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Jüdische Rundschau · 1905-04-14 · Heft 15 (14.4.1905) · page 11

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
X (1905)
Issue
Heft 15 (14.4.1905)
Date
1905-04-14
Page
– (sequence 11)
Language
German
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No. 15 JÜDISCHE RUNDSCHAU Seite 171 vollen und gediegenen Preisen ausgeschrieben we^en. Im Anschluss an die Zeitschrift JUNG-ISRAEL befindet sich ein jüdisches Lesebuch in Vorbereitung, das eine Fölte der verschiedenartigsten Beiträge — u. a. auch überaus zahlreiche Illustrationen — enthalten wird. Das Buch soll unter dem Namen ALMANACH DER JÜDISCHEN JUGEND herauskommen und wird durch seine hervorragende Ausstattung und billigen Preis scherlich das geeignetste Geschenk werk für die jüdische Jugend dar־ stellen. Es wird ähnlich, wie der rühnijichst bekannte. JÜDISCHE ALMANACH des gleichen Verlages ein i tu besten Sinne jüdisches Buch sein, das durch die Vielartigkcit seiner Beiträge einer bedeutenden Wirk u n g sicher sein kann. Die Redaktion des Buches, das noch nicht abgeschlossen ist. wird Anregungen, Hinweise au! irgendwo verstreute Materialien, auch literarische Beiträge gern entgegennchmen und bittet alle, die an dieser äusserst wichtigen Sache Interesse nehmen, in diesem Sinne um ihre Mitwirkung. Besonders werden Lehrer und alle, die sich für Erziehungsfragen intercssleren, herzlich gebeten, zu ihrem Tel an der Verbreitung der Zeitschrift und der Ausgestaltung dieser Jugendschriften• Abteilung mitzuwirken. — Probenununern von JUNG-ISRAEL werden gratis und franko (an Lehrer gern in beliebiger Anzahl) von! Jüdischen Verlag, Berliu-Cliarlottenburg, Herderstr. 3'4, versandt. —I Aus der Bewegung!— Zur Beachtung Die nächste Nummer unseres Buntes ersehe!״! als Doppel- Nummer, da infolge des Pcssacbfestes die am 28. April fällige Nummer ausfällt. Ausserdem muss die folgende Nummer wegen des Beginns des Festes einen Tag früher als sonst fertiggcstellt werden. Alle Beiträge für No.!5'16 müssen daher bis spätestens Montag früh Irn Besitz der Redaktion sein! % Berlin Montag, den 17. April. Abends 9 Uhr, spricht in den Königssälen, Neue Königstr. 26 (Saaleingang Wadzeckstrasse) Dr. Franz Oppenheimer über: ״Der Plan einer Siedelungsgenossenscltaft“. Wie wir hören, wird demnächst in Deutschland durch Dr. Oppenheimer eine Siedclungsgeiiosscnschstt ins Leben geruien werden, die als volkswirtschaftliche Versuchsstation auch für )unsere zionistische Kolonisation von grösster Bedeutung sein dürfte. Wir bitten um pünktliches und zahl r e i c 11 e s Erscheinen. E i nladungett werdc׳n nicht noch einmal vers a 11 d t. Der Vorstand. Berlin Der Vorstand der Berliner Zionistischen Vereinigung hat einigen!Herren die besondere Aufgabe übertragen, sich mit den Angelegenheiten der Berliner Jüdischen Gemeinde zu beschäftigen. Die Leitung dieser ״Gcmeindckonmiission‘‘, der unsere Freunde Dr. Citron. Dr. Heinrich Locwe, Dr. Hantke und andere angehören, hat Herr Rechtsanwalt Dr. Ludwig P i n c u s. B e r 1 i n N. 39 C h a u s s c c s t r. 62, übernommen. An seine Adresse bitten wir unsere Mitglieder alle Auregunfcen, Beschwerden etc., die sicii aui Gcmeindeverhaltnisse beziehen, zu richten. Der Vorstand Berlin. Unseren Mitgliedern ist in dieser Woche ein Nationalfond-Flugblatt zugegangen. um dessen besondere Beriicksichtiguug wir bitten. Der Vorstand. Berlin. Die .,Freie Verbindung Hasinonaea", an der Universität Berlin, erstattet folgenden (hier etwas verkürzten) Bericht über ihre Tätigkeit im abgclaufenen Semester. Am 9. Februar 1905 veranstalteten wir gemeinsam mit der Berliner Zionistischen Vereinigüiig eine •'Ttemhche jüdische Akademikervcrsammlung in der Bbr. cand. dien!. Rosenbe ז g das Thema: ״Die Judcnirage und die jüdische Studenten- Schaft“ behandelte. Das Schwergewicht der Propaganda legten wir jedoch auf die persönliche Agitation durch den Verkehr mit anderen!lichtzionistischen Studenten. Eine grössere Anzahl von Verkehrsgasten haben wir so dem Nationaljudentum zugeführt oder näher gebracht, zum Teil haben sie: sich auch an unseren Arbeiten beteiligt. Besonderen Wert legten wir ferner auf die Agitation, unter den Berliner Gymnasiasten, auch hier wurde unser« Arbeit von reichem Erfolg begleitet. Erwähnt sei an dieser Stelle, dass in den Osterferien einige unserer Mitglieder Agitatipnsvo/träge halten werden. Das Zentralbureau unterstützten wir durch viele kleinere Arbeiten (Nationalfonds- Statistik etc. etc.), ebenso die Berliner Zionistische Vereinigung in den Agitationsversammlungen. Unsere Mitarbeit bei den jüdischen Gemeindewahlen ist von allen Seiten dankend anerkannt