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Jüdische Rundschau · 1904-11-24 · Heft 47 (24.11.1904) · page 7

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
IX (1904)
Issue
Heft 47 (24.11.1904)
Date
1904-11-24
Page
– (sequence 7)
Language
German
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No. 46 . JÜDISCHE RUNDSCHAU ScHe 405. ons zu Beschützern unserer unterdrückten Glaubensbrfldcr aufmwerfen. Eine schöne und vornehme, aber auch peinl'che und ermüdende Aufgabe, die uns keinen Augenblick Ruhe lässt. Was uns In Ispahan betrifft, so vergeht beinahe kein Tag. an dem Juden nicht unsere guten Dienste zunächst in ihren infmen Pr’vatsachcn in Anspruch nehmen. Erhebt sich unter ihnen ein Zwist, so sollen wir ihn schlichten, selbst bei einem Stre't zwischen Ehegatten müssen wir den häuslichen Frieden wieder herstcllen. Der Gatte macht uns zum Vertrauten, d e Frau wendet sich mit ihren Klagen an Frau Confino. Fragen des Geschäfts, der Familie, der Erbfolge, der Heirat, der Scheidung werden häufig durch uns geregelt Es liegt uns ob, Schuldansnrüche unserer Glaubensgenossen zu vertreten, auch gegenüber den Behörden, in all den Fällen, in denen sie als gerecht und begründet anerkannt werden müssen. Ob cfn Jude 'n den Bazaren geschlagen oder ein armer Teufel von Hausierer in einem Dorfe aiocenliindert wird, an uns ist es, ihm Recht zu verschaffen. Und unsere Mitwirkung ist umso gesuchter, als sie unentgeltlich erfolgt. Selbst Muhammedaner kommen zu uns in ihren AneelepenheHcn m't den Jurten, da s'e wissen dass wir uns aufs peinlichste vor Parteilichkciten hüten. Ahcr diese Mühewaltungen, soviel Zeitverlust sic auch vor- Ursachen, b'lden doch nur den Hc;rst׳*n Teil unserer A11f״abe. Unser Ehrve'St geht höher. Zur Zeit unserer Ankunft •n fspa.han erinnerte d׳c Loge unserer kicsVen Glaubensgenossen an die dunkelsten T?pc der mittefaherbchen Geschichte de׳ Juden. Da sie als Parias behandelt, vcrknlmt. peschl-wen. gehetzt wurden, so hoben sic Jede W:II״״skrnft und jc'h* Würde e*n״rhf1s«t. Urnen nach so virtl»»n Prün1M׳ren wieder R11V und Smt’orhc't zu vorschaffen und ihnen wh»der ein wenig Seihstvertrauen eh17un0«sen das ict das Ziel, das wir vms gesetzt haben. Was vir חיי dieser Hinsicht c»־rc‘ck*es1. Ist |hr״n bikannt. Der Judencrouverneur. ein wahrer Tvrann. wurde ah- *resetzt. Dardaet'ti verwiesen, d'c Fre’’udicns*e חחיזסיז״^ווח. dJe Steuern vermindert. Hi״?vn־u»n״c Oolhar d:e seit 0 "0'»atea auf BefehJ Aga-X’adiaf’s $׳esctdnssen war. dem GnttesHi׳»ns• znrünktrrueben. die Juden si^d herecht'-rt. in den Pa7aren fre: ■m verkehren. nb״ra||. wo sic wollen. s:ch irpdcrzulasscn und in den Dörfern der Umgegend ihren Beschäftigungen nach- 7ugehen. Unsere Finwirkung auf die Sitten der Gea»״'ndc!nacht ,siel; ehenfalls S07"«atrcP Sich|I:ch bemerkbar Kei|»C verfrühte Fk»״u n<ehr. daher keine Sche'diuwcn. G:e iu»»״pu M*j Hohen *״erheiraten S'Ch rieht mehr vor dAזיז dreizehnten 1 ehenshhr. War! s׳cht sogar :!1 der Schule solche Hie jhr sechsTohptos Jahr erreicht haben lind die weif pnfh»rpt über •hrc FhcJori״- ke;t 711 erröten, uns וחי Gegenteil (I3ü!r erkenntlich cind. dass wir eine so radikale Peform in <׳ n?t1«»n herhei׳»eiührf hahen. p;« polvw.