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Jüdische Rundschau · 1904-07-29 · Heft 30 (29.7.1904) · page 12

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
IX (1904)
Issue
Heft 30 (29.7.1904)
Date
1904-07-29
Page
– (sequence 12)
Language
German
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Seite 326. JÜDISCHE RUNDSCHAU No. 30. Mitteilungen vom Zentralbüro __ der Zionistischen Vereinigung _ ן für Deutschland. 1. Das Büro der Zionistischen Vereinigung für Deutsch- ׳ land ist zu Berlin, Fricdrichstr. 58 II. Fernspre’cher Amt I, 2604) eröffnet. Dienststunden sind an den Wochentagen von 2—8 Uhr. Die mit dem Büro verbundene Lesehalle wird im Laufe des nächsten Monats eröffnet werden. 2. Büro und Lesehalle befinden sich in den Räuincn des Restaurants Bau mann. Wir machen unsere Parteigenossen darauf aufmerksam, dass Herr Baumann unter der Aufsicht des Rabbinats der Jüdischen Gemeinde in Berlin (Rabbiner Dr. Fschclbachcr) stellt. 3. Das Zentralbüro übernimmt mit dem 1. August 190*1 die Sammlung und die Kontrolle aller für zionistisehe Zwecke in Deutschland cingcsandtcr Beiträge, insbesondere der Na t i 011 a 1 i o n d s a m m 1 u n g e n. Infolgedessen sind vom 1. August ab sämtliche Gelder nur noch an den S c h at zm eis t r der Z c 111 r a 1 b ii r o s Herrn Max Wollstcliicr z u Be r - litt N.W. 23, Hollsteiner Uier 10 zu senden. L Wir weisen auf das Broschüren- und B ii eheri 11 s e r a t der heutigen Nummer hin. 5. Briefe, die für das Zentralbüro bestimmt, bitten wir: Zionistische Vereinigung für Deutschland, Zentralbiiro zu Berlin W. 8, Fricdrichstr. 5S zu adressieren. Postanweisungen, Geld b riefe und eingeschriebene Briefe müssen dagegen an unseren Schatzmeister Herrn Max Wollstcii n c r zu Berlin N.W. 23, Holsteiner Ufer 10 persönlich adressiert werden. Shareclub. Hierdurch teilen wir unsern Gcsimiungsgcnossen, besonders den Gruppenleitern, Reviervorständen und Vertrauensmännern mit, dass der Share-Club seine Zentrale ausschliesslich in Berlin hat. Die Mannheimer Zentrale ist nach Vereinbarung aufgehoben, und cs müssen daher fortan auch die •Abrechnungen aus Siiddcutscliland nach Berlin erfolgen, dessen Sharc-Club-Zcntrale auch die alten Conti von Mannheim übernommen bat und weiterführt. Die Berliner Zentrale wird geleitet von . D r. Theodor Z10 c 1 s’t i, Berlin N. 37, Mctzcrstrassc 3*1, pt. An seine Adresse sind alle Sendungen (Geld, mit der vorgeschriebenen Anzahl beklebte Sharebiichcr zu richten; und nicht mehr (wie es so häufig noch geschieht) an H. Thomaschcnsky, die Berlin verlassen hat. Die Zentrale versendet Sharebiichcr und Sharcntarkcn und vermittelt a u s s c h! i c s slieh den Verkehr mit London. Der Umtausch der gefüllten Sharebücher in Aktien wird n u r durch die Berliner Zentrale . besorgt. Auf vielfache Anfragen sei noch bemerkt, dass für llie Sharc-Clubs der einzelnen Ortsgruppen Statuten nicht vorhanden sind. Die Organisation ist einfach so, dass ein Vertrauensmann den Vertrieb der Sharebücher und Sharemarken übernimmt und mit der Berliner Zentrale monatlich abrechnet. Sharebiichcr werden zum Preise von 50 Pi. abgcgeben. Die Marken kosten pro Stück 0.25 Mk. Giltig ist nur der mit dem Magen-David versehene Teil der Marke. Eine Inhaltsaktic wird für ein Buch mit 90 Marken; ein auf den Namen des Besitzers lautende Aktie für citt Buch mit 8*1 Marken portofrei geliefert. — Ausserdem besorgt