worden. Desgleichen trat die Verbindung für die Sache des Vereins jüdischer Studenten bei den Lesehailenwahlen ein. Von einem Mitgliede unserer Korporation ist die Idee zum Zusammenschluss der jüdisch-nationalen Kaufleute ausgegangen. Die Gründung' des jungen Vereins zionistischer Kaufleute ״Theodor Herzl“ haben wir nach Möglichkeit unterstützt. Ein grosses jüdisch-soziales und zionistisches Arbeitsfeld erötfnetc sich uns ferner durch die Gründung der Volks Kurse. Dieselben haben den Zweck, diejenigen jüdischen Arbeiter und Handwerker, zumeist Ausiändej, die der deutschen Sprache und Schrift unkundig sind, durch Unterricht in diesen Fächern zu fördern und sie dadurch in dem für sie doppelt schweren Konkurrenzkampf zu unterstützen. Diese Idee hat unter den Arbeitern wie auch bei unseren Komiütonen einen über Erwarten erfreulichen Anklang gefunden. Wir haben in dem Vereine Jüdischer Studenten einen eifrigen Mitarbeiter an diesem Werk geiunden. Es werden letzt ungefähr 50 Frauen und Männer in 4 Abteilungen an je 3 Abenden unterrichtet. Wir hoffen, in dieser Sache noch ein •Zusammengehen mit der jüdischen Toynbcchalle oder der jüdischen Gemeinde erreichen zu können. Auch in den Dienst der Toynbcchalle stellten sich unsere Mitglieder durch eine Reihe von Vorträgen. Die regelmäss;g'en Diskussionsabende fanden jeden Sonnabend, mit einer Ausnähme, statt. Sie hatten sich stets eines regen Besuches aus studentischen wie aus nichtakademischen Kreisen zu erfreuen und förderten sehr interessante und nutzbringende Debatten zu Tage. Es wurden folgende Themata diskutiert: am 29. Oktober 190-1: ״Fraktionierung rm Zionismus", Referent Bbr. Unna: am 5. November 190-1: “Die Juden als Rasse“, Referent Dr. Mühsam; aiii 12. November 190-1: ״Zionismus und Territomlismus“. Referent Bbr. Po Hak; am!9. November 190:1־ ״Zionismus und Antisemitismus", Relerent Bbr. Teilhaber; am 3. und 10. Dezember 190-1: ״Die Neuregelung unserer Orgalüsation“, Reierent A. H. Dr. Hantke; am 17. Dezember 1904 über die .,Grundlagen des Zionismus“, Referent Davis T riet sch; am 24., 26. und 29. Dezember 1904, 7. und 14. Januar 1905 fand die Fortsetzung der Diskussion über ״die Grundlagen des Zionismus“ statt; am 21. Januar 1905: ״Unsere Palästinaarbeit“, Referent Dr. Soskf n; am 2$. Januar 1905: ״Zionismus oder Judenstaat?“, Referent Redakteur Becker; am 4. Februar 1905: ״Jargon oder Hebräisch?“, am 18. Februar 1905: ״Nationalismus“, Referent Bbr. Unna; am 25. Februar 1905: ״Moderne Jargonliteratur", Referent Bbr. Kaiser. Die Geselligkeit wurde durch wöchentliche gemütliche Zusammenktinfte gepflegt, die uns ebenfalls Gelegenheit gaben, zionistische Fragen in unserem Kreise zu erörtern. Für die körperliche Ausbildung wurde durch tägliches Fechten gesorgt. Unsere Bibliothek wurde stark benützt und erfuhr im verflossenen Semester, ebenso wie unser Büderschatz, eine starke Bereicherung. — Unsere junge Korporation kann demnach mit Befriedigütig' auf das verflossene Semester zurückblicken. Wir sind in jeder Beziehung, besonders auch numerisch, ein gutes Stück vorwärts gekommen und haben unsere Kräne, soweit es ntöglieh war. in den Dienst des Zionismus gestellt. Trotz einer gewissen Animosität, die in manchen Kreisen unserer Gesinnungsgenossen gegen uns herrscht, wollen wir nicht aufhören, rastlos weiter zu arbeiten im Dienst unserer heiligen Sache und hoffen dadurch zu beweisen, dass dieses Misstrauen gegen uns ganz ung gar ungerechtfertigt ist. Zionistische Kommilitonen! Ihr seht, ein wie reiches zionistisches Arbeitsfeld sich Euch in unseren Reihen eröffnet! Unterlasst es daher nicht, wenn Ihr im nächsten Semester nach Berlin kommt, uns Eure Adressen m'tzutcilcn, damit wir Euch zu unseren Arbeiten heranziclien können, denn Zionist sein heisst für den Zionismus arbeiten! Die Ferieiikommission der ״Freien Verbindung Hasinonaea“. I. A.: Ext ne r. stud. für.. Berlin W., Blumcnthplstr. 131. Berlin. Der Verein Zionistischer Kaufleute .,Theodor Herzl“ gibt bekannt, dass seine wöchentlichen Vereinsabende von jetzt ab Jeden Dienstag, abends 9 Uhr, im Restaurant Simon, Gipsstr. 12 a. stattfinden., Gäste sind stets herzlich willkommen! Leipzig. Atu 27. März veranstaltete die zionistische Vereinigung eine P u r i nt f e 1 c r im grossen Festsaale des Zentraltheaters. Das Konzert wurde ausgeführt von Fräulein M. Pojcs (Violin), Herrn A. Konstantinowsky (K!avier> und Herrn E. Kuganow (Cello), jüdischen Künstlern, deren hervorragende Leistungen, insbesondere die des Herrn Konstantirvowsky. stürmischen Beifall fanden. Der zweite Teil des Festes wurde in herkömmlicher Weise durch Ball und

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