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Jüdische Rundschau · 1904-11-24 · Heft 47 (24.11.1904) · page 9

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
IX (1904)
Issue
Heft 47 (24.11.1904)
Date
1904-11-24
Page
– (sequence 9)
Language
German
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No.. 46. JÜDISCHE RUNDSCHAU. Sette 407. ernster Arbeit zu leben« und befreit zu werden von Bedrückung und Verfolgung aller Art, die sie Jetast um deswillen!eiü.n. was sie mit uns gemein haben: die Abstammung und den Glauben. Wir glauben daher, dass niemand unserer Bitte fiewa'irung verweigern wird, all diese Dinge zu sammeln, die :ür den einzelnen so wertlos sind, als da sind: 1. Zigarrenabschnitte, 2. Stanid (von Weinflaschen und Schokolade), 3. Salben- und Farbentuben 4. Rabattmarken, * C 5. Stollwerck- und Liebigbflder, 6. Siegel- und Stempelmarkcn, 7. Korke,. / 8. Gestempelte Briefmarken (auch alle deutschen). Wir bitten uns diese Gegenstände allmonatlich zuzuste’derh Wir sind auch bereit, sic auf Wunsch abholen zu lassen und bitten um frdl. Bescheid, ob Ihnen dies angenehm ist. Wir erlauben uns zu diesem Zwecke eine Karte beizufügen die Sie frdl. unfrankiert in den nächsten Postbriefkasten werfen wollen. Breslauer Sammelstellc für den .,Jüdischen Nationalfond“. I. A.: Frau Frieda Schachtel, Kätzel Ohle 2 II. Halberstadt. Am!Mittwoch, dem 16. November d. Js״ sprach in der hiesigen Zionistischen Vereinigung Herr Dr. A d off F r i e d c ni a 11 n über seine Reise in Ägypten und Palästina und erläuterte seine Ausführungen durch Vorfiilmmg von Lichtbildern. Die zahlreiche Versammlung folgte den vorzüglichen Auseinandersetzungen des Redners mit grösstem Interesse, und sicherlich hat jeder der Zuhörer, nachdem Herr Dr. Friedemann seine Erfahrungen auf dem Gebiete der palästneiisischen Fragen mitgeteilt hatte ein getreues Bild über das Land. Jas. wie wir hoffen, einst wieder das unserige sein wird, mit nach Hause genommen. Herrn Dr. Friedemann sei an dieser Stelle nochmals der wärmste Dank der hiesigen Zionistischen Ortsgruppe zum Ausdruck gebracht. Der Abend wurde durch eine Sammlung für den-Nationalfond und das Nationalgeschcnk für Theodor ■Herzls Kinder beschlossen. b-z. Dessau, den 17. Oktober 1901־. Die hiesigen Zionisten haben sich nach längerer Pause am 16. d. M. wieder zu einer Versammlung zusanmiengeftmden. Ihr Präsident, Herr Rechtsanwalt Dr. Ascher, der wegen Krankheit den Versammlungen längere Ze;t hatte fern bleiben müssen, war wieder erschienen. Trotz seiner noch angegriffenen Gesund- Heft nahm er das Wort zu e'nem längeren Referat: ״Unser Weg.“ In klaren Worten zeichnete er den Weg, den die Zionisten gehen müssten, wenn sie zum־ Ziele gelangen wollen. Die Ansicht des deutschen Reichskanzlers über den Zionismus, die jüngst in deutschen Zc'tungen veröffentlicht wurde, und die auch ein hiesiges Blatt gebracht hatte, suchte er zu widerlegen. Die Bewegung sei nicht eme Schöpfung philanthropisclior Iiistitut'onen. sondern das Bestreben zur Verwirklichung der zweitausendjährigen Sehnsucht, des ganzen 1f!disehen Volkes. Die Schöpfung einer gesicherten Heimstätte für das jüd sehe Volk in Palästina sei die e!nz:ge Lösung der indischen Frage. Hierauf sprach Herr Kantor Blitz über die gegenwärtige Lage. Die Versammlung beschloss, öfter als bisher zusammenzukommen und sich fester zu organisieren. b-z. Dessau, den 24. Oktober 1904. Vergangenen Sonntag fand hier eine Generalversammlung. der hiesigen Ziomsten statt. Herr Kantor Weil hielt ein Referat über ״Assimilation im Judentum.” Fr wies nach, dass der Begriff Assimilation mit dem Begriff Judebleiben sich niemals decken kann. Der •Präsident. Herr Dr. Ascher, der das Referat besprach, äussertc den Wunsch, dass sich möglichst viele aus der Ver- Sammlung kiinft ghin zum Referat melden mögen und zeigte die Methode, nach welcher man über Tagesfragen referiert. Statutcnceniäss wurde eine neue Vorstandswahl vorgenommen. Es wurden gewählt: Herr Rechtsanwalt Dr. Ascher Vor* sitzender. Herr Löwenstein stellvertretender Vorsitzender, Herr Hartbrodt Rendant Herr Ruckenstein Schriftführcr und Herr S c h a 1 ס r o Beisitzer. Die Versammlung beschloss, fortlaufende Vorträge über Jüdische Geschichte zu veranstalten. Es wurde ferner beschlossen. Herrn Rechtsanwalt Dr. Ascher für seme grossen Verdunste um die hiesige Ortsgruppe