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Jüdische Rundschau · 1905-03-24 · Heft 12 (24.3.1905) · page 7

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
X (1905)
Issue
Heft 12 (24.3.1905)
Date
1905-03-24
Page
– (sequence 7)
Language
German
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No. 1 ’ JÜDISCHE RUNDSCHAU Seite 127 . Zionismus und Deutschtum *' Eine Antwort an Herrn Professor Q c i g e r. Vortrag, gehalten in der Berliner Zionistischen Vereinigung’ vjii Rechtsanwalt Oroncmann, Hannover. Lange wird es der Jüdische Tisch nicht mehr auslialten. denn taghell mehren' sich m erschreckendem Massstabe die Bücher, die nach der Anzeige der Verleger auf keinem jüdischen Tische fehlen dürfen, und hinsichtlich ihrer könnte man von der unseligen Gabe der Vervielfältigung reden, welche Dr. Sigmund. Meyer, der Quo vadis Meyer, — einer der Vorläufer unseres heutigen Helden — dem jüdischen Volke zum Vorwurf macht. Jedenfalls, um dem bekannten tiefgefühlten Bedürfnisse abzulielfen. hat sieb der Verlag von Philipp! in Wiirzburg veranlasst gesehen, ein neues Unternehmen ins Leben zu rufen., ein ״Jahrbuch für wissenschaftlichen Zionismus‘*. — Etwas verwirrend auf den harmlosen Leser wirkt das Titelblatt, das die Mitwirkung von ״Autoritäten aller Konfessionen“ ankimdigt, man ist dann angenehm enttäuscht, Namen von Klang, und was mehr sagen will, auch eine grosse Anzahl!esenswerter Artikel zu finde!׳. Etwas stark aber ist Cs. wenn es in der Vorrede heisst: ,.der vorliegende Band bedeute den ersten Versuch, die zionistische Diskussion auf Wissenschaftliehe Bahnen zu lenken.“■ Einmal ist es unrichtig, dass bislang muh iiiclit wissenschaftlich diskutiert sei, und dann enthält das Norliegende Werk verzweifelt weir'g von ernster wissenseludtiichcr Arbeit ״der von neuen grundlegenden’ Ideen, - abgesehen vielleicht von einer umfangreichen Arbeit, die* mir nach flüchtiger Durchsicht den Zionismus vom Standpunkt des ..ongefleischten Vegetariers“ ״der. um im Sinne des Herausgeters zu reden, vom Standpunkt der vegetarischen Konfession zu behandeln scheint. Immerhin trefien sicli in diesem Buche Vertreter gar vieler Weltanschauungen und Gedankenkreise zur Diskussion über das Thema Zionismus, und das »st immer interessant, und man kann dem Verlage Philipp! dankhar sein, wenn schon kaum darauf zu rechnen ist, dass d:c Mitarbeiter sich noch einmal bei Pliilippi Wiedersehen werden. Besonderes Interesse 'nun muss die Ankündigung c'ues Aufsatzes des Herrn Professor Ludwig Geiger erwecken, , Zionismus und Deutschtum“. Das scheint ja das zu sein, wonach wir gar lange uns sehnen. eine logische Begründung des ablehnenden Standpunktes unserer Liberalen, — e'ne vom j Arm sind zu schwach geworden, sie zu tragen. Aber niemand gehorchte dem Kufe, ich blieb allein. Jeder weilt im verborgen uen Teil der verfallenen Wohnungen, mir hie und da schleicht eine Scliattengestait aus den Trümmern hervor, und eilt rasch vorüber. Weite dem Augenblicke, wo die Glut von neuem aus der Asche schlagen wird. Unsre Väter sündigten, sie sind nicht mehr: wir tragen ihre Schulden. Knechte herrschen über uns. Keiner entreisst uns ihrer Hand“.(״ ״Israel.“ sprach Schiilamiih, ״hat sein Los beendet in Asien. Hs soll entwurzelt werden seiner Heimat, einer neuen Sonne soll es zueilen , die im Abendland längst aufgegangen. An den Strahlen dieser neuen Sonne soll ,es sich stärken und erhalten. Der uralte Hass Asiens gegen Juda Ut das Werkzeug des Herrn, womit er den Ueberrest IsracTs nach Abend treibt, aus Asien verdrängt. י In den alten Sitzen können wir nicht mehr weilen. Man hat uns zu lange gefürchtet, um uns unsre Niederlage zu verzeihen, zu iange bekämpft, tun unsre Schwäche zu bemitleiden. Wer zurückbleibt, vernichtet sich selbst. In Asien kann Juda keine Ruhe mehr finden. Lasitt uns nach dem Abendlande gehen!" ״Weh dem (]reise, jammerte Maescia, der noch •) Jcr. Klaget. 