Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- X (1905)
- Issue
- Heft 11 (17.3.1905)
- Date
- 1905-03-17
- Page
- – (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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JÜDISCHE RUNDSCHAU. No. 11. Seite 120. widerlegen. — Anwesend waren ca. 500 Personen. Nationaliond: 24 Mark. Mehrere Anmeldungen zur K. Z. V. waren der Erfolg des Abends, der auch aus den besser situierten jüdischen Kreisei. die sich uns bisher fern hielten, dem Zionismus Anhänger gebracht hat. Kröben. Am 10. Februar er. hielt unser Vertrauensmann Herr Kantor Olass einen Vortrag über ..Sch’ma* JisreO! \ Per Referent legte uns die Bedeutung jedes eiuzeV-en Wortes dar und brachte ihren tiefen Sinn mit der nationalen Idee, in Einklang. Es entspann sich sodann eine rege Diskussion, an der sich besonders die Herren Sal. M. Zucker und Rcferendar Pr. jur. L. Zucker beteiligten. -- Am 26. Febr. er. sprach Herr Referendar Dr. jur. Lcop. Zucker in unserer Ortsvereinigung über ..Die Jude 11 frage und deren einzig mögliche Lösung." An der sich diesem Vortrage anschliessenden lebhaften Diskussion haben besonders die Herren Kantor (!lass. Bock. Jul. Bergmann und Abr. Zucker regen Anteil genommen. Ein neues Mitglied erklärte sodann seinen Beitritt zur zionistischen Vereinigung. Stettin. Am 12. März sprach in der Stettiner Zionistischen Vereinigung Herr Rechtsanwalt Dr. K 01 l e ns c h e r ־ Posen über .,Jüdische Zeit• und Streitfragen”. Per Vortrag war ־ wohl infolge des besonders schönen Wetters ־ - nicht so gut besucht, wie wir cs sonst gewohnt sind, was um so mehr zu bedauert ist. als die klar durchdachten, allgemein verstandliehet! i::d dabei lonnvoüeiiueien Ausführungen des Redners aui die Zuhörer ersichtlich grossen Eindruck machten und fast ungeteilter Zustimmung begegnetem. In der Diskussion hetonte rlerr Rechtsanwalt Schön seine Uebereinstimmung mit dem Vertragenden in fast sämtlichen Punkten drückte aber seine Zweifel an der Möglichkeit aus. Palästina als Hein!- statte erwerbe! und dauernd zu erhalte:!. Herr Arnold! wies n f das Basler Programm hin. erläuterte den Begriff einer öffentlich-rechtlich gesicherten Heimstätte und widerlegte die Bedenke«! des Vorredners. In: weiteren Verlaut der Debatte traten Herr stud. Frey er gegen das Ostafrika- Projekt und Herr Götze jr. für dasselbe cm. Duisburg. Im verflossenen YereVisjahr brachte die Zionistische Vereinigung folgende Veranstaltungen: Traueri ei e r für H c r z 1 (in der Synagoge!. Redner Pr. Harry E p s t e i 11. - Stud. jur. Paul L o e w e : H e r z I und die studierende Jugend. ־ Martha Epstein: R e - zitationen aus Zlecisti. Vom Heimweg. — Rechtsanwalt Oro iieman!!: Die deutschen Juden und die Judenfragc. — Rabbiner Dr. N i e m i r o w er: Dr c i Jahrhunderte i ü d i sc 11 c r Geschichte in Rumänien. — M a k k a - b ä c r ie i e r < Jungjüdischer Abend). Rezitator: Gisbert Koppel. —- Stud. jur. Paul Locwe: Der Stand unserer Beweg u n g im Rheinland und Westfalen. - Dr. Harry Epstein: Die deutsche Literatur, der Zionismus u י d Prof. Geiger. - - (lersou Wetzlar: Meine türkischen Reiseerinner u n g e u.. — Dr. Adolf F r i c d c n! a 1111: P a I ä s t i!! a. Lar« J und Late (mit Lichtbildern). -־ Es werden folgen: Ein Vortrag v«:1 Frl. Martha Baer; Wollt so hu: Die AuswanJe- rungsfrage und der Zionismus: ein Vortrag über Fragen der jüdischen Gemeindepolitik. — 74 Mitglieder. — Hcrzlstiftung 1 •DO M., Nationalfoud rund 200 M. Kassenweseti: Eduard j Gelber. --- Bibliothek (Frl. Bertlui Loewe) 60 Werke sowie Zeitschriften, Kataloge erhältlich. — Sammelstelle für j Materialien: Frau E. Gelber. Frl. Alma C a 11 n. — Es wurde eine Kleidersammelstelle zu gimsten der Auswanderer errichtet (Moritz Meyer) und ein H e r z l d e 11 k b l a 11 herausgegeben. Prag. Der vor einigen Tagen im Saale des Hotel Bristol abgehaltene Vortragsabend des ..Jüdischen Frauenvereins” ver- , Sv mrnelte ein zahlreiches Auditorium, das mit sichtbarem I;:- t־.