Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- IX (1904)
- Issue
- Heft 34 (26.8.1904)
- Date
- 1904-08-26
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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; l%3 . 4 -4 '11 #יי‘-; i®:f i V >j :;4 1 י 1 ** : 1; *i! I 4 I a.r־ י י י; י. וmsw***, "‘־wVw Seite 368. JÜDISCHE RUNDSCHAU. No. 34. . ־ •Juden gefühlt haben, dass sie auch in Fragen der Tak- 11 k keine Differenzen zu haben brauchen. . *4 In diesem Sinne IsT die Jahreskonferenz ein wich- ־*1 ״tiges Zeugnis für den Fortschritt, den der Zionismus in Unseren Herzen gemacht hat, seit uns der erste Kongress zu einer unteilbaren und untrennbaren Einheit zusammengeschmiedet hat. Wir stehen an einem neuen Abschnitt in der Ent- 1Wickelung des Zionismus. Wir müssen allein und; selbständig ausbauen, wozu der Meister, der uns ver- , י lassen hat, den festen Grund legte. Wir müssen auf dem ־ Fundament das Gebäude errichten, in dem wir es unserem Volke wohnlich machen wollen. Dazu bedarf es der Einigkeit, und die ist vorhanden. Dann bedarf es des froheff Mutes, und den haben• wir. Dazu bedarf es der gesunden Kraft, und wir sind jung und stark. Dazu bedarf es der Zuversicht, und wir haben das feste;Vertrauen, dass es uns gelingen wird, das Ziel zu er- ’ reichen, das die Geschichte uns gesteckt hat. Dazu bedarf es auch der Opferwilligkeit, und wir ‘ sind bereit, alles hinzugeben. Leib und Leben, Gut und Blut, für die Freiheit unseres Volkes und die ireie unbefleckte Ehre seir.c.־ Fahne. Wir wissen, dass wir siegen werden. Rüstig schreiten wir vorwärts. Der Zionismus befindet sich auf dem Marsche! u ״! ־־ - ' L C /. o k c n SitzungdesGrossenAktionkomitees. (Bericht des Kongressbureaus.) Dienstag, den 16. August 1904 wurde die Sitzung des ' Grossen Akt'onskomitces eröffnet.. Vormittags waren folgende A.-K.-Mrtglieder cingetroffen: Aus Oesterreich: Dr. S. Krenberger (Wien). Aus Galizien: Adolf Staud. Aus Böhmen: Karl Resck. Aus Ungarn: Oberrabbiner Roth (Püpa). Aus Deutschland: Dr. Bodenheimer, Dr. Klee, Dr. Friedemann. Aus Italien: Dr. Pelice Ravenna. Aus Serbien: Dr. Alkalay. Aus der Schweiz: Dr. Farbstein. Aus Frankreich: Dr. Alexander Marmorek. Aus Bulgarien: Dr. Rinialowsky. Aus Dänemark: Dr. Frünkl. Aus Rumänien: Samuel Pineies, Dr. Lippe und Dr'. Moskoviz. Aus England: Mr. Greenberg. Aus Russland: J. L. Goldberg, Dr. Bruck, Dr.' Jasynowskf, Dr. Roblnsohn, Dr. Jakobsohn, Ing. Ussischkin, Dr. Tschlenow, Dr. Jelski, Prof. Gregor Bdkowsky. Aus Amerika: Prof. Rieh. Gottheil und Jakob de Haas. Dr. K a h n begrüsst im Namen des Engeren Aktions* komitees die erschienenen Herren aufs herzlichste und ermahnt sic, im Sinne Dr; Herzls die schwere Arbeit in dieser Stunde aufzunehmen. Die nunmehrige Aufgabe sei, an das Bestehende anzuknüpfen und ausbauend und ergänzend zu wirken.; Architekt Marmor.ek sprach sodann den Nachruf auf j den Präsidenten, der in dem Anträge ausklang, das Grab Dr. Herzls korporativ zu besuchen. Sein Geist möge uns ' helfen, die Bewegung in seinem Sinne zu führen, damit wir j seinen letzten Wunsch erfüllen können, ihn in heimatlicher Erde zu bestatten. , j Die Herren begaben sich sodann korporativ zum Grabe Dr. Herzls. Dr. Felix Ravenna (egte auf dem Grabe eine bronzene Plakette nieder, indem er bat, diesen bescheidenen ' Ausdruck der tiefen Dankbarkeit aller Zionisten Italiens ent- , gegenzunehmen. Sodann würdigte Architekt Marmorek j die glänzenden Tugenden des Verewigten, die in keinem Momente so deutlich zutage traten, wie gerade in die*; sein Augenblicke. Die Gebete sprach Rabbiner Roth aus Papa (Ungarn). 