Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- IX (1904)
- Issue
- Heft 33 (19.8.1904)
- Date
- 1904-08-19
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 360. JÜDISCHE RUNDSCHAU. den müssen. Andere Briefe bitten wir an das Zentralbüro zu Berlin, Friedrichstrasse 58II, zu richten. 2. Wir haben ein neues Flugblatt herausgegeben, das sich zur ernsten Agitation unter Nichtzionisten gut eignet. Wir geben dieses Flugblatt zum Selbstkostenpreise von 1 Pf. und gegen Ersatz des Portos ab. Die Beträge sind zweckmässig bereits bei der Bestellung in Briefmarken einzusenden. Zur Orientierung haben wir jedem Vertrauensmann der Zionistischen Vereinigung für Deutschland ein Exemplar zugesandt. Sollte einer der Herren es nicht erhalten haben, so bitten wir um Nach rieht ־ * 3. Nachdem nunmehr an sämtliche Vertrauenstnänner Schekelblocks für das neue Rechnungsjahr abgegangen sind, bitten wir sämtliche Inhaber von Schekel- ן blccks umgehend mit der Sammlung der Schekel und j Landesbeiträge zu beginnen. An Orten, an denen Ortsj gruppen existieren, sind Schekelblocks vom Vorstände! dcr^Prtsgruppe zu fordern, sonst direkt von uns. *Jeder Zionist ist' verpflichtet, den Schekel zu bezahlen. Es genügt nicht, dass eine Familie den Schekel bezahlt, sondern jeder Zionist und jede Zionistin sind zur Zahlung dieser Abgabe verpflichtet. —I Aus der Bewegung. ן-— Wien (Telegramm). Die Sitzung des Grossen Aktionskomitees, dio durch die Zuziehung der ständigen Kommissionen zur JahrcskonTcrfnz erweitert ist, ist von allen Seiten sehr zahlreich beschickt worden, ganz besonders aus Russland. Von Deutschland sind ausser den Mitgliedern des Grossen Aktionskomitees auch der Palästinaausschuss und der Vertreter des Deutschen Zentralbüros anwesend. Der wichtigste Beschluss der soeben gefasst wurde, ist, dass für alle Fragen dem Engeren Aktionskomitee eine Kommission beigegeben wurde, tio nicht nur mitzuberaten hat, sondern in allen Dingen bis zum Kongress beschliessende Stimme besitzt. In diese Kommission wurden gewählt: Rechtsanwalt Dr. M. J. Hoden- Reimer-Köln, Greenberg-London, Alexander Marmorek-Paris, Dr. Wladimir Tschleuow-Moskau und Ingenieur M. ITssiscIikin-JekaterinosIaw־. Es sind also in der Kommission die bedeutendsten Landsmannschaften ebenso wie die bemerkenswertesten Richtungen vertreten. Die Jahreskonfurenz hörte sodann zuerst den Berieht an, den Oskar Murmorck für das Engere Aktionskomitee gab. Sodann berichtete David Wo!II- Nohn als Direktor und 0. Kokcsch namens des Aufsichtsrats über dio Tätigkeit und den Stand der Kolonialbank, woran sich das Referat Prof 0. Warburg.s schloss, der für die Palästinakommission und für den Ostafrikaansschuss berichtete. Nach dem Farbsteinschen Bericht über che Legalisierung des Nationalfonds und der sich anschliessenden Debatte wurde beschlossen, den Nationalfond als englische Aktiengesellschaft in London zu legalisieren. Als Aktionäre kommen nur Inhaber von Gründershares der Kolonialbank inbetracht. Sie sollen dio Träger werden der Aktien, aber ohne Dividende. Dieser Beschluss bedarf durchaus der Bestätigung durch den Kongress. Mannheim. Zionistische Ortsgruppe. Heute starb plötzlich im Alter von 67 Jahren unser Mitglied, der Brauereidirektor Jakob Liebmann. Ausgestattet mit