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Jüdische Rundschau · 1905-02-24 · Heft 8 (24.2.1905) · page 10

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
X (1905)
Issue
Heft 8 (24.2.1905)
Date
1905-02-24
Page
– (sequence 10)
Language
German
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Seite 84 JÜDISCHE RUNDSCHAU. . _ .. No• 8. Julie Holtmann, Krausnickstr. 15, zu schicken, da die Weiterbeförderung in den nächsten Tagen stattfinden soll. Berlin. Am Mittwoch, dem S. Februar veranstaltete die ״Jüdisch-nationale Frauen Vereinigung“ im Restaurant Rosenthab Leipzigerstr. 63. eine Versammlung, in welcher Herr Dr. Hans Mühsam das Thema ..Jüdische Ritualien und moderne Hygiene“ behandelte. Fine lebhafte Diskussion, an welcher sich u. a. Herr Elias Auerbach. Herr Dr. Gutmann und Fräulein Sachs beteiligten, beschloss den in jeder Beziehung interessanten Abend. A. Danzig. Es tat lange not. auch die hiesigen Juden aus ihrer Lethargie auizurfttteln und in ihnen das Verständnis für Wesen und Ziel des Zionismus zu wecken. Dazu beigetragen zu haben, ist ei!1 Verdienst• der rührigen Königsberger Ziouistisehen Vereinigung, die hier am 12. er. unter Vorsitz des Herrn Dr. Hoppe- Königsberg eine öffentliche Versanimlung Veranstaltete, in welcher Herr Dr. G o l d b c r g - Neuenahr über ״D i e Bedeutung des Z i o!1 i s n! u s! ii r d i c d e u t s c h c n Jud c u“ sprach. Der ebenso ideenreiche, rein formvollendete Vortrag wurde mit grossen! Interesse aufgenommen und erntete lebhaften Beifall. Es entspann sich noch eine eingehende Diskussion, in weicher verschiedene Angriffe einiger Gegner von Herrn Dr. (1 oldborg und ganz besonders von Herrn Dr. P e 1 z ־ Königsberg geschickt pariert wurden. Wenn auch der positive Erfolg des Abends noch ein massiger war und in der Bildung einer kleinen Zionistischen Ortsgruppe zum Ausdruck kam. so stellt doch zu hoffen, dass durch eine intensive Agitation der Zionismus auch hier grössere Fortschritte machen werde. Filehne. Sonntag, den.!2. Febrtiar. hielt in unserer Ortsgruppe Frau L i n a W a g 11 e r - Tauber. Berlin, einen Vortrag über das Thema: ..Die Aufgaben einer modernen Jüdin und der Zionismus”. Trotz des heftigen Schneetreibens hatte sich ein_ zahlreiches Publikum eingeumucn. welches mit grosser Aufmerksamkeit den spannenden Ausführungen der Referent!!! zuhörte. n>c Redneriu offenbarte in einer Reihe von glänzend vorgeb rach teil Stimmungsbildern eine solche Gemütstiefe und zionistische Begeisterung, dass die Versammlung am Schlüsse des mehr als einstiindigen Vortrages in lauten Beifall ausbrach. In packender Weise sprach die Frau zur Frau und wies die Wege, welche die jüdische Frau für die nationale Kleinarbeit zu leisten hat. Beuthen 0. S. Am Sonntag, dem 12. er., veranstaltete• die hiesige Ortsgruppe der Zionistischen Vereinigung für Deutschland im grossen Saale des Etablissements Saus-souci einen glänzend verlaufenen jungjiidischcii Abend, über 600 Personen füllten den Saal bis auf den letzten Platz. Nach mehreren musikalischen und deklamatorischen Vorträgen, zu denen sich mehrere Gesinnungsgenossen in dankeswerter Weise zur Verfügung gestellt hatte 1. sprach Elias Auer- Dach-Berlin über das Thema: ..Palästina - das Land der jüdischen Zukunft". Der Redner verstand es. mit seinen treifliehen, überzeugenden Ausführungen die zahlreiche Zuhörereines Menschen versenkt. Was schaut dir entgegen aus meinem tränenloseu Apfel? Deinen Grimm erregt cs nicht, und deinen Absehen, aber auch nicht Liebe und Mitleidenschaft. Du wendest dich schielend ab. gehst scheu zur Seite: du hast dem Tode ins Auge geschaut nach jenem Tode, der mit dem fröhlichen Mute des Kampfgew iihls naht, und in die kühn geschwellte Brust den Stachel senkt, dem Tode, der furcht- und gefühllos eintritt in ein stilles Gräberfeld, und dem getöteten (leiste geräuschlos den Leib naclisendct. Ott uelim' ich, wenn du vor Hunger brüllst und tun das Eisen schlägst, dass es wankt, einen Teil meiner kärglichen Nahrung und werfe sie durch die Ocftiumgen. Aber du verschmähst sie von mir und läss’st sie liegen willst von dem gefangenen Juden nichts; denn du bist noch Löwe. Noch wenige Tage, und wir stellen uns drausscn gegenüber. Meinst du, ich werde kämpfen mit dir? Scheue dich nicht. Wie ich stand vor dem Samum, werde ich stehen vor dir, bis du reissest das Haupt vom Rumpfe, und die Knie zusammenbreehen von selbst. Ich will ja mir sehen: was da noch werden wird!. (Fortsetzung folgt.) schaft zu fesseln und neue Anhänger iür die zionistische Idee zu gewinnen. Es traten an diesem Abende fünfzehn neue Mitglieder unserer hiesigen Ortsgruppe