Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- X (1905)
- Issue
- Heft 12 (24.3.1905)
- Date
- 1905-03-24
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
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Seite 128 No. 12 1 i * m 1 r יי!!;!! j'< : יד: f ' i ■l 1 נ! i י* %■ I י #• י י1 -י! » t . . ו ו f 1; 1! t;1: I i H r I f t JÜDISCHE RUNDSCHAU verstockteste Reaktionär wagt cs noch heute eine Ausnahmegesetzgebung zu befürworten. I)a musste der starke Mann erst aus den Liberalen erstehen, der offen und freimütig als liberales Postulat die Ausnahmegcsetzgcbung gegen die Anhüngcr missliebiger Ideen verlangte. Ich fürchte, seihst Herr Lcnzmatm, der viel zu aufgeklärt ist, um nur Antisemit zu sein, — wird diesen Liberalismus etwas erstaunlich finden, — aber vielleicht wird Herr Kopse!» gegen die Wahl dieses Juden vorkommenden Falls nichts efnzuwenden haben. - - Doch folgen wir sorgfältig dem Gedankengange des Herrn Professors, der ihn zu diesem Triutnphc liberalen Geistes geführt hat. Den Grundakkord zu seinen Betrachtungen gibt, wie er erklärt, die Tatsache, dass nach Theodor Herzls Tode in Galizien und Russland um den Heimgegangenen herzliehe Todeskiagen angestimmt sind. In Deutschland hätten nur zahlreiche Privatvereine Trauerfeiern veranstaltet. Schon hier stockt man! — Inwiefern, gibt diese Tatsache den Grundakkord? Davon, dass es absolut nicht wahr ist, dass in Deutschland die offiziellen Vertreter des Judentums sich •n ihrer Mehrzahl durch Fernhaltcn von der Trauer blamiert hätten, will ich zunächst garniclu sprechen! -- Ich will aucu ncht davon sprechen, wie edle Naturen den Heimgang eines Fidlen betrauern können, seihst wenn sic seinen Plänen abhold sind? Das ist offenbar etwas, das für Herrn Professor Geiger unverständlich ist. ־ Ich kann seine Worte nur so auffasse,:, als ob diese unerhörte Volkstrauer. die nach seiner Meinung nur in jenen erwähnten Ländern geherrscht hat, ihn auf s höchste beunruhigt, ihm zeigt, wie tief die durch lierzl vc־־׳ körperte Idee Wurzel geschlagen hat und das's er daher sich gezwungen sieht, ihr endlich den Garaus zu machen. Aber das hätte ja nur den Sinn, wenn jene Trauer auch in Deutschland so begangen wäre, was der Verfasser leugnet; gegen die Trauer in Russland etc. kann er nichts haben, da er gleich darauf zugibt, dass er bereit ist, den Zionismus in jenen Ländern für berechtigt zu erklären. — So scheint es denn doch, dass der Autor ganz wohl weiss, dass auch bei uns In den Tagen der Trauer es sich in überzeugend- Ster Weise dokumentiert hat. in wie weite Kreise unser Gcdanke gedrungen ist. — die ein unendlich grösseres Gebiet umsehliessen, als unsere Organisation einnimmt. — Und die Erkenntnis hiervon, die einzugestehen er sich scheut, hat jenen Artikel hervorgerufen. Was aber soll das überhaupt bedeuten, den Zionismus für jene Länder bedingt als berechtigt anzuerkenneii? Ist der Zionicmus wirklich, wie der Autor weiterhin nachzuweisen sucht, ein logisches Unding, innerlich unberechtigt, — ist sc:nc Grundlage, ein jüdisches Volkstum, eine Lüge, — wie kann er dann in anderen Ländern berechtigt sein? — Danach scheint es also doch, als ob nicht innere Gründe den Autor vom Zionismus fernhahen. sondern als ob es die speziell deutschen Verhältnisse sind. Würde also etwa bei uns in Deutschland eine Ausiialimcgesetzgebung eingeleitet, dann würde der Zionismus auch Hern! Geiger berechtigt erscheinen. Und so könnten wir beinahe ihm noch Dank wissen, dass er durch die Ausnahmegesetze, die er proponiert, uns die nach seiner Meinung noch fehlende rechtliche Grundlage geben will. Herr Professor Geiger legt Wert darauf, klarzustd'eu, dass er nur seiner persönlichen Meinung Ausdruck gibt, - ich glaube, andere werden auf diese Feststellung noch mehr Wert legen! Um so störender wirkt die Art und Weise des Verfassers, in der er sich als den Typus des deutschen Juden 1 ■:!!stellt, seine Kenntnisse und seine Denkweise zu veraüge* meinem sucht. Man versteht kein Hebräisch. — man \erbindet mit seine!: Gebeten keinen Sinn, ־ u. s. i. — Man denkt unwillkürlich an den bekannten Aufsatz der kleinen Maria über die Babies: ״wo die Bahics herkommen, weiss man nicht.