2. Sitzung. 16. August 1904. nachmittags. Das Bureau konstituierte sich gemäss dem Anträge Dr. Jakobsolm aus iolgenden: Dr. Kahn, Dr. O. Koke sch. Architekt Oskar Marmorek (Herr Krcmenezky wohnte Infolge Unwohlseins der Sitzung nicht bei), Dr. W. Ts c hie* n o w und Dr. Bodenheimer. Namens des Engeren A.-K. erstattet sodann Architekt O. Marmorek den Rechen* schaftsbericht. Er sagte: Die Zeit von den letzten Sitzungen * des Grossen A.-K. bis heute war ausgefüllt mit der Krankheitsgeschichte Dr. Herzls, mit seinem Tode, seinem Begräbnis und den bitteren Tagen nachher. Bis zu seinem letzten; Augenblicke führte Dr. Herzl persönlich alle Agenden der j äusseren Politik. Alle andere Arbeit wurde ihm vom A.-K. J vollkommen abgenominen. Referent schildert dann die £egenwärtige politische Situation, den Stand der Verhandlungen; mit England, Russland und der Türkei und erwähnt die Er-! Öffnung der Bankfiliale in Jerusalem, an der sowohl der eng-! lische Konsul als auch die türkischen Lokalbehörden teil-; nahmen. Er berichtet ferner von der Anteilnahme des A.-K. ן an der Hamburger Kolonisationsgesellschaft und bringt zur ■ allgemeinen Kenntnis, dass die Expedition zur Erforschung Ostafrikas, bestehend aus drei Herren aus England und zwei s Die Judendichtung Otto Ludwigs. Jüdische Psychologie, freilich in ganz anderem Rahmen wurde später noch einmal Ludwigs Gegenstand, in seinem ״Jakobsstab“, *) der die Hauffsche Novelle wom Juden Süss Oppenheimer dramatisierte. Weder in den Charakteren noch in den Handlungsmotiven dieses Judenstücks sind ' Parallelen zu den Makkabäern auffindbar. Möglich aber, ״*־* dass der Name Leo, den im ״Jakobsstab“ die Schwester des Helden führt, von hier aus später auf die Makkabäermutter übertragen wurde. Sicher ist, dass die Beschäftigung mit der jüdischen Seele Ludwig nicht mehr loslassen wollte. Gerade der merkwürdig! Gegensatz des Ghettojuden zu der imposanten Gestalt der biblischen Bücher wird ihn von ־* jenem fort und dieser nähergeführt haben, um die zweite Etappe desselben Weges, den Hebbel von vornherein und ׳entschieden betreten hatte , Zu .gleicher Zeit, um 1850, hatte Ludwig zwei andere , Skizzen unter den Händen, deren Kenntnis für die Entstehungsgeschichte der ״Makkabäer“ viel wichtiger 2!s alle ‘)IV. p.24H. früher angegebenen ist. Das sind die Pläne seiner beiden Freiheitstragödien ״Der Sandwirt von Passevr“ (Sandwirt Hofer, Andreas Hofer) und seines ״'Armin (Hermann) der Cherusker.“ In beiden sehen wir die Geschichte eines Volkes behandelt, in dessen Mitte der Unterdrücker haust und das ein genialer, edler Volksheld zu erwecken und zu befreien bestrebt ist. Der ״Hofer2״) vielleicht geplant unter Jmmermann'schem Einfluss und im Gegensatz zu ihm, war durchaus auf eine Charaktertragödie angelegt. Fs war darum nach Ludwigs eigenen Aufzeichnungen ״das Epische, die Kriegsscenen ausgelassen oder nur leise angedeutet״. Hofer allein sollte alles sein, ״das Zentrum, um das sich alle liebend oder hassend bewegen.“ . Wie sich aber ׳Ludwig diesen Hofer dachte, das ist uns für das Verständnis unseres Judah mehr als alles Uebrige interessant. ״Der Sandwirt eine gediegene Persönlichkeit, voll“ —- ״frommen patriotischen Selbstgefühls“, ״das Imposante Hofers liegt in seiner grossartigen ruhigen Weise, in seinem Selbstgefühl, in der Tiefe seines Gefühls, mit der er nicht prunkt, die er aber auch nicht versteckt“ — — ״in seiner *) IV. p. 267.