Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- IX (1904)
- Issue
- Heft 32 (12.8.1904)
- Date
- 1904-08-12
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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JÜDISCHE RUNDSCHAU No. 32. Seite 35C.־ יי 1 ' "•־ 1׳ .־ , weitige territoriale Einschränkungen für die Wahl der Mitglieder finden nicht statt. Das grosse A.'-K. tritt regelmässig zweimal Jährlich zur Beratung über alle aktuellen Fragen des Zionismus zusammen. Seine Beschlüsse sind, bis sie cventaell yon einem Kongresse aufgehoben werden, für das engere A.-K.» sowie, für alle zionistischen Organisationen bindend. Sämtliche In Europa wohnenden Mitglieder des A.-K. sind verpflichtet, zu den Tagungen zu erscheinen; wer ohne genügende Entschuldigung fehlt, geht seines Mandates verlustig. Reisekosten usw. werden Jedem Mitglied aus der Parteikasse ersetzt. ״B. .Das engere A.-K. oder das Direktorium führt die Geschäfte des Zionismus selbständig und unter gemeinschaftlieber Verantwortung. Es besteht aus 5 Mitgliedern, von denen mindestens 3 in einer Stadt wohnen müssen. Diese drei! bilden den eigentlichen geschäftsführenden Ausschuss^ Sie erhalten eine Besoldung von jährlich 5000 Mk*. die sie unter allen Umständen annchmcn müssen. Falls, der eine oder andere dieses Geld dem Nationalfond oder einem anderen zionistischen Zwecke überweist, so darf dies beim öffentlichen Ausweis nicht erwähnt werden. — Die zwei ausserhalb wohnenden Mitglieder des engeren A.-K• sind über alle Geschäfte auf dem Laufenden zu erhalten und von der Tagesordnung einer jeden Sitzung tunlichst so rechtzeitig in Kenntnis zu setzen, dass sie die Möglichkeit haben, zu den Sitzungen zu erscheinen. *Zur Unterstützung des engeren A.-K. werden von diesem mit Zustimmung des grossen A.-K. zwei Ausschüsse ernannt, n denen je ern Miißlied des A.-K. den Voisitz führt und zwar: ‘ j) Der Palästina-Ausschuss, 2) Der Propaganda- und. Pressausschuss. Politisch-diplomatische Verhandlungen werden vom engeren A.-K., eventuell unter Hinzuziehung geeigneter Personlichkeiten aus dem grossen A.-K. geführt. Meine Vorschläge involvieren keine radikale Umwälzung, sondern eher einen weiteren Ausbau der bisherigen Organisation. Ich glaube, sie werden genügen, auch unter den gegenwärtigen schwierigen Verhältnissen eine gedeihliche Fortführung der zionistischen Arbeit zu ermöglichen. Voraus- Setzung ist hierbei selbstverständlich, wie bei Jeder anderen Organisationsform auch, dass der rechte Mann auf dem rechten flatze steht und heute zwar Christus zum Germanen machen möchte, aber allzugern doch das Germanentum vom Christentum, das man mit Recht als Judentum empfindet, loslösen möchte. Denn in Wahrheit ist Christlich-germanisch ein Widersinn, der am besten dadurch bezeichnet wird, dass Arminius kein Christ und Christus kein Germane war. Wir bedauern die armen Leute, die gern einen germanischen Gott anbeten möchten und in .der Bibel von einem Judenkönig lesen müssen. El J a q f m. Literarisches. Soeben ist die Herzl-Nummer des fehlender erschienen. Diese Ausgabe, die unserer nationalen Trauer entsprechend natürfleh durchweg ernst gehalten ist, zeichnet sich durch einen gediegenen Inhalt aus. Da die Auflage voraussichtlich bald vergriffen sein wird, raten wir unseren Lesern, mögliehst schnell ein Exemplar von 25 Pf. vom Verlag des ״Schi em i e 1", Berlin C., AnderSpandauer brücke 6. zu beziehen. Etos Augustheft der illustrierten Monatsschrift für modernes Judentum ״Ost und West“, (Verlag von Ost und West, G. m. b. H. Berlin NW. 23, Altonaerstr. 