bei, welch' letztere jetzt etwa zweihundert Mitglieder zählt. Die Nationalfondsarumhing ergab ca. fünfzig Mark. Ausserdem wurden mehrere Aktien der Jüdischen Kolonialbank zum Verkam' gebracht. Tarnowitz. Auf Veranlassung der Zionistischen Ortsgruppe Beuthen O./S. sprach Elias A 11 e r b a c h . Berlin, am Montag, dem 13. er., hierselbst über das Thema: ״Der Z i o n i s m ns und seine Ge g n e r". Der Vortragende legte den zahlreich erschienenen Zuhörern in klarer, überzeugender Weise Zweck und Ziele des Zionismus dar. Der Erfolg des Vortrages, an welchen sich eine sehr anregende Diskussion schloss, war der Beitritt von 25 Mitgliedern, welche bis zur Schaffung eher besonderen Tarnowitzer Ortsgruppe der Ortsgruppe Beuthen angcgliedert wurden. Wir wollen hoffe!׳, dass der Zionismus in unserer Gemeinde recht bald weitere Anhänger findet, so dass wir iit kurzer Zeit zur Gründung einer eigenen Ortsgruppe schreiten können. Hamburg. Am vergangenen Donnerstag hielt Dr. Richard H 111 d s c h i n e r in der hiesigen Ortsgruppe einen interessanten Vortrag über ״Die Juden in der Tyroler Volkssage" und verlas im Anschluss daran eine selbstverfasstc, dem Tyroler Sagenkreise entnommene Erzählung. Reiche;• Beifall wurde dem Redner zu teil. Das W'oeheureferat hatte Herr Siegfried L e w y. Hannover Am 31. Jatuur sprach in einer Versammlung Fräulein Maria Baer aus ..Z i o 11 i s t i s c h e G e g e n v. a r t s a r b e i t".!hi schilderte in sachkundiger Weise zum .. eigener Anschauung das Judenl.ua! in Osteuropa gut besuchten emberg über Die Rcferei:- gr״sse!t Ted aus Sie hesprach die planlose und vergebliche Hiüstätigkcit der Wohltätigkeitsgesellsehaitcu und stellte dem die zielbewusste Arbeit des Zionismus gegenüber, wobei sie im einzelnen die zionistischen Institut!♦ >!!u 1 durchging. Zum Schluss wies sie eindringlich und ergreifend darauf hin. wie starke Bande uns an Zion binden. In der Diskussion trat hervor, einen wie grossen Eindruck der Vortrag auch a.u! Zuhörer gemadiu hatte die bisher unseren Bestrebungen fern standen. Wir hatten eine Reihe Beitrittserklärungen zu verzeichnen. Es wurde auch angeregt, eine .1 ii d i s c h * n a t i o!! a I c E r a u e n- Vereinigung zu gründen. Fräulein Baer sei hier noch* mals unser herzlicher Dank ausgesprochen. - Rechtsanwalt üroneniann, der die Versammlung leitete, gedachte in warmen Worten des verstorbenen K o n s u 1 s Moritz S i in o n . dessen Tod einen schweren Verlust iür das jüdische Volk bedeutet. Die Versammlung erhob sich zu Ehren des Verstorbenen. Mannheim. Zionistische Ortsgruppe. Die M a k k a b ä e rt'cicr ist unter Mitwirkung erster Kräfte des Mannheimer Hof- und Natioualtheatcr sehr würdig verlaufen. Festredner D r. C a h c 11. ־ Am 3. Januar sprach D r. Moses im Jüdischen V o r t r a g s - A b e!1 d . dem unsere Ortsgruppe angehört, über ״J u d e 1111 o t und Jud e n w a 11 d c r u n g”; am 11». Januar ebendaselbst B c r t h o I d Fei w e I - Berlin über ..Die s i 11 i i e 11 ch Kr ä f t e und W erte in! Zionismus״. Die Vorträge waren gut besucht, die Diskussion z. 1'. sehr interessant und anregend. Am 21. Februar spricht Julius S i m o n über ״D i e U g a 11 d a frage i m Zionismus". — 111 geschlossener Vereinssitztiug referierte D r. Julius Moses am 31. Januar über "Die gegenwärti'ge Lage im Zionismus". Die Neuwahl des Vorstandes hatte folgendes Resultat: Julius Simon. L.Vors.. Dr. Mann. 2. Vors.. Dr. Kalluer. Schrift!.. Otto Simon. Kassier. Abraham Lewisohu. Beisitzer. Am 22. März (Schtischan- Purim) veranstaltet die Gruppe ein allgemeines jiiüiä dies Kinder re s t. Fünfter Delcgiertentag des Niederländischen Ziunistcnbundes. Am 25. Dezember 190-1 fand in der Mais״!! Fryda ii; Amsterdam der fünfte Delegiertentag des Niederländischen Zionistenhundes statt. Zum Vorsitzenden des Bundes für das Jahr 1905 wurde erwählt Herr Sigmund Seeligmann \\\ Amsterdam. Als Kandidat für Jen Posten des zu ernennenden Vertrauensmannes wurde Herr .1. H. K a n 11 im Haag vorgeschlagen. Die Jahresberichte des Bundes und der Propagandakommission rühmten den allgemeinen Zustand als befriedigend: neue Ortsgruppen sind gegründet wurden. Die Zahl der Mit* glieder ist fast verdoppelt ״״d das Interesse an der Bewegung wächst fortwährend. Fine sehr augeregte Debatte entstund über einen Antrag der Ortsgruppe Groningen, lautend: ״Die Niederländische Zümistenbmd spricht als seine Meinung | aus, dass das Schliesscn einer Mischehe unvereinbar ist mit : der Propaganda für den Zionismus. Der Vorstand möge diesen!• Beschluss den anderen I.andesorgaiüsutioucr, 1hekanntgohen mit

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