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Jüdische Rundschau · 1905-03-03 · Heft 9 (3.3.1905) · page 9

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
X (1905)
Issue
Heft 9 (3.3.1905)
Date
1905-03-03
Page
– (sequence 9)
Language
German
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.9 .סא JÜDISCHE RUNDSCHAU. Seite 93. die Regentalle gestalten die beduinischc Kultur im Winter ohne- Bewässerung; die Feuchtigkeit der Atmosphäre bekundet sich überall, sogar der Rasen ist mit Flechten bedeckt, und aiterorten gibt es merkwürdige Pflanzen. Im September schmücken die Meerzwiebeln die Felder weit und breit mit weisseu Blütendo’den, lind man sieht die alten, jetzt im Sande begrabenen Gärten, uen Wein, die Granaten die Feigen und den ganzen Erdboden, welchen der bewegliche Saud!rieht bedeckt, ringsumher grünend." * Die Nordkiistc des Gebietes gehört zum Bereiche der Mittelmeerflora; im Altertum erstreckte sich das Nildelta weiter nach Osten hin. und der Busen Pelusium war berühmt wegen seines Reichtums au Lein und an Linnen; aber auch als der pclusluische und tanitisehe Arm sich geschlossen hatten, behielt das Gebiet weiter die ägyptische Flora als einen Anteil an dem Klima und den Regcnverha’U'issen Ägyptens. Wenn!1131־ sich allmählich den Grenzen Palästinas weiter nähert, so begegnet mau der einen und anderen Art. die nicht mehr ägypt'sch ist. und kaum dass man den Wädi al-‘Ariscl1 überschritten hat. so wird die Flora noch veränderlicher. Dieser Reichtum entspringt .mcb.cn dem Umstande dass sich hier nahebei ein merkwtird ger Krotcnpunkt der Verzweigung der Erdbora befindet". auch aus den ackerbauüchen Beziehungen zu Palästina. Der Beduine des peträiseben Arabiens ist vollständig dem Ackerbau abhold, aber in dem Gouvernement von .'•!-‘Arisch haben die ,Bc/ielu:־ :gen zu den benachbarten Fellachen etwas Landbau und viele i:: Syrien gezogene Spezies, welche dem Boden Ägyptens fremd sind, eingenihrt. I r J die Reisenden beschreiben uns die un:;!!-’Arisch blühende!: Gärten und die berühmten Gtrrku ׳. die überaus zahlreichen beigenbäume die Rcbcnpfianzu gen. die weisse Tafeltraube, die Gemüse (Knoblauch. Zwiebeln. Karotten. Tomaten>. die üetreidcarten (Gerste. Weizen. Mais'; * das Innere Gebiet ist weniger bekannt, besonders das Hochplateau, von welchem die von;*!-‘Arisch rechtsseit gen Zuflüsse sich ergiessen; aber;•lieh dort gehört der Charakter oer Flora mehr der Steppe Mittelasiens als der Wüste an; die Steppe mit winterlichen Rcgeniällert Ist hier stark entwickelt und im Frühjahr bietet sie mit blühenden Kräutern geschmückte Weiden hu Überfluss, woher sieb die unter den Beduinen stärker verbreitete Besebärtiguug mit der Viehzucht schreibt. Auch in derjenigen Zc.'c. welche wir der Bodenbeschaffenheit nach W üste nennen, linden sich nach den Rcgcmaüen Gerstenpflanzuiigcn und zahlreiche Herden von Schafen und Ziegen bei guter Weide.־ Und an der Karawanenstrasse fand der Erzherzog Salvator ein Land ..prangend in der Schönheit des Frühjahrs, mit den Herden der Beduinen, die sieh an dem frischen grünen Kraute, untermischt mit Primeln, sättigten.“ Den grössten Reichtum des Landes macht die Dattelpalme aus und man darf anrtebmc‘. dass der Anbau dieser Pflanze in bedeutendem Masse fortschreitet, da 1.S79 der Erzherzog Salvator in den W äldern von al-*A risch ungefähr b* יי יי ' Stück zählte - während heute 10- bis 12 000 davon sich vorfiuden -- und 15tויי in den Oasen von Katia, wo heute die Steuerta.\e auf gut 301K10. die 960 Eigentümern angeboren, erhoben wird. I Im Schatten dieses ausgedehnten Waldes weiden 2000 Kamele und 2000 Schafe.־ Una sicher ist der Altbau der Palme zu einer grösseren Entwickelung in jenem Gebiete bestimmt, da diese wunderbare Pflanze, die Spenderin unvergleichlicher Wohltaten, in salzigem und sandigem Boden gedeiht und ihren Reichtum in der Wüste schenkt, welche auf diese Weise jährlich einen Ertrag von 1500 Lire pro Hektar ergeben kann. Infolgedessen befasst sich auch al-Arlsch mit der Ausfuhr von Datteln zugleich mit derjenigen von Trauben. Melonen und gesalzenen Fischen. Der Fischfang kamt im Gouvernement a!־‘Arisch eine unerschöpfliclrc Quelle des Lebens und der Arbeit ,bieten. Aber er ist eine bislang wenig benutzte und -- auch von seiten der ägyptischen Regierung - - vernachlässigte Quelle. Die grosse Lagr. ׳e, welche vielleicht ihren Namen von dem König Balduin von Jerusalem erhalten hat. al-'Bardawil, ist ein ungeheurer natürlicher Fischbehälter. Der Erzherzog Salvator sagt in , seinem mehrfach zitierten Werke, dass es in dem sich nach . al-’Arisch öffnenden Meere Überfluss an Fischen gibt, aber dass s ch damals nicht mehr als!5 oder 20 Personen diesem Gewerbe widmeten; dahingegen befassten sich statt dessen viele Fischer mit den! Netzfange und der Einsalzung von Fischen im Bardawil. der rach der Erzählung c־i״es Arabers, welcher von der Regierung keine Konzession erlangt hatte, reich au Meeräschen sei! mH. Wcirge Jahre nachher fand Ascher>on die Lagune nahe:־-־.