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Jüdische Rundschau · 1905-03-17 · Heft 11 (17.3.1905) · page 10

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
X (1905)
Issue
Heft 11 (17.3.1905)
Date
1905-03-17
Page
– (sequence 10)
Language
German
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No. EL Seite ll&_ __ JÜDISCHE RUNDSCHAU. 20. Dr. S. Saskin. Berlin: Die wirtschaftlichen Verhält- Titssc Palästinas. 21. Professor Dr. R. Schmitt. Universität Berlin: Oeschichte der deutschen Scemachts- und Kolonialmachts-Be- Strebungen seit dem 16. Jahrhundert. 22. Korvettenkapitän a. D. Stubenrauch. Gcuz: Uebcrseeische Verbindungen. 23. Professor Dr. O. Warburg, Universität, Berlin: Der Orient als Kolonisationsgebiet. Aenderungen Vorbehalten. Ueher den Besuch der Ferienkurse werden auf Wunsch Kegen Entrichtung einer besonderen Gebühr Zeugnisse ausgestellt. Zu allen weiteren Auskünften ist bereit das Sekretariat des Städtischen .Höheren Technischen Instituts Göthen. Alliance lsraelite Universelle Am 6. Mürz fand im Lokal des Brüdervereins die General- Versammlung des Berliner Lokal-Komitees der Alliance Israelite statt. Nachdem Rabbiner Dr. W e i s s e in einer Ansprache die Bedeutung der Alliance für das Judentum hervorgehoben hatte, erstattete der Schriftfniirer. Justizrat Dr. H. M. Cohn, den Bericht über die Tätigkeit der Alliance, insbesondere in den letzten beiden Jahren. Die Alliance hat zur Zeit in 125 Elementarschulen .1-4 u׳K» Schulkinder. Neu errichtet wurden im Jahre 1903: eine K״aben- und Mädchenschule in Bassorah (Golf von Persien), die Mädchenschule in Monas-ir ur.d 2 Schulen in Chiraz; 190-1: eine Knaben- und Mädchenschule in Janina. eine Mädchenschule in Aidin. ei.1 Kindergarten in Jerusalem. Mit Beginn des neuen Schuljahres werden eine Knaben- und eine Mädcliensclmle in Siax (Tunis) und Rodosto eröffnet, sowie eine Schule 31 Kermauchah (Persien). Sobald die Verhältnisse in Marocco sich gebessert haben, sollen Schulet: in Mequincz. Alcazar und Mazagan begründet werden. In Tantah (Aegypten) erfolgt die Eröffnung der Schule, sobald das von der Gemeinde errichtete Schulgebäude vollendet ist. Vorbereitungen werden ferner getroffen, um in Jemen Elementar- und Haudwerkerschulen zu errichten. Die Alliance hat im letzten Jahr für die Schulen 900 000 Frs. ansgegeben, wozu noch 600 000 Frs. Beiträge der Gemeinden und Schulgelder kommen. Die Gemeinden bauen und Unterbalten ferner die Schulgebäude, sofern diese nicht aus besonderer Schenkung errichtet werden. Als Beispiel der letzteren Art erwähnte der Vortragende die vom früheren Präsidenten. Herrn Ooldschmidt. erbaute deutsche Schule in Konstantinopc! und die jetzt fertiggestellte, neu erbaute Schule in Jerusalem, ein Geschenk des!Herrn Kakoorie in Hongkong, welcher zur Erbauung einer Bagdadcr Schule für etwa 900 Schulkinder das Geld gestiftet hat. Für das von der Allianc unterhaltene Rabbi, »erseminar in Konstautinopel hat die dortig jüdische Gemeinde jetzt ein Haus geschenkt. Die Alliance hat im vergangenen Jahr ein Gut von 1800 Hektar in Algier atigekauft,, auf welchem frühere Schüler der Ackcrbauschulc von; Djedcida als Kolonisten angcsiedclt werden. Besonders sej gensreich hat sich das erst wenige Jahre bestehende Schulwerk j in Persien erwiesen, wo mit der Errichtung der Schulen die j zu frühen Heiraten und die nicht seltenen Fälle von Polygamie ‘ verschwinden und die Ehescheidungen an Zahl rapide abneh-! men. Insgesamt beträgt das reguläre Jahresbudget der j Alliance, d. h. die Beträge, die sic einschliesslich der Zu-; schüssc der Gemeinden etc. verausgabt,, weit über 2 Millionen; Frs. ln das Jahr 1904 fällt die Eröffnung, der neuen Bibliothek der Alliance in Auteuit. wohl der grössten jüdischen Bibliothek, die zuletzt durch den Ankaui der grossen Bibliothek von Bernhard Lazare vergrössert wurde. Die Tischlerarbeiten zu dieser Bibliothek sind ausschliesslich von den Seminaristen des Lehrerseminars der Alliance gefertigt, die Tischlerei war ein i Geschenk des verstorbenen Konsul Simon, der ein eifriges i Mitglied des Zcntral-Komitccs der Alliance gewesen ist. Als 1 einzelne grössere Aktionen der beiden letzten Jahre erwähnte! der Vortragende