Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- X (1905)
- Issue
- Heft 4 (27.1.1905)
- Date
- 1905-01-27
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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Ne. 4. JÜDISCHE RUNDSCHAU Sute.'f). linge an der Berliner Börse dazu beigetrageii haben, dnrch Fundierung der russischen Anleihe für die Fortführung des Blutvergiessens in Ostasien zu sorgen, dass sie dadurch ,der russischen Gewaltherrschaft den tollen Mut gegeben haben,‘ wie erst auf die friedlichen englischen Fischer so jetzt auf dos eigene Volk zu schiessen, um die Tapferkeit zu beweisen, von der den Japanern gegenüber so wenig zu verspüren ist, das ist ein Fleck auf dem Ehrenschildo unseres Volkes, der nur dadurch gemildert wird, dass es sich um jene ״Freidenker“ handelt, die sich nur dann ihres Judentums erinnern, wenn es gilt jüdische Ehrenstellen einzunehmen. Die Zeichner der neuen russischen Anleihe haben sich zu Mitschuldigen gemacht an dem weiteren Morden in Ostasien und an dem Blutbad von Petersburg, das die russische Regie• rung nicht eher zu veranstalten wagte, als bis sie sich mit Silber und Gold den Rücken gedeckt hatte. Wir müssen ab warten, wie sich die Din״e weiter entwickeln werden. Die Geschichte schreitet mit ehernem Schritte durch Osteuropa. Auch für unser Volk fallen die Lose, so folgenschwer, wie es seit der Vertreibung der Juden aus Spanien nicht mehr der Fall gewesen war. Der Sieg der Freiheit und ihre Niederlage hat gleich grosse Bedeutung für das Volk, das nach der Freiheit lechzt mehr als alle Geschlechter der Erde. Aber wie die Würfel auch fallen werden, unsere Sympathieen stehen auf der Seite der Unterdrückten, wenn sie auch oft unsere Brüder ihrerseits noch mehr unterdrückt haben, sie stehen auf seiten der Wahrheit, die unsern Brüdern gegenüber immer verleugnet wurde, auf seiten der Gerechtigkeit, die man ihnen immer noch vorenthält, und auf seiten des Volkes, das um seine Menschenrechte ringt. Die Flammen von Port Arthur haben in Petersburg, in Bussland gezündet. — Möge ihr blutroter Schein das Morgenrot einer neuen Kulturepoche, der Anfang eines Fortschrittes der Wahrheit und Gerechtigkeit werden. El'jaqim. Mitteilungen vom Zentralbtiro _ der Zionistischen Vereinigung -. für Deutschland. j 1. Die National - Fondbüchsen für Deutschland sind nunmehr eingetroffen. Die Vorbestellungen sind bereits erledigt. Diejenigen Vertrauensmänner und Ortsgruppen, welche bisher keine erhalten haben, bitten wir, sich unverzüglich an unseren Schatzmeister Herrn Max Wollsteiner, Berlin NW. 23, Holsteiner Ufer 10, zu wenden. Wir machen hierbei ausdrücklich darauf aufmerksam, dass die Büchsen gratis abgegeben werden, jedoch nur an Ortsgruppen und Vertrauensmänner. Einzelne Personen, welche Büchsen aufzustellen wünschen, bitten wir daher, sich an ihre Ortsgruppen zu wenden. 2. Das Zionistische Verbandsbüro der Hansa- Städte hat mit unserer Genehmigung Telegrammformulare anfertigen lassen, die zugunsten *des X'ationalfonds abgelöst werden sollen. Diese Formulare sollen in der Weise verwandt werden, dass die Absender sie unter Briefumschlag dem Adressaten zusenden. Sie sind mit entwerteten Nationalfondmarken zu versehen und können von den Ortsgruppenvorständen und Vertrauensmännern bezogen werden. Bezugsquelle der Formulare für die Gruppenvorstände: M. Goldschmidt, Hamburg, Stadthausbrückc 1214; Zentralbüro der Zionistischen Vereinigung für Deutschland, Berlin, Fricdrichstr. 58; und Verlag Jl'FDlSCHF RUNDSCHAU, Berlin N. 51, August- Strasse 49 a. 3. In einer kleinen Stadt der Provinz Posen findet ein Arzt günstige Gelegenheit, sich niederzulassen. Kenntnis der polnischen Sprache ist sehr erwünscht. Zu näherer Auskunft sind wir gern bereit. o hinladung an jüdische Künstler Wir erlauben uns auf diesem Wege, da eine Anzahl von Adressen nicht zugänglich ist. die Künstler jüdischer Abstammung auf das herzlichste einzuladen, sich mit Beiträgen an der z w eite n Ausgabe des ״Jüdischen AI m a - n a c h “ zu beteiligen. Insbesondere ergeht diese Einladung an die jüngeren Künstler, denen wir sehr gerne Gelegenheit geben möchten, sich auf diesem Wege bei einem weiteren Publikum einzuführen. Erwünscht ist die Ein* sendun״ von Original-Bildern oder -Blättern (die selbstverständlich retourniert werden), oder von photographischen Wiedergaben, im Falle von Schwarz -Veiss - Zeichnungen auch Abzügen von Strich-Aetzungen. Die zur Aufnahme ausgewählten Beiträge werden nach Verständigung mit den Künstlern in sorgfältigster Ausführung reproduziert werden. Künstlern, die die erste Ausgabe unseres Almanachs nicht kennen, stellen wir gern Exemplare zur Verfügung. Alle Einsendungen sind baldigst erbeten. Jüdischer Verlag, Berlin-Charlottenburg. Herderstrasse 3-4. Redaktion ״Jüdischer Almanach 5066", Berthoid Feiwel. [Die j ü d i - sehen Zeitschriften werden um gefI. Nachdruck dieser Einladung gebeten.] The Jewish Colonial Trusi Bekanntmachung. Vom!. Januar 1905 ab erfolgt der Verkauf von Aktien unserer Company exklusive Coupon Nr. 2. London, den 13. Dezember 1904. The Jewish Colonial Trust (Jüdische Kolonialbank) Ltd.’ Brook House Walbrook, E. C. - * Der neue Gouverneur von Jerusalem und die jüdischen Kolonien In einer Korrespondenz des JEWISH CHRONICI.H aus Konstantinopcl wird über den Besuch berichtet, den Rcschid B e y, der neue Gouverneur von Jerusalem, den jüdischen Kolonien in Palästina ahgestattet hat. Sein erster Besuch «alt der Schule ״Mikwe-lsracT' hei Jan.!, die er genau inspizierte, wobei er ihrer Leitung und ihren Einrichtungen uuimischränktes Loh zollte. Er sprach dem Direktor der Schule, Herrn Loupo. seine warme Anerkennung aus. Darauf begab sielt Rcschid Bey in die Kolonie Petaeli Tikwah, die älteste und tun zahlreichsten bevölkerte jüdische Kolonie, tu der sich der schönste Oratigcitltain des Landes befindet. Der Gouverneur frühstückte in der Kolonie, unterhielt sich mit de!! Administratoren und kehrte gegen Abend befriedigt nach Jaffa zurück. Am nächsten Tage begab er sich nach Rischon Lczioti. Der Empiang, der!hm dort bereitet wurde, war glänzend. Im Gefolge des Gouverneurs befanden sich der Militär-Kommandaut von Jaffa, der Vorstand der Munizipalität und andere hervorragende Beamte, ferner der Direktor der Technischen