-mve. di״ ehemals b״• d»־u Tu Jen in |sr.־dr.n in Fhren war. ist vollständig ausser Gebrauch gekommen: \v:r ח0ו1>־יז keinen cin־/!pen Fall seit unserer Ankunft zu verzeichnen.*) Der Gottesdienst in der Svnagogc vollzieht sich mit grösserer Ordnung und Andacht, man siebt dort nicht mehr Jene skandalösen Szenen; bol denen die Parte'en aus י Irgend einem nichtigen Grunde während der Oesetzcsvorlesung hnnd- * veme'n wurden, fn einem Punkte ledoeb haben wir keinen Frfolg gehabt. Fs kostet mich Ucberwlndtmg. davon 711' sprechen, aber es muss geschehen. Die Dienste, die wir unsern Glaubensgenossen le'sten. sind gewiss nicht gering an- Zuschlägen: so wäre denn mit Recht zu erwarten, dass sie sich uns ibrerse’t* ein wenig erkenntlich zeigten. Ob! Sie sind uns sehr ergeben, sie lassen sich in Stücke hauen, um uns einen G! fallen zu tun. 3ber ihre PmebcnbeJt gebt nicht soweit, dass sie für den Unterricht ihrer Kinder das geringste Opfer bräditen. Alles, nur d:es nicht: das Ist d*e Kehrseite der Medaille. D'c Juden glauben, viel getan zu haben, wenn sie ihre Kinder aus den Missionsschulen genommen und uns die magere Snhvention von 100 Franken monatlich bewilligt haben. Es nützt nichts, *bren 711 sagen, dass das läcberlch ungenügend ist dass es hrc elementarste Pflicht wäre. d*'e Lasten der .Alliance 71! vermindern, nach all dem. was s'e für <ie getan hat. Wir können ps ihper, fn allen Tonarmen wiederhc|pn. aber es scheint, dass es im Gehirn d:eser Leute eine Stel’e gibt, die immer unz־|״n״| ph btet'hcn w*'rd. Auf alle unsere Armunente haben s׳c nur c׳n kategorisches Nein. Sie erkennen an. dass sic uns viel sci'uHen dass ohne t!r>$ ihre Fx:st״nz unhaltbar >värc. dass dank den Sciudcp und der eewcrhl'c^cn Fürsorge sich 'ייוre I a״e sehr verivsscrt hat. ak״r den G״Mheutel öffnen. (f.-1c ist pandere Sacke,?•e s,öhpcn. wchk|a״cr. und flehen mVh endlich 3n. dass ich hr־i der Chewra Kad;scknh frierv< u'cron n'ücre. Hamit sie selbst dort von dem niedrigen Be'• fr״״ prifHctct w'crde.n. M.ar brauci’t sich in d:osem Lande ׳״׳c'rt da n"t'Ar 7!! wundern. F.s ist em Fe’d״r. den allen n״rdc11״pn fu״1׳n gemeinsam ist und der ihrer SFrn ein hässliches aiifnrägf.?oll war! deswegen den M!1t sinken lassen? Keineswegs \'״>’) ו!חי/ז <rp״cnw״riv״ Genera rinn für »״1׳״p Ged.ip.kcn de״ Wokh״ti׳f1״־;t und ^01:d'jrifct. imemnfänglich ist. so w'rd es lim HV<’epi״en. dir vnspr״?chlbc nasci״rcn. anders st״ken: dies»' werdet von Geiste und!!esern ן feen durckdrurwen so'־n.?.:C werden iupcr״s u*״d upu״s Blut in d e Gemeinde bri״7>״n י׳ון!| jhr d׳e Kraft סייח d;״ Stärke rAh״n. die notwendig si»׳d יחון H״»s I asfpf 1ז0?