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Jüdische Rundschau · 1904-10-28 · Heft 43 (28.10.1904) · page 13

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
IX (1904)
Issue
Heft 43 (28.10.1904)
Date
1904-10-28
Page
– (sequence 13)
Language
German
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No. 43. JÜDISCHE RUNDSCHAU. Seite 363. (lebrauch gemacht, sie zum Tey wörtlich abgedruckt. L!e! r aber hat er es sich nicht verkneifen können, die s p e z i el I c n Hinweise auf die Person des Herrn Dr. Heinrich Locwe, die ich gestrichen hatte,, wieder einzufiigen. Dadiirch wurde *der ganze Charakter der Schlussparti« von Grund aus verändert; und der Zweck meiner Intervention war illusorisch. Das ist der Sachverhalt. o Auf .das Gegenständliche in dem Angriif von ״Ost und West" auf Herrn Dr. Heinrich L»ewc cinzugehen, habe Ich in diesem Zusammenhänge und bei dieser Gelegenheit mein die geringste Veranlassung.- * * * Ich möchte an diese Erwiderung noch zwei Bemerkungen knüpfen: Ich halte den Weg. den Herr Dr. H. Locwe zur Fest- Stellung des Tatbestandes beschütten hat, für den denkbar uugeeignetsten. Ich habe die Empfindung, dass das fnquisitorium der Herrn Redakteurs in dieser erst bei § II sich erschöpfenden Gründlichkeit unsere Leser nur ennuyieren kann. Meine persönlichen Beziehungen zu meinem Duzbruder. Herrn Dr. H. Locwe sind der Art. dass er sich nicht hätte durch halbe Vermutungen, Klatschereien, Tuschelei ׳und Kaffeehausgeschwätz leiten zu lassen brauchen. Er hätte durch eine persönliche Rücksprache schneller, bequemer und wohl auch unseren zionistischen Interessen dienlicher Jede Aufklärung erhalten. Zum zweiten möchte ich bemerken, dass der Angriff des Herrn Wjnz nur die Reaktion war auf verletzende Sticheleien, die!Herr Dr. H. Loewe bei Gelegenheit des Erscheinens der von ״Ost und West” herausgegebenen Herzlnummcr in der Jiid. Rundschau anzubriugen sfeh nicht versagen konnte. Ich bin gewiss der letzte, der wünscht, dass die ..Jüdische Rundschau" kalt, temperamentlos wie ein offizielles Regierungsblatt redigiert werde. Unser Redakteur soll frank und frei seine Meinung sagen und soll, wo er Gefahren sieht, dreinhauen, dass die Funken sprühen. Das ist sein gutes Recht. Das ist seine Pflicht. Aber er hat kein Recht, seine persönlichen Antipathiccn in beleidigenden Unterstellungen, in versteckten gehässigen Spitzen zum Ausdruck zu bringe*!, wenn er sich seiner Verantwortung — nicht nur der formal-juristischen — seiner Verantwortung als Redakteur des einzigen offiziellen zionistischen Blattes in Deutschland bewusst bleibt. Herr Winz hat alles versucht, um sich eine Genugtuung zu verschaffen. Er hat sic nicht gefunden, was bei der Art. wie in Berlin die Dinge behandelt werden, nicht Wunder nimmt. Und so blühen denn die Konflikte; nicht gerade zum Nutzen unserer gemeinsam’en Sache. Berlin, 24. Oktober 190-1. Theodor Zlocisti. * * * Der hier genau nach dem Wunsche des Herrn Dr. Theodor Zlocisti zum Abdruck gebrachten Erklärung habe ich einige Worte hinzuzufügen. Trotzdem Her r Dr. Zlocisti jedes Verschulden seinerseits In Abrede stellt, bin ich zu meinem tiefsten Bedauern in keiner Weise durch die obigen Ausführungen befriedigt. Ich hoffte und wünschte, dass Herr Dr. Zlocisti, erklären könne, ״dass er vor der Drucklegung nichts von dem Artikel gewusst U a b e,” und ich hatte die feste Absicht, Herrn Dr. Zlocisti eine grössere Genugtuung zu gewahrem als er erwartet hätte. Aber Herr Dr. Zlocisti hat den Artikel vorher gekannt und h a t an ihm m i tgewirkt, und hat nicht das getan, was er mir gegenüber, den er selbst als Duzfreund in Anspruch nimmt, hätte tun sollen: seine Auinahtne verhindern oder mich benachrichtigen. Ich werde aber einige Einzelpunkte mit sachlicher Ruhe hier erörtern, aus der Ich die Absicht habe, mich nicht herausbringen zu lassen. 