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Jüdische Rundschau · 1905-01-13 · Heft 2 (13.1.1905) · p. Seite 20

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
X (1905)
Issue
Heft 2 (13.1.1905)
Date
1905-01-13
Page
Seite 20 (sequence 12)
Language
German
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Seite 20. JÜDISCHE RUNDSCHAU No. 2. Abonnenten gratis zugehen. Meistenteils werden diese. Blätter allgemein ״an den Herrn Schwankwirt des Dorfes“ ״.dressiert und auf dem Umschlag wird der ״Herr Briefträger“ ersucht, das Blatt im Sinne der Expedition zu bestellen. — Dem rumänischen Volke wird von allen Seiten gesagt, dass die Juden eine Plage für das Land seien d e Regierung sanktioniert das durch täglich neue Erlasse und Forderungen von den Juden, sodass das Volk schliesstich glaubt, das die Juden dieses Los verdienen. Wahrhairg, wir haben keinen Grund unsere Zukunft in rosigem Lichte zu sehen! -- Buki-ben-Jogli. Sein 25jähriges Schriitstellerjubiläum feierte ant Jahresbeginn Dr. S. Katzcnelson, und wir glaubten nicht besser unsere Leser auf dieses Ereignis, das in der hebräischen LHeraturwclt mit seltener Einmütigkeit gefeiert wird, hinweisen zu können, als dass wir in der heutigen Nummer mit dem Drucke seiner Erzählung ״Der Feststrauss” beginnen. Dr. Katzenclson ist Arzt. Schriftsteller und Dichter, dabei ein Mann, der mitten Im jüdischen Leben stellt. Als 32jährigcr Jüngling hat er zuerst zur Feder gegriffen, die er seitdem so oft im Dienste seines Volkes geführt hat. Rundschau der Presse. sehen Hochschulen erörtert, aber die Herren waren wenigstens so ehrlich, direkt zu sagen, dass die die Juden meinten. Die Leipziger Handelhochschule wird von 267 Ausländern, die ״zum grössten Tel jüdischer Abkunft sein dürften,” und von 293 Deutschen besucht. Die alten Redensarten mussten wieder!!erhalten, um einen Vorwand abzugeben für die Befürchtung. der ״wachsende Andrang von Ausländern könne eine Gefahr für die deutschen Hochschulen werden." — Der in Kassel tagende ״Verband der israelitische!; Lchrcrvcrcine im Deutschen Reche“ fasste in der Schulfrage folgende Resolution: ״Der Vcrbardstag de־• jüdischen Lehrer’Deutschlands erklärt die allgemeine Staatsschule als das erstrebenswerte Ziel. So lange sxh dieses Ziel nicht verwirklcheit lässt, verlangt der Vcrbandstag staatliche Errichtung von jüdischen Rdigions-Schulgeniciiiscliuften, da* mit den Kindern der Religionsunterricht erhalten bleibt. D e Lehrer dieser Religionsgemeinschaften sollen an die bestehen den Volksschulen ungegliedert werden.“ — D Fi Sprechsaal CZT Für die Mitteilungen an dieser Stelle übernimmt die Redaktion nur die pressgesctzüchc Verantwortlichkeit. Die WELT bringt s: Na. 33 carscr den verschiedene!: P• '־־• miken zur Orgamsationsfrage einen der POLITISCH-ANTHRO- POLOGISCHEN REVUE entnommenen Essai über amerik a n i s c h e und britische E i n w a 11 d e r u 11 g s g e - setze von :Hans Fchlinger. der hervorhebt, dass mau in England und Amerika gleicherweise versucht, die innere Auge- Icgcnkeiten von dem Einfluss der zugewaiulcrten Bevölkern;.;, freizuniachen. d. h. diese Bevölkerung politisch zu entrechte!:. — Ober Antisemitismus ־ n England berichtet auch ein Leitartikel der MITTEILUNGEN aus dem Verein zur Abwehr des Antisemitismus. — In No. 1 der WELT setzt sich Dr. P i e k a r s k i für W i c 11 ein als Zentraler! mit der eigenartig begründeten Behauptung, dass ״Wien der Sitz der zionistischen Intelligenz ist. Wien liat nicht weniger als elf zionistische akademische Korporationen. .... So günstige Voraussetzungen für einen ständigen Nachwuchs in der Leitung sind ausserhalb Wiens n i r g־e n d s vorhanden. Ergo bietet Wien alle Garanticen für ö:e Stabilität des Sitzes der Leitung, ergo ist Wien der natürliche Sitz der Zentrale.” Die verschiedenen deutschen Ministerien werden also wohl demnächst in Jena zentralisiert werden müssen, sobald diese ergo-Logik massgebend geworden sein sollte, wovor sie allerdings wohl durch sich selbst genügend geschützt ist. — In der gleichen Nummer tritt Gustav G. Cohen für den Friedemannschen Vorschlag der Verlegung nach Lond'pnjein. Verschiedenes In einer der letzten Stadtverordeiitensitzungen in Leipt i g wurde wieder einmal die Frage der ״Ausländer“ auf deut- Ch. D. Nomberg: ״Die Belagerung Jotapatas“ von Julius Uprimny; ״Der verdiente Groschen“. Illustration, von L. Pflichewski-Lodz: ,.Der Erzherzog und der Jude“; ״Mirpah*. Gedicht mit Illustration; Mannhaftigkeit“;!Hebräische Tages- Zeitungen (mit Illustration); Rätsel ctc. Wir können die vorzügliche Zeitschrift allen Freunden ekier jüdischen Erziehung unserer Jugend nur empfehlen. Der Preis von 4 Mark per Jahr (1 Mk. per Quartal) ist für eine Halbmonatschrift von solcher Gediegenheit in Inhalt und Ausstattung ein sehr massiger zu neunen. Probenummern versendet der Verlag auf Vertangen gratis und franko. . הנוך לנער Hebräische Fibel von Julius Gabel. Budapest; S. Markus. 