Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- IX (1904)
- Issue
- Heft 44 (4.11.1904)
- Date
- 1904-11-04
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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TT־־! , I I i י J J i % p 1 I 1 1 Seite 374. JJÜD IS CH ER UN DSC HA U. No. 44. gezeichnet sind, und auch rein dekorativ-ornamentale Bekrönungen, die dann von seitlichen Ziersäulchen und verkröpiten Gesimsen getragen werden. Neben diesen reicheren Typen die der Renaissance und den späteren Stilen angehören, erj innern einfachere Masswerkhildungen an die Zeit der Gotik. Unter den ältesten Steinen, von denen einige aus einem harten, j weisslich-grauen Kalkstein gearbeitet sind, kommt mehrfach eine ganz schlichte Form vor. die halbkreisförmig nach oben?bschlicsst und deren Seiten geradlinig sich nach unten verjungen, so dass sie etwa mit dem Umriss eines altügyptischen Mumiensarges Aehnlichkeit hat. (Fortsetzung folgt.) Mitteilungen des Pressausschusses. Der Pressausschuss der Zionistischen Vereinigung für Deutschland hat sich in der Sitzung vom 30. Oktober mit der Kontovcrse über die Notiz von ״Ost und West“ beschäftigt und beschlossen, eine weitere Fortführung der Debatte in der Zeitung nicht zu gestatten. Die Angelegenheit wird einem Schiedsgericht unterbreitet. Das F.rgebnis der Feststellungen wird in der Rundschau mitgeteilt werden. Gleichzeitig wird festgestellt, dass bei dem l’ressausschuss wohl eine schriftliche Beschwerde der Redaktion von ״Ost und West“ eingclautcn, aber der Redaktion der ,.Jüdischen Rundschau“ nicht mitgctcilt war. Aus der Beweguijg. Die Berliner Zionistische Vereinigung hatte für Montag Abend Herrn Rechtsanwalt G r o 11 e m a n 11 aus Hannover zu einem Vorträge über das Thema . Kritik des Antizionismus“ gewonnen. Die sehr stark besuchte Versammlung, die in Dräscls Festsälen statttaud. folgte den interessanten Ausführungen des bekannten Redners mit grosser Aufmerksamkeit. In der" sich anschliessenden, sehr lebhaften Debatte nahmen die Herren Rcchtsanwat Jaffa. Dr. Heinrich Loewe, Dr. Rosenbaum-Minsk. Dr. Israel Auerbach u. a. nt. das 1V\trt. Die Ver- Sammlung schloss gegen I Uhr mit einem glänzenden Schlusswort Gronemanns. Berhi. Am 27. Oktober begann die Verbindung;'1 asmona ca mit einem festlichen Kommers ihr Semester. Die gut besuchte Veranstaltung wurde vom Erstchargierten B rft n n mit einem Nachruf au unser!! verewigten Führer eröffnet. Hervorzuhehen ist. dass Dr. Werner aus Wien einige Herzl-Erinnerungen erzählte. Die Chargen haben, stud. mcd. Brünn cand. med, Unna und stud. chettt. P o 11 a k erhalten, welch letzterer auch die Tendenzrede hielt. Kempen. Am 9. Oktober veranstaltete die hicsigp Ortsgruppe im Durnick'schen Saal eine öffentliche Versammlung, in welcher Herr Dr. Jeremias, Posen, über das Thema ״Wfas ist und was will der Zionismus“ sprach, ln der Diskussion traten einige Gegner auf. welchen von zionistischer Seite entgegnet wurde. — Die innere Arbeit der Ortsgruppe besteht in Veranstaltung von wöchentlichen Versammlungen, in welchen die Mitglieder abwechselnd Referate oder Voricsuugcn über jüdische Geschichte und Literatur halten und hierüber diskutieren. Es wurde ein Lesezirkel für jüdische Zeitschriften geschaffen und haben sich auch Nichtmitglicder daran beteiligt. Für ein Lesezimmer, welches eingerichtet werden soll, wurden schon einige Werke teiis angeschafit, teils geschenkt, und bitten wir die werten Gesinnungsgenossen, um Überweisung von gelesenen Werken, die wir event. später an andere Ortsgruppen weiter gelten lassen. Posen. Aus den! ersten Jahresbericht der Zionistischen Ortsgruppe heben wir folgendes hervor: In den regelmässigen Monatssitzungen referierten Dr. Jeremias über ..Organisation des Zionismus”. M. Krause über das .,Ostafrikaorojekt“. Dr. Kollcnscher über ״Zionismus und Staatsbürgertuni", Emil Bendix über ״Geschichte des Zionismus“. Referendar Rosenberg über ״Grosskolonisation von Palästina“. Dr. Kollcnscher über den Delegicrtenta?. * - Der Etat erreichte die Holte von e t. 1000 Mark. Für den Nationalfond kamen ISO Mark ein; davon brachten die Sammcibiicimei! aiiein *10 Mk. Die Sammlung wird zunächst bis zur Stifung eines Olivenhains fortgcfiihrt. - Die Jüdische Lesehalle bezieht sreben ein eigenes Lokal mit komfortabler Einrichtung, deren Kosten von hochherzigen Gönnern ausserhalb unseres Kreises gespendet sind. Die Lesehalle wird jetzt allabendlich von 8’-10-*־ Uhr und Sonnl abend Vormittag von 11—1 geöffnet sein. Es liegen 17 Zcitungen bzw. Zeitschriften aus und 200 Bücher stehen für den Ausleihcdienst zur Verfügung. Cher die öffentliche Tätigkeit der Ortsgruppe im ersten Jahr ist früher bereits ausführlich berichtet worden. Die diesjährige Wintersaison wurdo am 2-1. Oktober mit einem Vortrag von Herrn Dr. Sonderling- Berlin eröffnet. 3,=o Männer und Frauen folgten mit gespannten! Interesse den formvollendeten, von echter Begeisterung getragenen Ausführungen des Referenten über ״Zionistttus und kulturelle Probleme". Das zionistische Ideal, so führte Redner aus, erschöpfe sich nicht in der politischen Mission, sondern umfasse alle Fragen der inneren Wiedergehurt: Rückkehr zum Judentum vor der Rückkehr ins Judenland -- war die Parole Herzls. Vor allem gilt es. das Judentum wieder in die richtige Beziehung zu den nationalen Problemen zu setzen. Das physische und geistige Sein der jüdischen Ccm eäi sc ha ft habe niemals aufgehört, in seiner Be- Sonderheit zu existieren, und wo diese nationale Zusammengehörigkeit in Vergessenheit geraten sei. werde sie immer durch Judah befreit, dass^ dieser in herrlichster Einmütigkeit mit dem Volke die Tempelreinigung vollzog und erst lange danach durch besondere Unglücksfälle in der Schlacht den Tod des Helden starb. Das Stoffquantum soweit hinauszudehnen, war dramatisch unmöglich, abgesehen davon dass dieses Ende als ein tragisches schwer zu motivieren war. Die Tragödie aber verlangte nun einmal nach Blut, wie ein hungriger Löwe, und Ludwig brauchte seinen tragischen *Schluss. Diese Notwendigkeit führte zur Aufnahme des Märtyrermotivs, das uns aus der Einleitung bekannt Ist; und die Art, wie das Motiv verarbeitet wurde, stammte aus der ״Mutter der Makkabäer“ von Zacharias Werner. Eine kraftvolle Frauengestalt hatte Ludwig schon in der Konzeption seiner Lea, auch ein erregendes Moment war in ihrem unbändigen Hochmut gelegen — und diese Frau war Judahs Weib. Werner hatte einen dämonischen Frauentyp, zugleich eine Märtyrerin, die sich selbst und ihren Kindern ihr Schicksal bereitet — und dieses Weib war Judas Makkabäus* Schwester. Was lag Ludwig näher als eine so verlockende Synthese? Die Märtyrergeschichte bekam in seinem Drama Leben, und seine Tragödie erhielt ihren tragischen•*Ausgang! Ludwig erlag der Versuchung. Nun war die Dichtung in den Hauptzügen fertig. Die feinere Kleinarbeit der Zusammenfügung aller Elemente, das freiere Spielen der dramatischen Gelenke, die genauere Motivierung alles Zweiten aus dem ersten, das musste die Ausführung, ״die Einfleischung“, schon bringen. Und so erhielt das Drama seine erste Gestalt. Bevor wir aber an die Betrachtung dieser ersten Fassung treten» wird es notwendig sein, einen Rückschritt an das Werner’sche Drama zu machen, da seine genauere Kenntnis auch über manches aus den späteren Fassungen Ludwigs Licht zu verbreiten, zugleich, den grossen Abstand dieser zwei Dichterkräfte darzutun sich eignen mag. Zwischenhinein wird auch der Hinweis auf die älteren Bearbeitungen des Makkabäer-Stoffes manches Interessante bieten1). *) Vgl.• Anhang. ׳!*״י«״ 11״,.«■־ יוי*־ ▼