׳resse den Ausführungen des Herrn Dr. Philipp Goldb erg er, Rabbiner in Marienbad. über ..V o I k s i d e a le u n d I d e a 1 v o I k" folgte. Der Referent erörterte das Weser ׳ des Ideals, gab eine t'ebersiclu über die verschiedenen dich- .' terischu: Auffassungen vom Ideal, das seine höchste Dar- Stellung in der Gottheit erreichte; entwickelte sodann it:; grossen Zügen die Kultur- und Religionsgeschichte der Menschl!.:t. die in der (imtesauifassung der Propheten gipfelt. Das; jüdische Volk besitze die höchsten Volksideale, die zur Ent- Wicklung zu bringen seine Aufgabe Meibei! muss, um ein Ideal- : v >lk zu w erden. ״■ Rundschau (S Aus Russland Alle Meldungen, die ans Russland über die Lage der Jude:; k »imiicn. sind leider nur geeignet, unsere Pessimistische An- . steht über die Begleiterscheinungen und!inmittelbaren Folge::. ' die eine Revolution in Russland fiir die Juden mit sich bringe!•.; muss, zu stärke-׳. Ili ־»־.׳■ folgen einige dieser Nachrichten, wie sie ülm'.ch aus allen Teilen Russland:•, cintreffen: i Baku. Während der Metzelei der Armenier, welche in Baku am 2d. Februar stattgeftmden bat wurden, wie die MtTERBl'R( 1SKIJA WJHPOMOST! melden, auch viele Juden ermordet. Die Tataren, welche dieses Bar.baJ veranstalte: batten, konnten drei volle Tage nach Her/cnsiust ihr Vernichtangswerk in Gegenwart von Militär intJ Polizisten fortset/c!:. Die Armenier und die Juden suchten vergebens Beistand. Der ('•ouverreur wies die Bitte der Unglücklichen um Hilic und Schutz zurück. Die Lage der arme»: Juden in Baku ist verzweäelt. Rostow am Dop. Wie der Jl'SCHNY KRAJ meldet, herrscht unter den Juden in Rostow am Don grosse Pa;:׳k. weil unter den Arbeitern Aufrufe zum Morde gegen die 0Juden verbreitet werden und das Gerücht sich verbreitet dass״ die Arbeiter Veranstaltungen treffen, um eine Metzelei der Juden zu organisieren. Massen von Juden verlassen die Stadt. Uralsk. Wie die Zeitschrift URALETZ meldet, hat im eiten Solmr (Kathedrale) in Uralsk der Ortspriester nach der Liturgie eine Predigt gehalten in welcher er erklärte, dass die Der Redner sali sich triumphierend um. Plötzlich j aber wurde er beerdigt und ein neuer Strick angeschain. j Sc auch hatte diese Audienz 1'iir den beteiligten Rat! ein vom hygienischen Standpunkt nicht einwandfreies j Ende gehabt. Er war in Demut erstorben. Der König und der Hofstaat liefen weiter in der alten Schwermut umher. Der Oberste der Titronabstäuber aber, ein fiir seine Verhältnisse Ranz gebildeter Mann. setzte sielt behäbig in den sonst leeren Saal, kreuzte Arme und Heine mul sagte kopfschüttelnd: ״Ich veiss nicht, warum die Menschen über d i e Probleme am meisten 1;achdenke!1, von denen sie am wenigsten wissen und bei denen am allerwenigsten herauskomtnt.“ — Aber freilich, was versteht ein Thronabstäuber davon! Christus Barrabas Von Dr. II. M. C. Scparatahdniok aus dem Jahrbuch des Verbandes der Vereine für Jüdische Oeselöchte und Literatur. Bind YHL Berlin l'/"5. (11 S.) b. (F.) Je weniger sieh Juden mit dem Jcsusprob'em beschäl‘- tigen. um so trendiger ist es zu begriissen. wenn cs doch bin und wieder geschieht. H. M. C., der•.im VI. Baude des Jahrbuchs für jüdische Geschichte und Literatur über ..Sei 1 Blut komme über uns” geschrieben hat. hat den dort begonnenen Gedanken weiter ansgespoimen und kam auf dem Wege historischer Logik zu dem Resultate, dass Jesus Christus und Jesus Barrab.ts in der ältesten Form der Sage identisch gewesen *.em müssen. Die kleine Schrift in populärer Darstellung darf auf w issc 'scliaftP.chen Wert Anspruch erheben. H. S. Purim-Postkarten I! Einmal a 1 t jüdische Kunst! Der JÜDISCHE VERLAG 1 1 Berlm-Charlottenburg. Herderstrasw .V|) hat einen faiii«5י a:1 |;.inen Apfelbaum gehängten Hanum aus einer miticla!ter!;c!1e׳n Handschrift ans Licht •gezogen und zur Freude der gegenwar־ tigen Generation eine Pur'm-Postkarte unfertigen lassen. Es wird dem Verlag ein Vergnügen" sein, den sympathischen Anblick des edlen Daliiiigescliiedeneu recht vielen zu vormittel 1. Insbesondere empfohlen wir es den Vereinen für ihre Veranstaltungen, sofort Bestellungen aufzugeben. damit diese Baumfrucht nicht in die Kategorie der Esrogitu fällt. 50 ,.nach öukkoth" kommen. Bei besonders eiliger Bestellung könnte ■ unser Hamau noch wann ankommen -- er verbisst soeben die; Dnickerpresse. Ein ganzes Dutzend Hamänner kostet 60 Pfg., eine Hunderschaft ö Mk. 50 Pfg. -- (Aber es sind auch mehr! zu haben.)