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Jüdische Rundschau · 1904-12-30 · Heft 52 (30.12.1904) · page 10

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
IX (1904)
Issue
Heft 52 (30.12.1904)
Date
1904-12-30
Page
– (sequence 10)
Language
German
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Seite 466. JÜDISCHE RUNDSCHAU. No. 52, lassen,* über alles״ was da kreucht und .fleucht — nur nicht über die greulichen Zionisten. Aber, die einen solchen Qrad der Bildung und des Fortschritts noch nicht erklommen haben, sie bringen uns ein rührendes Vertrauen entgegen. Der .Zionismus muss uns in Fleisch und Blut übergehen. Weg mit den Quartalszionisten! Diese unsicheren Kantonisten, die sporadisch hin und wieder einen zionistischen Anfall bekommen, müssen mit Stumpf und Stiel ausgerottet werden. Auf den Hochschulen wird noch viel zu wenig an der Heranbildung tüchtiger gionisten gearbeitet. Man schmiede das Eisen, so lange es heiss ist. Unsere in Universitätsstädten wohnenden Gesinnungsgenossen sollten stets ihrer grösseren Ver- , antwortlichkeit sich bewusst sein. Besonders für die fluktuierende Studentenschaft brauchen wir ein gut funktionierendes Zentralmeldeamt. Zu diesem Zweck ist der §. 15 S. 2 des Statuts der Zionistischen Vereinigung für Deutschland auszubaüen. Auf den Hochschulen entsteht unser brauchbarstes Material. Der deutsche Jude hat eine ehrfürchtige Scheu vor der Bildung und ihren Vertretern. Daran denke man! Auch über die Organisationsfrage haben Sie nachgcgrübelt, sehr verehrte Freundin? Sie meinen, wir müssten einen Mann an unsere Spitze stellen, der durch hohe gesellschaftliche Stellung oder Reichtum oder sonstige äusserliche Dinge Ansehen und Einfluss besässe? Gestatten Sie mir. dass ich Ihnen widerspreche. Jene Dinge sind sicher von nicht geringer Bedeutung, aber als ertes Erfordernis für den Führer unserer Bewegung erscheint mir dies, dass er Tatkraft. Einsicht und unser ganzes Vertrauen besitze. Sie meinen, w׳ir zeigten, dass wir staatenreif seien, wenn unser ofzieller Führer in glänzender Untätigkeit paradiere, während sein ihm beigegebener Staats- Sekretär die eigentlichen Verhandlungen leite? Staate« sind mH derartigen Popanzen kraft Ihrer Fürstenerbfolge behaftet, sollen wir sie uns freiwillig aufhalsen? Soll der Schlemiel sich über einen Jüdischen Serenissimus und einen Jüdischen Kindermann lustig machen? ' Allenthalben Makkabäerfeicrn! All die Lichter zusammen sfnd eine grosse mächtige Flamme, ein nie erlöschendes hellleuchtendes Feuer. Und die Herzen erfüllt wieder freudiger Mut. Wer unsere Jugend mit einem kleinen Seitenblick auf die verflossene Generation betrachtet, der lernt beten. Die haben doch wieder ein grosses Ideal, für das sie kämpfen können! Und in manchem Jüdischen Hause lehnt sich der Sohn gegen den Vater auf. Eine neue Zeit bricht an. Ja. sagte mir vor kurzem ein sehr nach links fortge- «chrittener Rabbiner, wir alle freuen uns über den stolzen Mut, der durch den Zionismus in unsere Jugend gekommen Ist Indes solle״ wir deshalb Zionisten sein? Das ist eine Wirkung, nicht aber das Ziel der Bewegung. Ich antwortete ihm mit Matth. 7, 16: An ihren Früchten sollt Ihr sie erkennen! Ergebenen Gross , Ihr '״־ Naphl&li .... — ■ ■״.-.-.-. ך— Aus der Bewegung ן— Dlo Berliner Schekelblock-Inhaber werden höflichst ersucht, bis spätestens Ende Dezember d. J. die etngegangenen Scheketgetder sowie die Schtkelblocks an unseren Schatzmeister, Herrn J. H. Wagner, Prenzlauer Allee 9, einzusenden. Berliner Zionistische Vereinigung. Berlin. Am Montag, den 2. Januar 1905, findet in Draesels Festsälen, Neue Friedrichstrasse 35, eine Öffentliche Versammlung statt, in der Herr Rechtsanwalt- Dr. Boden he Im er-Köln Über das Thema: ״Jüdische Zeitfragen und Jüdische Politik4‘ sprechen wird.; ־ Gäste sind herzlich willkommen. BerKn. In der ״Jüdisch - nationalen rrauenvereinigung“ spricht am Dienstag, den 3. Januar, bei Dräsel, Neue Friedrichstrasse, abends 9 Uhr. Fräulein Channa Mary 'Sachs über ״Moses Hess: Rom und Jerusalem.