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Jüdische Rundschau · 1904-10-21 · Heft 42 (21.10.1904) · page 8

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
IX (1904)
Issue
Heft 42 (21.10.1904)
Date
1904-10-21
Page
– (sequence 8)
Language
German
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Seite 348. JÜDISCHE RUNDSCHAU. No. 42, Und wir legen die Hände in den Schoss? Wir sehen untätig zu, wie die Assimilation sich ddr Wählerschaft der Alliance bemächtigt und ihr einen Stimmzetteä fa die Hände drückt, der de« Tod des Jüdischen Volkes bedeutet? An Hcrzls Grab wurde in unserem Namen gelobt, nicht zu rasten, bis unser Ziel erreicht sei. Diesen!Worten müssen Taten folgen. Es gibt keine wichtigere und fruchtbringendere Arbeit, als die. welche die ״lka“ und die Alliance, unseren nalionalen Idealen dienstbar machen. Raffen wir uns deshalb auf und leisten wir diese Arbeit. Mülhausen, Oktober 1904. Dr. Elias. 0 Die Fraktionierung des Zionismus. VI. Zur Misrachifrage. Der von יו זר,* unterschriebene Artikel ..Achtung!“ in No. 39 der ״Welt.“ sowie derjenige von Dr. Max Jungmam! in der ״Jüdischen Rundschau“ (No. 40) verlangen eine Erwiderung. (lerne hätte ich dies besseren Händen, überlassen, aber der Protest von ״E. C.“ (ebenfalls in No. -JO der Jüdischen Rundschau), welcher speziell gegen die Londoner Misrachisten gerichtet ist, zw*ngt mich, als vorläufigen englischen Vertreter dieser Richtung. Sie um gefällige Aufnahme folgender Frklürung zur Steuer der Wahrheit und Gerechtigkeit zu ersuchen. Als einfacher Geschäftsmann fehlt mir leider die Beredsamkeit des protestierenden Trios, aber jedenfalls werde ich die in einer so ernsten Sache mindestens als unelegant zu hezeichnende Redeweise des ersten Artikels, in welchen! solche Ausdrücke wie .,Breitmachen“, ״Parteizünke“, ״Orthodoxie betreiben“ etc. Vorkommen, nicht nachahmen sondern versuchen, logisch und geschäitsnüissig Punkt für Puiikt seriatim zu beantworten. 1. In erster Reihe verlange ich, dass uns derselbe Ernst, dieselbe Reinheit der Absicht in unserem Programm und in unseren Argumenten beigemessen werde, als diejenigen, (ich will sie nicht Gegner nennen), welche uns noch nicht vorstanden haben, für sich in Anspruch nehmen, und der letzte Brief, den mir der verewigte Führer in! vorigen September schrieb, und in welchem er wörtlich die Hoffnung ausspricht, dass ״unsere freundschaftlichen Beziehungen fortdauern, und uns noch öfter im Dienste der Sache, die uns ja Beiden wert ist. zusammenführen werden,“ bestärkt und berechtigt mich in diesem Verlangen. 2. Niemand hat den Standpunkt der Misrachisten besser hingesteilt. als עוזר selbst, und er hat dadurch bewiesen. dass Zionismus und Misrachismus eins und dasselbe sind. Fr sagt: ״Also, wer sich zum Zionismus bekennt, hat gemeinsam mit den anderen die jüdisclinat'onaie Idee zu pflegen, die Assimilation zu bekämpfen, und die Frr'c’itung einer öffentlich gesicherten Heimstätte in Palästina zu erstreben.“ Nur hätte er die Reihenfolge umkehren sollen, nämlich, zuerst das Baseler Programm, dann die Bekämpfung der Assimilation und dann die jüdischnationale Idee. Die beiden ersten Punkte sind kllppe klar: sie stellen zwei Ziele vor, welche in unverkennbarer Weise praktisch ausführbar sind, und überhaupt keinen Zweifel über die Art und Weise der Ausführung zulassen. Die ״Heimstätte", nämlich, bildet den Kern des Baseler Programms; die Erreichung der ..Heimstätte“ ist aber die einzige politische Arbeit des Zionismus und liegt in den Händen des Aktionskomitees, welches die politischen Führer, sozusagen die Minister des Auswärtigen Amtes reprüsentieren. Das ist die einzige Politik des Zionismus. Ihr gegenüber stehen die