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Jüdische Rundschau · 1904-08-12 · Heft 32 (12.8.1904) · page 9

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
IX (1904)
Issue
Heft 32 (12.8.1904)
Date
1904-08-12
Page
– (sequence 9)
Language
German
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No. 32. ו 1 \ r JÜDISCHE RUNDSCHAU. Seite 351. werden vom Kongress ans der Zahl der Mitglieder desselben gewählt י . Das Plenum des ehgeren A.-K. kann für die einzelnen Dezernate, ,soweit ein Bedürfnis vorliegt Hilfsarbeiter bestellen. Diese sollen Mitglieder des Grossen A.-K. sein. Anderenfalls hat das Grosse A.-K• seine Zustimmung zu erteilen. Das Generalbüro der Zionistischen Partei befindet sich am Wohnort des Vorsitzenden des engeren A.-K. Das engere A.-K. muss vierteljährlich mindestens einmal zusammentreten. Den Ort der Tagung bestimmt der Präsident. Der Wahl von Mitgliedern in das Grosse A.-K. durch den Kongress soll die Vorlage des Personal Vorschlages der Landesorganisation (PÖderationen) vorausgehea Das passive Wahlrecht in das A.-K. ist von einer dreijährigen ununterbrochenen Schekclzahlung abhängig. Das grosse A.-K. wählt für seine Sitzungen jedesmal einen Präsidenten aus seiner Mitte. Bei diesen Vorschlägen gehen wir zunächst davon aus, dass es heute nicht an der Zeit ist, eine allgemeine und durchgreifende Aenderung des Organisationsstatuts durchzuführen. Soweit als irgend möglich, muss vielmehr das alte erhalten, müssen nicht unumgänglich notwendige Reformen zurückgestellt werden. Nur dann wird es möglich sein, verderbliche Erschütterungen zu vermeiden. Infolgedessen sehen wir von allen Abänderungsvorschlägen ab. wie sie insbesondere yon dem Organisationsausschuss des 6. Kongresses und von M. Usslschkin auf dem V. Kongresse betreffs des Kongresses, des Grossen A.-K. der Landesorganisationen etc. gemacht worden sind, so viel Wertvolles diese Vorschläge auch enthalten. Im täglichen Leben des zionistischen Organismus soll alles weitere seinen ruhigen Gang gehen. Nur die Spitze der Organisation ist zu verbreitern, die Befugnisse und Pflichten ihrer Mitglieder untereinander sind zu regeln. Bisher war die Verteilung des engeren A.-K. unter dessen Mitglieder nicht geordnet und so kam es, dass der Präsident den grössten Teil der Geschäfte selbst erledigt hat. Der Arbeitslast, die sich so auf ihn häufte, war nicht einmal ein Herzl gewachsen. Wir müssen daher die Tätigkeit Jedes einzelnen Mitgliedes des engeren A.-K. ft st umrahmen, dann wird die Last der Geschäfte auf mehrere Schultern verteilt sein. Dann wird auch der Kongress besset wie bisher in der Lage sein, sich über jeden einzelnen Kandidaten für das A.-K. seine Meinung zu bilden. Der Kongress wird dann für jedes Dezernat den geeigneten Fachmann auswählen können. Fachleuten kann man eben ein gewisses Mass von Selbstständigkeit geben, wie wir es oben als notwendige Voraussetzung einer Neuordnung gekennzeichnet haben. Dass aus dieser Selbstständigkeit kein Nachteil entsteht, dass die Politik und die Verwaltung des engeren A.-K. auch in Zukunft eine einheitliche bleibt — dafür zu sorge**, ist Sache des Vorsitzenden des A.-K. bzw. seines Stellvertreter.', und des Pie- ׳nums. Von den einzelnen Dezernaten bedarf wohl nur Dezernat 7: Fragen der russischen Organisation einer besonderen Begründüng. Infolge der politische!« Verhältnisse in Russland erscheint cs uns notwendig, dass ständig ein Vertrauensmann der russischen Landesorganisation an der Leitung der Partei teihurmnt. einmal um die Wünsche der russischen Parteiorganisation zu übermitteln, zum anderen um als Sachverständiger alle Vorgänge innerhalb der russischen Organisation zu beurteilen. Die Präsidenten der Koloniaihank und des Jeweilig letzten Zionistenkongresses, den« wir uns als verschieden vom Vorsitzenden des engeren A.-K. denken, erscheinen kraft ihrer Stellung und des Vertrauens, das die Verleihung dieses Postens bckündet, als geborene Mitglieder des engeren A.-K. Präsident des Aufsichtsrats der Kolonialbank muss der Jeweilige Vorsitzende des A.-K. sein. Dieses Amt ist so vichtig, dass es nur dem Führer der Bewegung anver.raut werden kann. Den Einfluss des Grossen A.-K., das ja im wesentlichen immer nur eine kontrollierende Behörde sein wird, wollen vir durch die Bestimmung stärke»!, iss die Hilfsarbeiter, eik für einige Dezernate, insbesondere tiir das politische Dezernat notwendig sein werden, in der Regel ihm entnommen werden sollen. Auch die Leitung der Sitzungen des grossen A.-K. ist ebenso wie die der Kongresse nicht Sache des Vorsitzenden, sondern eines ad hoc zu wählenden Mitgliedes des grossen A.