Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- X (1905)
- Issue
- Heft 5 (3.2.1905)
- Date
- 1905-02-03
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/2651273-2651394-2651400--02056-2658942- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Seite 51. No. 5. JÜDISCHE RUNDSCHAU. Der Kongress ergreift die Initiative der Errichtung eines lokal-jücEschcn, zentral-kollegialen Organs in Palästina, das die palästinensische Judcnkcit Zusammenschlüssen und vereinigen und Vs repräsentative Körperschaft und Beschützer der jüdischen Interessen in Palästina gelten soll. B. Vor dem Kongresse. Die Konferenz bcschlicsst eine Mittelschule auf den Kamen Theodor Hcrzls für zahlungsfähige Zöglinge in Palästina zu gründen. Zur Sicherstellung der Mittel werden Aktien ausgegeben mit der Verpflichtung der Ratenzahlung, wobei jedem Aktionär das Recht eingeräumt wird, während des ganzen Kurses einen Schüler unentgeltlich zu erhalten. Die genaue Ausarbeitung der materiellen Seite der Frage und die Realisierung der Mittel ist einer Kommission, be- .stehend aus folgenden Herrren übergehen worden: J. A. G o I d b e r g. Hilel Slatopolski, Wlad. S h a b ot i n s k i. M. M. U s s i s c 11 k i r., J. W. T s c h l e n o w und 13. B. Jaffe. Die Ausarbeitung des Programms und die Gewinnung des Lehrerpersonals ist einer Kommission, bestehend aus folgenden Herren übergeben worden: Ch. Weizmann, J. Klausner. Sch. Lewin und M. Schcinkin. Die Konferenz wendet sich an das Odessaer Palästinakoniitcc namens der Teilnehmer, die gleichzeitig Mitglieder des Odessaer Komitees sind, mit der Koücktivbitte. in möglichst kürzester Zeit in Jaffa ein Informations- und Auskunftsbureau neben dem dortigen Zentrum unter Leitung der bestehenden Palästina-Organisation zu errichten. Die Konferenz beauftragt Herrn B. A. Goldberg, einen ausführlichen Führer durch Palästina zusammenzustellen und herauszugeben zum Zwecke der Propagierung der Palästinareisen. Anregungen. Die Konferenz stellt zur gründlichen Diskussion der Zionisten folgende Anregungen der verschiedenen Teilnehmer- Gruppen. Es ist notwendig, für Palästina eine grössere Hypotheken- und Agrarbank zu gründen, die gegen Garantie von Boden, Häusern, Fabriken, Bujären etc. langfristige Darlehen zu gewähren hätte. Es ist notwendig, durch Initiative und materielle Beihilfe dazu beizutragen, dass in Palästina eine neue iüdische Zeitung gegründet werde. Es ist notwendig einige Stipendien für Zionisten an der juridischen Hochschule in Konstantinopel zu errichten. Es ist notwendig, in allen grösseren Städten neben den Schekel-N'ationalionds- und anderen Kommissionen auch eine Palästinakommission zu gründen, die, alle Auskünfte betreffend die reale Arbeit in Palästina zu erteilen hätte. Der Kongress muss das Projekt der Errichtung eines Lehrer-Institutes in Palästina realisieren. Unter den augenblicklichen Verhältnissen wird die reale die hierdurch .nicht getadelt werden soll. Wenn wir auch das vortreffliche Buch nur vom wissenschaftlichen Standpunkt aus geloht haben, so wollen wir doch nicht den Wunsch unterdrücken, das cs ihm gelingt sich in zionistischen Kreisen recht viel Freunde zu erwerben. Sie werden wahren Nutzen und viel Belehrung finden. Noch brauchbarer wäre das Buch geworden, wenn cs ein Inhaltsverzeichnis und ein alphabetisches Sachreg'ster erhalten hätte. Das sollte man gar nicht mehr an einem neuen Buche erst noch zu bemängeln haben. E 1 j a q i nt. Schlemiel. Illustriertes jüdisches Witzblatt. Unter Mitwirkung namhafter jüdischer Künstler und Schriftsteller, herausgegeben von Dr. Jungmann Jahrgang 1 und 2. Elegant gebunden 4 Mark. Verlag des ״Generalanzeigers für die Gcsamlinteresscii des Judentums. Berlin C. 2. Spandauerbrücke 6. Der erste kürzere und der zweite vollständige Jahrgang liegen jetzt gebunden vor. Von dem schönen Einleitungsgedicbt ,.Hurrah. hurrah, Schlemiel ist da!“ bis zu dem maybäumlichillustrierten Schluss ״Wo haben Sie den Sommci Urlaub zugebracht. Herr Piarrer?“ ״Im heligen Lande, . . .