“ Der Geschiehtst vortrag am Montag, den 2. Januar fällt w'egcn der am ‘ selben Tage stattfindenden Versammlung der Berliner Zionistischen Vereinigung aus. Berlin. Auch am letzten Sonnabend konnte die Debatte über ״Die Grundlagen des Zionismus” auf dem Diskussions־ abend der ״H a s m 0 n ä a" nicht zu Ende geführt werden. Es würde deshalb auf Wunsch der Versammelten am Montag und Donnerstag die Debatte fortgesetzt. Ausser dem Referenten, Herrn T r i e t s c h, beteiligten sich an der sehr lebhaften Debatte u. a. die Herren Dr. J. Auerbach, Cohn.Feiwel, Goldberg. Sonderling und IHeymann (München). Leider, ist es der .,Hasmonäa” wegen persönlicher Schwierigkeiten, infolge der akademische« Ferien, nicht möglich, an diesem Sonnabend den Diskussionsabend abzuhalten. In der nächsten Nummer der RUNDSCHAU wird Ort und Zeit des folgenden Abends bekannt gegeben, i; . Posen. Während es der Ortsgruppe in diesem Winter bisher nur einmal gelungen ist, einen auswärtigen Redner für eine öffentliche Versammlung zu gewinnen — sie verfügt bereits über eine ansehnliche Sammlung von Körben, die freilich dem N. F. nicht gut geschenkt werden kann —, ist die innere Arbeit regelmässig abgcwickcit wurden. Im Oktober referierte Herr Dr. Jeremias über die ״Gegenwärtige Lage im Zionismus,“ im November Herr M. Krause über ״Zionismus und ph-ilanthrop'sche Hiifsakt'onen.“ Ferner leitete Herr Köllen scher iur. einen Diskussionsabend mit einem Referat über den,,Schekel“ ein. Demnächst wird Herr Lehrer Auerbach über das l'hema: ״Antisem:tismus und seine Bekämpfung vom zionistisehen Standpunkt“ referieren. — In das Lokalkomitee des Hilisvereins der deutschen Juden ist Herr Dr. med .Carl Kassel, ausdrücklich als Mitglied der zionistisehen Ortsgruppe, kooptiert worden. Friedberg ln Hessen. Am 17. Dezember Makkabäerfeier des am Polytechnischen Institut bestehenden Akadem. Vereins ״Zeive-Zion“. Abend glänzend verlaufen. Viele Gäste von der jüdischen Bürgerschaft. Aufgeführt Schauspiel ״D a s neue Ghetto“ von H c r z I, welches tiefen Eindruck machte. Festredner Vorsitzender des Vereins cand. h!g. G. Praschker. Einladungskarten ״fliegende Post“ mit N.-F. Marken versehen. J. S. Hannover. Durch Versehen des Schriftführers sind in unserem letzten Bericht, folgende Zeilen weggeblieben: ״An dieser Stelle sagen wir den Kindern Zil’i und Heimann Z i ni a k für die hervorragende Leistung der hebräischen Vorträge, wie auch dem Herrn Stift für seine grossen Bemülmngen für die Einübung der Gesänge zum Kinder-Chanukahiest, unseren besten Dank. Für den Verein, Dorsche schiom Zion Hannover: J. Schnelling. Emden. Am 11. Dezember veranstaltete die hiesige zion'stischc Ortsgruppe Lemaan Zion eine Makkabäerfeier, die einen überaus würdigen Verlauf nahm. An Stelle unseres auswärtigen Mitgliedes Herrn Dr. med. Wittkowsky - Lingen,, der in letzter Stunde absagen musste, sprach unser zweiter Vorsitzender Herr Wilhelm van Cleef und führte unter dem Befall der Anwesenden aus, w*as die Makkabäerzelt dem Judentum und insbesondere dem Zionismus lehre. Es folgten Deklamationen und Rezitationen aus Rosenfeld u. Münchhausen, Mus'kstücke von Bruch, Blzet u. Mendelsohn etc., Sologesang des Herrn Oberkantor Keiles. Im Mittelpunkt des Programms stand das von Herrn Julius Simon - Mannheim verfasste Chanukahfestsplel, das in der hervorragenden Darstellung entsprechend grossen Beifall errang. Die schöne Dichtung kann allen Ortsgruppen zur Aufführung sehr empfohlen werden. Welte Kre'se der Gemeinde hatten an dem Festabend teilgenommen. Es sei noch erwähnt, dass bei der Kaffeepause der hochverehrte Gönner unserer Gruppe, Herr Landrabbiner Dr. L ö b in geistreicher Weise auf die Ortsgruppe toastete und Herr Bundhelm ln würdiger poetischer Form unseres geliebten unvergesslichen Führers gedachte. Kltzlngen (Bayern). 22. 12. 04. Auf Veranlassung unseres Gesinnungsgenossen Herrn Gorski in Kitzingen fand im Hotel Ross eine Zusammenkunft hiesiger Junger Leute statt, um das Thema zu erörtern: ״Zionismus und seine Stellung zur Orthodoxie.“. Herr Gorski eröfinete de Besprechung. Der Vorsitzende der Würzburger Ortsgruppe Herr Dr. Pinczower, gab alsdann mit überraschender Sachkenntnis In gewählter Form und mit geschickten Belegen aus dem Talmud auf einzelne Fragen Antwort Diese Besprechung hat dlo Pro-

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