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Jüdische Rundschau · 1904-10-21 · Heft 42 (21.10.1904) · page 13

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
IX (1904)
Issue
Heft 42 (21.10.1904)
Date
1904-10-21
Page
– (sequence 13)
Language
German
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No. 42. JÜDISCHE RUNDSCHAU Seite 353. stische Vereinigung für Deutschland, deren Organ ich redigiere, deutlich richtet. 4. Der Leitartikel der Nummer, ״Assimilation”, und der Schlussartikel mit dem Angriff sind beide anonym, aber auf dem Umschläge mit derselben Chiffre *** gezeichnet Herr Dr. Zlocisti wird ersucht die Autorschaft für die ״Revue der Presse” ausdrücklich abzulehnen. Für die Redaktion freilich bleibt er einstweilen gleichwohl verantwortlich, bis er — was nunmehr doch würde geschehen müssen — ausdrücklich erklärt, dass er mit der Redaktion von ״Ost und West” nichts zu ♦un hat. 5. Die Behauptungen, die gegen mich in dem Angriff aufgestcllt werden, sind objektiv u n w a h r. 6. Es war wesentlich, zur Klärung der Sachlage, dass ich in meinem ״Berliner Brief” feststellte, dass der Verfasser des Artikels in der ״Zukunft”, wo das Untcrtauchcn in das Christentum und das germanische Volkstum den Juden angeraten wurde, ein russischer Jude war, dessen Naturalisation in Deutschland, nachdem er zuvor die osterreichische Staatsangehörigkeit angenommen hatte, auf einem ״merkwürdigen Wege” erfolgt war. De,r Nachdruck lag freilich für jeden unbefangenen Leser auf dem Worte ״auf merkwürdigem \V*ge”. 7. Das erste Mal. wo die falsche Anschuldigung gegen mich erhoben wurde, dass ich gegen die polnisch-russischen Juden gehässig wäre, war im Jahre 1895, als ich in Gemein־ schaft mit meinem liebsten Freunde, dem russischen Juden Dr. Selik Soskin, jetzigen Redakteur von ״Altneuland”, uns gegen die Aufnahme des Herrn Winz in den Verein ״J u n g - f s r a e 1” dem von m i r gegründeten, ersten zionistischen Verein in Deutschland, verwahrten. Herr Dr. Zlocisti weiss das und hätte aus seiner Erfahrung heraus den Abdruck üeser falschen Anschuldigung verhindern sollen, es sei denn, dass er von dem Artikel vor der Drucklegung nichts gewusst. 8. Mein Bruder wurde durch Herrn Dr. Theodor Zlocisti veranlasst, für ״Ost und West”, für das er ohne die Bitte Dr. Zlocistis niemals geschrieben hätte, einen grösseren wissenschaftlichen Aufsatz zu schreiben, der in derselben Nummer von ״Ost und West” abgedruckt ist, die mit dem obigen Angriff auf mich schliesst. 9. Mein Bruder würde, vic Herrn Dr. Zlocisti sehr wohl bekannt ist, niemals für ״Ost und West”, geschweige denn für diese Nummer geschrieben haben, wenn er hätte ahnen können, dass er in seiner Famüienehre in diesem Blatte hätte geKränkt werden können. Jeder Berliner Zionist weiss, wie eng die zionistischen Brüder aus dem ״sächsischen Rübendorf" Zusammenhalten. 10. Herr Winz ist nicht ״die ausländischen und speziell russischen Juden", und wie ich über die russischen Juden denke und wie ich zu ihnen stehe, darüber könnten Leute wie Ussischkin. Temkin. Kohan-Bernstein, J. L. Goldberg, Tschernichoff, Soskin, Schmarjah Lewin, und die vielen andem russischen Zionisten, mit denen ich seit länger als 16 Jahren zusammen für den national-jüdischen Gedanken tätig bin, die Redaktion von ״Ost und West” belehren. Aber wozu in die Ferne schweifen? Herr Dr. Zlocisti, der einer von den vielen Juden in Deutschland ist, die ihre erste Bekanntschaft mit dem Nationaljudentum und dem Zionismus der Freundschaft mit mir verdanken, hätte die Redaktion darüber aufklären können. 