“ ״Und Sie Herr Rabbiner?" ״In Rom“, geht ein grosser zionistischer Zug durch das ganze Blatt, das sich in der kurzen Zeit seiner Existenz so viele Freunde verschafft hat. Auch Feinde! Denn Arbeit in Palästina einen grösseren Zufluss von opferwilligen Personot aus der Diaspora erfordern müssen. Die Arbeit der letzteren In Palästina wird unzweifelhaft unter sehr schwierigen Verhältnissen vor sich gehen müssen und wird seitens dieser Personen grosse und fortwährende Opfer materieller und moralischer Natur erfordern. Nach Abwägung aller Umstände, die die Arbeit in Palästina erschweren und indem wir laut und ausdrücklich die jüdischen Massen auf dieselben hinweisen. drücken wir nichtsdestoweniger unsere Ucbcrzeugung aus. dass die aktiven Kräfte des Zionismus verpflichtet sind, diese Opfer dem jüdischen Volke zu bringen. IV. Zur Nationalisierung des jüdischen VoIkcs. Auf Grund des dritten Punktes des Baseler Programms, der lautet: ,.Die Stärkung des jüdischen Nationalgefühles und Volksbcwusstseins" fordert die Konferenz vom Kongresse, dass die Nationalisierung des jüdischen Volkes in intensivster Weise faktisch eine der Hauptaufgaben der zionistischen Arbeit in der Daspora werde und die Organisierung dieser Arbeit zur Pflicht aller Kongrcssorgane gemacht wenden soll. V. Organisation der Kräfte zum Kongresse. Die Konferenz errichtet einen Spezialfond zur Vorbe• rettung der Kräfte zum nächsten Kongresse. Be'nuis Verwirklichung der gefassten Beschlüsse erwählt die Konferenz zwei Zentren: ein leitendes und ein ausführendes. Die Konferenz, bcschlicsst die Wahl vor. Delegierten zu fördern, die geneigt wären auf dem Kongress devi von der Konferenz eingenommenen Standpunkt zu vertreten. Im Falle der Unmöglichkeit. Kandidaten zu finden, die ganz auf diesem Standpunkt stehen, muss man solche Kandidaturen fördern, die als Gegner des einseitigen Ugandismus und des Territorial'smus bekannt sind. Die Konferenz beauftragt das Zentrum, die mündliche und schriftliche Propaganda zu erweitern und die geeigneten Kräfte und Mittel dazu ausfindig zu machen. Bei unserer Agitation, sowohl der mündlichen als der schriftlichen ist es wünschenswert, die Unerschütterlichkeit des palästinensischen Prinzips im Zionismus vom Standpunkte aller Richtungen klarzulegqn. Die Agitatoren, die vom Zentrum ausgesandt werden, reisen aut Kosten des Zentrums. Ins leitende Zentrum sind gewählt: J. M. ‘Kohan- Bernstein. W. J. T c nt k i n und M. M. U s s i s c hk i n. Ins ausführende Zentrum sind gewählt: S. W e i zmann, W. G I u s k i n. Ch. Katzenelson. J. Klausner. J. Nissenbaum, N. P r i I u z k i. N. Syrkin. J. Sprinzak und L. Jaffe. Adresse des Zentrums: Selig Weizmann. Warschau. das Bild des Schlemiel, wo ihm ein Narr auf den Kopf hauen will und sich selbst Schmerzen bereitet, trifft die Sache zu genau. Aber man kann w0׳hl sagen, dass nur der sich durch den SCTLEMIEL verletzt fühlt, bei dem etwas fäuT im Staate Dänemark ist. Auch wir Zionisten bekommen ja manchen wohlgemeinten Hieb ab. Aber wir haben erkannt, dass die Hiebe zwar trafen, dass wir aber keinen Grund hatten, dem SCHLEMIEL zu grellen, da er nur Fehler heraussuclit, die wir wirklich haben, und es wäre schlimm um uns bestellt, wenn wir uns vor den Witzblättern und noch dazu vor dem durch und durch national-jüdischen SCHLEMIEL fürchten sollten. Im Gegenteil wünschen wir, dass er auch ferner ohne Scheu und mit dem ihm ausgezcichnendcn feinen Witz und , Humor uns und unsere Freunde weiter kritisiert und das ז einzige, was wir dagegen zu tun gewillt sind, ist, dass wir uns Mühe geben müssen, die mit Recht verspotteten Schwächen abzulegen. Es gibt auch einige schwächere Nummern in der Sammlung. Aber im ganzen muss man dem SCHI EMI EL das Zeugnis ausstellen, dass er sich wacker gehalten hat und dass j er niemals langweilig oder fade wurde. Besonders bilden die I Jungmunnscheu Gedichte, die Unterzeichneten, wie die andern, j die mau nur am Guss und Fluss als Jungmanusche Schlemielinusc erkennt, eine Reihe von ausgezeichneten Leistungen, die jetzt in ihrer Sammlung eine sarkastische und humoristische