36), ist ganz dem Andenken des verewigten Führers der Zionisten, Dr. Herzl, gewidmet Das mehr als das doppelte des gewöhnliehen Umfanges fassende Heft bietet eine reiche Fülle äusserst interessanten *literarischen und Illustrations-Materials. Eine Reihe .hervorragender Männer aus allen Ländern, die dem Verewigten im Leben nahe gestanden haben, vereinigten sich, um dem edlen und seltenen Manne ein Denkmal von bleibendem Vorschläge zur Abänderung des § 24 des Organisationsstatuts d.Zionistischen Partei. Von Dr. Alfred Klee und Dr. A r t h u r H a n t k e. Das Organisationsstatut des Zionismus, das ja im wesentliehen noch auf den Beschlüssen des ersten Kongresses beruht, war von vornherein in seinen Bestimmungen über die Leitung der Partei auf die Person des Führers zugeschnitten. Ein Mann wie Theodor Herzl konnte und durfte nicht Schablonenhaft in den Aufbau einer Parteiorganisation eingeschaltet werden. Infolgedessen wird jetzt notwendigerweise eine Acnderung in der Zusammensetzung des engeren A.-K. cintreten müssen, Ucber diese wichtige Frage ist, wie in weiten Kreisen, so auch in der Sitzung des Zentralkomitees der Zionistischen Vereinigung für Deutschland, die in Köln am 31. Juli 19fM stattfand, eingehend beraten worden. Auf Grund der Anregungen, die hier von allen Erschienenen gegeben wurden, haben wir einen Entwurf zur Abänderung des § 23 des Organisations- Statuts ausgearbeitet. Wir übergeben ihn hiermit der Oeffentlichkeit, in der Hoffnung, dass sich an ihn eine öffentliche Diskussion über dieses wichtige Thema anknüpfen wird. §23. JetzigeFassung. Fünf in derselben Stadt domizilierende Mitglieder bilden das engere A.-K. Neue Fassune. Das Exekutivorgan dos Kongresses ist das von demselben für die Zeit bis zum nächsten Kongresse gewählte und nur ihm verantwortliche A.-K. Das engere A.-K. besteht aus 9 Mitgliedern. Jedes Mitgiied hat das ihm vom Kongress zugewiesene Dezernat innerhalb der Grenzen seines Ressorts selbstständig zu verwalten. Bei Neueinrichtungen, die über den Rahmen der laufenden Verwaltung hinausgehen ebenso bei Streitigkeiten über die Betugnisse der einzelnen entscheidet das Plenum. Folgende Dezernate werden geschaffen: 1. politische Angelegenheiten; 2. inneres; 3. Finanzen; 4. Palästinische Angelegenheiten; 5. Jüdischer Naticnalfond. 6. Fragen der Feuung; 7. Fragen der russischen Organisation. Ferner gehören dem engeren A.-K.,an: 8. Der Präsident des Direktoriums der Jüdischen Nationalbank; 9. Der Präsident des letzten Zionistenkongresses. Der Vorsitzende des engeren A.-K. und sein Stellvertreter Wert zu setzen. Die Abhandlungen '.,!eien nicht nur höchst wertvolle Beiträge zum besseren Verständnis des Menschen Herzl und den Bestrebungen des Führers Herzl, sondern gewähren auch tiefe Einblicke in die innere Geschichte der zionistischen Bewegung, sowohl nach der intern-organisatorfsehen, als auch nach der externen diplomatischen Seite hin. Den Reigen eröffnet der berühmte Orientalist und persönliche Freund des Sultans, Prof. Dr. H. Vambery, Budap e s t, der in fesselnder Weise über die von ihm eingeleiteten Beziehungen des Zionistenführers zur hohen Pforte berichtet, wie auch über die Beurteilung, die die Bestrebungen Herzls am Goldenen Horn fanden. Der hervorragende Wiener Publizist, Redakteur der ״Neuen Freien Presse", Dr. W. Goldbäum, ein langjähriger Kollege Herzls, zeichnet in feinen Umrissen ein ergreifendes Bild des Menschen und Schriftstellers. Während Israel Zangwill (London) in seiner prickelnden Weise ״die grosse Tragödie" charakterisiert, die sich in Herzls Lebensgang spiegelt, gibt Max Nordau (Paris), ir. erschütternden Worten dem Schmerz über den Heimgang seines Freundes und Mitkämpfers Ausdruck. Was der bekannte hebräische Publizist N. S o k o 10 w (Warschau) über die nur wenigen Eingeweihten zugänglichen Tagebücher, die Herzl hinterlassen hat, mitzuteilen zu wissen glaubt, ist geeignet, lebhaftes Interesse zu erregen, ebenso wie die Erinnerungen eines der hervorragendsten Führer der deutschen Juden, mit dem Herzl durch die Vermittelung des Rabbiners Dr. Güdemann bekannt wurde, und der wohl der erste war. dem der ״Judenstaat” im Manuskript vorgelesen wurde. Dr. M. Gaste r (London) spricht eingehend und mit grosser Sachkenntnis über die Zukunft des Zionismus, während Gustav G. Cohen in Hamburg ausser interessanten persönlichen Rominiszenzcn drei sehr lesenswerte Briefe Herzls. die als Faksimile wiedergegeben sind, mitteilt Heinrich York-