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Jüdische Rundschau · 1904-07-01 · Heft 26 (1.7.1904) · page 10

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
IX (1904)
Issue
Heft 26 (1.7.1904)
Date
1904-07-01
Page
– (sequence 10)
Language
German
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« £ No. 26. JÜDISCHE RUNDSCHAU. Seite 279. Monats Juli in Berlin, Friedrichstr. 58, II, Ecke der Leipzigerstrasse eröffnet werden. Die Räume sind mit dem Restaurant von Heinrich Baumann, das sich in demselben Hause befindet, verbunden und werden daher täglich bis 12 Uhr nachts geöffnet sein. Das Rcstaurant von Heinrich Baumann steht unter Aufsicht des Rabbinats der Jüdischen Gemeinde zu Berlin (Herr Rabbiner Dr. Eschclbacher). Wir hoffen, dass sich hier ein ständiger Mittelpunkt des gesamten zionistischen Lebens in Berlin bilden wird. An» 23. er., ist in Hamburg die ״Palästlna-Handeisgcsell- Schaft m. b. H.“ mit einem Kapital von Mark 100,noo gegründet worden. Zweck der Palästina-Handclgesellschatt ist den Import und Export in Palästina und den Nebenländcrn zu fördern und zu heben. Der Sitz der Gesellschaft ist Hamburg. Bei diesem neuen Unternehmen sind beteiligt: Das Bankhaus M. M. Warburg & Co. in Hamburg. Die Jüdische Kolonialbank in London u. s. w. Der Aufsichtrat besteht aus 7 Mitgliedern, wovon 4 in Hamburg ihren Sitz haben müssen und ist wie folgt zusammengesetzt. Salb־ M. Mainz in Hamburg. 1. Vorsitzender: Alfred Cohn in Hamburg, 2. Vorsitzender; J. Eriedländer in Hamburg, Schriftführer; Emil Magnus in Mamburg; Dr. jur. I.copold Kahn, Wien; Prof. 0::.׳ Warburg, Berlin; Dav. W o I f f s o h n, Köln a. RI1. Die Palästina-Handelsgesellschaft tritt mit der Auglo-Palcstinc-Company in Jaffa und deren neuerrichteten Filiale in Jerusalem in engere Geschäftsverbindungen und wird ihre geschättlicbe Tätigkeit sofort beginnen. Berlin. Unsere Leser finden in dieser Nummer den Beginn!! der Sammlung für einen Oelbaumgarten der Berliner Z i 0 n i s t is c h e n Vereinigung. Wir werden die Quittung über diesen Oelbaumgarten, sowie über den der Breslauer Zionistischen Vereinigung stets in.der letzten Nummer des Monates bringen. Rundschau. | Die Gründung des jüdischen Frauenbundes gibt der Rcdnktion des ״Berliner Tageblatts“ Veranlassung, die Erwartung auszusprechen, dass der neue Frauenbund dazu beitragen werde, das alte Judentum aufzulösen, und den konservativen Judengeist zerstören zu helfen. Wie sehr dem Tageblatt daran liegt, das Judentum aus der Welt zu schaffen, wissen wir sehr wohl, aber es sollte sich doch gesagt sein lassen, das die jüdischen Frauen sich nicht dazu Zusammenschlüssen, um dem Kastan Kastanien aus dem Feuer zu holen. Sic werden vielmehr lieber für die Rechte und die Selbstachtung der deutschen Juden tätig sein. Und wie es mit unserit Rechten aussicht, das kann man am besten erfahren, wenn man die ungerechtfertigten Stcuerbelastungcu und Plackereien ansieht, die russische Behörden deutschen Bürgern jüdischer Nationalität zuteil werden lassen. Die deutschen Behörden kommen ihnen dabei entgegen. So stellt die Magdeburger Polizei Juden überhaupt nicht ohne weiteres Pässe nach Russland aus, statt es den russischen Behörden zu überlassen, gegebenen Falls die Visa zu verweigern. Unsere Kaufleute schädigen Steuerhclastungen und Aufcnthaltscrschwcrungcm denen deutsehe Kau neu tc jüdischen Stammes in Russland ausgesetzt sind. Diese sehr gerechtfertigten Beschwerden sind wie erinnerlich, vor wenigen Wochen erst im deutschen Reichstage zur Sprache gekommen und man sollte erwarten, dass die Reichsregierung, trotz ihrer bisherigen timiden Haltung in dieser Frage, bei den! Abschluss des Handelsvertrages die Interessen der deutschen Kaufleutc jiidichcn Glaubens etwas euergischer wahren wird. Wie empfindlich der deutsche