die Zentrale die ganze Aktie gegen Einsendung von Mk. 21,00 resp. 22,50 Mk. portofrei. Zum Schluss ergeht nochmals die Bitte an unsere Freunde, die Bank, das finanzielle Werkzeug unserer Bewegung, mit allen Klüften zu fördern. In Deutschland ist relativ wenig für die Bank geleistet worden, soll cs ja sogar Genossen geben, die noch nicht im Besitze einer Aktie sind. Sharc-Club-Zcntrale für Deutschland Dr. Theodor Zlocisti, Berlin N. 37, Metzerstrasse 3*1. —I Aus der Beweguijg. ן— Berliner Zionistische Vereinigung. Auf Veranlassung der ״Zionistischen Vereinigung für Deutschland“ haben wir Ihnen bereits am 11. Juli eine Aufforderung zu Sammlungen für eine Theodor-Herzl-Stiftuiig zugehen lassen. Nachdem Sic nunmehr aus dem bereits wiedergegebenen Aufruf des Aktionskomitees den Zweck der Stiftung ersehen haben, bitten wir Sic ganz ergebenst, ausnahmslos unserem Aufruf Folge zu leisten und auch auf diese Weise'der Verehrung der Berliner Zionisten fiir unseren leider so früh verblichenen Führer Ausdruck zu verleihen. Beiträge nimmt unser Schatzmeister Herr J. H. Wagner, Berlin א., Prenzlauer Alice 9, entgegen. Mit Zionsgruss Der Vorstand. Misrachi. Das ״Frankfurter Israelitische Familicnblalt“ bringt in seiner letzten Nummer folgenden Slatulen-Entwurf für die d e u t s c h c Abteilung des ״M i s r a c 11 i“: A 1! f k 1 ä r u vj g ü 11 e r den ״M i s r a c 11 i“ innerhalb d c s Z i 0 n i s m u s. a) Wir erblicken im Zionismus eine wesentlich politische und wirtschaftliche Bewegung. b) Demnach ist innerhalb der zionistischen Bewegung Raum für die Vertreter aller Anschauungen. c) Trotzdem halten wir cs fiir nötig, uns zu einer besonderen Gruppe innerhalb der zionistischen Bewegung zusammenzuschliessen, und zwar ans folgenden Gründen: d) 1. Zu den Zielen des Zionismus gehört auch kulturelle Gegenwartsarbeit. Diese kann nach unserer Uebcrzeugmig nur von denen in erspricssüchcr Weise vollbracht werden, die auf dem Boden des gesetzestreuen Judentums unerschütterlich fcststeben. Von ihnen allein können wir erhoffen, dass sie den Weg geben werden, auf dem die Weltanschauung des geoffenbarten Judentums und die Kulturfordeningen der Gegenwart versöhnt nebeneinander schreiten können. 2. Auch bei Ausführung von politischen und Wirtschaftlieben Aktionen erbeben sich jüdischgesetzliche Forderungen. Es ist uns Herzenssache, darüber zu wachen, das innerhalb einer Bewegung, die den Namen Zion trägt, diese Forderungen erfüllt werden. 3. Wenn wir vollends das Endziel des Zionismus ins Augen fassen; Die Wiedergeburt des jüdischen Volkes im Lande seiner Väter, so ist uns eine solche Wiedergehurt undenkbar ohne das Wiedererwachen unserer jüdischen Ideale, ohne den Geist der Thora und der Propheten, ohne Vertiefung der jüdisch-gesetzlichen Praxis, ohne alles das,•״was die Grösse unseres Volkes in den klassischen Epochen seiner Geschichte bedingt hat. Die zur Erreichung dieser Aufgabe in Deutschland gegriindete Gruppe nennt sich Misrachi. im Anschluss an die in Russland von Rabbiner Reines in I.ida begründete Organisation. Statut. §1. Der Misrachi erkennt das Baseler Programm und die vom Baseler Kongress geschaffene Organisation an und konstituiert sich innerhalb dieser Organisation, indem sie eine Fraktionierung innerhalb der Gesamtpartei als nicht im Widerspruch mit der Organisation stehend erachtet.

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