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Jüdische Rundschau · 1904-10-14 · Heft 41 (14.10.1904) · page 12

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
IX (1904)
Issue
Heft 41 (14.10.1904)
Date
1904-10-14
Page
– (sequence 12)
Language
German
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Seite 340. No. 41. JÜDISCHE RUNDSCHAU. uns gegenseitige Duldung und Achtung jeder religiösen über- Zeugung zugesagt und die religiös Indifferenten unter uns haben In noch höherem Grade als die Orthodoxen die Pflicht, diese Zusage ehrlich zu halten. Alle die gewiss unausbleiblichen Kämpfe religiöser und politischer Natur müssen vertagt werden, bis einmal das Jüdische Volk auf heimatlichem Boden geeint, Herr seiner eigenen Geschicke geworden ist. Dr. Julius K a t z. . ___’’ :*! Mitteilungen vom Zentralbüro — der Zionistischen Vereinigung •_ I für Deutschland. Das Zentral-Büro der Zionistischen Vereinigung für Deutschland hat beschlossen, nach dem Vorbildc des Vereins ״Sammelkasten" und der ,.Deutschen Reichsfechtschule" innerhalb der einzelnen Ortsgruppen zu Gunsten des jüdischen Nationalfonds dfc folgenden Materialien sammeln zu lassen: 1. Zigarrenabschnitte, 2. Staniol (von Weinflaschen und Schokolade). 3. Salben- und Farbentuben, 4. Rabattmarken, 5. Stollwerk- und Liebigbildcr, 6. Siegel- und Stempehnarken, 7. Zigarrenkisten, 8. Korke, 9. Briefmarken (auch alle deutschen). Die obengenannten Vereine haben cs /*rmoeht, aus diesen an sich wertlosen Gegenständen bedeutende Einnahmen zu erzielen, und so dürfen wir hoffen, dass diese Einrichtung sich auch für den Nationalfond bewähren wird. Die Zcntralsrumnel- und VcrwcrtungsstclL', deren E'iirichtimg und Beaufsichtigung dem hanseatischen Verbands-Büro in Hamburg übertragen ist. steht unter Leitung von 1' r a 11 D r. Margarethe .1 o 1 in Lübeck. Sie wird mit den lokalen Sanmielsteilen in direkte Beziehung treten. Wir zweifeln nicht, dass die Vorstände der •Ortsgruppen die geeigneten Persönlichkeiten wählen, die mit Geschick und andauerndem Iiifer die Sammlungen einrichten und in Fluss erhalten werden. Die Heranziehung w c i bl i c h e r Kräfte scheint für den genannten Zweck besonders cmpfehlcuswert.. Auch empfiehlt es s:cb. darauf hinz.uwirkcn. dass in den von Zionisten besuchten jüdischen Restaurants Kästen zur Aufnahme von Zigarrenabschnitten aufgestellt werden. Man wird höflichst ersucht, sofort die Frrichtung einer Sammclstelle in Ihrer Ortsgruppe zu veranlassen und spätestens in 8 lagen Namen und Adresse des gcschüftsiiihrenden Leiters, an rrau Dr. Jof-I, Lübeck, Bcckcrgrube 58, aufzugeben. Die Ablicferiing des Materials an die Lübecker Zentrale kann jederzeit, wird jedoch wegen Kostenersparnis am besten am 1. Januar und I. Juli jeden Jahres erfolgen. Im übrigen steht es jeder Ortsgruppe .frei, die Verwertung der Materialien selbst zu besorgen und den Frlös unter cntsnrcchciidcm Hinweis au den Schatzmeister des Berliner Zenfral-Biiros. Hern« Max Wo'!- •stemer. Holst. Ufer 10. abzuführen. Wir bitten, überall sofort energisch mit •den Sammlungen zu beginnen. I. Herr Oskar Nacht, früher stink med. in Marburg, wird um Angabe seiner Adresse gebeten. 2. Die H a!11 b u rgerZio nisten treffen sich vom 13. Oktober ab regelmässig an jedem Donnerstag um 9 Uhr abends im neuen Logcnheim. Gäste sind stets willkommen. 3. In einer aiublüiiendeii Res׳'- denzstadt Mitteldeutschlands von 60(00 Hinwokreru werden ein jüdischer Arzt und ein jüdischer Zahnarzt gesucht. Partei- genossen werden. ersucht, sich an das Zentralbüro zwecks näherer Auskunft zu wenden. —I Aus der Bewegung. .— Berlin. In einer am 10. d. Mts. stattgefundenen MitgUedecvccsauuuUuvg der ״J Rdisclimtionalcn Y ז a u c n- Vereinigung” wurde der Arbeitsplan für das Wintersemester festgesetzt und einzelne Mitglieder für die verschiedenen Arbeitsgebiete gewählt. So wurde unter anderem ein Komitee für Hatispropaganda und chi solches für Propaganda in der Presse gewählt. F.inc NationaUoudkommissiou hat heschlossen, eine Samnielstelle für S t a n i o I p a p i c r, Z ig a x f c!1 a b s c h 11 i 11 c, Z i g a r r c 11 b ä 11 ü c r und Brie fmarken bei Fr. Dr. Julie H״tm1am1, Krausn'cks'tr. 15 zu errichten. Auch eine Samnielstelle für alte und neue Kleidungsstücke. Wäsche ur.d Stiefel für arme, atiswandernde Juden ist wieder errichtet worden. Fr. II1 s c Natanson, R u n g c s t r. 16 nimmt Gaben entgegen und bittet in Anbctracht der herrschenden Not um reichliche Zusendung. Ganz besonders energisch ist der Vertrieb von Schckalim innerhalb und ausserhalb der Vereinigung beschlossen worden. Die hebräischen Kurse, sowie die Kurse für Geschichte und Literatur