חיייד::זי׳י1 וו ד. den ScMcnd r:an ZU h■-•״ ן cjoarn. -ח״יז"״ T»cck p»it d״n Vnrnrte'len 71! maoh״n und d»־״n ן ^mnd der T^־"n׳r7 ״p hpppd.»p. Unsere ganze i Uok'mirrr1(l*f (׳ זיייז-ז,.!f d:os״rn iun<rcn Vackwa*pks einer ge- | spr'iinr!, Jrt||.!tft r»rcp Aucsaat, von der eine reichere Ernte zu | erhoffe♦» •sf. \ -- 1 *) nh d»*s wirkl'ch 01זז bleibender Kulturfortschrltt ist. ■ h'ciht nhzuwarten. . Ein Ritt durch Galliläa. (Nachdruck verboten.) ז Wer von Haifa in die Umgehend von Safed reisen will, bat die Wahl, ob er über NnznreM! und Tiberins rder üher f Akka und euer über das Gebirge seine Route nehmen will. Per zuerst genannte Weg bnt den Vorzug. da«s!non bis Tiberios mit einen! Wagen fahren kann Jedoch muss man in Tiberios überno 'bten während onf dem andern Wege kräftige Männer di* Reise in einem einzigen Tage zuriicklegen könne״. Wir ziehen deshalb diesen Weg vor, und vor So״״enanfgapg setzen sich unsere Wagen in Pewmeung. Das Hotel Krafft in der deutschen Templerkolonie ..Karmel“ isf der Ausgangspunkt. Wir biegen re hts die Strasse zur Stadt ei״, mit der die deutsche Kolonie trotz aller Vcrcobiedonheiten imd Gegensätze 7.U einem Ganzen ver- > schmölze״ ist Es geht über einen kleinen Marktolatz.! dann an der Douanc und dem deutschen Vioekonsnh! vorbei und eine schmale Gasse entlang, auf der. obwohl es noch dunkel ist. dech schon der Handel mit Obst, , Grünzeug. Prot und dergleichen seinen Anfang nimmt. , Indem wir uie Stadt verlassen, f3hren wir am Strande 's des Meeres, der ans einer Ebene von feinem Sande von kaum einem• Kilometer Breite besteht, und das Karmel- «rebiree von dem Haifaer Meerbnspn. dem grössten an der Küste Palästinas, scheidet. Rechts oben liegt das Kernielitcrkl^sfer. ein verhältnismässig neuer, stattlicher ח׳ ו״-*ז it״lien!c1|-׳em Stil״, mit weithin sichtbarer Knnnel. während weiter rückwärts, dort, wo das alte Svcami״״!״ gelr*e״n haben das Vorgebirge R״s-a|- Kur״!״, dir• S״ü7r• der Weingärten“, ins Meer schroff binuimxnringt Der Kart!1״I. desse״ Name ihn als ..Weinbrr״“ ^p7ciוי^'׳et ist heute von Eichen. Mandel- und Oelhäutoen auch einigen Coniferenarten schwach be• W.aldet. während nur die doufeebp Kolonie im Norden סיזוו hpxondprs das grosse h'׳d?cehe Dorf S!chr«m־Jafaköh a״f de’o Sfidabhangp des Gebirges 7e11gn|s davon ablogen, dass mich bonte noch der Karmel Imstande Ist. ״״«.;״ ^♦or7fjgfichen Wein zu erzeugen. Die Kiisfg des M׳»erb״son«' hat keine Dörfer oder Städt« pur weit drüben «lebt man auf dem schwarzen Gewölk des beran7iehe״de״ Gewitters die rote Flamme des | eimbttnrms von *Akk׳» schimmern. Nach einer halben?»und״ beginnt das Tageslicht die Dämmerung 7» vprdrä״״en. und eben, wo die Sonne pber dem niedrigen Höbenz'ine im Osten bon׳nrstrablt. fahren wir ouer durch die Mündung ei0״s klp»״en Flüsschens, das der arabische Wagenführer Nahr-cIMukatta* nennt, und

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