11. Ich erwarte und wünsche, dass Herr Dr. Zlocisti ruhig erwidert dass er mit diesem Angriff nichts zu tun hat und dass, er ebenso durch ihn überrascht ist, wie ich und alle Zionisten, denen er zu Gesicht kommt. Ich werde dann seweigen; denn mit dem mutigen Anotnwus werde ich keineswegs polemisieren. Aber Herrn Dr. Zlocisti, den ich fetzt für diesen Angriff redaktionell verantwortlich mache, werde ich auf sein blosses ״Ich wusste vor der Drucklegung nichts von dem Artikel” in geeigneter Weise Genugtuung zuteil werden fassen. Die Rundschau stellt ihm ausserdem zu seiner Antwort so viel weisscs Papier zur Verfügung, als er wünscht. Das Wort hat Dr. Zlocisti! Dr. Heinrich Loewe, verantwortlicher und leitender Redakteur der ״Jüdischen Rundschau". Organs der Zionistischen Vereinigung für Deutschland. Mitteilungen vom Zentralbüro _ der Zionistischen Vereinigung _ I für Deutschland. 1. Wir weisen hierdurch auf den an anderer Stelle dieses Blattes nochmals abgedruckten Aufruf hin, der alle Ortsgruppen uud Vertrauensmänner ersucht, zu Gunsten des Nationalfonds die eingegangenen Materialien sammeln zu lassen. Wir bitten sämtliche Ortsgruppen und Vertrauensmänner in ihren Gruppen Sammeistellcn cinzurichten und Namen und Adresse des Leiters der Sammelstelle an F r a u D r. Joel, Lübeck, einzusenden. 2. Herr York-Stciner beginnt seine Vortragstournee am 27. Oktober. Nähere Mitteilungen erfolgen direkt. 3. Die Herzl-Sondernummer der ״Jüdischen Rundschau” ist einzeln zum Preise von 30 Pfg.. bei Abnahme von mindestens 10 Exemplaren zum Preise von 15 Pfg. vom Verlag Jüdische Rundschau, B c r 1 i n N., Auguststr. -19 a zu beziehen. 4. Nach Einholung der Gutachten der Mitglieder des Zentralkomitees hat das Zentralbüro beschlossen, den Ortsgruppen und Vertrauensmännern bezüglich der M a k k abüerieier folgendes zu unterbreiten: Wir bitten die Ortsgruppen mit Rücksicht auf das Hinscheiden unseres Führers in diesem Jahr von der Veranstaltung eines Bailes Abstand zu nehmen und statt dessen die Makkabüerieier in ernster Form auszugestalten. Mit diesen Makkabäerfeiern bitten wir einen Schekeltag oder den Ortsverhältnissen angepasste Veranstaltungen zu verbinden, welche die Einziehung der Schekelgeder für das abgelaufene Geschäftsjahr beschleunigen. Da ja der Kongress höchstwahrscheinlich im März stattfinden wird und somit die }Wtahll'Sten Ende Januar abgeschlossen sein müssen, so ist es in diesem Jahr ganz besonders notwendig, dass die Schekel so schnell a’s möglich eingezogen werden. Um einen Anhalt dafür zu geben, wie wir uns die Ausgestaltung der Makkabäerfeier denken, sind in dieser Nummer der Rundschau •4 Entwürfe veröffentlicht. Etwaige Anfragen über Texte, Noten, Liederbücher usw. bitten wir an die Expedition der ״Jüdischen Rundschau” richten zu w0׳IIen. Wir bemerken hierbei, dass der Verlag Jüdische Rundschau einen grossen Bestand von!Heinrich Loeweschen Liederbuchen! erworben hat. 5. Wir weisen unsere Leser auf den Aufruf des Herrn D r. Elias. Mülhausen, hin. und bitten die Interessenten, sich an das Zentralbüro zu wenden. 6. Die Vorstände der Ortsgruppen werden um sofortige Mitteilung gebeten, sobald ein Mitglied ihrer Ortsgruppe nach ausserhalb verzieht, damit wir die neue Ortsgruppe von dem bevorstehenden Zuzug in Kenntnis setzen können. 7. Die Hatiburgcr Zionisten kommen regelmässig an jedem Donnerstag um 9 Uhr abends im neuen Logenheim zusammen. Gäste sind stets willkommen. 8. In einer Residenzstadt Mitteldeutschlands von ungefähr 53 000 Einwohnern werden ein jüdischer Arzt und ein jüdischer Zahnarzt gesucht. Anfragen sind an das Zentralb ü r o zu richten. 9. Herr Oskar Nacht, früher stud. nied. in Marbürg, wird um Angabe seiner Adresse gebeten.

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