ins Goldene Buch einzutragen. Würzburg, 10. Nov. 1904. Die am 27. v. Mts. projektierten Diskussionsabende, die Jeden Monat veranstaltet werden sollen, begannen mit dem heutigen Abend unter zahlreicher Beteiligung. Der Abend, an dem sich eine Reihe von Antieionisten beteiligt haben, wurde durch ein Referat des Herrq Präzeptor Oppenheimer über ..Zionistische Zeitfragen“ *eingcleitet. Bald hatte sich eine sehr anregende und fruchtbare Diskussion entsponnen. — Mit der Anmeldung mehrerer neuer Mitglieder und einer Nationalfondsammlung schloss der anregende Abend. . ״ - . ־, , Krakau. Am 30. Oktober veranstaltete der zionistische Mädchcnvcrciti ״Ruth“ im Saale des Hotef ״de Saxe“ in Krakau einen ״Manifestätidnsabend. Nach der Einleitung der Präs. Frl. Wctzler, — in welcher sie das Programm der Arbeit des Vereins vorstellt und die Jüdischen Frauen zur sozialen, Arbeit •emladet — ertönte die prachtvolle Musik des Pianisten H. Molkner. Grosses Interesse erregte der Vortrag des Herrn Dr. Gottlieb: ״Die Frau und der Zionismus”. Der Prelegent sucht in flammenden Worten zu beweisen dass die Frau sich im Bereiche des Zionismus moralisch und materiell emanzipicren kann. Ausserdem wurde der III. und TV. Akt des Drama Tschirikows: ״Die Juden” das erste Mal in Krakau mit ziemlich guten Erfolg aufgeführt. Das Publikum stellte sich in ziemlich grosser Anzahl ein. Bei dieser Gelegenheit wurde für ״das jüdische Heim“ in Krakau und den Nationaltond gesammelt. '־1 .*...•״ — Rundschau. — *Liberales Harakiri. Die Repräsentantenwahlcn der Berliner Jüdischen Gemeindc erregen aiesmal offenbar nicht das Interesse wie vor drei Jahren. Der Grund ist der. dass vor drei Jahren das Prinzip des Liberalismus zur Debatte stand, die Ersetzung des jüdischen Sabbat durch die christliche Sonntagsfeier, die Er- Setzung alles Jüdischen aurch Erborgtes vom Christentum, während sie diesmal, fein säuberlich das Assirr.ilationsschwert in der Tasche, sich konservativer gebärden, als die Konservativen. Das W'ahlprogramm der Konservativen haben sie mit derselben religiösen Toleranz entlehnt, wie sie die Feier der christlichen Feiertage von der umgebenden potcstantischen Welt gern herübergenonnnen hätten. Es ist nur gut, dass wir nicht in Japan wohnen, sonst hätten die Liberalen längst es als eine unabweisbare Pflicht religiösen Fortschritts erkannf, ein Harakiri als synagogale Institution einzufübren. während sie hier den rituellen Selbstmord nur dem Judentum, in ab-, stracto bereiten wollen. ־ Ohne die Orgel können s i e nicht andächtig sein und verlangen von uns das gleiche. Wir sollen uns auch nur an den Gesang christlicher Chorsängerinnen erbauen wie in ihrem Synagogenverein in der Johannisstrasse. Diese schöne christ-jüdische Synagogenmusik wird durch folgendes Inserat im ״Cuxhavener Blatt’ trefflich illustriert: Erklärung: Den hier umgehenden Gerüchten gegenüber, denen zufolge in diesem Jahre am Totensonntag kein Kirchenkonzert in der Döser Kirche stattlinden soll, teile ich mit. dass ein solches zum Gedächtnis der Toten wie in vergangenen Jahren auch diesmal veranstaltet wird. Allerdings wurde die Abhaltung des Konzertes dadurch ln Frage gestellt dass von gewisser Seite aus politischen Gründen gegen die Mitwirkung im Chore von Damen eines anderen Glaubensbekenntnisse an massgebender Stelle protestiert wurde, weil das ״christlich-religiöse Gefühl” der Petenten dadurch verletzt würde. Um jeden Stre:t. der einen, gerade am Gedenktage der Toten besonders bedauerlichen Missklang in die Gemeinde bringen würde, zu vermeiden, haben die betretenden Damen freiwdlfg für jetzt und die Zukunft ihre M'twjrkung abgelehnt. J. M e y e r, Organist an der St. Gertrud-Kirche• In Cuxhaven-Döse. י . In Berlin ist man weniger konfessionell, wenigstens die Juden. Anders ist es aber bei den Behörden, auch bei der Universitütsbehörde. Der Hannoversche iHochschul-Senat hat bekanntlich die Forderung nach Unterdrückung der konfesslonellen Studentenverbindungen den Senaten aller Hochschulen unterbreitet.־ ־ Wie di© *G e r m a n I a" erfährt, hat die Berliner Universität sich dazu ablehnend ausgesprochen, da keine Veranlassung vorliege, die konfessionellen Verbindungen aufzulösen, vielmehr Grund zu der Befürchtung vorhanden sei,, dass die Einführung strenger Massregein oder gar das Ver-

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