“ Seiner als׳־ ganz, persönlichen Meinung Ausdruck verleihend, erklärt der Verfasser, unter der üblichen Anrufung Goethes, - des ״Altmeisters Goethe“, ־ nur v >r der eigenen Tür kehren zu wollen. Ja. aber werter Herr 1 Professor, das ist ja gerade die Frage, welches ] denn die eigene Tür ist! Wir Z iouiste.'i behaupten, j dass die grosse jüdische Frage aller Juden ureigenste Frage ist, - - w ir behaupten, dass wir nicht iür irgend welche fremden j Zwecke, nicht für unsere ״unglücki'chen östlichen Brüder.״ j sondern für das jüdische Ganze, dessen Teil wir bilden, arbei-; ten. Es handelt sich nun eben darum, iestzustellen, ob war j damit Recht oder Unrecht haben, ־ o b es unsere eigene! 1 iir ist, vor der wir kehren. Sie treten nun auf, künden I pomphaft *an, uns das Gegenteil zu beweisen und beginnen da- mit: Ich kann nicht Zionist sein, weil das vor fremden Türen kehren heisst! — So wird die Schlussfolgerung in die Pramisse genommen und das ganze logische Gebäude auf den Kopf gestellt. — Das erinnert an die Geschichte von einem ininderbegnbten Knaben, der doch zur Bartnizwah auch seine derten itn voraus Hauten geführt aus Jerusalem nach allen Ländern, dass Juda nicht fallen solle mit Jerusalem. Der Herr zeigt lange vorher, was wir tun sollen, wenn wir es verstehen und befolgen. Wenn dieser da sein letztes Lager gefunden, gelten wir nach Atliciui.“ Der Sterbende seufzte tief auf und fing wieder an zu röcheln. ״Und du. Amnon?“ trug Macseja. ״Wenn cs gehen will,“ erwiderte ich. ״so gehe ich mit. Ihr habt wieder Bande geknüpft um mich, icli möchte sic nicht zerrcisscn. Das Weitere weis! ich nicht.“ ״Ja. Amtion,“ sprach Schtilainttli. ״du gehst mit uns. so der Herr will. Du bist meines Vaters Sohn geworden, und unser Bruder. Wa» der Herr dir bei uns aufgelegt, musst du tragen. Wer wollte wandern ohne Ziel, und wo könntest du bleiben?“ ״Jetzt öffnete Simon die Augen, aber es war ein zerknickter Strahl in ihnen; seine Hand wollte sich heben, aber sie griff nur; die Seufzer folgten schnell, aber die Brust hob sich nicht mehr. Da floss ein roter Schaum aus seinem Munde, sein Haupt gleitete schnell von dem Busen Schulamith’s herab, und fiel »:ei in die Kissen, und es war alles still an ihm. . Wir waren aufgesprungen, und riefen stehend: ״Höre Israel, der Ewige unser üott, der Ewige ht einig!“ Schulamith sprach es mit. aber plötzlich brach sie zusammen. Ich hatte auf sie gesehen, und fing sie schnell in meine Anne aut. Sie lag in Todesbleichc. an meiner Brust. Ich weinte, meine Tränen rannen auf ihre geschlosscnen Augen; und ich wusste, dass cs meine Tränen waren.- Da fielen starke Schläge an die verschlossene Türe. Der Ton, der durch die öden Hallen w iederhallte, sagte mir, dass er von Easces römischer Lictoreu käme. Nieir.and wich von seinem Platze, Maescja und seine Söhne standen erstarrt, und ich hätte um keinen Imperator die Bürde niedergelegt, die meine Brust beschwerte. Das Tor gab bald nach, und in kurzer Zeit traten römische Soldaten in das Zimmer. Als sie unsere Gruppe erblickten, wichen sie scheu zurück. Der Centurio trat vor. und frug. wer von uns Amnon. der Sohn Jojada’s, sei? Da wink»e ich Joseph, er nahm seine Schwester und tnig sic atii ein Ruhebett. Hier bin ich. ״Im Namen des Imperators, iolgt mir zum Cäsar.“ ich warf keinen Bück zurück auf die Zurückhleibcnden, sondern schritt schnell zur Tür hinaus. 7. Bald war ich an dem Eingänge des Palastes, wo Titus residierte. Durch Hallen und Gemächer, durch W achen und Sklaven, durch Tribunen, Principili und 1. די*1.יו.׳«—Mt! יד m יד "ויייוי ■יי