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Jüdische Rundschau · 1905-03-17 · Heft 11 (17.3.1905) · page 9

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
X (1905)
Issue
Heft 11 (17.3.1905)
Date
1905-03-17
Page
– (sequence 9)
Language
German
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JÜDISCHE RUNDSCHAU. Seite 117. No. 11. vertreten hat, merkwürdig an und wir müssen an ihrem Artikel \ zum mindesten tadeln, dass sie, abgesehen von ihren sachliehen Kinwäuden, Mr. Q r e e n ׳b c r g auch persönlich augreift. ׳ Vcrstüsst ein solches Vorgehen überhaupt gegen die Art berechtigter Kritik, so kann es obendrein unter den Zionisten noch Misstrauen säen, was uns gerade in der gegenwärtigen Situation unserer Bewegung nicht von Vorteil sein kann. Offene Aussprache in dieser so wichtigen Angelegenheit ist uns — bei Wahrung aller parlamentarischen Bräuche — ebenfalls sehr erwünscht, und wir sind dem Leiter der EGAUTATHA zu Dank verbunden, dass er mit gutem Beispiel vorangeht. Palästina-Kurse Das Städtische Höhere Technische Institut Cöthen-Anhalt macht in einem an alle deutschen Hochschulen versandten Plakat folgendes bekannt: Ferienkurse für koloniale Technik vom 27. März bis 8. April 1905. Städtisches Höheres Technisches Institut Cöthen - Anhalt (staatlich subventionierte akademische Lehranstalt). Die langsame Lntwickluiig unserer Kolonien beruht nicht zum geringsten Teil darauf, dass zu wenig technisch geschulte* Kräfte in denselben wirken. Das wird in den nächsten Jahren besser, der Bau der afrikanischen Kolonie-Bahnen, der ־ Bagdadhalm. die* industrielle Erschliessung Palästinas durch j die Zionisten, sowie Südbrasiliens durch deutsche Technik und deutsches Kapital wird vielen jungen deutschen Ingenieuren, ■ Landwirten und Verwaittiitgstechnikcrn die gewünschte Tätigkeit bringen. Schon jetzt werden junge Männer, die sich ausschliesslich dem Kolonialdienste widmen wollen, auf den bekannten Lehranstalten Witzcttbausen und der kgl. landwirtschädlichen Hochschule zu Hohenheim (Württemberg) ausgebildet. Ls fehlt aber die Gelegenheit zur Aneignung von speziellen Kenntnissen für die Kolonien für solche, welche sich nicht ausschliesslich für den Auslaudsdieust vorbereiten, also für die Studierenden der Universitäten. n&cbschule:!. Berg-, Porst- und Militärakademien. Wir bieten im Vereine mit der Kommission zur Erforschung Palästinas durch unsere Ferienkurse Gelegenheit, sich in den Osterferien dasjenige Wissen au/.ueignen. weiches die einzelnen Eachvorlesungcn im Semester zu sehr belasten würde, für die Praxis der Kolonisation aber unumgänglich notwendig ist. Ein besonderer Vorzug unseres Eerieukursus für koloniale Technik ist der Umstand, dass wir gerade für die Erschliessung des Orients, welche durch die projektierte Bagdadbahn zur brennenden Frage geworden, einen harmonischen Vor-% tragszyklus bieten können. Die Vorträge beginnen am Montag, den 27. März und endigen Sonnabend, S. April 1905. abends. Die Einschreibegebühr beträgt 5 Mark. Das Honorar für sämtliche Vorträge zusammen 10 Mark. Die Lebensverhältnisse in Cöthen sind billig, die Eisenbahnverbindungen vorziiglieh. Die Ferienkurse sind besonders geeignet für Studierende der Naturwissenschaft und Medizin» der Geographie und> Volkswirtschaftslehrc der Militärakademien der •Berg- und Forst- Wissenschaften, der Landwirtschaft, hauptsächlich aber der technischen Hochschulen. Jedermann ist als Hörer willkommen. Die Direktion: D r. F 0 e h r, Dipk-Ing. Es werden sprechen: I. Dr. M. Blankenborn. Bczirksgeologe, Berlin: Physischc Landeskunde aes vorderen Orients und Palästinas. 2. Dr. jur. Blau, Rechtsanwalt. Berlin: Rcchtsformen der Kolonisation. 3. Dr.-Ing. Bocters. Kontreadmiral z. D., Berlin: Unsere Kolonien als Rohstofferzeuger für Wirtschaft und Industrie. 4. A. Damaschke, Berlin: Bodenreform und Kolonialpoütik. 5. Dr. Fochr. Dipl.