Handels- Stand unter dieser Kalamität zu leiden hat, zeigt auch folgende Auslassung in dem neuesten Jahresbericht der Poscncr Handels- Kammer: ״Diese ungünstige Behandlung der deutschen Juden hat einen neuen und noch verschärften- Ausdruck in dem Zirkular des russischen Finanzministeriums vom 27. November (10. Dezember) 1900 gefunden, nach welchem einerseits die ab 1. (14.) Januar 1901 eingetretene Ermüssigung der Staatsgewerbc- Steuer (vom 500 auf 150 Rubel) auf diejenigen ausländischen Handluiigshäuser, deren Inhaber Israeliten sind, keine An- Wendung findet, andrerseits ausländische Firmenchefs Israelitischen Glaubens, die von den Ministerien der Finanzen, des Innern und des Aeusscrn die Genehmigung zur Unterhaltung von Kontoren, Magazinen, Depots etc. in Russland erhalten haben, 500 Rubel Staatsgcwerbcstcuer auch daun zahlen müssen, wenn sie nur Detailhandel betreiben.“ Petersburg, 18. Juni. Die ..Peterburgskija Wjedomosti“ teilen heute bereits den Text des Gesetzes betreffend das Wohnrecht der Juden im SOwcrstigeu Grenzstreifen der westliehen Gouvernements und Bossarahiens mit. Danach w׳ird die Bestimmung aufgehoben, dass daselbst nur Juden wohnen dürfen, die vor dem 27. Oktober l\s> dort ungeschrieben sind, und der Grenzstreifen allen Juden geöffnet unter Beobachtung der allgemeinen Gesetze über das jüdische Wohnrecht. Die Veranlassung dieses Gesetzes ist, dass das bisherige Verbot seinen Zweck, nämlich die Verminderung des Schmuggels, nicht erreicht hat, dagegen für die Bevölkerung drückend war. ln Wahrheit will man eine Anleihe aufrehmem ln diesem Sinne ist jüngst mit grosser Beflissenheit gemeldet worden, dass in der russischen Judengesetzgebung eine cinigcrmasscn liberalere Wendung cintrcten soll. Eine gute Beleuchtung erhält diese Kunde durch iolgcnde Verfügung, die der Gouvcrncur von Wiborg dieser Tage erlassen hat: .,Aus bestimmter Veranlassung halte ich es für notwendig, den Villenbesitzern in Raiwola, Terrijokki und der übrigen Sommerfrischen des Wiborgcr Gouvernements, hei Strafe von 100 Mark zu verbieten, ihre Villen an Personen jüdischen Bekenntnisses aus dem Kaiserreiche zu vermieten, vorausgesetzt, dass diese Personen nicht ein Zeugnis vorweisen, das ihnen den Sommeraufenthait an diesen Orten ausdrücklich gestattet.“ Welt-Chronik. Der ungarische Nationalismus setzt sich bei Juden ebenso wie bei Nichtjuden in Antisemitismus um. Nicht genug, dass die Antisemiten die Einwanderung der armen, verfolgten Juden zu erschweren suchen, trachten selbst die Juden, ihre cingcwandtrten Glaubensgenossen ihrer ohnehin schon geringen Rechte zu berauben. Dahin zielt auch die neuste Statutenänderung der Kultusgemeinde in Budapest. Bisher galt im allgemeinen den Judcngcmeinden folgendes Gesetz betreffs der Aufnahme. ״Jeder Jude ist verpflichtet, sich cntw׳edcr in die Kultusgemeinde seines Wohnortes oder, falls daselbst keine bestellt, sich in jene Gemeinde cintragcn zu lassen, zu welcher die anderen Israeliten des Ortes gehören. Die Aufnahme in den Gemeindeverband darf von der Gemeinde nicht verweigert, noch von der Zahlung irgendeiner A u f n a h!11 s g c b ii h r abhängig a b 11 ä n g i g gemacht w־ c r d c 11.“ Mit Umgehung dieses Gesetzes hat die Budapcstcr Kultiisgemcinde beschlossen, ihre Statuten dahin zu ändern, dass man eine Aufnahmetaxe von 30—600 Kronen entrichten müsse, um ein vollwertiges, aktives und passives Wahlrecht besitzendes Mitglied der Gemeinde zu werden. Wie das Assimilantenblatt ״Egyenlöseg" ganz unverblümt berichtet, ist diese Massrcgcl ״gegen Galizien. Id es.* galizischc Denkungsart, Zurückgebliebenheit und Unzuverlässigkeit" gerichtet. Es könnte einst — so fürchtet das Blatt and mit ihm die Mehrzahl der Mitglieder der Gemeinderepräsentanz — einst r\T'. I T

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