nicdcr/uschlagen“. Es wird auf das kaiserliche..Manifest vom 17. Februar verwiesen, das zum Kampf gegen die Au*wi1״׳hr mit ״Wort und Tat" autiordert. und indem dem Wort ״Tat" die gebührende Interpretation gegeben wird, versucht man, die fanatisierte Bevölkerung zu Ausschreitungen hinzureissen. Nicht weniger charakteristisch ist cs. dass in der Abteilung der R e i c h s b a n k zu Mohilew Proklamationen verteilt werden, in denen Jas Volk zur Ausrottung der Verr/:»*״יז ■״'- gestachelt w ird. Da der ausgesprochene Antisemitismus des Gouverneurs von Mohilew, Klingenberg, bekannt ist, so ist zu befürchten, dass Mohilew der Schauplatz von Ereignissen wie Baku und Kischinew sein wird. Tscheljabinsk,!6. April. Soldaten des Lokalkoimnaudos zerstörten und plünderten 16 Häuser. Es wurden Aufrufe verteilt, die sich gegen die Juden richten; diese suchen in Cbristenhäuseni Schutz, viele verlassen die Stadt. Von Jekaterinburg sind Truppen hierher unterwegs. Kiew17 ,׳. April. Der neucruanntc Gouverneur vom Kischinew befindet sich gegenwärtig auf einer Inspektionsreise durch Bcssarahicn, um die Bevölkerung zu beruhigen. Den Juden gab er die ofn/.ieUe Versicherung, dass die Ruhe während der Feiertage n i c h t gestört würde. In Odessa treffen täglieh grosse AuswauJerungstrupps von Deutschen und Juden ein, welche sieb, nach Amerika ,begehen wollet!. Petersburg. 2'A April. Dieser Tage fand in \V i 1 n a eine ׳,Versammlung von Vertretern aus 31 jüdischen Gent c i n d e n zu dem Zwecke statt,' eine V e r e i 11 i g u 11 g der noch nicht organisierten Juden herbeizufiilireu. um so den 1 Befreiungskampf gegen die Ausnahmegesetze mit vereinten s Kräften aufnehuien zu können. Das Ergebnis der Versäumt- * l r x V

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