-Ing., Direktor des Städtischen Höheren Technischen Instituts zu Cöthen: a) Ziusgenossenschait und Kolonialpolitik: b) Die Bedeutung der modernen Weltanschauung in der Kolonialpolitik. I 6. Eiscnbalmbati-lnspchtor a. D. Grossheim, Dozent, i Cüthen: Der Eisenbalmbau in warmen Ländern. 7. Dr. Heine. Rechtsanwalt. Dessau: Altsiedlung und Kolonisation. 8. Dr.-Ing. Jordan. Dozent Cöthen: Pumpenbau und Bewässerung in warmen Ländern. 9. Ing. Kayser. Dozent, Cöthen: a) Landwirtschaftliche Maschinen- und Kulturtechnik hu Orient: b) Einführung in die arabische Sprache. 10. Dipl.-Ing. Kraze. Dozent. Cöthen: Ton-. Kalku,־:d Zement-Industrie in den Tropen. II. Dr. jur. A. Klee. Rechtsanwalt, Berlin: Staatsverwaltuug und Recht des osmanischen Reichs. 12. Ingr. Langhein, Dozent, Cöthen: Wasserkraittuaschir.cn in den Kolonien. 13. Dipl.-Ing. Löhner, Dozent, Cöthen: Die Montage »־! den warmen Ländern. 14. Ingenieur Jul. Matern. Charlottenburg: Die Baukeramik in den Kolonien.!5. Dipl.-Ing. Michenielder. Dozent. Cöthen: Die Patent- Verhältnisse int Orient und in den deutschen Kolonien. lf». Dipl.-Ing. Michel. Dozent, Cöthen: Die Würmekraitmaschinell mit Berücksichtigung der Verhältnisse in'den Koloniat mit Demonstrationen int Maschineitbauhboratorium. J7. Dr. Fr. Oppenheimer. Berlin: Genossenschaftliche Kolonisation. 15. Professor Dr. Ostermayer. Kunstwart und Konservator. Dessau: Moderne Kunst. 19. Dr. med. A. Sandler. Privatdozent. Berlin: Die Krankheiten des vorderen Orients. ich dich auch sehen In des Römers Gewalt? — ״Lass’ mich, Aninon, in der Stunde der Gefahr werd’ icli die rechte• Rettung finden. Morgen schau’ ich auf dich, so du gefallen bist, dein Haupt gesunken, dein Auge ge- 1 rochen: werde ich dir folgen zu deiner Marianne und deinem Säugling.“ Sprach’s, und war verschwunden im Dunkel der Nacht. 5. Die Geiahr war aufs höchste gestiegen. Um Mittag s: t:k ein Teil der Mauer zusammen, die römischen Cohorten und der syrische Pöbel machten sich fertig, die Bresche zu besteigen. \Va> Waffen tragen konnte und Waffen hatte, bestieg die Mauer zum letzten Kampfe, ich selbst mit den tapfersten Jünglingen verteidigte die ■j Btesche. Seit zwei Sonnenuntergängen hatten wir keine Speise und kein Wasser mein־, dennoch licssen wir das Schwert nicht sinken. Alle umarmten sich wie Brüder, die Aussicht des Todes heiligte alle Herzen. Die Römer rücken heran, sie bilden ein festes Schilddach, die Griechen lassen ihre Alalu vernehmen, die Syrer ihr Wutj geschrei, der Boden schwankt unter dem Stampfen ihrer! Fiissc. Schon haben sie die Bresche erstiegen, andere 1 auf Leitern die Matter heran, der Kampf ist allgemein, ich stürze mit den Jünglingen den Feinden entgegen, auf der Bresche werden wir handgemein. Ich erblicke neben mir Sehulamith in Waffenriistung, ihr Anblick entzündet mich mit Löwenmut, alles sinkt in Vergessenheit in mir, Kampf und Tod der einzige Gedanke.-- Schon häufen sich ringsum die Gefallenen, der Augenblick des Unterliegens scheint gekommen. --- Da ertönen von Ferne her Geschmetter der Tuba. da> Schrillen d״r Pfeifen, das Schilderklappen eines grossen Heeres. Näher wälzt sich ein mächtiger Freudenruf. ״Titus ist da! Es lebe der Cäsar Tims, der Sohn des Imperators!“ ertönt von den Lippen Huuderttausender. Dieser Rui fcissclt jeden Arm, das Schwert, ztitti Mordstoss erhoben, sinkt zurück. Auch aus dem Munde der verzweifelten Juden erhebt sich ein Freudengeschrei. Der Zerstörer Jeritsalems soll der Retter der Juden werden! Titus nahet dem Kampfplatz. Auf milchweisiwm Rosse in golduer Rüstung, aber mit gerunzelter Stirn. Er gebietet Ruhe. Lautlos steht die Menge. Er steigt vom Ross. Geschäftige Diener schlagen einen Sessel auf dem höchsten Punkte der Bresche auf. Er entbietet den Proköusu! und den Ethnarchen der Juden vor sich. Maeseja, auf Sehulamith gestützt, wankt hervor. Titus

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