sollen noch im Laufe dieses Monats beginnen. Die Leitung des letzteren hat Rabb. Dr. Emil Lcvy wieder freundliehst übernommen. Zu den Kursen, die in der zionistischen Lesehalle, F r i c d r i c 11 s t r a s s c 59. Restaurant Baurnan״, stattfinden, haben auch Nichtmitglieder. Herren und Damen, Zutritt. Indes dürfen an Diskussionsabcndcn nur Mitglieder und zwar in beschränkter Anzahl tcilnchmcn. Schriftliche Anmeldungen sind an die Vorsitzende. Frau Lina Wagner- Tauber, Prenzlauer Allee 9 zu richten. Möge (Feses reiche Arbeitsgebiet der Jüdisch-nationalen Fraucnvcreinigung von Erfolg gekrönt sein. Königsberg. Am 28. September fand Im Artushof die erste politisclic Versammlung nach Hcrzls Tod statt. Nachdem der Vorsitzende. Herr S. Hopdc in diesem Sinne mit warmen Worten die Versammlung eröffnet hatte, nahm er zum ersten Punkt der Tagesordnung seihst das Wort und gab in mehr als cinstundigen Ausführungen einen eingehenden und minutiösen Uebcrblick über die Jalircscrcignissc. die für das Judentum und spczücll für unsere Bewegung von Bedeutung waren. Der zweite Teil der Tagesordnung: Der Bericht über den Delegiertentag in Mamburg konnte wegen vorgerückter Zeit nicht mehr erledigt werden. Der Referent. Herr Rechtsanwalt Dr. Jacobi, versprach, auf die einzelnen auf dem Dclegicrtentag behandeltcn Fragen im Laufe der nächsten Sonnabendlagung zurückzukommen. J. Stettin. An» 3. Oktober eröiinete die Stettiner Zionistische Vereinigung ihr diesjähriges Winterhalbjahr mit einem Vortragt• lies Herrn Dr. Israel Auerbach-Berlin über das Thema ..Der Weg zur Freiheit“. Der Redner erörterte eingehend die anomale Lage des Jüdischen Volkes und legte dar. wie dieses durch den auf ihm lastenden Druck und die Zerstreuung über alle Länder in seiner Entwickelung behindert und nicht imstande sei. die ihm innewohnenden Kräfte und Fälligkeiten zur vollen Entialtung zu bringen. Es habe daher in der Diaspora keine Kulturv.erte von so hervorragender Bedeutung schaffen und keine Männer von so universeller Grösse hervorbringen können, wie in seiner glücklichen Zeit auf seinem eigenen freien Boden. Die ge'stige Unfreiheit und die materielle und moralische Not des Ji!d:scl’.en Volkes habe dessen talentvollste und begabteste Söhne gehindert, zu genialen Männern aus/.ureifen, da das Genie nur in vüibger Freiheit gedeihen könne. Als den Weg zur Freiheit bezeichnet(.* der Redner die Wiedervereinigung des Jüdischen Volkes in seinem eigenen freien Lande, wie der Zionismus sic anstrebe. Der sehr interessante Vortrag litt entschieden darunter, dass der Redner ein’ge zu drastisch wirkende Redewendungen und Vergleiche gebrauchte und inbezug aui die westeuropäischen Juden zu schwarz matte. Bcsonders erregte es starken Widerspruch aus der Versammlung heraus, dass er den bestehenden Zustand als Sklaverei bczeichnete, der der Tod vorztiziehen sei. D'esc Äusserungen wurden von einem als Gccner anftretenden Herrn aufgecriüen und zu einen! persönl'chcn Angriffe auf den Redner verwertet. D:c nach Ton und Inhalt tief unter dem Niveau einer sachlichen Opposition stehenden Ausführungen .dieses Gegners wurden von drm I.Y •r m ironischer Form abgefertigt. Nachdem noch lt rr Ho’’-nstem sei:, in würdiger Weise seine Bedenken geaen den Zionismus zuin Ausdruck gebracht und der Referent dieselben eingehend widerlegt hatte, wurde die Vcrsampihmg geschlossen. T. . Duisburg. Die zionistische Vereinigung begann das Winterliaihjahr am!0. Oktober mit einer gut besuchten Mitglieder- Versammlung. Stud. jur. Paul Löwe sprach über ״Hcrzl und die studierende Jugend." Er entwarf ein fesselndes Bild von dem Vater und Befreier der jüdischen Studentenschaft. Reichen Beifall f an dt 11 seme ,WDrte wie auch die darauf folgenden von Fräulein Martha Fosteiu in mustcrgiltiger Weise ausgeführten Rezitationen ans Zh'cisUs ״Vom Heimweg". Der schön verlaufcuc Abend stand ganz im Zeichen Fler/.ls und hinterliess bei den Anwesenden einen sichtlichen Eindruck. Alahiz. Am 27. September veranstaltete unsere Ortsgruppe eine Versammlung, zu welcher wir unsere zur Kur in Miesbaden anwesenden Gesinnungsgenossen aus Russland cingeladen hatten und die gut besucht war. Der 2. Vorsitzende. Herr S. Lazarus, gedachte in seiner Begriissuugsansprachc in warmen Worten unseres heinigegaiigenen Führers Dr. Herzl, zu dessen Andenken sich die Anwesenden von den Sitzen erhoben, und entwickelte das in Aussicht genommene Winter- Programm, wonach in der nächsten Zeit eine grosse öffent- liehe Agitationsvcrsammlung abgehalten werden und die Grup- י pensitzungeii wieder regelmässig stattlinden sollen. Auch <Jie

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