Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- X (1905)
- Issue
- Heft 7 (17.2.1905)
- Date
- 1905-02-17
- Page
- – (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Seite 77. .! . No. 7. JÜDISCHE RUNDSCHAU. Kälteren liebt haben ־wir schon des oiteren konstatieren können. Einen neuen Beweis daiür, bringt die Sonntagsnummer des VORWAERTS. In solcher Weise den Anschein zu erwecken, als ob es unr iüdischc Pfandleiher gäbe ist ein Kabinettstück von Rassenhetze, um das Jeder eingefleischte Antisemit neidisch werden könnte auf die Redaktion des VORWÄRTS.“ Wie •mögen die Redakteure der F. D. P. dieses ihr Kabinettstück selber belacht haben, mit dem sie zwei Fliegen auf einmal zu schlagen gedachten: einmal den dummen Juden wieder mal was Phiiosemitisches vorgesetzt zu haben, auf dessen Kosten schon ein zweiter Kopsch passieren kann, und dann gleich dem verhassten Gegner eins ausgcwisclit zu haben, l’nd wie nötig war das erslere besonders: kam doch in der Reichstagssitzung vom 13. Januar gleich der zweite Kopsch. nur dass er diesmal Lenz man n liiess. Za Herrn Lenzmann kam in einem Seebade ein jüdischer Herr und fragte ihn. oh er Skat mitspiclen wolle. ..Nein.‘’ antwortete der freisinnige Abgeordnete, ״i c h spiele nur Gottes Segen bei Coli n." Das musste Herr Lenzmann zugeben, und die STAATSBÜRGER ZEITUNG, die den Herrn mit Recht als einen der ihrigen reklamiert, erzählt gleich noch ein weiteres antisemitisches Stückchen von Herrn Lenzmann. Danach hat er einmal zu einem Antisemiten, dem verstorbenen Dr. König, der das in der ■KOELNISCHEN ZEITUNG s. Zt. bestätigte, gesagt: ..Das sollte mir e nfalleu. für die Juden die Kastanien aus dem Feuer zu holen, denn so‘״ b i s c h e 11 Antisemit ist wohl j e d e r.“ I Limit hat der freisinnige Abgeordnete Lenzmann nichts weiter als eine alte Wahrheit gesagt, aber wenn er solcher Gesinnung ist. sollte er doch in seiner Partei daran! liiitwh kett. dass sie nicht immer mit der JudenfreinulHchkcit hausieren geht und Geld und Wähi.r taugt - - im Jargon des Herren Lenzmann durfte dieses Vorgehen wahrscheinlich ..jüdisch“ genannt werden. Die Juden aber haben alle Veranlassung, ihre Aufmerksamkeit endlich von den Pückler, Ah'.wardt und Genossen abzuwenden, und dafür ihren bisherigen Freunden, die ihre gefährlichsten Gegner zu werden beginne;!, ein wenig auf die Finger zu sehen. Rundschau der Presse »Wfc der HAZOFE vom 15. Januar meldet, hat der Zar infolge einer telegraphischen Bitte des Herrn Fischsolm das Aunührungsvcrbot von Theaterstücken in jüdischer Sprache aufgehoben. Interessant sind die Mitteilungen, aus welchem Grunde s. Z. das Verbot erlassen wurde. Das hebräische Blatt schrcrlbt hierzu: ״Das jüdische Theater wurde im Jahre 1S77 durch Goldfaden gegründet. Aber schon in! Jahre 1SS3, während der Unruhen in Südrussland, Iicss der Minister Ignatiew das Theater schlicsscn. Das Verbot gab zu verschiedenen Gerfichtcn Anlass. Jetzt weiss man, dass eine Denunziation des englischen Missionars Dr. Ben-Zion, eines ״ehemaligen” Juden, diese Massregel zur Folge hatte. Dr. Ben-Zion, der sich seit dem Jahre ISS2;n Odessa aufhiclt, kam beim Besuch des jiidisehen Theaters aut den Gedanken, sich desselben zu Missionszwecken zu bedienen.‘ Er veriasste mehrere Stücke zwecks Propagierung des christlichen Glaubens und erlangte auch die Erlaubnis, dieselben aufzuführen. Goldfaden wollte jedoch dem Missionar die Bühne nicht zur Verfügung stellen, worauf hin das bekannte Verbot erlassen wurde. In demselben Blatte wird von einem Bankett berichtet, welches die Homelcr Intelligenz zu F.hren der Verteidiger der Juden im Homelcr Prozesse veranstalteten. Diese legten bekanntliclt die Verteidigung nieder und verüessen den Gerichtssaal. Von den zahlreichen Reden, die an dem Festabend gehalten wurden, fielen besonders diejenigen der Rechtsanwälte Kupcrnik. Mandelstanun und Hanfmaun (alle drei getaufte Juden) auf, die für eine Russiiizicrung der Juden eintraten und sich gegen die jüdische Nationalität aussprachcn. Sehr richtig bemerkt hierzu die Redaktion, dass dieses psychologisch verstündlich ist, ״sic (die getauften Juden) wollen ihren L’ebertritt rechtfertigen und ihrGewisscu beschwichtigen‘*.