5, 7, 8. liberalen Geiste erfüllte klare Definition des Verhältnisses von Zionismus und Deutschtum. Es war zu erwarten, dass eine von der unseren stark abweichende Meinung zum Ausdruck kommen würde, aber immerhin etwas anderes, als das endlosermüdende Phrasengewäsch, das wir sonst genugsam zu hören bekommen. — Denn diesmal wollte Ja in einem eigens der Wissenschaft gewidmeten Sammelwerke kein stümpernder Dilettant, sondern ein Gelehrter ,sich äussern, der gewiss freudig die Gelegenheit ergreifen würde, seinen zur Genüge bekannten Standpunkt ernst zu begründen, — ein staatlich app.obirter Lehrer der Weisheit, ein Mitglied des Lehrkörpers der philosophischen Fakultät der Kcichsliauptstadt. Aber acii, — si taeuisses, philosophus mansisses! Also was sagt denn nun Ludwig, der Sohn Abrahams, — Ludwig der Deutsche? — Durch das Lesen des Aufsatzes entsteh! jene natürliche Abneigung, auf ihn zu antworten, dL* jemand in ähnlichem Falle sehr zutreffend mit dem naturwissenschaftlichen Namen Horror vacui bezeichnet hat. Nur eine Stelle gegen Schluss des Auisatzes, - offensichtlich der wichtigste Punkt des Ganzen. — bietet etwas Leberras.'hc.vJ־:s und Neues. — nur sic verdient es, öffentlich bekannt gegeben zt! werden, und zwingt uns. uns etwas näher mit dem Artikel zu befassen und zu ergründen, wie denn der Herr Professur zu diesem Schlüsse gekommen ist. Da findet sich nämlicii klipp m!d klar die Aufforderung an das deutsche Volk, an die deutschen gesetzgebenden Körperschaften, unter Brach der Verfassung eine A u s 11 a h in e g e s e t z g e h u 1! g g e g e u die Z i ס n i s t c!1 zu erlassen. Es heisst daselbst: Die Entziehung der bürgerlichen Rechte halte ich iiir eine notwendige Konsequenz der deutschen Gesetzgebung gegen den Zionismus, die einzige Antwort, die das deutsche Volksbewusstsein dern Zionismus geben kann und muss!!! Das ist das Wort des Heils und der Erlösung! Das veröffentlicht ein deutscher Professor, der Führer der liberalen Gemeindevertretung Berlins, ini Jahre 1905 zwischen Fastnacht und Purim. Der starke Mann, nach dem man so lauge geschrieen, ist endlich erstanden! Es war die höchste Zeit!! — Dem edlen Kämpen mit dem Dreschflegel im Wappen hatte man in Verkeni'ung aller volkstümlichen Instinkte und arg das Gebot de! Bibel verletzend, beim Dreschen das Maul verbunden. — D!e , Irrlehren der Gedankenfreiheit, des Rechts der freien Mei-! i'ungsäusserung, gewinnen immer mehr Boden. Kaum der wandern muss. Das Grab meiner Ziliah soll ich hinter mir lassen, und mein Simon begleitet mich nicht!“ ..Wenn ihr ziehen wollet.“ sprach ich, ״wenn ihr Asiens blutgerötctetr Boden verlassen wollet, so geht nach Athen». Dort, wo Morgen- und Abendland zusamtnentreffen. man jgleichgiltig gegen beides Ein Jude, der dort wohnte, und nach Jerusalem zutii Passah kam. hat mir Gutes von dort berichtet. Es ist dort eine Gemeinde, nicht zu stark, um des Pöbels Blicke auf sielt zu zielten, nicht zu klein, um Ankömmlinge nicht gastlieh am'nelmicn zu können." ״feit habe der Kostbarkeiten nur wenige gerettet, meine Länder muss ich ztiriicklassen. und seht euch uni in dem zerstörten Hause. Syrerhäitde haben alles Zerschlagen. Soll ich betteln in meinem Alter, ich. Maescja. der nur zu geben gewohnt ist?“ ״Wir können arbeiten, Vater,“ sprach Joseph, ״sich unsre starken Arme, in Zeiten, wie unsre, sind sie die sicherste Habe.“ ״Vater," fuhr Schulatnitli fort, ״der Gott Israels wird sich 1ms nicht entziehen und uns nicht untergehen lassen. Dass wir sind, ist Beweis, dass wir sein sollen. Sollte Juda ganz umkommen, w ürden uns die Trümmer Jerusalems allesamt begraben haben. Lehrtest du es uns selbst nicht, als wir die heilige Stadt verliesscn vor ihrem letzten Kriege: der Gott Juda’s hat seit Jahrlipip 4

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