190-1. 61S. 8 °. Leitfaden zur Gabelschcn Fibel (הגוך לנער') Satoraljaujliely: W. Alexander. 20 S. 8°. In origineller Weise giebt Gabel׳ den Weg zum hebräischen Lesen an. Die Buchstaben werden zu lebenden Menschen, zu Knaben und Mädchen. Dadurch erzielt er in seinem Lehrgänge das spielende Interesse, er reizt und befriedigt zugleich das Spielbedürfnis seiner Zöglinge. In glänzender Weise führt er sein interessantes System durch und kommt seinem Motto ״Nicht schnell, sondern leicht” sicherlich sehr nahe. Ob aber andere Lehrer ohne das natürliche Lchrgeschick des Erfinders der neuen Methode nach der Fibel mit Erfolg unten leiden können, wird abzuwarten bleiben. Wir wünschen der neuen Fibel recht viele Freunde und noch mehr recht viecn Erfolg bei den kleinen Schülern. Mögen sie sich über die mit vielem Humor als turnende Knaben in Freiübungen dargesteliten hebräischen Buchstaben freuen und sie laicht und unvergesslich erlernen. H. L. Zehnergruppen (Minjan). In der heutigen Nummer der Jüuif-Crif.N RUNDSCHAU finden die Leser eine Quittierung für den Nationalfond, au! die wir ihre Aufmerksamkeit lenken möchten: 1. Zeiinergruppe. Berlin. Selbstbcsteuerung fiir Monat Januar 11,15 Mark. Der Gedanke der Se’bstbcsteuerung für den Nationalfond ist nicht neu. Aber er muss endlich einmal׳ in praktisch brauchbarer Form durchgefiihrt werden. Ganz privatim haben sich einige von uns. denen die Sache ernst ist, aus dem Kreise ihrer Bekannten eine Zeiinergruppe zusanmicngestellt. Als Form für die Steuer gilt 1 pCt. des monatlichen Einkommens. rtmilienväter zahlen etwa ׳נ♦ pCt.. bei grösserer Familie entsprechend weniger. Jeder der zehn verpflichtet sich nach Ehre und Gewissen aut‘ eine entsprechende Summe. Eine Kontrolle für die Wahrhaft'gkcit der Angaben haben wir nicht und wollen wir nicht haben. Der Obmann, der die Sache in die Hand nimmt, satnmelt das Geld allmonatlich und gibt es an die Zentralstelle weiter. Jeder Teilnehmer erhält eine Quittung. 11 der RUND- SCHAU wtird ohne Namensnennung quittiert, die Oeffentlichkeit braucht das Einkommen der Einzelnen nicht zu kennen. Dagegen erhält unser Vertrauensmann in der Zentrale den genauen Ausweis zur stetigen Kontrolle der Obmänner. In unseren Zehnergruppen befinden sich bis jetzt fast nur Studenten und junge Kaufleute, die des Geldes wahrlich nicht zuviel haben. Wir haben gerade bei ihnen begonnen, um zu zeigen, dass mit ein bischen Opferfreudigkeit dem Nationaliond eine sichere, regelmässige und reichliche Quelle erschlossen werden kann, und wir hoffen, dass die. denen es leichter wird, nicht zögern werden sich uns anmschliessen. Wir sind dabei, in unseren Gruppen ausser dieser Einkonimenstcuer eine zweite durchzuführcn, die allerdings ganz von der Opfcrwilligkeit des einzelnen abhängt, eine Luxussteuer. Wir sagen: Wer für ein Thcaterbillet zwei Mark ausgibt, der kann, ohne dass es ihn drückt, 2,20 Mark ausgeben, d. h. 10 Cpt. Aufschlag als Luxussteuer für den Nationalfond. Der Luxus soll nicht unterdrückt, er soll nur nutzbar gemacht werden. Eine Kontrolle ist hier ausgeschlossen. Am Ende des Monats nehmen wir von denen, die sich auf die Luxus- Steuer verpflichten, was sic nach bestem Gewissen sich auterlegt haben. Die Quittierung und Abrechnung erfolgt wie bei der Einkommensteuer. Wir raten dringend, die Sclbstbesteuerung in diesem engsten Kreise des Minjan (hier machen auch Frauen Minjan) durchzuführen, sonst wird sie zur Utopie. Wem es wirklich ernst ist mit der Mehrung unseres Volks- Schatzes, der stelle sich eine Zeiinergruppe zusammen. Dr. Israel Auerbach. E Dia s Au c r bac h, Berlin. ייויי^־ ■$55־ •fr■ ־וויייייוווייו ייוי^^לייייייי«,^•^•

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