—An die Adresse der T e r r i t o r i a 1 i s t e n sind einige beachtensw erte Artikel gerichtet, die in den hebräischen Tageszeitungen erschienen sind. Der bekannte jüdische Publizist und Nestor der russischen Zioiüsten. M. If. Lilicnblum. unterzieht in drei grösseren Aufsätzen (im HAZOFE N. 5 und 6 d. J.) die zionistische Tätigkeit in den verflossenen S Jahren einer strengen Kn»ik und kommt zum Schluss auch auf die Tcrritorialisten zu sprechen. Er schreibt wörtlich: 1. habe ich niemals geselle-׳!, dass ein Volk zwei Vater-!ander hat; 2. unsere Kraft reicht nicht aus. zwei Länder zu besiedeln; 3. ein Teil der Juden wird im Exil bleiben und wenn wir mit dem Rest des Volkes zwei Länder zu besiedeln haben werden, dann werden wir in diesen beiden Ländern niemals die erstrebte Majorität erreichen und derartige Ansiedelungen sind für uns wertlos- In satirischer Form üussert sich der Wilnaer Krönrabbiner Dr. Lew in. Er weist darauf hin, wie vieles Im heutigen Judentum unnatürlich ist. Seit wir im Exil sind, haben wir die Feiertage verdoppelt, zs B. den 1. und 7. 0״ssachtag, ebenso Schebuoth, Rosch-hasch-schan&h und Sukköth. In der Fremde haben wir zwei Sprachen (ausser der Landessprache), hebräisch und jüdisch-deutsch. In Russland haben wir dazu zwei Arten von Rabbinern. Kronrabbiner und geistliche Rahbitter und schliesslich wollen wir noch zw׳ei Staaten haben!! Kurz möchten wir noch erwähnen, dass der HAZOFE vom 20. Januar einen bisher unveröffentlichten Aufsatz von Herzt bringt, der ״die Frauen und der Zionismus" betitelt ist — ln der HAZEFIRAH N. 265 v. J. wird der Aufsatz von Lucien Wolf!. ״The Zionist Peril" (The Jewish Quarterly Review N. 65), einer scharfen Kritik unterzogen. Wik. Vom Verbände für jüdische Statistik (gez. Dr. Alfred Nossig) erhalten wir ein Schreiben, in dem der Verband den Wunsch ausspricht, dass ein Schiedsgericht die Angelegenheit zwischen ihm und Herrn Leopold entscheide׳;! möge. Wir bringen diesen .Wunsch zur Kenntnis unserer Leser. Nationalfond. ] Sammlungen (ür den N'dlionalfond und andere zionistische Zwecke sind nur noch a.n Jen Schatzmeister des ZentralbOros, Herrn Max Woltstelner, Berlin NW. 2j, HoNtclner ---—-—• Uter 10, zu senden. ־——--- Der Jüdische Kegelklub .Stauserhorn* in Freibürg i. Ü. für die Versteigerung des Bcnschens beim Festessen . Versteigerung des Bcnschens bei der Hochzeit Adolf Terracina, Genf, Betty Giinzburger, Freiburg, im Hotel Braunschweig in Basel .... Rahel Winter, Köln a. Rhein, Sammlung in der Rheinlandlogc, U. O. B. B. Z i o n i s t i n aus Gross-Strehlitz.• . . . Fanny Liltmann. Gross-Strehlitz, aus Freude über die neugewonnene Zionistin, Fr!. Emma Rosenberg . . Dr. Ernst Tuch, Charlottenburg, dankt Herrn Ludwig Mayer, München, für seine freundliche Gratulation. Auf der Sylvesterfeier in Cöthen i.A. gesammelt Arthur Zwirn u. Faul C h 0 n c, anstatt Depesche zum Doktor-Examen des Bbr. Gotthold Weil Karl Lewy, Allenstein, Skatgewinn. Von einem ,Hähnchen* - Abend in Bonn a. Rh.: Max Schatz 1,—, Dr. Edelstein 1,—, Halber Zionist 1,—, Dr. D. 0,50 ........ zus. Zur Erinnerung an ,Fortuna* von Josef O I s c b o w s k i, Rudolf Frankfurter, Max Kosterlitz und Lazarus Basse witz, sämtlich in Breslau, auf Anregung des letzteren . . Ingenieur Kaufmann, Essen, im D-Zuge .... Sammlung von Frau Mathilde Rosenberg, Essen-West. Heinrich Auerbach, Essen-West, gewonnene Wette von A. Goldschmidt, Köln. Derselbe, Zigarrenverbrauchssteuer. L. Rosenberg, Essen-West, 1 Kupon der Jüdischen Kolonial-Bank. Diversa..־ . . . .. Aus Hamburg: Dr. Kalmus, anlässlich der Geburt eines Neffen Theodor (Benjamin SefG Süsskind 3,—, Dr. Kalmus, statt Kondolenz-Telegramm an Lothar Stark 1,—, Krl. H. Mayer, Bamberg 0,50, Auf dem Agitationsabend in Harburg (Elbe), veranstaltet vom Hanseatischen Vcrbandsburcau in Hamburg 2.—, Louis Heyraann 0,50, Saramclbüchse im Restaurant Hirsch, Hamburg, Grosse Bleichen 37 10,50 . ..zus. Rechtsanwalt Dr. Sammy Gronemann, Hannover, gratuliert Herrn Rechtsanwalt Jacobsohn, Lübeck, Assessor Dr. Leszynski, Berlin, Wilhelm van Cleef, Emden, A. Kober, Breslau, ä 50 Pf. Georg Struck, Bcrlin-Grunewald, aus seiner Nationalfond-BUchse ... Sammlung von Frl. Jenny Wolpe, Königsberg, im Kaffee Bauer, selbst 0,50, die übrige Gesellschaft 1,05.zus. Büchse im Hotel Masie, Königsberg, Kaiserslr. 51 Ertrag , S u I a m i t h *, Königsberg. 15,50 Mk. , 15,50 . ־6 ־,1 ״ -,1 , 1,50 ״ 0,50 , 1,10 3,50 , 9,25 . -,3 ״ L60 ״ -,נ ״ 0,85 ״ 0,40 . 0.15 17,50 10,- י 1,55 r, _ ׳־י» w 23,60 ״ / * r . \ ß 1