-K. Damit dürften die wichtigsten unserer Neuerungen kurz begründet sein. Sie schliesscn in sich eine sehr wichtige Abänderung unserer Jetzigen Verfassung. Nach dieser mussten nämlich alle Mitglieder des engeren A.-K. in einer Stadt wohnen. Dies dürite — wenigstens in den nächsten Jahren — auch dann nicht möglich sein, wenn die Zahl der Mitglieder des engeren A.-K. nicht vergrössert wird. Trotzdem wird die Aktionsfähigkeit der engeren A.-K. nicht leiden. Denn die lauiende Verwaltung wird von Jedem einzelnen Mitgiiede desselben selbstständig erledigt werden können. Zur Beratung prinzipielier oder sonst über den Rahmen der Verwaltung hinausgehenden Beschlüsse wird es genügen, wenn das Plenum alle 2 bis 3 Monate Zusammentritt. Derartige Zusammenkünfte sind durchführbar, auch wenn einige Mitglieder des engeren A.-K. nicht an dem Sitze des Generalbüros wohnen sollten. Das hat die Geschichte der letzten 7 Jahre gelehrt Steiner (Wien) entwirft ein anziehendes Bild des Zionisten• führers im Kreise seiner Familie und Freunde und schildert I ferner die letzten Tage des Verblichenen. Einen tief empfun- { denen Nachruf widmet die Baronin Bertha von Suttner! ihrem verewigten Freunde. Dr. J. EIJ a s c h 0 f f (War- I schau) gibt einige in die Tiefe von Herzls Eigenart führende | Apercus. Martin Bnber (Berlin) behandelt Herzls Ver- 1 hältnis zur Historie, während Dr. Theodor Zlocist! •' (Berlin) in feinsinniger Weise auf Grund zweier Porträts des Verstorbenen, die grossen Wandlungen zeichnet die sein Schicksal an seiner äusseren Erscheinung vollzogen hat und wie er allmählich verblutet ist Nicht ohne tiefe Rührung wird man die letzte literarische Arbeit Herzls (in Faksimile), einen Aufruf an die jüdische Jugend, lesen. Auch einige der feinsten älteren Arbeiten des feinsinnigen Künstlers Herzls findet man hier wieder, wie ״Solon in Lydien", ״Mauschel”, ״Die Menorah”. Gegen fünfzig glänzend ausgeiührte Illustrationen schmücken das vornehm ausgestattete Heft, von denen die meisten interessante Darstellungen aus dem Leben und Wirken Herzls bringen. Erschütternd wirkt die Reproduktion des neuesten grossen Gemäldes ״Golus”, von dem berühmten Maler Hirzenberg, nebst 10 Einzelstudien zu demselben, von einem erklärenden Text begleitet. So bildet dieses Heft an Inhalt und Ausstattung ein schönes und würdiges Denkmal der Pietät und der Erinnerung an den grossen Toten. Mit Rücksicht auf den beträchtlich erweiterten Umfang des vorliegenden Heftes wird dasselbe im Einzeiverkauf zum Preise von 1 Mk., auf Kunstdruckpapier 1,50 Mk. abgegeben. Man beachte das Inserat in dieser Nummer. Meyers Grosses Konversations-Lexikon. Ein Nachschlagewerk des allgemeinen Wissens. Sechste, gänzlich nenbearbeitete und vermehrte Aufiage. Mehr als 148 000 Artikel und Verweisungen auf über 18 240 Seiten Text mit mehr a־$ 11000 Abbildungen. Karten und Plänen im Text und auf über 1400 Illustrationstafcln (darunter etwa 190 Farbendrucktafeln und 300 selbständige Kartenbeilagen) sowie 130 Textbcilagen. 20 Bände in Halbleder gebunden zu Je . 10 Mark. (Verlag des Bibliograplischeu Instituts in Leipzig und Wien.) Als ein stattliches Werk ist soeben der siebente Band von Meyers Grossem Konversations-Lexikon der Oeftentlichkeit überwiesen w׳ordcn. Textlich ein \ ahrer Wissenschatz und mit 10 Farbentafeln, Karten und Plänen, 38 schwarzen Tafeln und Hunderten von TextholzschnUten prachtvoll ausgestattet, reiht er sich wTirdig an seine Vorgänger an. Allen Gebieten des allgemeinen Wissens trägt das Werk gleichmassig Rechnung und ist tatsächlich ein unentbehrlicher Berater in jeder Lebenslage. Mögen wir uns orientieren über die aktuell sozialen Fragen des ״Genossenschaftswesens‘‘, die ״Gesellen- und Gcwerkvercinc“, der erst vor kurzem durch den Berliner Kongress hervorgetretenen ״Frauenfrage“, über die ..gewerbliehe Statistik“ über die Bedeutung, der ״Getreidezölle“ einerscits und des ״Freihandels“ anderseits, überall wird uns gleich ausführlich in mustergiltigen Spezialartikcln Belehrung zuteil. Die prachtvollen Tafeln, von denen nur die sehr klare Dar- Stellung der geologischen Formationen, die vorzüglichen Holzschnitte der Fräse- und Gaskraftmaschinen, die instruktive Veranschaulichung der Gewitter und die orträtc der wichtigsten deutschen Geschichtschreiber erwähnt seien, sind das beste Mittel, das Werk in seinem Bestreben, eine gründliche Bildung in das Volk zu tragen, zu unterstützen. Dass auch wieder eine ganze Reihe von Artikeln unserm besondern Wissensgebiet entnommen und mit sachlicher Genauigkeit gearbeitet sind, verdient hervorgehoben zu werden.

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