Bekämpfung der Assimilation und die Pflege der jüdischnationalen Idee, welche Beide von so hoher Bedeutung für die Lebenskraft des Jüdischen Volkes sind, da sie einzig und allein von den individuellen Kraitanstrcngungcii des Jüdischen Volkes selbst abhängig sind, dass es undenkbar ist. den Zionismus nur als eine politische Bewegung zu hezeichnen, um so weniger, als das politische Kabiiwt des Z״,׳n!sntus mit diesen beiden Punkten absolut nichts zu tun hat. ludern also der Misrachismus ebenfalls die Erreichung der ..Heimstätte" als Kern des Baseler Programms h! erster Reihe steiit. ist die Befürchtung, dass wir die Politik des Zionismus gefährden, v o 11 s t ä 11 d i g u u g e r e c I! 11 e r t : g t und ausgeschlossen. 3. Ich komme mm zum zweiten Punkt - die Bekämpfung der Assimilation. — und hierin hat der Zynismus in den M srachisten die mächtigste Stilt/c. Fs wäre geradezu lächerlich, c n Wort darüber zu verlieren, was Assimilation eigentlich ist. aber es ist ebenso merkwürdig wie natürlich, dass diejenigen, welche aus politischen Rücksichten ״Nicht-Assimilicrung“ predigen, vollständig übersehen haben, dass dieses Verbot in der religiösen Basis des Zionismus, nämlich, in der Bibel, seinen Ursprung hat und unzählige Male daselbst wiederholt wird! Aus dem Grundsätze der Nichtassimilierung aber ist der Misraclii hervorgegangen. Assimilation entsteht durch das Verlassen eines alten, und die Annahme eines neuen, ihm entgegengesetzten. Standpunktes. Die Erhaltung des alten Standpunktes ist aber der zweite Zweck des Zionismus. Und wenn den Führern des Zionismus der M u t und die Macht gefehlt haben, ihr Prinzip bis auis Aetisscrste. also auch dort, wo es ihnen selbst weh tut. zu vertreten und verteidigen, so musste ein Freund erstehen, welcher sie dazu zwingt, und dieser Freund ist der M i s r a c hi. Das ist die Bedeutung des Wortes "ך S*£ 2 ב בל., welches heisst .***אפיל ואב נובל היין., Die zionistischen Führer haben tausenden von Zionisten in der ganzen Welt einen Schlag ins Ge- Entwurf IV. 1. Chorgesang: An den Strömen Babels . . . 2. Entzünden: בעוז צור. 3. Festrede Kantor Weis, Warschau. 4. Gesangs-Vortrag: a) Aus Paulus.Mendelsohn. ״Jerusalem“, Arie für Sopran. b) O höre mein Flehen . Händel. 5. Rezitation: . a) Chanuckalichter . . . Morris Rosenkid. b) Die Ersten.Berthold Feiwel. c) Schlusskapitel aus ״Altneuland“.Theodor Herz!. d) Gedicht (s. oben). . . Theodor Herzl. 6. Violin-Vortrag mit Begleitung am Klavier. Kol Nidre ...... Bruch. 7. Gesangs-Vortrag: a) Jüdisch-deutsche Lieder: Schluflied . Der Millner . Im Volkston. Aleph Deis b> Trinklied,JehudaHalevy Ignatz Brüll. Lied für Bariton oder Bass (erschien in No. 49, Jahrgang V der .Welt“). 8. Die Makkabäer von Otto Ludwig Akt IV Verwandlung bis Ende des Aktes (Personen I Dame und 3 Herren.) oder Judith von Hebbel. Aufzug III, Seite 37 ״Reclam“ unten bei ״Achior“ bis Seite 4\ ״Ephraim ab“ und Aufzug V, letzte Scene. (Personen 5 Damen, 7 Herren u. 1 Kind). Literaturbericht. BQchcr der einschlägigen Literatur, weiche der Redaktion zugesandt werden, finden eingehende Besprechung. Wilhelm Spiegelberg: Der Aufenthalt Israels tu Ägypten im Licht der ägyptischen Monumente. Mit 12 Abbildungen. Strassburg: Schlesier אי Schweickhardt 1904. (55 S.) 8. Preis 1.-- Mk. Die Frage, ob die Stämme des israelitisch-jüdischen Volkes in Egypten gewesen sind, wurde erst aufgerollt, als man durch eine spitzfindige philologische Kritik, die niemals ihren »heologischen Beigeschmack verloren hat. die biblischen Berichte des Alten Testaments in eine niogiichst späte Zeit zu rück.:! sich mühte. Je weiter die ״Forschung" iortschritt, desto we-

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