׳ trocken und eine einzige Fischerfarnii'e daselbst nahe an der Einmündung in *Jas Meer. Die Ursache dieser Erscheinung beruht darauf, dass der Küsten-! streif.־!' welcher auf zirka 9" km Länge die Lagune vom J Meer trennt, so schmal und von so geringer Erhebung ist. dass j der durch die Nordnstwi<• Je herawrewäl/te Sand leicht die 1 Mündung verstopft,;!!!er tbe.fo leicht fällt es den aufgewühlten; Woge:׳, sich wieder eine Für: zu uünen u-d von neuem in das 1 Beck•.;• ci:'Z‘1br«־ehe<־!. Wahrend so Diorodus Siculus uns er-! zählt, dass de /L׳.*»arp« von Sirbo ehren Teil des .Hccreszuges 1 des Artaxerxes verschhngen. verseilen Strabo, dass zu seinen j Zeiten die Mündung /'.zo/;׳:>/׳־ \ er st״ nt war. und Plioius beschre'bt sie als nmdica palcs: sodann, in einem uns nahehege! deren Zctaker. währerd der ׳ייייו ' * Kriege in Aepvrcn lag sie trocken;!">79 ein Sec. welcher sich bei Hochflut füllte. Isn* hoch irfulge des aus zwei Mündungen zutliessendcii Wassers. P>*v hinwiederum trocken; heute immer noch eine weite fischreiche Lagune. Gegenwärtig bezieht die Regierung vier- (•der fünfhundert ügypMsche Lire jährr.m iiir die Konzessionen zur Fischerei; die Araber, welche sich damit neassen. bedien•׳'* sieh des einen oder a״Jere1׳ primitiven Mittels, 1׳m de.י Zufluss des Meeres offen zu halten. Aber sobald diese Verbindung durch fortgesetzte Arbeit gesiche!: sein wird, wird der Bardawil ein ungeheuer natürlicher Fgelrbehältcr werden und d e in der Umgebung mch modernen rationc!’e!1 Methoden aus geübte Fischerei, das Einsätzen und der Fang, werden einen Jahresgewinn von einigen Millionen Franken und einer zahlreiche:! Fisclierbcvölkcrung die Subsistenzmittcl gewähren. Somit ist dieses Gebiet welches wir die Wüste nennen. gegenüber. Ich blickte meinem Gegner ins Angesicht. . aber stand regtmgslos. Das Schwert hing nieder in | meiner schlaffen Rechten, die Linke mit der Pclta ruhte auf dem Rücken. So erwartete ich. gelassen und ruhig, j den Mordsprung des Löw cn. Es durchfloss meine j Glieder warm und leicht. W ir standen. Aug* ins Auge : gesenkt. Gross starrte der Blick des Löwen in meinen, der ruhig den Tod erwartete. Eine Pause. Ringsum keine Bewegung, kein Laut, senkte der Löwe sein Haupt, schüttelte wie verneinend seine Malme, wandte sich am und ging langsam in den Zwinger zurück. Ein Freudengesehrei der Menge echot! : sieh zu den Lüften. Ater der Prokomsul winkte verj diossen; gewafinet״־ Knechte begaben sich in den j Zwinger, den Löwen zu reizen und hinauszujagen. ' dieser aber brüllte und schlug mit dem Schweife, packte mit der Tatze einen Knecht und riss ihm den Arm heraus. Gemurmel und Geschrei entstand, die Söldner warfen sich auf den Löwen, die Menge zerbrach die hölzernen Planken, ergoss sielt in den Kampfplatz, und umwogte mich bald, der ruhig im Gewühlt* stand. Der warf eine Chlamys tun meine Schultern, riss den Kranz von meinem Haupt ״nd bedeckte cs mit einen! griechischen Hme. In einem Augenblick war ich ausserhalb der Arena. Aber man hatte meine Entfernung bemerkt, und schnelle Söldner eilten uns nach. Da hob man mich aiii die Schultern starker Männer, den j eilenden Flugs ging es durch die verödeten Strassen! ן man watete durch den Orontes, man gelangte in den Da; Lorbeerhain der Daphne, und legte mich nieder in den Schranken der Freistatt, des Asyls in der Mitte des Haines. So schnell sie gekommen, waren die Männer verschwunden, ein Bündel voll Nahrungsmittel zurücklassend. So ward ich versetzt aus dem dunkeln Käfig in den rauschenden Lorbeecliaui, au die murmelnden Wellen ■ des Orontes, mir selbst kaum bewusst. Wieder ist des Fiiigelschlag über mein Haupt gezogen, und es Aber eine kurze Frist. Schon umdes Römers das Asyl, jeden Ausgang Wer mich hierher gebracht, er wird davon itihrett. Ihre Götzen schützen aber wie lange? Hierhin Hohepriester Onias*), laut an- Israel's. Bald aber drang lange Prokonsul erhob sich von dein Sitze־ und gab Beielil. Kohorten vorrücken zu lassen. Da ergriffen mich im Nt! starke Arme, eine zarte Hand fasste die meine, man . Todes ן hat mich berührt, j ringen die Söldner; versperrend, j mich nimmer j auch den gefangenen Juden . flüchtete der fromme klagend die Feinde des Göltes 1 - V

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