die Tätigkeit in Rumänien (Unterhaltung von ’ Schulkantinen und Darlehenskassen), und die Sammlungen: für Kischiucw. aus deren Ergebnis noch im letzten Jahr 115 (\M‘ : Frs. zur Beihilfe an ׳jüdische Gemeinden in Russland, 1C0(">(׳! Frs. zur Beförderung von russischen Auswanderern aus Galizien; gezahlt wurden. Zu dem gleichen Zweck wurden auch Beihilfen an einige jüdische Gemeinden in Deutschland, wie z. B. GolLub . (Westpr.) geleistet, auch das Berliner Lokal-Komitee hat in , einer Anzahl von Fällen russische Auswanderer befördert. Pie Unruhen in Stat (Marocco) erforderten einen Aufwand von 15 0011 Frs. ferner wurden 8000 Frs. mich Fez. Rabat und! Casablanca gezahlt. 700׳י Frs. erhielten die Abgebrannten von Kutti und Zloczow. Der Vortragende sprach sodann über die allgemeinen Prinzipien der Alliance. Fr zeigte an den! Lehri plan der Schule von Tctnan (der ältesten, gegründet 1502) und der Schule in Jerusalem, welchen grossen Raun» das He-! brüisciie im Unterricht einnimmt: durchschnittlich ' in jeder ן Klasse wöchentlich mehr als 10 Stunden (in der untersten ן Klasse in Jerusalem mit Hehräiscltschreiben zusammen 20 , Stunden wöchentlich). Abgesehen von Hebräisch werden in | den Alliance-Schulen Arabisch. Türkisch. Spanisch. Italienisch, Deutsch und Englisch unterrichtet: das Deutsche in Jerusalem, : «Jen *1 grössten Schulen von Konsta itinopel und Rustsclmk. Eine Subvention von jährlich 200t» Mark erhält das deutsche; Waisenhaus in Jerusalem. Zum Schluss betonte Redner den; Wert, den gerade das universelle Prinzip der Alliance halte;; Baron Hirsch habe nach dem Muster der Alliance die I. C. A. international errichtet. Auf allen Gebieten, welche über die; lokale Wohltätigkeit hinausgelten, sei die Alliance bahnbrechend gewesen; in der Errichtung von Schulen, von Handwerker-. : schulen, in Errichtung der jüdischen Ackerbanschule bei Jana.! der ersten jüdischen Ackcrbauschulc und der ersten jüdischen : Kolonie in Palästina. Endlich nicht 7.11m wenigsten in der Ans- , Wanderer frage. Die Hunderte, welche die Alliance nach der j Hungersnot vnn 1869 aus Russland nach Amerika beförderte. ׳ haben, da sic wirtschaftlich gut fortkatuen, das •Beispiel zur vernimmt Anklage und Verteidigung. Der Verräter Antiochus mit einer Schar Zeugen tritt vor den Cäsar. Laut wiederholt Amicchus. dass die Juden die Stadt angezündet. Auch mein Name wird genannt. Aber vor dem scharfen Blicke des Titus erbleichen die Zeugen, einer verweist aut den andern, von dem er cs vernommen haben will. Die am lautesten geschricn, verstummen ganz. Bald sind die Juden gereinigt von aller Schuld, und wütend gebietet Titus, den Atitiochus zum Riebtplatz zu führen, Pettis seiner Würde zu berauben. Da dringen die Acltcsten der Stadt vor den Stuhl des Titus. Sie verlangen die Ausweisung der Juden aus Antiocheia, da sie mit ihnen nicht in Frieden zu leben vermöchten. Die syrische Volksmasse wiederholt mit dumpfen Geschrei das Verlangen. Aber Titus erhebt sich, und spricht: ״Man hat Urnen zerstört, den Unglücklichen, wohin sie flüchten könnten, so müssen wir sie bchalten.“*) (Fortsetzung folgt.) Persien bei Nacht. Eine Geschichte, der. was man immer dagegen sagen mag, eine innere Wahrscheinlichkeit nicht abzusprechen sein wird, von L a z a r n s Bart h. Achaschweroseli. der König von Medien und Persien, lag im Bett! Derselbe König, dessen Wink das ganze mächtige Reich regierte, der über Leben und Tod aller seiner Untertanen waltete, der selbe König lag im Bet'.!! Die Erklärung dafür ist vielleicht in dem Umstande zu suchen, dass cs gerade Nacht war — kurzum die Tatsacltc steht fest. Aber er schlief nicht. Aehaschwerosch, der Küttig von Persien und Medien schlief nicht. Immerfort wälzte er eine Frage in seinem allerhöchsten Gehirne herum, eine Frage, für die auch Vashli keine Antwort wusste. Er dachte darüber nach: Warum feiern die Juden Purim? Und da er keinen Rat wusste, Hess er an die andern Räte des Landes einen Aufruf ergehen. Wer von ihnen keine Lösung für dies Rätsel finden würde, der solle an den Galgen gehängt w erden. - - Direkt an den Galgen. — *) Auch diese Worte finden sich Jos. K. J. 7, 14.

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