1. Jemand, der für ein Blatt Artikel und Gedichte auf ihre Eignung durchsicht, zur Mitarbeit anregt und den Redakteur bei Reisen vertritt, wird im Deutschen Redakteur genannt. Es gibt Chef-, Mit-, auch Sitznedakteurc. Herr Dr. Zlocisti ist nach seinen eigenen Angaben als Mitredakteur zu bezeichnen, während er freilich bisher in der zionistischen Qcfientlichkcit als der Chefredakteur galt. 2. Herr Dr. Zlocisti irrt sich, wenn er schreibt, dass er ״die Ve ran t wo r t u n g für die wertvolle Zeitschrift sehr wohl übernehmen könnte"; er vergisst dabei, dass ״Ost und West" unter unzähligen Schmähungen auf Herz!, Nordau und den Zionismus Herzl ״einen allen Gepflogenheiten anständiger Publizistik hohnspreebenden Vertrauensbruch’' vorgeworfen hat. Hier sei angeiügt, dass Herrn Dr. Zlocisti sein Gedächtnis täuscht, indem er angibt, nur in den Monaten März. April. Mai 190-1 an der Redaktion von ״Ost und ,Wiest” aktiv beteiligt gewesen zu sein. Ich bin erbötig, j wenn es gewünscht wird, den Nachweis zu führen. ן dass Herr Dr. Zlocisti lange vor h e r Herrn Winz in der J Redaktion von ״Ost und West" ausgiebig unterstützt hat. I 3. Zwischen meinem Bruder. D r. Richard i. oewe. und Herrn I י r. Zlocisti ist bei der ganzen Verhandlung über den Artikel für ..Ost und West" der Name Winz nicht genannt worden. Mein Bruder nahm nach den Worten des I *Herrn Dr. Zlocisti an, dass Herr Dr. Zlocisti. der über Länge j und Art des Artikels frei mit ihm verhandelte. Redakteur sei. da er ihm schon früher ausdrücklich versichert hatte, ״dass er allein über Aufnahme des Artikels zu entscheiden habe." Die Karte, von der Herr Dr. Zlocisti meint, dass mein Bruder gut täte, sie wieder zu lesen, um darin die absichtlich von i'ierrn Dr. Zlocisti wieder angebrachte Erklärung zu finden, dass Herr Dr. Zlocisti mit der Redaktion von ״Ost und West" } nichts zu tun habe, lautet wörtlich folgendermassen: (Poststempel) Berlin N. 37. 8. 9. W. 9-lü N. Sehr geehrter Herr Doktor! Ich besitze von Gerzon eine Karte vom Februar. Sic führt das Absenderadressat Amsterdam Oz Achterwall 152. Inwieweit die Adresse richtig ist. kann ich natürlich nicht sagen. Es ist aber doch wohl anzuiiehmen. dass er die Feiertage in Köln verleben wird. — Ihr Artikel geht morgen in die Druckerei. Die K״rrektunen erhalten Sie natürlich.״ Ihre Glückwünsche zum Neuen Jahr erwidere ich aufs Herzlichste. Mit Zionsgruss N 37 8.9. 04. Theodor Zlocis ti Also auch hier täuscht Herrn Dr. Zlocisti rein Gedächtnis. Die Absichtlichkeit, mit der Herr Dr. Zhnristi meinen Bruder darüber aufgeklärt zu haben glaubt, dass Herr Winz der Redakteur, d. h. der wirkliche Redakteur sei. zeigt jedem Uubefangenen, dass es Herrn Dr. Zlocisti gewiss war, dass mein Bruder für ein von Herrn Winz redigiertes Blatt niemals geschrieben hätte. Wie recht mein Bruder mit dieser Zurückhaltung hatte, sieht jeder aus der merkwürdigen Ar; von Takt- ( gefühl. mit der der Angriff auf mich die Nummer bcschliesst.! deren erster wissenschaftlicher Aufsatz die Arbeit meines : Bruders ist. . 1־. Herr Dr. Zlocisti verurteilte ebenso wie jeder Zionist den j Angriff, auf mich, den er sogar dritten Personen gegenüber I ungefragt als ״einen gemeinen, niederträchtigen, perfiden und ן verleumderischen Angriff bezeichn«te. Ich habe dem meiner-! seits nichts hinzuzufügen. Die Art, wie nach oben gegebener | Darstellung des Herrn Dr. Zlocisti Herr Winz mit seinen Anj reguugeit und Korrekturen verfahren ist, ist eine solche, dass | Herr Dr. Zlocisti wenigstens den eine n Vorteil aus dieser Sache zieht, dass eine absolute Lassagc von diesem Blatte nunmehr eine unabweisliche Forderung des Selbstgefühls gei worden ist. 1 5. Der Satz des Herrn Dr. Theodor Zlocisti. ״den Angriff j gegen die Gewohnheit des Herrn Dr. Heinrich Locwe, zwischen | deutschen und ,.polnischen’’ Juden zu unterscheiden,’’ lässt.das

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