einem glühenden Idealismus und einem stolzen Stammesbewusstsein war er einer der ersten Männer in der hiesigen Stadt, die sich unserer Sache angeschlossen haben. Mit wahrhat't jugendlicher Begeisterung hing er ihr an bis zu seinem unerwartet raschen Tode. Jakob Licbnianu war eine Zierde unserer Gruppe. Der Verblichene war Mitglied der jüdischen Gemeindevertretung und Expräsident der Bne-Bcrith-Logc. Israel Joachim Horn. Unerwartet verschied am Donnerstag, dem 30. Abh (II. August) Israel Joachim Horn, Breslaus erster Zionist. Nationaljude durch und durch, war ihm die zionistische Idee etwas Selbstverständliches schon in präherzlischer Zeit. Seine schwache Konstitution und seine allzu grosse Bescheidenheit, — sicher sein einziger Fehler — hinderten ihn leider, sich so in den Dienst zu stellen, wie es seinen grossen geistigen Fähigkeiten und seinem reichen Wissen entsprochen hätte. In dem ähnliche Katastrophe vollzieht sich zu gleicher Zeit und durch die erste gefördert, in Judah’s Heimat. Dort, hat Lea die Makkabäermutter, den Verrat enthüllt, den Bürger von Modin, die Simeitische Sippe, der Judah’s Weib entstammt, gegen die Stadt gesponnen. Aber wie die Nachrieht von der Niederlage Judah’s kommt. Jojakim in seiner fanatischen Weise von Judahs Sabbatlästerung erzählt, wie schliesslich noch ans Licht tritt, dass Eleazar tatsächlich das Volk verraten und als Hohepriester Ajax syrische Politik vertritt, ist Lea und ihr Anhang vernichtet. Das Volk, das sie soeben als seine Retterin noch bejubelt, giebt sie schutzlos preis, und die Simeiten, die sie immer verächtlich behandelt hatte, nehmen an ihr grausame Rache. Sie entreissen ihr die Söhne und schleppen sie als Geiseln, zugleich als Beweis ihrer eigenen gutsyrischen Gesinnung, zum Feind. Lea ist völlig zerschmettert. Ihres Stolzes beraubt und im tiefsten verwundet durch die schmachvolle Enttäuschung, die ihr Eleazar bereitet, hat sie nur den Wunsch noch zu sterben. Erst Judah’s Weib, das sie geleitet, und das den Hass, mit dem ihres Mannes Mutter sie als Simeitin belegt, nun durch Liebe erwidert, bringt sie I zu Leben und Besinnung im Gedanken an die geraubten Kinder. Sie rafft sich verzweifelt auf und eilt ihnen nach zum Feinde, wenn möglich sie zu erretten, wenn nicht, mit ihnen zu sterben״ Dies Schicksal erfüllt sich ihnen denn auch. Vier ihrer Söhne (die beiden älteren hatten sich flüchten können) erleiden nach heldenmütiger Weigerung von ihrem Gotte zu lassen, den Märtyrertod. Die Mutter, vom Schmerz zerrissen, stirbt ihren Kindern nach. Das Land ist inzwischen in entsetzlicher Lage. Jerusalem wird belagert und leidet Hunger. Noch kaum ein paar Tage wird es sich zu halten vermögen. Das Volk in finsterer Verzweiflung: nur noch Judah kann es retten! Seine Hoffnnng steht auf demselben Judah, den es erst so schmählich verlassen. Aber Judah kommt nicht. Vergeblich ist alles Harren. Endlich gelingt es ihm aber doch in die Stadt zu dringen, und sofort belebt er alles. Von neuem Mut ist das Volk beseelt, und von glühendem Verlangen erfüllt, seine Lieben zu retten oder ihren Tod zu rächen, wagt er mit seinem Häuflein einen Ausfall. Aber er ist zu spät zur Rettung und zu schwach zur Rache. Nur wunderbare Umstände •bewahren ihn selbst vor Verderben. Der Syrer